Archiv der Kategorie: Reportage

#FacesOfPhotography – Teil 62: Alessandro Falco aus Belem do Pará

Alessandro Falco lebt seit 2018 in Brasilien und widmet sich seither fotografisch ausschließlich sozialen und umweltpolitischen Fragen, die im Zusammenhang mit dem Regenwald stehen. Den #FacesOfPhotography hat er erzählt, woran er gerade arbeitet, warum er immer wieder losgeht, um seine Geschichten zu fotografieren und warum er sich mit einem persönlichen fotografischen Wunsch schwertut:

How are you in these strange times?
I’m fine. After months being worried for my family and friends in Italy, now parts are inverted.

How is the crisis currently affecting Brazil?
The situation is getting worse everyday. Despite the sub-notification of official cases, Brazil contagious rate surpassed 370k cases, reaching an infamous 2nd place for number of infections, in the world.

A portrait of Katiká, the oldest member of Karipuna indigenous people, decimated until today where they’re less than 10. Their land was recently invaded and portions of the forest have been cleared inside the indigenous reserve by land grabbers.

What have you experienced professionally since the beginning of the crisis?
It’s a mix of feelings that can’t be described easily. My work is basically stopped, with no income since few months. In addition, taking photos became more dangerous, while the stories that most deserves to be highlighted are usually impossible to document. I generally feel more tired because of working conditions, with an additional stress for the eventuality of being infected or expose my wife to the virus for small mistakes.
The industry of photography should take in consideration the struggles of independent photographers in this critic period, supporting the work of independent photographers.

What are you currently working on?
I’ve recently documented the death of an indigenous man. He was living at the outskirt of my city in a highly vulnerable community of 160 people; it’s the fifth death by COVID19 in a month.
I’m also documenting the burial of Covid victims in a special area of a cemetery, while planning the feasibility of travel to other affected areas in the Amazon.

Gravediggers burying suspected and confirmed deaths by COVID-19, in a special area of a cemetery in Belém do Pará, Brazilian Amazon. Brazil becomes a new global COVID-19 hotspot with new cases surging at an alarming rates, and more than 20000 confirmed deaths.

What do you think is the task of photography in these times?
Definitely to highlight the risks and consequences that this virus brings to the population, document our contemporary history, the struggle of frontline workers, trying to contrast the global wave of skepticism on regard.

Do you think that ways of seeing and visual languages will change against the background of the crisis?
It all depends on how long there will be lack relationships and human contact, essential in photography. If this nightmare will continue for the coming months, the most creative will need to find other ways to communicate urgent issues. I’m trying.

Land burned to be cleared for cattle grazing near Porto Velho. The Brazilian Amazon has reached its highest deforestation rate in more than a decade, with more than 9760 square kilometers of rainforest loss in the first seven months of 2019 (INPE). The data does not include the dramatic month of August, when deforestation rate stood at +222% (3929 square kilometers) and more than 25000 fires sparked global concern about the future of the largest tropical rainforest in the world.

What is your personal photographic wish for the time after the crisis?
I’d be uncomfortable with making a personal wish in front of such devastating scenario for the Amazon region, but I hope that the most vulnerable communities will stay away from it and can return to normal life asap.

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#FacesOfPhotography – Teil 22: Toby Binder aus München

Toby Binder ist Fotojournalist und selbstverständlich in dieser Zeit unterwegs – um die Geschichten zu erzählen, die trotz aller Schwere, trotz ihrer Traurigkeit und trotzdem es einfacher ist wegzuschauen, dennoch tagtäglich passieren. Und auf die er mit seiner Fotografie den Fokus lenken will. Für die #FacesOfPhotography haben wir ihn dazu ein paar Fragen gestellt:

An welchem Thema arbeitest Du derzeit?
Ich dokumentiere den Alltag von Menschen, die mit an Covid-19-Erkrankten in unterschiedlichen Stadien zu tun haben.
Die letzten Wochen war ich mit Bestattern, Pfarrern, Kremationstechnikern und Angehörigen von Verstorbenen unterwegs. Ab nächster Woche werde ich dann hoffentlich Einblicke in die Kliniken, Labore und Testzentren bekommen und somit auch in die Berufe, die das Leben der Patienten noch retten können.

Warum dieses Thema?
Es ist ein Thema, das uns alle betrifft – auf unterschiedlichste Weise.
Aber niemanden, der vorübergehend auf Sozialkontakte verzichten muss, im home office arbeitet oder nicht reisen kann, so grundlegend wie die, die täglich mit den direkten Auswirkungen des Virus zu kämpfen haben.
Auf diese Menschen will ich in Deutschland den Fokus lenken. Denn wenn man Eis essend durch den Park schlendert, könnte man fast vergessen, was sich auch hier hinter den Mauern der Kranken- und Bestattungshäuser abspielt. Nur weil es noch nicht Verhältnisse wie in Italien gibt, sind viele trotzdem bereits jetzt großen emotionalen und körperlichen Belastungen ausgesetzt.

Was hast Du bei dem Termin im Krematorium erlebt?
Als Fotografen bekommen wir ja häufig Einblicke in eine Welt, die uns vorher oft sehr fremd ist und treffen dann auf Menschen, die sich dort sehr professionell bewegen, weil es ihr Alltag ist. Das war auch hier der Fall. Obwohl die Situation für Bestattungshäuser und Krematorien eine neue, komplizierte und belastende ist, wird professionell damit umgegangen – etwa was Hygiene- und Schutzmaßnahmen oder Arbeitsabläufe betrifft. Dennoch wird auch hier mit vielen Einschränkungen und am Limit gearbeitet. Nicht unbedingt nur, weil die zusätzlichen Fälle durch Covid-19 sich schon so stark bemerkbar machen, sondern auch weil einige Angehörige unter den jetzigen Bedingungen eine Feuerbestattung wählen; um dann später eine Beisetzung der Urne mit regulärer Trauerfeier vornehmen zu können.

Und was war bei der Bestattung am eindrücklichsten?
Wenn jemand einen Angehörigen verliert ist das immer ein emotionaler Ausnahmezustand. Wenn dies zusätzlich durch eine bisher kaum bekannte Krankheit und sehr plötzlich passiert und die behördlichen Vorschriften eine Verabscheidung nur in sehr engem Rahmen und ungewohnter Form möglich machen, ist dies für alle Beteiligten eine sehr schwere Situation. Hinter jeder von den Zahlen, die wir alle uns täglich anschauen, stehen persönliche Schicksale. Wenn sich eine Mehrheit von uns darauf verlässt, nicht zur „Risikogruppe“ zu gehören, werden wir all den Verstorbenen, denen die vergeblich um das Leben der Patienten gekämpft haben, den Angehörigen und denen, die sie in der Trauer begleiten, absolut nicht gerecht.

Was sind Deine weiteren Pläne zu dem Thema?
Wie eingangs erwähnt, werde ich die unterschiedlichen Berufsfelder, die mit dem Thema zusammenhängen erweitern. Da ich mir aber auch immer sehr viel Zeit für einzelne Bildstrecken nehme und dadurch recht enge Kontakte entstehen, werde ich sicher parallel auch immer wieder zurückkehren und sehen, wie sich die Situation über Wochen und Monate verändert.

Wie schaffst Du es, angesichts der Schwere, Dich dennoch auf Deine Fotografie zu konzentrieren?
Ich glaube dadurch, dass ich eigentlich immer bei meinen Reportagen Menschen begegne, die trotz scheinbarer Hoffnungs- und Trostlosigkeit unglaublich viel Menschlichkeit und Empathie ausstrahlen.

Was denkst Du ist die Aufgabe der Fotografie in diesen Tagen?
Für mich ist die Aufgabe der Fotografie ja eigentlich immer, zu zeigen, was passiert. Dass sich ein Thema gerade weltweit, auf alle gesellschaftliche Ebenen und so direkt im Alltag auswirkt, ist einmalig. Und es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich Fotografen mit ein und demselben Themenkomplex umgehen können.

Was ist Dein fotografischer Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Nicht wünschen, machen!

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#FacesOfPhotography – Teil 7: Stefan Falke aus New York City

#FacesOfPhotography: Der Fotograf Stefan Falke, gebürtiger Paderborner, lebt mit seiner Frau Christine in New York City und arbeitet für internationale Zeitschriften, Film Studios und Firmenkunden. Wir wollten von ihm wissen, welche Auswirkungen die Krise auf seine Stadt, auf ihn und auf die Fotografie hat:

Stefan, wie ist die Stimmung in New York City?
Ganz schlecht. Es hängt ein Gefühl von »doom« in der Luft. Im Central Park werden Notzelte aufgebaut, ein gigantisches Krankenhausschiff der Armee fährt in den Hafen ein, die Supermarktkassierer/innen tragen Atemschutzmasken, man geht sich aus dem Weg, fährt allein im Fahrstuhl, lebt isoliert, das kulturelle Leben liegt flach. Der New Yorker, von Natur aus eher unruhig und immer in Bewegung, kommt damit nicht gut zurecht. Gleichzeitig überall das Gefühl der Solidarität.

Woran arbeitest Du zur Zeit?
Ich fotografiere zur Zeit New York City während der Krise. Ich hatte einige Aufträge aus Europa und arbeite frei für meine Agentur laif. Es geht mir um die Leere der Stadt und um Menschen die nach wie vor zur Arbeit kommen. Vor allem Paketzusteller und Fahradkuriere fallen auf. Die neuen Helden. Natürlich arbeiten die richtigen Helden in den Krankenhäusern und Altersheimen undsoweiter, aber der Zugang ist natürlich zu Recht schwer und ich möchte dort nicht auch noch bei der schwierigen Arbeit stören. Das ruhige New York zieht mich magisch an, vor allem bei hartem Sonnenschein. Schon seltsam wie visuell reizvoll die Apokalypse sein kann.

© Stefan Falke / laif

Dein Bild zeigt…
… mich in unserer Wohnung im 17. Stock eines Hochhauses in Manhattan’s Stadtteil Chelsea. Das Foto auf meinem Labtop hatte ich gerade gestern fotografiert, es zeigt die Ankunft des Krankenhausschiffes der US-Armee im Hafen von New York; die Polizei verbreitet ein bisschen Volksfeststimmung indem sie mit einer aus dem Auto gehaltener US-Flagge das Ereigniss feiert.

Was denkst Du, was ist die Aufgabe der Fotografie in diesen Zeiten?
Die Fotografie hat jetzt die gleiche Aufgabe wie sonst auch: Dokumentieren, zeigen was andere eventuell nicht sehen können. Gute Laune verbreiten wo es möglich ist und Tatsachen aufzeigen wo sie wichtig sind.

© Stefan Falke / laif

Was für Auswirkungen auf die Fotografie-Branche wird die Krise in New York / in den USA haben?
Ich glaube nichts wird mehr sein wie es war nachdem die Welt diese Katastrophe überwunden hat. Wirtschaftlich wird die Fotografie-Branche genauso am Boden liegen wie alle anderen auch. Es gibt natürlich große Chancen für viele von uns wenn es wieder weitergeht, aber einige werden bis dahin aufgegeben haben. Das hatten wir ja schon zu Zeiten der Digitalisierung, aber jetzt ist das eine ganz andere Dimension. Die Frage ist natürlich auch wohin dann mit der ganzen Kreativität und dem Fotojournalismus, die Medienlandschaft wird sich wieder einmal verändert haben, zahlende Kunden vor allem im Printmedienbereich werden noch seltener zu finden sein als vor Corona. Neue Bezahlmodelle müssten für uns im Online-Bereich gefunden werden. Denn da spielt die (Fotografie-) Musik bald mehr als zuvor.

Welchen fotografischen Wunsch hast Du für die Zeit nach der Krise?
Das alles so bleibt wie es mal war. Scherz beiseite, ich hoffe ich werde weiterhin in der Lage sein meinen Beruf (meine Berufung) mit der Kamera auszuführen um bald die wirtschaftliche und kulturelle Wiederauferstehung zu dokumentieren und positiveren Geschichten nachzugehen als es momentan der Fall ist.

© Stefan Falke / laif

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#FacesOfPhotography – Teil 2: Isabela Pacini aus Hamburg

Der Shutdown und die Fotografie: Die Kitas und Schulen sind zu, die Kinder zuhause und Arbeit und Betreuung müssen unter einen Hut gebracht werden. Die Hamburger Fotografin Isabela Pacini macht für sich und ihre Arbeit das Beste daraus:

»Als das Ganze losging, hatte ich die Idee, eine Strecke mit Kindern, Müttern, Familien zu machen, die ohne Betreuung durch Kita und Schule Zuhause sitzen. Aber klar, das geht mittlerweile nicht mehr. Und so mache ich gerade eine Hausdoku mit meinen Kindern. Ehrlich gesagt habe ich damit angefangen ohne jegliche berufliche Ambition, aber langsam wird es doch eine richtige schöne Strecke!

Und es gibt einen kleinen Nebeneffekt: Meine Kinder, die noch zu klein sind, um mit ihren Freundinnen zu telefonieren, fragten mich, wie man nun mit anderen kommunizieren könnte.
So kam ich auf die Idee, die gerade eine „kleine“ Welle schlägt, täglich einem Kind einen „Brief“ per WhatsApp zu schicken. Eine Weile später kommt ja was zurück!

Das eine Bild von meiner Tochter Benita hat gerade übrigens das Magazin Hinz und Kunzt bestellt (siehe unten).

Zudem habe ich gestern noch was anderes angefangen. Ich wohne ja in „Hammerbrooklin“, genauer gesagt im Münzviertel, wo mehrere Balkone und Gärten eine Art Innenhof bilden. Deshalb ist es hier derzeit möglich, Kontakt zu mehreren Nachbarn zu haben. Es ist eh eine sehr gemeinschaftliche Nachbarschaft, aber gerade ist es für alle eine unfassbar schöne und eben vollkommen ungefährliche Möglichkeit zum sozialen Kontakt. Und das kann ich aus den Fenstern unseres Wintergartens festhalten. Dazu ist es eine interessante Mischung: ein alleinstehender Lufthansa Steward, eine Familie mit Kind, ein junges Pärchen mit Kater (sie ist Yoga Lehrerin und hat angeboten, Yogastunde über dem Gartenzaun zu geben ), ein Junggeselle, ein homosexuelles Pärchen… Warten wir ab, was daraus wird.«

Kinderbriefe während der Quarantäne: von Benita für Tessa

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Wie künstliche Körperteile entstehen – Jan Michael Hosan bei Ottobock

Beinahe jedes Thema lässt sich kindgerecht aufarbeiten und erklären: Die Macher des Kinder-Ablegers von GEO sind genau darin unerschrocken und meisterhaft. Und so widmen sie sich in der aktuellen GEOlino-Ausgabe – pünktlich zum Start der Paralympics in Rio – der Entstehung von künstlichen Körperteilen.

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Und da für Kinder, ebenso wie für Erwachsene, Geschichten am besten mit guten Bildern funktionieren, hat GEOlino Bildredakteurin Eva Pradel für die Strecke den fotogloria-Fotografen Jan Michael Hosan verpflichtet und ihn in das niedersächsische Duderstadt zu der Firma Ottobock geschickt. Seines Zeichens erfahrener Industriefotograf hatte Jan bei dem Job viel Spaß: »Bei der Produktion war ja von vorneherein klar, dass die Bilder für Kinder sind. Das hat mich beim Shooting nochmal zusätzlich total beflügelt«

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Entsprechend hat Jan von seinem Tag bei Ottobock viele starke Bilder mitgebracht, die von der GEOlino-Redaktion zu gleich mehreren Doppelseiten zusammen gebaut und nun in der aktuellen Ausgabe gezeigt werden.

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* Nach einer klassischen Ausbildung zum Werbefotografen arbeitete Jan Michael Hosan in Studios in Österreich und der Schweiz. Sein Handwerk – die Industriefotografie – schließlich mehr als beherrschend, eröffnete er 2006 sein eigenes Studio. Seitdem setzt er die Ideen seiner internationalen Kunden um – mit einem hochprofessionellen und den speziellen Anforderungen angepassten Equipment und immer mit seinem eigenen Blick. Jan Hosan ist neben der Industriefotografie auf Technologie-, Medizin und Wissenschafts-Fotografie spezialisiert. Er lebt in Neuwied und arbeitet weltweit.

fotogloria vertritt  Jan Michael Hosan und seine Industriefotografie exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge im Bereich Industriefotografie buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

7 Fragen an… Isabela Pacini

Isabela Pacini fotografiert mit dem Herzen. Ganz gleich, ob bei ihren ungezählten Aufträgen im Corporate- oder Magazin-Bereich oder bei ihren freien Arbeiten: Sie liebt, genießt, leidet oder lacht mit Ihrem Gegenüber und lässt jede Umgebung mit allen Sinnen auf sich wirken. Und selbstverständlich meistert sie dabei auch alle anderen Facetten des Fotografendaseins mit Bravour.

Wir freuen uns, dass wir ab sofort exklusiv und weltweit mit Isabela zusammen arbeiten und haben Ihr zum Einstieg die »7 Fragen an…« gestellt. Herzlich Willkommen Isabela!

Warum bist Du Fotografin geworden?
Fotografieren und Reisen kamen zusammen in mein Leben. Ich fing an zu reisen – allein mit Rucksack durch Europa, und die Kamera wurde zu einem wunderbaren Reisebegleiter. Es ging mir damals schon um die Begegnungen mit Menschen. Dabei erwies sich die Kamera als ein toller Vermittler, um mit Menschen in Kontakt zu treten. Durch einen großen Zufall erhielt ich die Möglichkeit, meine Reisebilder in einem Café in Berlin auszustellen. Mehrere Bilder
wurden verkauft, und dann ist es mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass ich mein Hobby zu meiner Arbeit, meine Berufung zum Beruf machen könnte. Kurz danach habe ich Dortmund angefangen, Fotodesign zu studieren…

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Kannst Du Dich an Deinen ersten Job erinnern?
Ja, sogar ganz genau. Ich war noch nicht mal fertig mit dem Studium. Damals hatte der stern ein »Austausch-Magazin« namens Oskar´s für deutsche und nordamerikanische Schüler und Studenten. In jeder Ausgabe gab es eine Portraits-Strecke von Schülern, die sich zu einem ausgewählten Thema äußerten. Dafür durfte ich zusammen mit der Fotografin Valeska Achenbach quer durch Deutschland reisen.

Was war Dein schönstes Erlebnis als Fotografin?
Ich habe 2008 ein freies Projekt in Brasilien gemacht »Daspu-Prêtá-porter aus dem Puff«.
Ein Dutzend Prostituierte aus Rio de Janeiro hatte eine eigene Modemarke gegründet: Daspu. Damit stahlen sie den Supermodels die Show und kämpften für eine gerechtere Gesetzgebung – mit ihrem Erfolg verschafften sich die Frauen vom Altstadtstrich endlich Respekt.
Ich habe diese Frauen begleitet: Zuhause, im Bordell oder auf dem Strich und in ihrem neuen Leben als Model auf dem Laufsteg. Es waren sehr einzigartige Frauen voller Träume, die dabei waren, ihr Selbstbewusstsein zu entdecken.
Die Begegnung mit Nilza, eine 50 jährige Prostituierte, die an dem harten LKW-Strich an der Autobahn zwischen Rio und São Paulo arbeitete, war für mich wahrscheinlich das schönste Erlebnis als Fotografin. Ich habe sie tagelang begleitet und zuletzt lud sie mich zu sich nach Hause ein. Sie erzählte mir, dass ihr größter Traum wäre, einmal ein Brautkleid anzuziehen. Heiraten wolle sie nicht, aber einmal wie eine Braut aussehen… Diese naive, nicht verlorene Romantik einer älteren Prostituierte hat mich sehr gerührt. Als ich auf dem Weg zu ihr in einem weit entfernten Vorort von Rio war, habe ich ganz zufällig ein handschriftliches Schildchen an einem ganz einfachen Häuschen gesehen, auf dem stand: „Wir vermieten Brautkleider, Kommunionkleider…“. Ohne zu überlegen bin ich hineingegangen und habe ein Brautkleid ausgeliehen. Wie Nilza sich darüber gefreut hat, ist kaum in Worte zu fassen. Am Schluss standen wir alle da: Nilza in Brautkleid, ihre Tochter, ihre Enkelin, ihre Nachbarin und ich und haben alle geheult.

© IsabelaPacini_13

Wie  arbeitest Du am Liebsten?
Unterwegs. Immer wieder aufs Neue: neue Orte, neue Menschen, neue Herausforderungen…

Was verbindest Du mit fotogloria | büro für fotografische zusammenarbeit?
Teamwork! Einfach die Möglichkeit, Ideen, Ziele, Herausforderungen zusammen zu erleben und zu meistern.

Wie hast Du Deinen eigenen fotografischen Schwerpunkt / Standpunkt entwickelt?
Es war ein sehr natürlicher Prozess, der sich im Grunde wie von alleine entwickelt hat. Ich habe Menschen gesucht und fotografiert. Das Studium, die verschiedenen Aufträge und nicht zuletzt die daraus gewonnene Erfahrung haben meinen Schwerpunkt immer tiefer gefestigt.

Brasilien Tour

Für welchen Kunden würdest Du gerne einmal arbeiten?
Da fallen mir ein paar ein: für das grüne Geo, das Greenpeace Magazin, National Geographic… Und auch sehr gerne für Hilfsorganisationen. Ich lasse mich aber gerne überraschen!

* fotogloria vertritt Isabela Pacini exklusiv und weltweit – Sie können sie gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 oder info@fotogloria.de.

 

Horizonte-Countdown 2015 | Jordi Busque

Sieben fotogloria-Fotografen sind in diesem Jahr in der großen Gruppenschau »One World« beim achten Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« zu sehen. Eröffnet wird am 30. Mai und bis dahin stellen wir Ihnen jeden Tag einen der ausstellenden Fotografen und seine Arbeit vor. Heute zeigen wir Ihnen die Strecke »The Mennonites of Bolivia« von Jordi Busque. Viel Spaß!

fotogloria _ Jordi Busque _ Mennoniten _ 1

WHAT
My series »The Mennonites of Bolivia« documents the lives of little known religious communities, of European decent, in Eastern Bolivia. Mennonites are Christians, living in isolated farming communities and fiercely protective of their privacy. They reject modern technology and follow a way of life that has not changed since the 16th century. They tend the fields and raise cattle mostly to produce cheese. Their language is an old dialect of medieval German called Plattdeutsch. They don’t allow marriage outside their community.
Their core belief is what they call »the narrow path«. By choosing a difficult road, instead of the comforts of modern society, they can be closer to God.

WHERE
As the 21st century brings modernity almost everywhere, Mennonites have found a place to settle in what they perceive is a little developed Bolivia, where they have enough isolation and freedom to follow their tradition without having to compromise their values.

WHY
I want to document a lifestyle that has all the chances to disappear in the modern and globalized 21st century.

fotogloria _ Jordi Busque _ Mennoniten _ 3

HOW
It is important to know that in these communities photography is usually taboo. It took much time and gentle prodding to be finally allowed to be in their midst and photograph their lives. Extreme patience is the key on how I obtained these photograph.

WHO
Jordi Busqué is an award winning photographer and former astrophysicist. His photographs and texts have appeared in some of the most prestigious publications including National Geographic Magazine (USA), Geo (Germany and France), El País Semanal (Spain), Lonely Planet Magazine (Spain), Science et Vie (France) and Terre Sauvage (France). Jordi divides his work between photojournalism, science and travel photography. He has traveled extensively around the world and he specializes in remote areas of South America.

P.S.: Schauen Sie sich gerne die ganze Serie »The Mennonites of Bolivia« von fotogloria-Fotograf Jordi Busque in der fotogloria-Bilddatenbank an – bitte HIER entlang.  Natürlich können Sie alle Motive auch für Ihre Zwecke lizensieren – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

P.P.S.: Jordi Busques »The Mennonites of Bolivia«  wurden Ende 2014 auf vielen Seiten im Magazin Stern gezeigt, passend dazu haben wir Jordi für den fotogloria-Blog interviewt. Die ganze Geschichte finden Sie HIER.

P.P.P.S.: fotogloria vertritt Jordi Busque exklusiv in Deutschland. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Horizonte-Countdown 2015 | Toby Binder

 »One World« ist auch in diesem Jahr wieder eine brisante Mischung mit begeisternd vielfältigen und inspirierenden Gedankenanstößen.« So fasst Kurator Klaus Tiedge die Gruppenausstellung zusammen, die im Rahmen des achten Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst« am 30. Mai eröffnet wird. Und in der Arbeiten von sieben fotogloria-Fotografen gezeigt werden.

Bis zum Festival-Startschuss stellen wir Ihnen jeden Tag einen anderen Fotografen und seine Arbeit vor, heute ist es Toby Binder mit seiner Reportage »Konfliktfreier Zinnabbau im Ostkongo«. Viel Vergnügen!

fotogloria _ Toby Binder _ Erzabbau Kongo _ 1

WAS
»Konfliktfreier Zinnabbau im Ostkongo« – Ohne die Gewinnung von Zinnerz gäbe es keine Smartphones, Digitalkameras oder Laptops. Doch an dem Metall, das in Teilen aus dem Ostkongo stammt klebt Blut. Immer wieder besetzen Rebellengruppen die Erzminen. Mit dem Geld, das sie von Bergleuten und Händlern erpressen, finanzieren sie ihre Waffen. Im kongolesischen Bürgerkrieg und in den fortlaufenden Konflikten im Osten des Landes, sind in den vergangenen 15 Jahren mehrere Hunderttausend Menschen ums Leben gekommen, mehrere Millionen wurden vertrieben, zehntausende Frauen vergewaltigt. Wer sich in Europa ein Handy kauft, muss damit rechnen, diesen Krieg ungewollt mitzufinanzieren.
Seit der Jahrtausendwende forderten NGO-Aktivistinnen und Aktivisten Gerätehersteller auf, ihre Lieferketten offenzulegen. Ein Gesetz gegen »Blutmineralien«, das der US-Kongress 2011 verabschiedete, verlangt von an der US-Börse gelisteten Firmen den Nachweis. dass Rohstoffe wie Zinnerz und Coltan aus dem Kongo und seinen Nachbarstaaten aus Minen stammen, die von keiner bewaffneten Gruppe kontrolliert werden. Daraufhin hat der Interessenverband der Zinnindustrie, das International Tin Research Institute (lTRI) mit Sitz in London, mit Partnern aus der Computer- und Telekommunikationsbranche ein System entwickelt, mit dem die Lieferkette von Zinn bis zum Bergwerksstollen luckenlos zuruckverfolgt werden kann. ln Nyabibwe wird das System in einem Pilotversuch getestet und von dem niederländischen Produzenten »Fairphone ß. V.« als erstem Hersteller genutzt. Toby Binder ist 2013 nach Nyabibwe gereist und hat das Projekt dort fotografisch dokumentiert.

WO
Nyabibwe, Süd-Kivu, Demokratische Republik Kongo

WARUM
ln einer globalisienen Welt ist es zunehmend schwierig nachzuvollziehen, welche Rohstoffe in
unseren Konsumgütern woher stammen – und welche Folgen ihre Förderung für die Menschen vor Ort hat. Das ITRI-Verfahren ist ein postives Beispiel, wie durch eine lückenlose Offenlegung der Lieferkette ausgeschlossen werden kann, dass Rohstoffe zur Finanzierung von Konflikten beitragen. Und das so dem Konsumenten die Möglichkeit, aber auch die Verantwortung übertragen wird, genau hinzuschauen, wo die Teile seines Mobihelefons, Computers oder Tablets herstammen.

fotogloria _ Toby Binder _ Erzabbau Kongo _ 3

WIE
Die Kamera im feuchten Schlamm der Minen bestmöglich wasserdicht verpackt und in den dunklen Stollen und Höhlen der Mine nur im Schein der Stirnlampe – vor allem auf einen schnellen Autofokus verlassend.

WER
Nach seinem Abschluss in Kommunikationsdesign bei Hans-Georg Pospischil und dem Master of Photography 2005 in Stuttgart, spezialisierte sich Toby Binder auf Reportagen vorwiegend aus den Bereichen Umwelt und Gesellschaft. In den letzten Jahren reiste er etwa zu den Ölfeldern in Aserbaidschan, erarbeitete eine Strecke über die Müttersterblichkeit in Sierra Leone oder begleitete illegale Kohlegräber in Polen. Toby Binder lebt in München.

P.S.: Toby Binder hat die Reportage seinerzeit für das Magazin Neon fotografiert und wir haben ihn für den fotogloria-Blog natürlich ausführlich dazu befragt. Das Interview finden Sie HIER.

P.P.S.: fotogloria vertritt Toby Binder exklusiv iund weltweit. Und über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Horizonte-Countdown 2015 | Ed Thompson

Am 30. Mai ist es wieder soweit: Das achte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« wird eröffnet. Eine der größten Schauen in der Festivalwoche ist die Ausstellung »One World« – und sieben fotogloria-Fotografen sind mit ihren Arbeiten dabei!

»One World« muss unkonventionell sein und ist ganz auf Überraschungseffekte konzipiert.« sagt Festival-Kurator Klaus Tiedge in seinem Begleittext zur Ausstellung. Und in diesem Sinne stellen wir Ihnen ab heute bis zur Festival-Eröffnung jeden Tag eine von den überraschenden und unkonventionellen Arbeiten der fotogloria-Fotografen vor. den Anfang macht Ed Thompson mit seinen »Nuclear Families«. Viel Spaß!

Nuclear families © Ed Thomspon

WHAT
The series Nuclear Families looks into the modern family in Britain who happen to live by two nuclear power stations.

WHERE
The series is photographed near where I grew up, in the curiously flat shingle peninsular that is Dungeness, Kent.

WHY
Having grown up nearby I’d photographed Dungeness a number of times, it is a very surreal and photogenic area that has been photographed a lot over the years by thousands of photographers – in Nuclear Families I created a new take on a much photographed area. It allowed me to make a historical document of modern life in the early 21st century and our relationship with nuclear energy.

Nuclear Families

HOW
I worked on medium format film and spent time hanging out with the families for a number of months off and on, having tea and hanging out. At the end of the series they gave me a kitten.

WHO
Ed, who was born in Wales, has been published by National Geographic Magazine, the Guardian Weekend Magazine, Sunday Times Magazine, the BBC, CNN, the Huffington Post, Newsweek, Photoworks, Featureshoot, and Vice, among others. His work has been exhibited at Christie’s and Somerset House in London, Melkweg Gallery in Amsterdam and at various photography festivals including Les Rencontres d’Arles. Ed has lectured at the V&A Museum, The Bishopsgate Institute and at a number of universities. He regularly speaks about photography on television and radio; most recently he spoke live on the BBC World Service where he shared his views on the World Press Photo contest and image manipulation. Ed is currently an Associate Lecturer at the London College of Communication.

P.S.: Über fotogloria können Sie Ed Thompson gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906-0 oder info@fotogloria.de.

P.P.S.: Die ganze Serie »Nuclear Families« von fotogloria-Fotograf Ed Thompson ist  in der fotogloria Bilddatenbank zu sehen, bitte HIER entlang. Natürlich können Sie alle Motive auch für Ihre Zwecke lizensieren – Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Georg Knoll feiert Ritterfest für GEOlino

Wenn Menschen sich in Gewänder werfen und zu Ritter, Hofdamen und Knappen werden, dann ist Ritterfest. Und das ist natürlich besonders für Kinder eine spannende Sache – kein Wunder also, dass Geolino einen Fotografen auf die Marksburg mitten ins Mittelalter schickt. Und fotogloria-Fotograf Georg Knoll hat den Job auch richtig gerne erledigt!

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