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10 Jahre Fotogloria – Edda Fahrenhorst und Mike Gamio

Kommendes Wochenende wäre es soweit gewesen – gefeiert hätten wir das rauschende Jubiläumsfest. Gutes Bier, ein paar schicke Bilder an den Wänden, auf jeden Fall viele Freunde… Wie so vieles in diesem Jahr, kam auch das anders als gedacht, gewünscht, gehofft.
Nichtsdestotrotz haben wir etwas zu feiern, denn Fotogloria ist seit ein paar Tagen 10 Jahre alt!

Und da wir tatsächlich immer noch und immer wieder gefragt werden: Was macht dieses Fotogloria eigentlich so ganz genau?… Voilá – hier gibts Antworten von Edda und Mike auf 10 Fragen zu 10 Jahren (Achtung, es folgt ein laaaaaaanges Lesestück), garniert mit ein paar Anekdoten und abgerundet mit ein wenig Pathos. Viel Spaß!

Warum Fotografie?

Mike: Ich könnte bei der Frage recht weit ausholen – dass es in meiner Familie eine sehr lange fotografische Tradition gibt, dass mein Urgroßvater etwa um 1900 den ersten Fotoladen in Patagonien eröffnete, dass mein Vater schon immer fotografierte, mein Bruder undsoweiter… Aber wie ich tatsächlich in die Fotografie als Beruf gerutscht bin ist sehr viel banaler und ernüchternder. Mein Abschluss an der Universität reichte nicht, um ein Referendariat zum Lehrer zu starten. Zu der Zeit jobbte ich bei einem Magazin, dieses neue Medium Internet war im Aufwind und darin fand ich eine Stellenanzeige zur Ausbildung zum Bildredakteur bei der Agentur Bilderberg. Und verrückterweise wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen und während des Interviews von Edda eingestellt. Daran sieht man: Wie so oft kommt alles anders – ich verliebte mich in die Fotografie und darf seit nun 16 Jahren davon leben!

Edda: Die Fotografie… Tja, ich habe ein paar Fragen dazu: Wie wirkt sie in welchem Kontext? Welche Menschen arbeiten wie mit der Fotografie? Wer entscheidet, welche Bilder und warum das Licht der Öffentlichkeit erblicken? Welche Bilder schaffen es wo im Markt? Werden die fotografischen Botschaften wie gedacht verstanden? Was braucht es, damit keine Missverständnisse entstehen? Was braucht es auf der anderen Seite, damit Botschaften gezielt ankommen? All das ist ein großes und komplexes Zusammenspiel, das ich eines Tages wirklich gerne wirklich ganz verstehen würde. Dafür braucht es aber sicher noch ein paar Jahre mehr…

Fragen über Fragen…

Was ist das eigentlich, dieses Fotogloria?

Edda: Fotogloria ist ein großes Fotografie-Netzwerk. Wer Bilder oder den Austausch darüber sucht, kann sich an uns wenden. Ebenso wer Bilder macht oder in angrenzenden Diszplinen über Bilder nachdenkt. Konkret: Wir realisieren Shootings rund um die Welt für Unternehmen und Agenturen, wir bringen Ausstellungen an die Wand und wir erdenken und realisieren freie Projekte. Ergo: Wir bringen Bildsuchende und Bildschaffende auf vielen Ebenen zusammen – eben ein Büro für fotografische Zusammenarbeit!

Mike: Fotogloria sind zwei verquere Köpfe mit vielen Ideen und dem dauerhaften Willen, Dinge zu bewegen. Wir versuchen die täglichen fotografischen Wünsche unserer Kunden zu realisieren, nehmen uns aber auch die Freiheit eigene Projekte ins Leben zu rufen und das so unabhängig wie möglich von finanziellen Zwängen.
Ich glaube, dass uns diese Mischung stark macht und uns über diese 10 Jahre gebracht hat. Genau diese Mischung ist nämlich dann auch der Reiz an der täglichen Arbeit. In den letzten zwei Wochen habe ich Shootings unter anderen im Irak, in Indonesien, Südafrika, Uzbekistan, München und in Abu Dhabi organisiert. Und obwohl überall »nur« fotografiert wird, muss man sich bei jedem Projekt auf komplett andere Gegebenheiten einstellen – sei es aktuell wegen Corona, wegen der politischen Lage, der Entfernungen, der klimatischen Verhältnisse oder der Sicherheit. Ich finde es genauso reizvoll eine Kampagne in München zu organisieren wie auch ein Shooting im Irakischen Hinterland auf die Beine zu stellen.

YEAH – Fotogloria ist ein Förderer des Freundeskreis des Hauses der Photographie.

Warum passen all’ die – auf den ersten Blick verschiedenen – Bereiche zusammen?

Edda: Weil Fotografie erstmal eine universelle Sprache ist, die dann jeweils an den konkreten Kontext angepasst werden kann. Dabei steht für uns nicht im Vordergrund, ob wir den Geschäftsbericht eines Unternehmens fotografieren oder eine Ausstellung konzipieren – beides hat den gleichen Stellenwert. Wir agieren in der Umsetzung dann immer auf einer persönlichen und pragmatischen Ebene: Wie ist die Botschaft, was wird dafür gebraucht, wie kommen wir zum bestmöglichen Ergebnis für alle Seiten und mit wem können wir ebenjenes umsetzen.

Mike: Von Anfang an haben wir – zuerst zu dritt gemeinsam mit Jochen Raiß und seit drei Jahren  zu zweit – unsere Interessen und Stärken in einen Topf geworfen. Mit den Jahren ist daraus ein griffiges Konzept geworden.
Und so bekommen wir heute diese ganzen vermeintlich sehr unterschiedliche Bereiche unter einen Hut. Wir schaffen wir es, mit Industriekunden freie Projekte zu machen und anschließend besuchen sie dann eins unserer Seminare (die wir zusammen gelegentlich mit den Bildbeschaffern geben). Oder wir entdecken eine gute Strecke eines Fotografen, erwägen sie für eine Ausstellung oder schlagen sie einem Kunden für dessen Unternehmenskommunikation vor. Auch wenn Fotografen irgendwo in der Welt unterwegs sind, entstehen regelmäßig parallel zu deren Auftrag eine weitere Geschichte für einen zweiten Kunden, weil grad der Ort und der Zeitpunkt passt oder passend gemacht wurde.
Ich glaube viele Kunden schätzen genau diese Vielfalt und dieses andere Denken an uns – sie bekommen meistens doch einen etwas anderen Blick geliefert.

Die allerallererste Website von Fotogloria.

Und wie passen zwei Familien mit insgesamt 6 Kindern in das alltägliche Agenturgeschäft?

Mike: Von Anfang an waren unsere  Familien ein Teil des Konzeptes von Fotogloria. Das heißt konkret, dass in jedem Gedankengang und in jedem strukturellen Prozess, den wir angeschoben haben, immer die Familie mit eingeplant wurde.
Dass wir daheim bleiben wenn was privates anliegt – das ist bis heute selbstverständlich und wurde niemals hinterfragt. Das hat uns über die Jahre sicherlich viele Euros gekostet, die wir nicht verdienen konnten, aber ich will diese Art der Arbeit nicht missen. Unsere Kinder sind mit Fotogloria aufgewachsen, meine 10-Jährige Tochter kam schon mit wenigen Monaten mit ins Büro und lag dort auf Ihrer Decke. Seit Jahren kommen alle Kinder dann einmal im Jahr mit zum Fotofestival in Zingst und spielen zwischen Ausstellungen und Fotograf*innen am Strand und gehören einfach mit dazu. Daher war auch die Corona-Zeit mit Homeoffice und Homeschooling kein krasser Sprung ins kalte Wasser, da hatte ich beruflich schon deutlich schlimmere.

Mike und Carla: Ausstellung gucken beim Umweltfotofestival »horizonte zingst«. Vor etwa… 6 Jahren.

Edda: Wir fragen uns immer zuerst: Wie passt das Agenturgeschäft ins Familienleben? Entsprechend ist Fotogloria um unsere Familien herum gebaut – wir arbeiten etwa schon von Anfang an mit Cloud-Lösungen und haben unser Büro immer dabei. Ich arbeite seit vielen Jahren aus Effizienzgründen meistens im Homeoffice, Mike auch immer dann, wenn es nötig ist und unsere Kinder sind natürlich immer ein Teil des Tages. Das war am Anfang von Fotogloria für die Welt da draußen noch eher ungewöhnlich und weit entfernt von selbstverständlich – auch bei mir. Ich erinnere mich an eine Situation, wo ich ein hochfiebriges Kind auf dem Rücken hatte, während ich einen Job detailliert am Telefon besprechen musste – im Wiegeschritt hin- und herlaufend, hoffend, dass er nicht weint und so keiner mitbekommt, dass ich eigentlich gerade andere Sorgen habe… Das kam mir danach aber so absurd und dem Kind gegenüber (und ehrlicherweise mir auch) ungerecht vor, dass ich seither immer am Telefon sage, wenn ich gerade mit Kindern im Supermarkt stehe oder die Stimmen im Hintergrund meinen Kindern gehören, die heute zuhause sind. Mit der der Corona-Zeit – in der auf einmal alle ihre Kinder zuhause im Büro hatten – hoffe ich, dass sich in puncto Selbstverständlichkeit noch so einiges zum besseren wenden wird.

10 Jahre… Eine lange Zeit, die natürlicherweise Höhen und Tiefen mit sich bringt. Welche?

Mike: Anfänglich haben wir meines Erachtens unterschätzt wie lange man braucht um eine neue Firma beziehungsweise ein neues Konzept im Markt zu etablieren. Und das in einem Markt, der von Tag zu Tag schwieriger wird. Das war eine lange und harte Zeit, in der wir uns auch das eine oder andere Mal gefragt haben, ob es wirklich die richtige Entscheidung war. Zusätzlich haben uns Trennungen, Geburten und Krankheiten immer wieder zusätzlich zurückgeworfen beziehungsweise gebremst – vor allem in den Anfangsjahren mussten wir viel einstecken und auf viel verzichten. Aber das Ganze hat uns von unserem Weg nicht abgebracht, das spricht für unsere Ausdauer…
Höhepunkte gab es einige, manche scheinen banaler als andere, aber trotzdem bewegend. Also ein eigenes Bild als Doppelseite in einem großen Magazin zu sehen ist schon sehr abgefahren. Aber bei der Bank einen Kredit abbezahlt zu haben, ist tatsächlich auch ein tolles Gefühl. Und für mich ist ein Shooting an einem vermeintlich „schweren“ Ort umzusetzen, sei es Irak oder Amazonas, auch immer wieder was sehr befriedigendes.
Und die alltäglichen Höhepunkte sind immer wieder die Mails mit Ergebnisse von Shootings, da bin ich bis heute immer wieder aufgeregt. Ist ein bisschen zu vergleichen mit dem früheren Gang zum Fotoladen um den entwickelten Film abzuholen!

Erste eigene Doppelseite – Mike und das FIFA-Magazin!

Edda: Die tiefste Tiefe – Mike hat es schon gesagt – war auch für mich direkt in den ersten vier, fünf Jahren von Fotogloria – wir hatten einfach knallhart unterschätzt, wie lang die Anlaufphase sein würde und waren permanent kurz davor, den Laden wieder schließen zu müssen, das ist glücklicherweise schon länger überstanden. Und bis hierher haben wir die Corona-Zeit auch ganz gut bewältigen können – hoffen wir, dass es dabei bleibt…
Dazu kam noch mein ganz persönlicher Horrortrip: Buchhaltung, Finanzverwaltung und Administration einer GmbH. Von wirklich nichts eine Ahnung habend musste ich mich von jetzt auf gleich mit komplettem Neuland beschäftigen und zwar mit einem, bei dem es um alles geht. Das war hart. Aber nachdem ich Mehrwertsteuern falsch berechnet und korrigiert, mich mit der KSK auseinandergesetzt, Verträge und AGB verhandelt, KVA und Rechnungsläufe optimiert und jeden Cent auf unserem Konto persönlich kennengelernt habe: Es macht mir mittlerweile sogar (fast) Spaß. Und wirtschaftliches Verständnis schadet in unserem Business sicher nicht – ganz im Gegenteil…
Die Höhen sind es dann aber, die uns immer weiter und immer neu machen lassen: Es ist ein großartiges Gefühl, wenn ein eigenes und freies Projekt funktioniert – die »Superlative – Made in Germany« zum Beispiel oder… Bald erblickt ein neues Projekt das Licht der Welt, aber hier sei noch nicht allzu viel verraten. Oder wenn sich monatelange Arbeit gemeinsam mit dem tollen Zingster Foto-Team in Form von Ausstellungen beim Umweltfotofestival »horizonte zingst« manifestiert. Oder wenn ich einfach nur stundenlang mit Fotograf*innen über Fotografie und der jeweiligen Sicht auf die Dinge sprechen kann…

Über Fotos sprechen. In Zingst. Beim Fotofestival 2019. Bei der Ausstellungseröffnung von Jimmy Nelson.

Darüberhinaus pflastern viele besondere und skurrile Momente Euren Weg – welche?

Mike: Es gab einige komische Momente, besondere Shootings oder seltene Deals mit Kunden. Ich darf glücklicherweise immer wieder auf Shootings mit und somit war ich in den 10 Jahren in sehr vielen tollen und einzigartigen Locations. Hier mal meine 10 besonderen Fotogloria-Momente:

10. Bei Airbus in der Produktion zu fotografieren, einfach gigantisch
9. Fotos vom toten Gaddafi zu verkaufen, irgendwie gruselig und für uns damals auch grenzwertig.
8. Unter Hamburgs Straßen beim XFEL zu fotografieren, abgefahren.
7. Für DHL Freight eine Autobahn zu mieten war seltsam und selten.
6. Eine ganze Nacht im Miniaturwunderland in Hamburg, einfach mal wieder Kind sein
5. Für ein Shooting am Strand in Brasilien einen Bodyguard engagieren zu müssen, mehr als komisch
4. Im Kernkraftwerk Brokdorf fotografieren zu wollen und dann wegen eines technischen Defekts an der Anlage abbrechen zu müssen, ein unschönes Gefühl.
3. Im Operationssaal der Helios-Endo Klinik bei OPs zu fotografieren, gewöhnungsbedürftig.
2. In den Hallen vom CERN fotografieren zu dürfen, unvergesslich.
1. Das Studio der Tagesschau zu betreten, das war mit der abgefahrenste Termin der 10 Jahre.

(Alternativ: … dem Stadionsprecher vom BVB beim Shooting des Stadions während eines Spiels so auf die Pelle zu rücken, dass er ausrastet.)

Einmal Tagesschau-Sprecher sein!

Edda: Ich nehme nochmal den Ausstellungsfaden auf, denn darin gibt es jedes Mal zwei besondere Momente. Der erste: Um eine Ausstellung zu planen, zu konzeptionieren und letztlich zu kuratieren, steige ich immer sehr tief in die jeweilige Arbeit ein, lerne die Bilder kennen, spreche mit Fotograf*innen und setze mich mit ihnen auseinander. Um dann alles Gesehene und Gehörte so umzusetzen, dass es zugänglich für ein Publikum wird. Das kann Tage oder Wochen dauern. Aber irgendwann in dem Prozess gibt es immer den Moment des: „Jetzt hab‘ ich es“ – das ist der, wenn die fertige Ausstellung vor mir liegt und logisch ist. Diesen Moment schätz ich sehr. Ebenso den, wenn dann endlich das Publikum in Zingst die Ausstellung zu sehen bekommt und unmittelbar reagiert – das ist aufregend.
Meine besonderen Momente in den freien Projekten hingegen sind die, wenn ein als unmöglich erscheinender Termin doch klappt. Spätestens für das Superlative-Projekt bin ich losgezogen, um uns Einlass zu verschaffen und Fototermine zu organisieren: So habe ich den Frankfurter Flughafen überredet, uns die unterirdische Gepäcklogistik fotografieren zu lassen, habe sonstwas für Fäden gezogen – und das über zwei Jahre lang – damit wir in Schnöggersburg, der größten Übungsstadt Deutschlands der Bundeswehr fotografieren durften, ich habe sehr viele Argumente und Monate aufgewendet, um besagtes Shooting im KKW Brokdorf zu organisieren, habe den Fotografen mitten in der Nacht ins Casino Baden-Baden schicken dürfen, wir haben das einzige Foto vom  Vinci-Triebwerk für die Ariane-2-Mission im Höhensimulationsprüfstand beim DLR fotografiert und die Tagesschau hat für uns eine einzigartige Ausnahme gemacht und wir durften im Studio Bilder machen. Derer gibt es noch viele Beispiele und Geschichten – besonders ist jedes Mal für mich, wenn ich Menschen davon überzeugen kann, uns und unseren Bilder zu vertrauen.

Ist auch mal was so richtig schief gegangen?

Mike: Hier fallen mir zwei Shootings auf Anhieb ein. Wir hatten für ein Projekt mit DHL eine Autobahn gemietet, was naturgemäß nicht einfach und auch nicht billig war. Wir sollten LKW in Fahrt fotografieren. Die Wettervorhersage passte, also sind wir gut gelaunt früh morgens mit dem ganzen Team hingefahren. Vor Ort kam dann der Schreck, man sah vor lauter Nebel fast die eigene Hand nicht. Laut Wetter App standen wir in der prallen Sonne, leider war davon nichts zu sehen. Erst sechs Stunden später war der Nebel tatsächlich weg und wir schafften es zum Glück doch noch, tolle Motive zu machen. Aber hier war wirklich viel Geduld gefragt, vor allem seitens der Kundin – und die hatte sie zum Glück!
Das andere war für die FIFA. Da sollten wir einen Spieler vom AS Rom fotografieren. Solche Termine sind schwer zu bekommen, immer sehr kurz und alles muss in der Organisation stimmen. Der Termin stand, der Fotograf war gebrieft und der Verein hatte auch das Ok gegeben bei denen auf dem Gelände zu fotografieren. Nun war der 15-jährige Sohn vom Fotografen krank geworden und der Fotograf hatte keine bessere Idee als den Sohn dann einfach mal auf das Shooting mitzunehmen. An der Clubpforte wurde ihm aber natürlich gesagt, dass der Sohn krank nicht zu den Spielern darf. Er solle doch bitte die paar Minuten im Auto warten. Daraufhin hat der Fotograf eigenhändig entschieden nicht zu fotografieren und nach Hause zu fahren. Von dem Vorfall habe ich erst am nächsten Tag erfahren… mit dem Fotografen habe ich nie wieder gearbeitet und für die FIFA durften wir glücklicherweise weiter fotografieren.

Edda: Die Sache mit der Mehrwertsteuer… Unappetitlich. Konnte repariert werden, hat mir aber einige graue Haare mehr eingebracht…

„Edda, ich hab‘ da mal ne Autobahn gemietet…“

2010 – 2020 aus dem gesamtwirtschaftlichen Blickwinkel heraus wilde Zeiten – wie hat sich das Business verändert?

Edda: Die Branche ist extrem anfällig für alle wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technischen Veränderungen. Jede Entwicklung da draußen bringt neues mit sich, alles schlägt sich auf alles. Und die Preise sind wirklich im steten Sinkflug… Im Laufe der Jahre haben wir entsprechend festgestellt, dass wir immer flexibel und nach Möglichkeit einen Schritt voraus sein müssen. Alles, was wir tun muss ständig überprüft werden, gute alte Gewohnheiten oder „das haben wir schon immer so gemacht“ haben keine Chance mehr und diese Entwicklung wird immer schneller. Wir jonglieren also ständig, werfen über Bord und denken immer neu. Das ist anstrengend, da unsere Existenz dadurch wirklich selten auf lange Sicht gesichert ist. Aber ehrlicherweise hat das alles immer den Hauch von Goldgräberstimmung und das ist schon auch reizvoll…

Mike: Ich bin mir nicht sicher, ob es viele andere Berufszweige gibt, die sich so schnell, rasant und stetig in den letzten Jahren geändert haben. Wer hätte vor 10-15 Jahren vorhergesagt, dass viele der großen Zeitungen und Magazine einfach dicht machen würden. Wer hätte gewagt zu sagen, dass man heute Bilder umsonst oder für einige Cent erwerben kann.
Und auf der anderen Seite, dass man quasi eine komplette Studioausrüstung im Handgepäck schleppen kann. Wir haben kürzlich den ersten Auftrag mit einem Handy umgesetzt, das Ergebnis war großartig, der Kunde zufrieden… Verrückte Welten. Auch wenn ein Auftrag mit dem Handy nicht die Regel ist und sicherlich auch nicht werden wird zeigt das wie radikal sich dieses Business in den letzten Jahren gewandelt hat. Es ändert sich wirklich stetig, leider meistens nicht zum Vorteil derer, die davon leben müssen, aber wir versuchen unsere Arbeit an die Marktsituation und die Anforderungen anzupassen. Und das – da schließe ich mich Edda an – fordert uns aber auch immer wieder aufs Neue heraus.

Nachdenken über neue Strategien.

Und wo steht Fotogloria 2030?

Edda: Gemessen an der Erfahrung der vergangenen 10 Jahre – siehe vorherige Frage – weiß ich nur eines sicher: Es wird sich viel ändern und unsere Aufgabe wird weiter sein, beweglich zu bleiben. Die nächsten 10, 20, 30 Jahre werden deshalb sicher reizvoll, denn mit den steten Veränderungen wird auch immer wieder ein neuer Rahmen für ungewöhnliche Ideen und neue Ansätze geschaffen. Ich bin ziemlich neugierig auf das, was kommen wird.

Mike: Wir werden dann am Meer in einer Hängematte liegen, mit einem kühlen Bier in der Hand und das Leben genießen… und die Fotogloria-Dollars zählen. Ne, im Ernst, ich hoffe, dass wir weiterhin in dem Bereich, den wir lieben, zusammen arbeiten dürfen. Dass wir dann mit eigenen Projekten, Ideen und toller Fotografie unser Lebensunterhalt weiterhin bestreiten dürfen und immer noch was bewegen können. Bei der Dynamik im Markt würde ich es nicht wagen zu sagen, wo das Business in 10 Jahren sein wird, aber Fotos werden wohl immer weiter gebraucht und wir haben uns in diesen letzten 10 Jahren als sehr anpassungsfähig gezeigt, also warum nicht weitere 10 Jahre erfolgreich arbeiten.

Bitte ein Schlusswort.

Mike: Ich fühle große Dankbarkeit, dass ich seit vielen Jahren in diesem Beruf arbeiten darf und von der Fotografie leben kann. Und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Fotografen weiterhin tagtäglich Geschichten erzählen, für uns als Zeitzeugen in der Welt agieren, und den Moment dokumentieren. Ohne Fotografie wäre die Welt um ein ganzes Stück ärmer. Wir wüssten so viel weniger, wir könnten uns unsere Meinung sehr viel schwerer bilden. Ich sehe in der Fotografie eine so wichtige Rolle in der Zeitgeschichte und freue mich einfach täglich darüber, dass ich meinen ganz kleinen Beitrag dazu leiste.

Edda: In den tiefsten Tiefen meines Herzens glaube ich daran, dass Fotografie die Welt erklären und vielleicht auch manchmal retten kann – immer nur für einen kurzen, individuellen und ganz persönlichen Moment, aber der bewegt oft eine Menge.
Ja, stimmt, ich bin eine unverbesserliche Idealistin. Interessanterweise haben die vielen Jahre im Business diese Haltung aber nicht geschmälert, sondern im Gegenteil weiter geschärft und verstärkt. Idealismus ist ja schließlich keine stoische Haltung, sondern kann sich an Erfahrungen anpassen.
Fotografie jedenfalls ist ein unglaublich vielfältiges Medium, das so viel kann – ihr muss dafür aber auch auf mehreren Ebenen die richtige Bühne geschaffen werden. Das ists, was mich umtreibt, das ists, was ich immer wieder versuchen möchte und werde.
Ich bin froh und dankbar, dass wir bis hierher ganz großartige Auftraggeber, Wegbegleiter, Partner und Fotograf*innen gefunden haben, mit denen wir in diesem Sinne zusammen arbeiten. Dankbar bin ich für meine tolle Familie, die mir immer den Rücken stärkt und alles mitmacht. Und froh und dankbar bin ich auch, dass ich in Mike DEN Mitstreiter gefunden habe, mit dem ich mich blind verstehe, mit dem gemeinsam ich seit 10 Jahren (genau genommen bereits sein 16 Jahren) durch alle Fotogloria-Höhen und Tiefen gehen konnte und der mein idealistischer Bruder im Geiste ist.
Hoch die Tassen, jetzt wird gefeiert.

2010 – kaum (…) gealtert, seither.

P.S.: Das Titelbild hat Sebastian Vollmert gemacht. Alle anderen Bilder… Wir wahrscheinlich. Oder jemand anderes. Raphael Janzer war es einmal, Christoph Papsch ein anderes Mal, Anke Großklaß hat auch eines gemacht.

P.P.S.: Die Kontakte am Ende müssen natürlich sein – Fotogloria steht rund um die Uhr für alle Fragen rund um die Fotografie zur Verfügung – funken Sie uns gerne auf allen Kanälen an:

Mike Gamio
0176 24 55 84 40
mike.gamio@fotogloria.de

Edda Fahrenhorst
0162 427 01 67
edda.fahrenhorst@fotogloria.de

oder
info@fotogloria.de

Lars Heidemann – mit dem Magazin bike im Geisterwald

Schnee liegt zwar keiner mehr (und es wird auch hoffentlich keiner mehr erwartet), aber das hält – so oder so – den „richtigen“ Fahrradfahrer nicht davon ab, bei jedem Wetter über Stock und Stein zu fahren. Und das am liebsten mit einem Rad aus der hauseigenen Werkstatt, also den landschaftlichen Gegebenheiten, dem Fahrer und seiner Bastelleidenschaft optimal angepasst.

Und da es davon quer durch Deutschland viele interessante Konstruktionen und Konstrukteure gibt, hat das Magazin „bike“ extra dafür eine wiederkehrende Rubrik mit dem Namen „Leserbike“ eingeführt.

Für diese Rubrik und zu Schneezeiten war Lars Heidemann im Geisterwald Nienhagen unterwegs und wir haben ihn dazu befragt:

fotogloria: Du hast über fotogloria für das Magazin »bike« fotografiert – worum ging es dabei und was genau sollte fotografiert werden?
Lars Heidemann: Bei dem Shooting ging es darum, ein Leser-Bike und seinen Konstrukteur möglichst anschaulich und detailliert in seiner „natürlichen Umgebung“ zu zeigen. Die Wahl der Location fiel auf den Gespensterwald in Nienhagen bei Rostock, einer landschaftlich sehr spannenden Gegend. In der Fahrradszene ist es äußerst beliebt, die Bikes zu individualisieren und den spezifischen Ansprüchen des jeweiligen Einsatzgebietes anzupassen. In den Bildern sieht man ein Fat Bike, das speziell für den Küstenwald an der Ostseeküste konstruiert wurde. An dem Fahrrad war eigentlich kein Teil von der Stange. Daher lautete der Auftrag, neben einem Porträt vom Konstrukteur mit seinem Fahrrad auch die vielen Details zu zeigen, wie die Spezial-Federung aus Carbon, Schaltung, Rennlenker oder die dicken Reifen.

Wie hast Du Dich auf das Shooting vorbereitet und was hast Du dafür eingepackt?
Im Vorfeld gab es eine genaue Absprache mit dem Bildredakteur der bike, Georg Grieshaber,  über Art und Anzahl der gewünschten Bilder. Außerdem habe ich mich mit dem Leser kurzgeschlossen und wir haben Ort und Termin für das Shooting vereinbart. An Technik hatte ich eigentlich nicht viel dabei, da ich kein großer Freund von aufwendiger Lichttechnik bin und am liebsten mit vorhandenem Licht arbeite. Da ich allein unterwegs war und es zu Fuß ein ganzes Stück in den Wald hinein ging, wäre viel Gepäck auch hinderlich gewesen. Daher hatte ich nur eine 5D Mark IV mit 24-70/2.8 L II und einem 70-200/2.8 L II Objektiv mit. Dazu noch mein treues altes Manfrotto Stativ und für sehr schlechte Lichtverhältnisse ein LEDPanel mit Stativ, das ich letztendlich nicht brauchte (eine dünne Schneedecke und Nebel hatten für
sehr schönes Licht gesorgt).

Wie bist Du bei dem Shooting vorgegangen und hast das beste fotografische Resultat erreicht?
Für das Hauptbild, also dem Porträt von Konstrukteur mit Fahrrad im Gespensterwald, sind wir eine ganze Weile in den Wald hinein gelaufen, bis wir eine schöne Lichtung direkt an der Steilküste gefunden haben. Hier gab es viel Licht, den Buchenwald auf der einen und die spiegelglatte, vernebelte Ostsee auf der anderen Seite. Dann haben wir uns so langsam an das Endresultat herangetastet. Sehr viel Spielraum gab es aufgrund der strengen Vorgaben des Bildredakteurs leider nicht. Mit dem Resultat bin ich aber sehr zufrieden, weil es alles zeigt, worum es bei Konstruktion des Bikes ging. Auch das vermeintlich schlechte Wetter, was wir nicht planen konnten, hat am Ende zu einer interessanten Atmosphäre beigetragen. Im Anschluss habe ich dann alle Details fotografiert, wobei mir der Fachmann genau sagen konnte, was die Besonderheiten sind, die die Leser interessieren.

Welches ist Dein Lieblingsbild aus dem Shooting und warum?
Mein Lieblingsbild ist das ausgewählte Porträt, also das eigentliche Hauptbild des Auftrags, weil es im Vorfeld viele wackelige Faktoren gab, wie das Wetter, unbekanntes Porträt-Model, unbekannte Location usw. Am Ende hat aber alles gut funktioniert und das Bild ist für mich auch ein Stück weit Erinnerung an einen wirklich interessanten Einblick die Welt der Fahrrad-Schrauber.

Und zuguterletzt: Wie war die Zusammenarbeit mit fotogloria?
Wie erwartet war die Zusammenarbeit mit fotogloria hochprofessionell und absolut reibungslos im gesamten Prozess. Viel mehr braucht man dazu gar nicht schreiben, außer, dass ich mich auf eine weitere Zusammenarbeit natürlich sehr freue.

 

* Ihr Unternehmen, Ihre Agentur, Ihr Magazin hat nationale oder internationale Themen und Sie suchen einen Fotografen vor Ort, der Ihre Qualitäts-Standards erfüllt? Wir finden für Sie den passenden Fotografen für jeden Geschichte, die erzählt werden soll, für jeden Bereich der Unternehmenskommunikation und für jede Ihrer Ideen – und das in jedem Land, jeder Region und jeder Stad: international@fotogloria.de oder 040 609 42 906 -0

** Mehr Infos zu der nationalen Fotografenvermittlung von fotogloria finden Sie HIER.

»Deutschland an der Spitze« – die Superlative in der GEO

Elf Superlative auf fünfzehn Seiten: In einer großen Strecke – mit einem Text von Chefredakteur Christoph Kucklick – sind die Superlative im Magazin GEO erschienen! Unser Dank gilt dem  gesamten GEO-Team und im Besonderen GEO-Bildchef Lars Lindemann, dem wir auch gleich drei Fragen zu der Projekt-Partnerschaft und der Magazinstrecke gestellt haben:

Die Superlative sind dieser Tage in einer großen Strecke im GEO erschienen. Darüber hinaus sind GEO und die Superlative aber auch schon eine Weile partnerschaftlich miteinander verbunden – wie und warum kam es dazu?
Vor gut einem Jahr hat uns Edda Fahrenhorst von der Hamburger Agentur fotogloria das Projekt vorgeschlagen. Chefredakteur Christoph Kucklick und ich waren sofort begeistert von der Idee, sich mit deutschen Superlativen zu beschäftigen. Eine solche Arbeit wurde uns zuvor noch nie angeboten.
Die herausragende fotografische Qualität der Arbeit von Christoph Morlinghaus und die doch oft überraschenden Superlative sind sicherlich die Stärken des Projekts.

Für die aktuelle Heftstrecke: War es schwer, aus den 40 Superlativen ein »Magazinextrakt« zu ziehen?
Ein Langzeitprojekt auf eine Magazin-Geschichte oder ein Portfolio runter zu brechen ist immer eine Herausforderung. Andererseits ist es auch sehr dankbar, aus einer solchen Fülle großartiger Bilder und spannender Motive peu á peu die perfekte Bildstrecke zu entwickeln.

Hast Du unter den Bildern/Superlativen einen Favoriten?
Die Lieberoser Panzer-Wüste fasziniert mich besonders. Ein stilles, eher unaufgeregtes Foto, das mir seit einigen Monaten nachgeht. Ich mag die Uneindeutigkeit des Bildes: Vordergründig wirkt die durch militärische Nutzung überformte Landschaft fast idyllisch. Dieser Eindruck verliert sich aber bei längerer Betrachtung. Eine unbehagliche Endzeitstimmung macht sich breit. Zudem war mir das Phänomen der großflächigen Desertifikation durch schweres Gerät komplett unbekannt. Und das mitten in Deutschland.

 

* Wenn Sie mehr über GEO erfahren möchten, dann bitte HIER entlang. Und natürlich ist digital nur der halbe Spaß – die gedruckte Ausgabe liegt ganz frisch am Kiosk!

** »Superlative – Made in Germany« ist ein Gemeinschaftsprojekt von dem Fotografen  Christoph Morlinghaus und von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

***Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

Christoph Morlinghaus und die Superlative in der PhotoKlassik International

Neue Magazine brauchen Mensch und Markt, vor allem wenn es sich um Magazine um analoge Fotografie handelt – was wäre auch zu halten von einem rein digitalen Erzeugnis zu dem Thema.

Ein solches Magazin ist nun entstanden und es trägt den Namen PhotoKlassik International – quasi als weltläufige Weiterentwicklung des Magazines PhotoKlassik, das schon eine Weile die Freunde der analogen Fotografie unterhält.

Chefredakteur des Ganzen ist Marwan El-Mozayen und ebenjener entdeckte eines Tages die »Superlative – Made in Germany« und die Tatsache, das das gesamte Projekt analog fotografiert ist. Und hat daraufhin nicht nur dem Projekt, sondern dem aus tiefster Überzeugung analog fotografierenden Fotografen Christoph Morlinghaus einen Achtseiter in dem neuen Magazin gewidmet.

Achja, einen Text dazu gibt es auch, geschrieben von Superlative-Teamkollegin Edda Fahrenhorst. Und das ist er:

Hamburg, London, New York, Bogota, Miami: Christoph Morlinghaus ist Kosmopolit. In den vergangenen 20 Jahren hat er nicht nur an den verschiedensten Orten der Welt gelebt, sondern hat vor allem – im buchstäblichsten Sinne des Wortes – die Welt gesehen. Als Werbefotograf, als Kirchenfotograf, als Architekturfotograf, als Ausstellungsfotograf, als Stillifefotograf, als Projektfotograf, als Industriefotograf, als Auftragsfotograf, als Magazinfotograf. Oder eben ganz ohne Zuordnung, denn das wird ihm am Ehesten gerecht: Als Fotograf.

Morlinghaus sagt von sich selbst, dass er »dokumentarisch arbeitet und doch nur fotografiert, was da ist« Diese Aussage hat zwar einen wahren Kern, täuscht aber in seiner lapidaren Leichtigkeit, denn für seine Motive gibt Morlinghaus immer wieder sehr viel von sich her – er ringt mit sich und seiner Umgebung, er hadert mit Licht, Situation und sich selbst, er kämpft mit seiner Kamera, seiner Entwicklungsmaschine, seinem Rechner und seinem perfektionistischen Anspruch an seine eigene Arbeit. Er löst sich kurzfristig in seinem Motiv auf, um ein Ergebnis zu generieren, das vor seinen eigenen Augen standhält.

Was sich extrem im Entstehungsprozess anhört, ist tatsächlich auch härteste kreative Arbeit, die sich aber mitnichten in seinen Bildern widerspiegelt – Christoph Morlinghaus Fotos sind komplex, aber leicht, sie sind ehrlich und dabei elegant, denn: In seiner Fotografie finden eine internationale Allgemeingültigkeit, anspruchsvolles Handwerk und hohe ästhetische Maßstäbe ebenso einen Platz, wie ein angstfreier Blick.

Doch eines nach dem anderen: Morlinghaus‘ internationale Allgemeingültigkeit erklärt sich durch seine Weltenbummelei, bei der er allerdings nie nur Konsument anderer Länder war und ist, sondern sich tatsächlich Lebensweisen angepasst hat. Und damit in der Lage ist, Anteile anderer Bildsprachen in seine Weltsicht zu integrieren.

Das anspruchsvolle Handwerk ist ein wahrhaft großes Kapitel in Morlinghaus‘ Arbeit, denn er fotografiert sein Anbeginn und bis heute (beinahe) ausschließlich mit seiner Großbildkamera auf 4×5“ oder 8×10“ Farbnegativfilm. Dabei steht ganz vorne die Möglichkeit, durch Verschwenkungen der Bildebenen die Linien eines Raumes und damit den Raum selber auf dem Foto so nach eigenem Gusto zu verändern, dass daraus ein ganz neuer, eigens gesehener Raum wird.

Beinahe ebenso wichtig ist der immense Kontrastumfang und Geduld eines Farbnegativfilms, der alle Lichtkapriolen aufzufangen vermag, die die Arbeit mit vorhandenem Licht mit sich bringt.

Und dann wäre noch die Präzision zu nennen, die mit einer solchen Kamera möglich und für Morlinghaus Arbeit unverzichtbar ist – die Feineinstellungen eines Motives können schon mal eine Stunde dauern und mögen pedantisch erscheinen, sind dabei aber schlicht die penible Einbeziehung auch noch des kleinsten Bild-Details für das perfekte große Ganze.

Ist das alles einmal – unter höchster möglicher Konzentration – vollbracht, geht das belichtete Negativ in Morlinghaus‘ hauseigenes Kleinlabor, in dem er die Entwicklungsprozesse genauestens aussteuert und die Negative im Anschluss in seiner Dusche zum Trocknen aufhängt.

Und auch nach diesem Schritt lässt er niemanden Fremdes an seine Bilder, sondern scannt und bearbeitet – oft nächtelang und ausschließlich Farben, Helligkeit und Kontraste – seine Bilder.

Kommen wir zu den hohen ästhetischen Maßstäben, ebenjene entstehen durch einen für Morlinghaus ganz eigenen Angang an ein Motiv. Er sagt: »Für meine Bilder versuche ich so viele störende Elemente wie möglich zu eliminieren.« In der praktischen Umsetzung heißt dass, das Morlinghaus – der insofern tatsächlich auf eine Art dokumentarisch arbeitet, als das er weder Bildelemente verändert noch hinzugibt und ausschließlich mit vorhandenem Licht arbeitet – sich nicht nur sehr viel Zeit bei der Motivsuche nimmt, sondern sein Bild im Anschluss daran sehr sorgfältig und mit der ihm eigenen ästhetischen Ausprägung komponiert. Und zwar so, dass ihn nichts mehr stört, weder stürzende Linien, noch Lichtverfehlungen, noch Langeweile.

Im allerletzten Schritt entscheidend für seine Arbeit ist die innere Haltung und der bei Christoph Morlinghaus daraus resultierende angstfreie Blick. Ihm ist es egal, ob er viele Meter unter der Erde ist, oder in scheinbar unendlichen Steinwüsten, ob tagelang in seinem heimischen Arbeitszimmer um einen Computerchip auf 8×10“ Farbnegativfilm zu bannen oder auch – wie in seinem jüngsten Projekt »Superlative – Made in Germany«, das gemeinsam mit der Hamburger Agentur fotogloria entstanden ist – angesichts gigantischer Werkshallen, modernster Forschungsprojektes oder grölender Menschenmengen: Morlinghaus schafft es, sich Extremen entgegenzustellen, ihnen standzuhalten und ohne Angst ein Bild davon zu machen. Vielleicht liegt es daran, dass sein Umgang mit sich und seiner Fotografie ebenso extrem ist wie seine Motive.

* Wenn Sie mehr über die PhotoKlassik International erfahren möchten, dann bitte HIER entlang.

**»Superlative – Made in Germany« ist ein freies und gemeinsames Fotoprojekt von Christoph Morlinghaus und von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

***Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

 

Großes Superlative-Interview in der PhotoPresse

»Das Projekt als solches interessiert mich und mit einer Veröffentlichung möchte ich einerseits gerne für mehr Aufmerksamkeit sorgen und andererseits Berufskollegen Mut machen, mit eigenen Themen mehr Eigeninitiative zu ergreifen.«

Und genau aus diesem Grund hat Werner Musterer​ einen Artikel über die Superlative geschrieben – erschienen in der aktuellen PhotoPresse​! Vielen Dank Werner und Daniel Albrecht​.

 

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus und organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

»Am Limit« – die Superlative in der Dewezet​

Die Hamelner Deister- und Weserzeitung widmet unserem Projekt »Superlative – Made in Germany« eine ganze Seite – wir freuen uns und sagen DANKE in Richtung Weserbergland.

Dewezet-Lokalchef Frank Henke​: »Superlative sorgen für das große „Wow!“ Das fängt das Projekt toll ein. Manche Bilder beeindrucken auf den ersten Blick wie die Kulisse eines Science-Fiction-Films. Dann erst erkennt man das Setting und die Geschichte dahinter. Dass jemand aus dem kleinen Hameln hinter so einem Giganten-Projekt steht, macht es für uns als Lokalzeitung natürlich zusätzlich spannend.«

Den ganzen Artikel gibt es hier zu lesen: https://www.dewezet.de/hintergrund/hintergrund-seite_artikel,-am-limit-hamelnerin-sucht-fuer-fotoprojekt-herausragendes-_arid,2459737.html

Edda Fahrenhorst und Christoph Morlinghaus im Interview mit Deutschland.de

Auf Deutsch, spanisch, französisch, russisch oder arabisch: Wir freuen uns über das nächste Interview mit Edda Fahrenhorst und Christoph Morlinghaus mit einem spannenden Portal und zwar deutschland.de, betrieben von der FAZIT Communication in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt!

Mit herzlichem Dank an Redakteurin Tanja Zech hier das gesamte (Kurz-) Interview:

Deutschland. Sie bekommen Zutritt zu besonderen Orten und packen die Kamera nur aus, wenn es um die ganz große Sache geht: Edda Fahrenhorst von der Agentur Fotogloria und Fotograf Christoph Morlinghaus haben 2016 das Fotoprojekt „Superlative – Made in Germany“ begonnen.

Frau Fahrenhorst und Herr Morlinghaus, was möchten Sie mit Ihren Bildern vermitteln?

Fahrenhorst: Mit dem Projekt „Superlative – Made in Germany“ wollen wir einen aktuellen fotografisch-künstlerischen Blick auf den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stand Deutschlands werfen. Wir nähern uns dem Thema von vielen Seiten, fotografisch maximal anspruchsvoll, dabei aber nie mit dem Anspruch auf Vollständigkeit.

Welche Auswahlkriterien haben Sie?

Fahrenhorst: Wir folgen einem Themenkatalog, den wir in Bereiche wie Energie, Logistik, Kultur, Landwirtschaft oder Religion unterteilt haben. Mittlerweile haben wir 35 Superlative fotografiert. Sie fügen sich langsam zu einem großen Gesamtbild zusammen.

Morlinghaus: Ich fotografiere für das Projekt ausnahmslos mit der Großbildkamera auf 8×10“ Farbnegativfilm. So kann ich es fotografisch mit Größe aufnehmen: Je größer der Ort und je komplexer die Bildebenen, desto lieber.

Welche Superlative beeindruckten Sie bisher am meisten?

Morlinghaus: Ganz klar der Operationssaal in der Helios-Endo Klinik in Hamburg. Wir durften im OP während der vielen und auch parallel laufenden Operationen fotografieren. Es war unglaublich, all die Sinneseindrücke zu verarbeiten und in einem Bild umzusetzen.

Wie geht es mit dem Projekt weiter?

Fahrenhorst und Morlinghaus: Wir freuen uns auf die Ausstellungspremiere Ende Mai auf dem Fotofestival „horizonte zingst“. Und wir arbeiten weiter an dem Projekt – es gibt noch sehr viele großartige Superlative! Für Ideen sind wir offen.

Und hier geht es zum Original: https://www.deutschland.de/de/topic/kultur/superlative-made-in-germany-ein-gigantisches-fotoprojekt

 

*Das Fotoprojekt Superlative – Made in Germany ist ein freies fotografisch/künstlerisches Fotoprojekt – der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

** HIER geht es zur Superlative-Website und HIER zum Superlative-Blog.

 

 

fotogloria wünscht: FROHES FEST

Wir wünschen allen fotogloria-Freunden, Geschäftspartnern und Kollegen eine zauberhafte Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein glückliches, gesundes und großartiges Jahr 2018!

Wir sind gespannt, was das neue Jahr bringen wird und freuen uns auf neue Projekte, Aufgaben und Kooperationen!

P.S.: Das Bild hat Christoph Morlinghaus im Rahmen unseres Projektes Superlative – Made in Germany bei Hermes Fulfilment – dem größten e-commerce Warehouse Deutschlands – fotografiert!

»Superlative – Made in Germany« im Fernsehen – Autorin Johanna Lepère im Gespräch

An einem Tag im September klingelte bei uns das Telefon, das Fernsehen war dran. Genauer gesagt: Fernsehautorin Johanna Lepère, die im Netz auf die Superlative aufmerksam geworden war. Und nun fragte, ob wir Lust dazu hDätten, dass sie einen Beitrag über unser Projekt dreht.

Was darauf folgte, war eine spannende und aufregende Zeit, in der wir sehr viel telefonierten, uns besprachen, organisierten, terminierten und letztlich Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus dann Hauptperson und das fotogloria-Team Zaungäste bei dem Dreh sein durften.

Der Beitrag wurde dann übrigens im Rahmen des NDR-Magazins DAS! gezeigt und drehen durften wir bei Aurubis in Hamburg, Deutschlands größtem Kupferproduzenten und -Recycler und bei der Tagesschau, Deutschlands erfolgreichster Nachrichtensendung (bei der wir dann natürlich sofort die Gelegenheit ergriffen und fürs Projekt fotografiert haben).

Wir haben Johanna Lepère gebeten, uns ein paar Fragen zu ihrer Arbeit zu beantworten:

Bitte stelle Dich und Deine »Mission« vor – wer bist Du, was ist Dein Job und warum machst Du genau diesen?
Ich bin Fernsehautorin bei den Vorabend-Magazinen des NDR. Hier arbeite ich insbesondere für die Sendung DAS!, die mir bei meinen Themen viel Spielraum lässt. Genau das liebe ich an meiner Arbeit: gestern noch mit Playmobil-Figuren das Thema Grundeinkommen in Bildern inszeniert, heute schon mit Christoph Morlinghaus und Team bei Aurubis unterwegs. Ich lerne fast täglich großartige Menschen und spannende Orte kennen.

Wie bist Du auf das Superlative-Projekt aufmerksam geworden und was hat Dich daran gereizt?
Über das Superlative-Projekt bin ich bei Facebook gestolpert und war sofort fasziniert von den gigantischen Fotos. Insbesondere die Tiefe darin und die merkwürdige Verlassenheit der fotografierten Orte hat mich angesprochen.

Wie bist Du inhaltlich an das Thema rangegangen?
Für mich ist immer besonders wichtig, ausführlich mit allen Projektbeteiligten zu sprechen und zu erfahren, was sie antreibt, wie es zu der Idee der Reihe »Superlative – made in Germany« kam. Und dann sind das Kamerateam und ich natürlich immer gerne so nah wie möglich an der Arbeit dran, um situative O-Töne einzufangen und zu sehen, wie Christoph Morlinghaus arbeitet. Über die Drehs bei Aurubis und der Tagesschau hat das wunderbar funktioniert. Ein abgesetztes Interview, das sich im Off über Sequenzen mit Christoph legen lässt, rundet das Ganze dann ab.

Wie viel Arbeit und vor allem auch welche steckt in dem dreieinhalb-Minuten-Beitrag?
Viel telefonieren, viel organisieren, sich sorgfältig Gedanken darüber machen, welche Fragen ich in welcher Situation stellen möchte. Das in diesem Fall massig vorhandene Drehmaterial sichten und kategorisieren, die besten O-Töne von Christoph raussuchen, die Bilder nach Einstellungsgröße und Tonqualität ordnen. Musik auswählen, die die Cutterin und ich dann im Schnitt unter den Beitrag legen. Sich ein Schnittkonzept überlegen: Wie will ich die Geschichte erzählen? Wann kommt welche Information in Bild und Text? Dann ab in den Schnitt. Dort vier Stunden lang mit der Cutterin Bild, meinen schon vorher skizzierten Sprechertext, Musik und Effekte zusammen setzen. Abnahme mit dem Redakteur, hier gibt es möglicherweise Korrekturen an Text und Schnitt. Der letzte Schritt: In der Mischung meinen Sprechertext einsprechen. Der Mischer bringt die Tonspuren ins richtige Verhältnis zueinander. Fertig! Insgesamt steckt in den 03:40 Minuten Beitrag dann bestimmt eine Woche Arbeit.

An welcher Geschichte arbeitest Du aktuell?
An einem Beitrag zum Thema Grundeinkommen. Dazu habe ich ein sehr spannendes Interview mit einer Grundeinkommens-Gewinnerin von der Plattform mein-grundeinkommen.de geführt.

Und zuguterletzt: Gibt es ein Thema, das Du schon immer mal realisieren wolltest?
Eine Dokumentation zum Thema „Was kommt nach #metoo?“

*HIER geht es zur NDR-Mediathek und zu unserem Bericht.

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Edda Fahrenhorst und Mike Gamio und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

***Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

fotogloria kann: PROJEKTMANAGEMENT

Wir sind darin erprobt, komplexe Aufgaben fotografischer und organisatorischer Natur zu bewältigen, denn wir sind erfahren in unserem Handwerk. Mit sorgfältiger Planung, Geduld und der nötigen Flexibilität realisieren wir sowohl langfristige, als auch internationale Projekte mit einem oder mehreren Fotografen. Oder beides zusammen. Lassen Sie uns Ihre Ideen wissen – wenn sie machbar ist, sind wir dafür die Richtigen.

Was heißt Projektmanangement im Zusammenhang mit Fotografie?
In unserem Fall heißt das, dass wir – neben der »normalen« Fotografen und -Shooting-Vermittlung – auch sehr gerne komplexe und längerfristige Aufgaben für unsere Kunden planen. Für eines unserer umfassendsten Projekte haben wir etwa für den Deutschen Industrie- und Handelskammertag realisiert – es galt rund 100 Berufe in anderthalb Jahren zu recherchieren, zu terminieren und letztlich zu fotografieren. Das braucht neben einer hervorragenden Organisation Geduld, hin und wieder Spontanität und vor allem eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.
Komplexe Aufgaben schrecken uns also nicht. Im Gegenteil: Sie spornen uns an, fordern uns heraus und bringen uns zu allem Überfluss Spaß.

Wenn ich nur eine vage Projektidee habe, könnt Ihr mir bei der Ausformung derselben behilflich sein?
Gerne, das können wir mit am Besten. In den vielen Jahren in der Branche haben wir nämlich eines besonders gut gelernt: Wir können zuhören. Und anschließend das Gehörte in eine machbare Form bringen.

Was genau bietet Ihr denn in punkto Organisation und Administration an?
Das Rundum-Sorglos-Paket: Wir kümmern uns um die komplette Organisation, Terminierung, Rechteklärung, Shootingorganisation, Abrechnung und alle geschätzten tausend Kleinigkeiten, die es rund um ein reibungsloses Projekt zu bewältigen gilt.

Eine letzte Frage: Entwickelt Ihr auch eigene Ideen für Projekte?
Ja. Mit Leidenschaft– dürfen wir mit einer Idee an Sie herantreten? Kurze Nachricht genügt und wir werden versuchen, Sie zu überraschen.

 

*Sie suchen jemanden, der Ihnen bei einem komplexen fotografischen Projekt mit Rat, Tat, Geduld und Know-How beiseite steht? Und jemanden, der auch eigene Ideen beizusteuern weiß? Dann sind Sie bei fotogloria Projektmanagement richtig: info@fotogloria.de oder +49 (0)40 609 42 906 -0!