Archiv der Kategorie: Editorial

#FacesOfPhotography – Teil 38: Piotr Malecki aus Warschau

Piotr Malecki bedeutet die Krise ein absolutes berufliches Desaster, auch wenn er es dennoch genießt, das hektische Leben hinter sich zu lassen. Dazu und zu seinem Wunsch für die Zeit danach haben die #FacesOfPhotography ihn befragt:

How are you?
I am surprised to admit that I quite enjoy this time of isolation. Party because from time to time I still go out, so it’s less painful, but the main reason being the calmness and the pleasure of staying together for a long time, without rush. I did not even know how much I missed it, traveling too much, leading too hectic life.

How is your current assignment situation?
At the beginning of the pandemic I had the moment when all the assignments that I had lined up got cancelled, not a single one survived. Pretty unpleasant feeling.

What are you working on instead?
Gradually I started shooting again, but mainly Covid-19 related press stories. I am also developing a documentary film; its footage was shot before the pandemic and now it requires a lot of editing and other post-production.

How do you assess the crisis for the Polish photo industry?
It’s a total disaster for me and many of my friends, but I do hope that things will get better as soon as the economy kicks in again. Hopefully soon.

What is your personal photographic wish for the time after the crisis?
I’d like to do a happy long photo project, a story about happy people. Colourful and beautiful images. To make a book and exhibition that gives hope. Any ideas are most welcome!

Piotr Malecki and his 17 years old daughter Marta, at their orchad in the outskirts of Warsaw.

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#FacesOfPhotography – Teil 31: Marc Schmidt aus Miami

Per Fahrrad und mit dem iPhone fotorafierend durch Miami – so arbeitet Marc Schmidt. Den #FacesOfPhotography erzählt er vom derzeitigen Fotografen-Alltag in den USA:

Wie geht es Dir dieser Tage?
Wie wir wohl alle, befinde auch ich mich natürlich in einem leichten Zustand der Angespanntheit, seit die Erdrotation unterbrochen wurde. Nun lässt es sich hier in Miami gleichwohl auch im Ausnahmezustand einigermaßen aushalten. Die Sonne scheint weiterhin, der Verkehr ist für ausgedehnte Radfahrten angenehmer als sonst. Ich koche noch mehr als eh schon.

Und auf dem Foto sehen wir…
…mich beim Einkauf der Kochzutaten mit ordnungsgemäßer Gesichtsverdeckung. Ganz lustig. Bitte legen sie eine Maske an, bevor Sie die Bank betreten…

Wie ist die fotografische Stimmung in den USA und in Florida?
Große Zeiten für Freunde des Stillebens. Alle anderen befinden sich der Schwebe zwischen galoppierender Niedergeschlagenheit und verhaltener Hoffnung auf baldige Besserung. Die Industrie steht still, Galerien haben geschlossen und kämpfen ums Überleben. In einem Land ohne nennenswertes soziales Netz, in dem 60 Prozent der Bevölkerung von Paycheck zu Paycheck leben, ist die Anspannung in der Branche merklich hoch.

Und wie ist Deine fotografische Stimmung?
Geplante Ausstellungen und Filmprojekte wie die Dreharbeiten zum neuen Sean Baker Film sind natürlich erstmal auf Eis gelegt. Ich würde gerne in die Epizentren der Enthirnung reisen, um Geschichte fotografisch festzuhalten. Etwa nach Kentucky, wo begeisterte MAGAisten schwer bewaffnet dem Ruf ihres von feinsinnigen zivilisatorischen Errungenschaften wie Anstand, Moral, Bildung und intellektueller Weitsicht ungebremsten Kult-Führers folgen und vor dem Capitol das Recht auf frühzeitiges Ableben einfordern. Die haben sogar einen Hashtag: #reopenamerica. Mir ists aus gesundheitlichen Gründen allerdings zu riskant. Daher besinne ich mich derweil lieber auf Arbeit daheim am Computer.

Woran arbeitest Du aktuell?
Momentan arbeite ich an einer neuen Serie mit dem Arbeitstitel “Deconstructed Moments”. Mehr dazu ist dann hoffentlich demnächst in einer Ausstellung zu sehen. Zeit zur Vorbereitung habe ich ja im Moment genug.

Und last but not least: Was sind Deine fotografischen Hoffnungen für die Zeit nach der Krise?
Dass es weitergeht.

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#FacesOfPhotography – Teil 30: Tobias Gerber aus Bissingen an der Teck

Wunderschöne Natur, kurz vor der Bärlauch-Ernte. Auf der einen Seite. Und auf der anderen das Virus, die Beklemmung. Für die #FacesOfPhotography erzählt Tobias Gerber, wie er die Situation empfindet:

»Eine unwirkliche Stimmung. Eigentlich normal, eigentlich für die Familie schön, wie Urlaub, Freizeit, Wochenende – wenn die Ursache für viele Menschen nicht so gefährlich oder arbeitsreich bis zur Erschöpfung wäre. Das Warten auf ein Ereignis schwebt über allem was man macht. Vielleicht könnte man es leichte, kollektive Beklemmung nennen – ich denke das empfinden viele. Vergleichbar mit der Atmosphäre nach Tschernobyl, als uns Kindern gesagt wurde, dass man keine Pilze mehr anfassen soll und es lange nur noch Dosengemüse gab. Die unsichtbare Gefahr.

Die Blumen sind schön, die Vögel zwitschern, die Natur erwacht und es gibt keine Flugzeuge mehr am blauen Himmel. Die Ruhe ist groß. Wie an einem verschlafenen Sommersonntag. Die Touristen tummeln sich gemütlich in der sonnenverwöhnten Frühlingslandschaft.

Auch unser Eulenleben kommt nun voll auf seine Kosten. Lang schlafende Kinder mit dadurch sehr guter Laune. Wir reden über alles und warten ab. Unter der Käseglocke. Nutzen die Zeit für das was liegen geblieben ist. Wie so Viele. Also Haus renovieren, Kinder unterrichten und in die Natur – wie immer schon. Dann noch etwas Steuer, Archiv und anderer zeitraubender Schnickschnack. Jetzt ist es gut, wenn man mit sich selbst auskommt, ein Draußenmensch ist und keine Langeweile kennt. Zeit empfinde ich schon immer als zu kurz.«

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#FacesOfPhotography – Teil 22: Toby Binder aus München

Toby Binder ist Fotojournalist und selbstverständlich in dieser Zeit unterwegs – um die Geschichten zu erzählen, die trotz aller Schwere, trotz ihrer Traurigkeit und trotzdem es einfacher ist wegzuschauen, dennoch tagtäglich passieren. Und auf die er mit seiner Fotografie den Fokus lenken will. Für die #FacesOfPhotography haben wir ihn dazu ein paar Fragen gestellt:

An welchem Thema arbeitest Du derzeit?
Ich dokumentiere den Alltag von Menschen, die mit an Covid-19-Erkrankten in unterschiedlichen Stadien zu tun haben.
Die letzten Wochen war ich mit Bestattern, Pfarrern, Kremationstechnikern und Angehörigen von Verstorbenen unterwegs. Ab nächster Woche werde ich dann hoffentlich Einblicke in die Kliniken, Labore und Testzentren bekommen und somit auch in die Berufe, die das Leben der Patienten noch retten können.

Warum dieses Thema?
Es ist ein Thema, das uns alle betrifft – auf unterschiedlichste Weise.
Aber niemanden, der vorübergehend auf Sozialkontakte verzichten muss, im home office arbeitet oder nicht reisen kann, so grundlegend wie die, die täglich mit den direkten Auswirkungen des Virus zu kämpfen haben.
Auf diese Menschen will ich in Deutschland den Fokus lenken. Denn wenn man Eis essend durch den Park schlendert, könnte man fast vergessen, was sich auch hier hinter den Mauern der Kranken- und Bestattungshäuser abspielt. Nur weil es noch nicht Verhältnisse wie in Italien gibt, sind viele trotzdem bereits jetzt großen emotionalen und körperlichen Belastungen ausgesetzt.

Was hast Du bei dem Termin im Krematorium erlebt?
Als Fotografen bekommen wir ja häufig Einblicke in eine Welt, die uns vorher oft sehr fremd ist und treffen dann auf Menschen, die sich dort sehr professionell bewegen, weil es ihr Alltag ist. Das war auch hier der Fall. Obwohl die Situation für Bestattungshäuser und Krematorien eine neue, komplizierte und belastende ist, wird professionell damit umgegangen – etwa was Hygiene- und Schutzmaßnahmen oder Arbeitsabläufe betrifft. Dennoch wird auch hier mit vielen Einschränkungen und am Limit gearbeitet. Nicht unbedingt nur, weil die zusätzlichen Fälle durch Covid-19 sich schon so stark bemerkbar machen, sondern auch weil einige Angehörige unter den jetzigen Bedingungen eine Feuerbestattung wählen; um dann später eine Beisetzung der Urne mit regulärer Trauerfeier vornehmen zu können.

Und was war bei der Bestattung am eindrücklichsten?
Wenn jemand einen Angehörigen verliert ist das immer ein emotionaler Ausnahmezustand. Wenn dies zusätzlich durch eine bisher kaum bekannte Krankheit und sehr plötzlich passiert und die behördlichen Vorschriften eine Verabscheidung nur in sehr engem Rahmen und ungewohnter Form möglich machen, ist dies für alle Beteiligten eine sehr schwere Situation. Hinter jeder von den Zahlen, die wir alle uns täglich anschauen, stehen persönliche Schicksale. Wenn sich eine Mehrheit von uns darauf verlässt, nicht zur „Risikogruppe“ zu gehören, werden wir all den Verstorbenen, denen die vergeblich um das Leben der Patienten gekämpft haben, den Angehörigen und denen, die sie in der Trauer begleiten, absolut nicht gerecht.

Was sind Deine weiteren Pläne zu dem Thema?
Wie eingangs erwähnt, werde ich die unterschiedlichen Berufsfelder, die mit dem Thema zusammenhängen erweitern. Da ich mir aber auch immer sehr viel Zeit für einzelne Bildstrecken nehme und dadurch recht enge Kontakte entstehen, werde ich sicher parallel auch immer wieder zurückkehren und sehen, wie sich die Situation über Wochen und Monate verändert.

Wie schaffst Du es, angesichts der Schwere, Dich dennoch auf Deine Fotografie zu konzentrieren?
Ich glaube dadurch, dass ich eigentlich immer bei meinen Reportagen Menschen begegne, die trotz scheinbarer Hoffnungs- und Trostlosigkeit unglaublich viel Menschlichkeit und Empathie ausstrahlen.

Was denkst Du ist die Aufgabe der Fotografie in diesen Tagen?
Für mich ist die Aufgabe der Fotografie ja eigentlich immer, zu zeigen, was passiert. Dass sich ein Thema gerade weltweit, auf alle gesellschaftliche Ebenen und so direkt im Alltag auswirkt, ist einmalig. Und es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich Fotografen mit ein und demselben Themenkomplex umgehen können.

Was ist Dein fotografischer Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Nicht wünschen, machen!

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#FacesOfPhotography – Teil 21: Anna Mutter aus Hamburg

Im Interview für die #FacesOfPhotography erzählt die Hamburger Fotografin Anna Mutter darüber, was ihr die Fotografie bedeutet und welche Kunden sie sich nach der Krise wünscht:

Was ist Dein fotografischer Schwerpunkt?
Ich fotografiere Reisen, Reportagen und Portraits für Magazine und Unternehmen.

Wenn die Krise nicht wäre, woran würdest Du zur Zeit arbeiten?
Seit einem Jahr arbeite ich an einem Langzeitprojekt über Transgender. Anfang April hätte Vanessa, eine Transfrau aus Frankfurt, ihre lang ersehnte Geschlechtsangleichung in München vornehmen lassen. Dabei hätte ich sie begleitet. Sehr wahrscheinlich hätte in den Monaten April und Mai auch wieder eine Italien-Reise für meinen langjährigen Kunden „Feinkost Di Gennaro“ aus Stuttgart angestanden. Und ich hätte die Frühjahrsblüte für die Hamburger Baumschule Lorenz von Ehren fotografiert. Ein paar kleinere Termine (Interview-Bilder und Portraits), die bereits gebucht waren, wurden abgesagt. Mein nächster Auftrag, der bisher noch steht, ist ein Portrait der Hamburger Schauspielerin Hannelore Hoger. Vorgabe des Auftraggebers ist: ein enges Portrait vor schwarzer Leinwand. Hannelore Hogers Vorgabe: draussen und mit ausreichend Abstand…

Woran arbeitest Du anstattdessen?
Ich sortiere Daten und widme mich dem ein oder anderen liegen gebliebenen Papierkram. Da wir aber zwei Kinder zu Hause haben (5 und 7 Jahre), komme ich zu weniger, als ich gerne möchte. Wenn ich doch zu gerne fotografieren möchte, mache ich endlich mal wieder ein paar Bilder von unseren Mädchen. Das kommt im normalen Alltag meist zu kurz. Und ich konnte mein Fahrrad endlich reparieren. Das brauche ich dringend, wenn ich beginne (geplant ab Mai) den Dumont Bildatlas Hamburg für die Neuauflage im kommenden Jahr zu fotografieren.

Kannst Du der Situation etwas Positives abgewinnen?
Durchaus! Nach anfänglicher Unsicherheit habe ich begonnen die erzwungene Entschleunigung zu genießen, als Zeit zur Besinnung zu begreifen. Die Situation wirft uns gewissermaßen alle zurück auf die Grundlagen unseres eigenen Lebens und unser engeres Umfeld. Es ist schön, bewusst festzustellen, dass es sich dort richtig und gut anfühlt.

Was bedeutet Dir die Fotografie?
Auch wenn gerade jetzt deutlich wird, dass die Fotografie nicht der Inhalt meines Lebens ist, so ist sie mir doch „das Salz in der Suppe“. Sie bedeutet mir Ausgleich, im-Flow-sein, Glücksmomente.

Was ist Dein fotografischer Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Ich fürchte, es wird noch längere Zeit dauern, bis wir von „nach der Krise“ sprechen können… Mein Wunsch ist, dass diese Krise die Chance zu einem moderateren System ist. Sehr hoch gegriffen und komplex, ich weiss!
Beruflich gesehen war ich vorher nicht unzufrieden. So möchte ich also mein Fotoprojekt weiterführen und gerne irgendwann schön veröffentlicht sehen. Ich wünsche mir, hin und wieder eine Reisereportage zu fotografieren, aber auch im näheren Umfeld Menschen und Orte zu entdecken, denen ich ohne die Fotografie nicht begegnen würde. Und ich möchte mir beruflich mehr Kontakte zu Unternehmen mit Sinn für Nachhaltigkeit suchen.

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#FacesOfPhotography – Teil 18: Nils Hendrik Müller aus Braunschweig

Was tun, wenn Fotograf auf einmal nicht mehr reisen kann, wenn Aufträge abgesagt werden und zu allem Überfluss Schulen und Kitas schließen? Ein freies Projekt starten, mit den Menschen und Requisiten, die sich im trauten Heim finden! Ebenjenes hat der Braunschweiger Fotograf Nils Hendrik Müller gemacht und fotografiert seither Tag für Tag ein Bild für »Lockdown with Child«. Für die #FacesOfPhotography haben wir mit ihm darüber gesprochen:

Seit dem Anfang des Shutdowns arbeitest Du an dem freien Projekt »Lockdown with child« – was hat Dich auf die Idee gebracht?
Zuerst war natürlich die Frage: Was in drei Gottes Namen mache ich mit den Kindern in fünf Wochen ohne Kindergarten. Ich habe mir mit meiner Frau überlegt, wie tägliche Rituale aussehen könnten. Da sich mein Sohn von sich aus gerne verkleidet, war die Reise in eine andere Galaxie bereits angetreten, bevor ich mir überhaupt Gedanken über ein Konzept machen konnte. Seitdem ist das Ganze eine Art Familiensport geworden.

Wie entwickelst Du die einzelnen Motive?
Das ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Ich habe schnell gemerkt, dass ich zwar Impulse geben kann, meine Ideen aber nicht so selbstverständlich hingenommen werden, wie ich es aus dem Job kenne. Manche Ideen kommen von mir, manche von meiner Frau, viele Vorschläge von meinem Sohn und dann gibt es noch die Kinder-Spezialwünsche.

Ist Dein Sohn immer dabei oder musst Du Überzeugungsarbeit leisten?
Das ist ganz unterschiedlich und hängt auch sehr von der Tagesform ab. Die Projekte sehen ja immer ganz lustig aus, tatsächlich ist es oft nur ein winziger Moment, in dem alles passt. Ich würde meinen Sohn auch nie bei einer Modelagentur anmelden, weil ich weiß, wieviel Druck ein Team haben kann , wenn etwas unbedingt passieren muss. Und dafür hat er einfach zu sehr seinen eigenen Kopf. Wenn er nicht will, ist da nichts zu machen, was auch vollkommen in Ordnung ist. Deshalb freut es mich auch so, dass das Projekt tatsächlich bereits über mehrere Wochen funktioniert. Zugegebener Maßen haben wir zwei Tage Vorlauf, falls es mal ein paar Tage gibt, an denen keiner so richtig Lust hat.

Welches sind die Lieblingsmotive von Deinem Sohn? Und Deins?
Mein Sohn würde jeder Zeit wieder selbst den Fotografen spielen wollen oder mich noch einmal rasieren. Ich mag das Weltraumbild nach wie vor fast am liebsten.

Welche Pläne habt Ihr noch?
Ich glaube es wird irgendwann einen größeren Schwerpunkt bei den physikalischen Experimenten geben. Ich würde gerne mal in der Wohnung Drachen steigen lassen, aber davon muss ich meine Frau noch überzeugen.

Was wünschst Du Dir fotografisch für die Zeit nach der Krise?
Ich wünsche mir vor allen Dingen, dass die Anzahl der Jobs insgesamt nicht zu stark sinkt. Dabei geht es mir weniger um mich selbst, als vielmehr um die ganze Branche. Es gab in den vergangenen Jahren so viel aufkommende Gemeinschaft und gesunden Austausch unter Kollegen, Agenturen und Kunden. Wenn die Ressourcen knapper sind, könnte diese Athmosphäre darunter leiden. Das fände ich sehr schade.

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#FacesOfPhotography – Teil 17: Dave Tacon aus Shanghai

In Folge 17 der #FacesOfPhotography nimmt und der Streetfotograf Dave Tacon uns mit nach Shanghai:

What is the current crisis situation in Shanghai?
Shanghai is in a strange place right now. It’s locked down, but at the same time, it’s not. Restaurant, bars and even cinemas are open again. I went to brunch with a bunch of friends, but one friend from the United States didn’t get back to Shanghai before they closed the border, so he’s marooned in Thailand. Even though those of us in China can go about our normal lives, we’re marooned here too.

And what is the general situation of the photography industry? 
The photography industry has been hit hard by the crisis. As for me personally, I shoot a lot of events and usually get some editorial work around fashion week, but all of that has been cancelled. I also have some hotel brands as clients. That work has evaporated too. Work is starting to come in trickles and I had two meeting at advertising agencies last week – my first face to face meetings since the first half of January. Few industries have not been severely impacted by the crisis though.

What do you think photography can and should do at the moment?
One thing that has benefited from the crisis is street photography in Shanghai. As almost everyone you see outdoors wears a mask, shooting street scenes here has a stronger historical significance. My background is in photojournalism so although my cash flow has taken a hit, the situation has invigorated my photography as I’m compelled to take a camera whenever I leave my apartment. It’s important to document this time.

What is your photographic wish for the time after the crisis?
This year I had hoped to complete a project on China’s land borders. There are 13 of them and so far I’ve photographed six of them. I’ll just have to wait and see about when I’ll be able to continue this series.

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#FacesOfPhotography – Teil 13: Luis Cerdeira aus Madrid

Luis Cerdeira aus Madrid hat einen tatsächlichen Blick auf das Ausmaß der Corona-Pandemie in Spanien werfen können: Er hat den Aus- und Umbau einer Messehalle zu einem provisorischen Krankenhaus für Covid-19-Patienten begleitet. Darüber erzählt er in den #FacesOfPhotography:

In your picture you can be seen in a hall full of beds – where are you?
I’m at IFEMA (Madrid’s exhibition Center). It’s a huge set of pavilions used for professional fairs turned now into a provisional hospital to care for people sick with Coronavirus. Hospitals in Madrid are collapsed because of the increasing number of cases of people affected by Covid-19. With the help of the spanish army, firefighters, members of civil protection, and private companies, a field hospital has been set up.

In view of this, were you able to concentrate on your photography?
For me, photographing is like a meditation exercise. I do not care what the external situations are since I am focused on my work, on what I have to photograph and on doing it my best. I have worked as a photographer in all kinds of risky situations and it is important that fear does not paralyze you. Perhaps my usual practice of yoga and meditation helps me a lot to stay calm and concentrated in these kind of situations.

What do you think photography can do in these times?
When all this happens, we will have the images to remember the work of all the heroes who have been part of the fight against this pandemic. As a photographer, it is an opportunity to be able to contribute creating images with an artistic and journalistic vision of all this disaster.

Nevertheless: What does the crisis mean for you and for Spanish photographers in general?
I suppose that, like for all my fellow photographers around the world, this represents an important break in terms of assignments and work. But the opportunity is there. Perhaps it is time to take courses to refresh knowledge, review the business model, review the photographic archive to sell photographs in the main image banks, carry out personal projects, carry out home study lighting practices …

What is your photographic wish for the time after?
Now it is important to continue to maintain contact with customers. Offer them your help in whatever they need. Let them know that you are there for what they need. Not only in good times, but also in bad times. When all this happens, they will surely value your availability. I hope photography recovers the value it has always had for companies and for society.

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#FacesOfPhotography – Teil 11: Florian W. Müller aus Köln

Florian W. Müller aus Köln – Entdecker und Reisender durch (fast) alle fotografischen Disziplinen – erzählt in der Strecke #FacesOfPhotography, warum ihn die Krise in die heimische Dunkelkammer getrieben hat. Und auch darüber, wie er die Auswirkungen auf den fotografischen Markt einschätzt und was er sich für die Zukunft wünscht:

»Normalerweise bin ich für meine Bilder viel in der Welt unterwegs. Sei es für freie Projekte oder Auftragsarbeiten, mein Aktionsradius kennt keine Grenzen – dafür noch viele blinde Flecken. Daher fühlte sich die jetzige Situation anfangs an wie ein Hemmschuh. Ich hatte eine schöne Anfrage für eine Photography-Masterclass und einen Job in Taiwan, sollte in Essen und in Zingst über meine Arbeit sprechen und habe zur Zeit Bilder in einer Ausstellung, die jetzt niemand anschauen kann.

Auf der anderen Seite bietet diese Art der Klausur neue Möglichkeiten: Ich schreibe an Konzepten, die ich Kunden vorstelle, habe den Kopf frei, um neue Ideen zu entwickeln und kann endlich weiter an meiner Webseite arbeiten. Da entsteht gerade etwa ein kleiner Shop, in dem unter anderem mein handgefertigter, ausgezeichneter und limitierter Singularity-Kalender verkauft wird.

Und ich habe Zeit endlich Zeit mich einem Projekt zu widmen, was Zeit, Geduld und Muße erfordert: Platin/Palladium Drucke. Im Februar hatte ich das Vergnügen und die Ehre zwei Tage lang im Senckenberg Entomologischen Institut in Brandenburg Insekten zu fotografieren. Die Bilder, die dabei entstanden sind, waren für mich der Motor die Idee der kostbarsten analogen Ausbelichtung zu forcieren. Und das ist verhältnismäßig aufwändig. Ich habe einen UV-Licht-Belichtungskasten gebaut, mich in die Theorie dieser Technik gekniet (danke an dieser Stelle an Christian Klant, das wandelnde Lexikon zu historischen Techniken) und die ersten Versuche gestartet. Das hätte ich in normalen Zeiten ewig vor mir hergeschoben.

Das erste Bild dieser neuen Serie, die den Namen »Samsa« trägt, ist fertig und ich find’s großartig. So entstehen absolute Unikate. Das Ganze ist zeitraubend, schön und eröffnet abseits vom digitalen Workflow eine neue, intensive Perspektive auf die eigenen Arbeiten.

Hätte nicht gedacht, dass ich mir nochmal die Nächte in der Dunkelkammer und an der Badewann um die Ohren schlagen würde.«

Wir wollten von ihm aber auch wissen, wie er die aktuelle Lage beurteilt:

Florian, was denkst Du, wie sind die Auswirkungen der Krise für den fotografischen Markt?
Einerseits werden viele Kollegen gerade an den Rand ihrer beruflichen Existenz gedrückt und ich hoffe, dass mit eigenen Reserven und den Unterstützungen ein Überleben für jeden Einzelnen machbar ist. Das ist traurig und bescheuert, da niemand etwas für diese Misere kann.

Auf der anderen Seite entsteht gerade eine große Welle der Kreativen, also über die Bildmacher hinaus – wie auch von Euch bei Fotogloria – um der Welt zu zeigen, dass es uns noch gibt und dass wir und unser Schaffen für eine funktionierende, kreative und großartige Welt absolut notwendig sind.

Außerdem fühle ich gerade ein tolles Zusammenrücken und ein Schulterschluss ohne Konkurrenzdenken. Beim BFF laufen die Drähte heiß um den Kolleg*innen den Weg zu Hilfe und Unterstützung zu zeigen. Darüber hinaus kann ich mich im Netzwerk des BFF gerade jetzt mit Kolleg*innen austauschen, ich habe dadurch nicht das Gefühl alleine durch diese ungewisse Zeit zu schippern.

Darüber hinaus wird es auch mehr virtuelle Ausstellungen geben und Plattformen für die eigenen Werke. Das ist auch toll und mit Sicherheit ein vorgezogener Blick in die fotografische Zukunft.

Was wünschst Du Dir im fotografischen Sinn für die Zeit nach der Krise?
Das der positive Effekt – siehe oben – anhält und ausgebaut wird. Dass Kunden schnell wieder mutig werden und unser Know How und unser Können schnell wieder einsetzen. Dass dieser kreative Flow, der Mut und die teilweise verrückten Ideen anhalten. Ganz persönlich, dass ich bald wieder reisen kann und dass viele Konzepte, über denen ich gerade brüte ihren Weg auf die Welt finden.

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Außerdem bespielt Florian W. Müller den Fotografie-Podcast »Shuttertalk«

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#FacesOfPhotography – Teil 10: Anna Schroll aus Jena

Für die Serie #FacesOfPhotography lässt uns Anna Schroll aus Jena in ihr heimisches und etwas provisorisches Studio schauen:

»In meinem normalen Fotografenleben fotografiere ich ausschließlich Menschen, bin gerne unterwegs, am liebsten dort, wo ebenjene Menschen arbeiten. Mal im Forschungslabor, mal im Industriebetrieb, häufig im Medizinbereich. Das geht nun nicht mehr.

Aber ich sehe diese (H)Auszeit auch als eine Chance, Neues auszuprobieren. In meinem Fall die Studiofotografie. Mit meinen Kindern bin ich nun viel in der Natur unterwegs und wir sammeln Schätze – sie Steine und Stöcke, ich trockene Pflanzen. Unser Gästezimmer ist jetzt ein Fotostudio und neben Kinderbetreuung und Homeschooling bleibt jeden Tag Zeit um eine Pflanze zu fotografieren – meine fotografische Arbeit sind also gerade trockene Pflanzen. Die reizen mich schon seit langem, nun ist Zeit dafür und die Pflanzen sind geduldig, wenn die Kinder mal ungeduldig sind.

Übrigens freue ich mich immer sehr über die #FacesOfPhotography. Selten habe ich mir Newsletter so ausführlich angeschaut – es tut gut etwas über andere Fotograf*innen zu erfahren.«

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