Archiv der Kategorie: Fotografen

#FacesOfPhotography – Teil 61: Berthold Steinhilber aus Stuttgart

Berthold Steinhilber aus Stuttgart hat sich in den vergangenen Jahren mehrere fotografisch-finanzielle Standbeine geschaffen. Mit der Krise sind gleich mehrere davon ins Wanken geraten – was ihn dazu bringt, ganz grundsätzlich und laut bei den #FacesOfPhotography über mögliche künftige Modelle nachzudenken:

Wie geht es Dir?
Es muss – dem hiesigen süddeutschen Idiom nach übersetzt bedeutet dies, den Umständen entsprechend gut oder es könnte deutlich schlimmer sein. Meine Fotografenseele sagt, die Lage ist aussichtslos, aber ich bin voller Hoffnung.

Persönlich gibt mir die Coronakrise viel Stoff zum Nachdenken. Wir sind in einem Lebensabschnitt, in dem wir uns um unsere kranke Eltern kümmern. Beide Mütter sind Pflegefälle, die Geschwister und wir hatten vor allem zu Beginn der Krise sehr viel Angst um sie. Die Angst schwindet etwas und wir arrangieren uns mit einer Kombination aus Hygiene und Abstandsregeln, die ein Zusammenleben wieder zulässt.

Ich konnte die letzten Wochen auch immer das Haus verlassen, die 10 Minuten zum Atelier rübergehen und dort am Rechner weiterarbeiten und zum Glück konnte ich auch immer wieder in meinen geliebten Wald. Ein Ritual beim Heimkommen war, auf dem Balkon stehend über die stille Innenstadt von Stuttgart zu schauen und dem allabendlichen Vogelkonzert zu lauschen. Eine solche Stille gab es noch nie in dieser Stadt. Das ändert sich gerade wieder.

Ich war allerdings die letzten Wochen nicht im Stande, mich fotografisch mit der Coronakrise auseinanderzusetzen. Es gab auch Aufrufe meiner Agentur laif, aber weder Bilder von Menschen mit Masken, leere Innenstädte noch abgesperrte Kinderspielplätze waren für mich persönlich Bilder, die ich hätte machen können. Sie zeigen mir eine Gegenwart, aber diese Krise öffnete für mich Abgründe, für die ich im Moment weder Worte noch Bilder habe.

Col de la Bonette aus dem Buch „Passbilder – Landschaften der Alpenpässe“.

Was hast Du seit Beginn des Shutdowns beruflich erlebt?
Bei mir wurden schon Ende Februar die ersten Aufträge storniert oder zurückgestellt. Im ersten Quartal fotografiere ich normalerweise sehr viele Corporate-Aufträge für Stiftungen und Unternehmen (Portraits), die mir einen Großteil meines Einkommen aus Aufträgen einbringen. Anfangs der Coronakrise wurde die Aufträge noch in den Sommer verlegt, aber mittlerweile wurden alle für dieses Jahr abgesagt. Bebildert werden diese mit dem Material der letzten Jahre. Ich kann die Entscheidungen der Verantwortlichen sehr gut nachvollziehen, es bleibt ihnen auch gar nichts anderes übrig, der finanzielle Ausfall lässt sich aber garantiert nicht stopfen.
Ich habe vor Jahren schon angefangen, meine Einkommensquellen auf mehrere Standbeine zu verteilen. Das ging bisher sehr gut, wobei jetzt doch mehr Beine als erwartet schrumpfen und schwanken. Da werde ich bei dem ein oder anderen ordentlich was unterlegen müssen.

Woran arbeitest Du zur Zeit?
Ich arbeite wie immer an (viel zu) vielen eigenen Themen. Ich skizziere mal drei davon, wobei eines noch im Anfangsstadium ist und ich es als solches unter „ungelegte Eier“ einsortiere.

Ich fotografiere Menschen, die sich sehr viel Gedanken machen, woher unser Essen kommt, wie es produziert wird, wie es um das Wohl von Mensch und Tier steht. Es sind alles Einzelkämpfer und ich bewundere ihr Tun und wir sollten ihnen mal zuhören und schauen, was sie machen. Interessanterweise verdiene manche von ihnen während der Coronakrise besser als vorher. Sie scheinen also etwas richtig zu machen. Ihre Kritiker aus der Industrie sagen oft, das wäre doch ein Rückschritt. Manchmal ist ein Schritt zurück genau dann richtig, wenn die nächsten beiden Schritte in den Abgrund führen würden. Es kommt nicht darauf an, dass man stur immer weiter macht, sondern sich den Weg, den man gehen will genauer anschaut und es der Richtige ist.
Wie beim Bergwandern. Da kannst du auch nicht nur geradeaus und immer weiter nach oben gehen, die Topographie gibt dir den Weg vor.

Das führt mich zum nächsten Projekt. Ich fotografiere seit 2018 eine sehr schöne Landschaftsgeschichte in den Alpen, die 2021 als Buch veröffentlicht werden soll. Ich hoffe, dass ich im Juli wieder fotografieren und im Zeitplan bleiben kann. Sobald die Grenzen in die Alpenländer offen sind, kann ich loslegen. Ob das so klappt, wird sich zeigen. Genügend Abstand zu meinen Mitmenschen hätte ich dann sicherlich.

Das dritte Projekt ist eine Mega-Mammut-Projekt über unser Land und ist in dieser Phase das „ungelegte Ei“. Das Projekt wird so umfangreich werden, dass ich auch die dazugehörige datenintensive Website des Projekt selber gestalten will. Ein kompletter Wahnsinn.
Dazu habe ich die Corona-Zwangspause genutzt, um mich erst einmal in die technischen Finessen von WordPress und Datenbankwissen einzuarbeiten. Mit diesem Wissen habe ich parallel meine Website selber neu gestaltet und umgestellt.

Dann bastle und löte ich wieder an einigen Lampen, mit denen ich meine Lightworks Bilder beleuchte – ich brauche da für ein noch wieder anderes Thema noch eine spezielle Lampe und hatte mir bisher nie die Zeit dafür nehmen können, die mal zu bauen. Jetzt werde ich sie testen und kann sie dann einsetzen.

Portraits in Zusammenarbeit mit dem Künstler Emeka Ogboh, Kunsthalle Baden-Baden.

Was bedeutet die Krise Deiner Meinung nach für die gesamte Fotobranche?
Ein heftiger Einschlag, der Rauch hat sich noch nicht gelegt, der Schaden lässt sich momentan nicht genau beziffern, die Orientierung fällt noch schwer und Auswege sind nicht auszumachen. Nicht jeder ist gleichermaßen davon betroffen, das macht die Sache keinesfalls einfacher. Wohl dem, der vorsorgen konnte. Die Event- und Reisefotografie liegt am Boden, Portraitfotografen nehmen ihre Arbeit langsam wieder auf, ein Teil der Pressefotografen hat gut zu tun, dem Großteil der Fotografen geht es aber miserabel. Und keiner weiß, ob es nicht eine zweite Welle im Herbst-Winter geben wird.

Ich weiß, dass unsere Lobby in dieser Krise nicht größer wird und sie momentan nicht einmal mit dem besten Makro-Objektiv abzubilden ist.
Man kann nur gebetsmühlenartig und zum x-ten mal appellieren, ähnlich einem Ave-Maria oder Mantra, mit der Hoffnung, dass die vielen Wiederholungen helfen: kauft bei den richtigen Leuten ein, bezahlt sie angemessen und gerecht und verhindert Dumping-Preise, damit die Fotografie am Leben bleibt.

Wie kommt man aus der Krise, was wäre ein sinnvoller Weg? Wo soll man anfangen? Wer könnte anfangen?
Ein Konjunktur- und Förderprogramm für Fotografen? Klingt komisch, aber warum nicht. Wie bei den Landwirten. Vielleicht sogar europaweit, Solidarität für unsere europäischen Kolleg*innen. Oder Stipendien für Newcomer und erfahrene Profis gleichermaßen. Themen die relevant sind, gibt es genug. Eine Kulturnation könnte das stemmen. Natürlich würde das den Verlust nur lindern, wäre keine All-in-one Lösung, aber irgendwo kann man ja anfangen.

Ist eine Form von Mindestlohn bei Aufträgen denkbar, aufgeschlüsselt nach Kriterien ähnlich der MFM Liste, ausgehandelt von den Berufsverbänden inkl. den ausgewiesenen Abgaben der Auftraggeber an die Künstlersozialkasse?
Wäre das anfangs machbar, wenn es sich bei den Auftraggebern um Bund, Länder, Anstalten des öffentlichen Rechts, Universitäten etc. handelt? Gefolgt von der Wirtschaft im zweiten Schritt. Würde das die Abwärtsspirale abbremsen? Die Microstockagenturen aus den USA hätten das Nachsehen, es gäbe heftigen Widerstand aus vielen Ecken, aber für viele Freischaffende Planungssicherheit und eine erste Form von Grundsicherung. Die Preise nach oben für mehr Qualität, Aufwand oder Exklusivität würden bestehen bleiben.

Alles sinnlose Gedankenspiele? Lehrt uns die Krise etwas, finden wir Auswege?

Was bedeutet Dir die Fotografie?
Sie ist meine Sprache. Die Fotografie ist ein magisches Medium, etwas einzigartiges, das nur sie kann.
Noch nie zuvor in der Geschichte schauten Menschen sich so viele Bilder an. Es muss also etwas geben, dass sie fasziniert. Das Wissen um die unglaubliche Anzahl an Bildern, die jeden Tag im Netz hochgeladen werden, diese enorme Bilderflut ist ein kaum lösbares Problem, nicht mehr überschaubar. Ist es vielleicht nicht eher ein Problem des Konsums, des Umgangs und der Verarbeitung von Daten, als eines der Fotografie an sich? Die Faszination und das Interesse an der Fotografie ist da. Das Konsumieren und den Preisverfall müssen wir in den Griff bekommen. Da müssen wir ansetzen um Ideen zu entwickeln.

Eimerkettenbagger Mad Max, Ferropolis, Deutschland.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zukunft?
Der ist eigentlich in diesen Zeiten komplett irrelevant. Der Virus wird so schnell nicht verschwinden, vielleicht erst dann wenn ein Impfstoff für alle verfügbar ist. Im Kopf aber wird die Corona-Krise bei vielen länger dableiben und wir müssen wohl lernen, mit den Folgen zu leben.
Die Gedanken, die viele Menschen in der Bevölkerung im Moment haben, dass es ein „weiter so“ eigentlich gar nicht mehr geben kann oder geben darf, fällt hoffentlich auf fruchtbaren Boden.

Natürlich wünsche ich mir, dass die Wertschätzung für Fotografie wie oben beschrieben an Bedeutung gewinnt. Das ist aber hypothetisch. Das wird nicht einfach so passieren, da bedarf es an Handlung.

Könnte sie so aussehen wie oben skizziert? Ich weiß es nicht, ich hätte auch noch weitere Ideen, wie das gelingen könnte. Allein ist es aussichtslos, verpuffte Energie. Ich kann meine Parameter und Preise für mich abstecken, das geht, dafür reicht die Power.

Ich bin Fotograf, allein, Einzelkämpfer, der seine Zeit und Energie sowieso schon einteilen muss und sich dann eher für die fotografischen Themen entscheidet. Ich weiß, das ist ein Grundsatzproblem unter den Fotografen und Künstlern. Austausch ist wichtig, aber lösen werden wir das nicht, wenn wir uns nur einmal zum Corona-Bier mit Mundschutz treffen.
Aber eines ist auch sicher, das sage ich aus voller Überzeugung: We Never Surrender…

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#FacesOfPhotography – Teil 49: Dominik Asbach aus Duisburg

Dominik Asbach hat noch kleinere redaktionelle Aufträge und er rechnet damit, dass die große Wirtschaftskrise erst noch kommt. Darüber und über mehr haben die #FacesOfPhotography mit ihm gesprochen:

Wie geht es Dir in dieser sonderbaren Zeit und womit verbringst Du Deine Tage?
Mir und meiner Familie geht es gut, wir sind gesund. Aber die ganze Situation geht uns tierisch auf den Senkel. Wir gehen aktuell in die neunte Woche mit Homeschooling, dass zerrt an den Nerven. Immerhin geht meine kleine Tochter jetzt ein mal pro Woche für 3 Stunden wieder in die Schule. Die große macht gerade Abi, da war auch länger nicht klar, wie das ablaufen soll.

Die journalistischen Aufträge gehen noch reduziert weiter, allerdings nur noch Corona-Themen wie Heinsberg, Homeschooling , Klopapier-Produktion oder Missstände in Altenheimen. Für die Zeit des Shutdowns habe ich einen syrischen Flüchtling portraitiert, zum Übersetzen war dessen Sohn dabei. Also haben wir uns zu dritt in einem Park getroffen und mussten aufpassen, dass uns die Polizei nicht sieht. Ganz komisches Gefühl, dass so ein Termin illegal sein soll.

Aufträge für Unternehmen kommen fast gar keine mehr rein, aus Agenturen habe ich gehört, dass deren Kunden Budgets streichen. Die große Wirtschaftskrise kommt erst noch.

Ich nutze die freie Zeit aber auch, um freie Arbeiten zu planen, ein Portraitprojekt habe ich schon mehrere Jahre im Kopf, jetzt ist Zeit es zu konkretisieren. Außerdem habe ich mein Archiv aufgearbeitet. Was mir am meisten fehlt ist das regelmäßige Eintauchen in fremde Welten.

Wenn alles normal wäre, wie würden Deine Tage  aussehen?
Mir wurden einige Aufträge abgesagt, unter anderen hätte ich Fußballfans vor Stadien an Spieltagen fotografieren sollen – geht natürlich nicht. Alle Aufträge, wo mehrere Menschen zusammen gekommen wären finden nicht statt. Und das wird wohl noch lange so bleiben.

Was denkst Du: Was wird sich für die Branche mit der Krise verändern?
Ich habe die große Sorge, dass durch die Krise die Honorare noch weiter gesenkt werden. Bei einigen Verlagen und Agenturen gibt es ja schon Kurzarbeit, da werden die Kaufleute versuchen auch bei den Dienstleistern weiter zu sparen.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die neue Normalität?
Ein großer Wunsch ist es, dass die Wertschätzung für Fotografie nicht noch weiter sinkt. Wir waren da schon vor Corona auf keinem guten Weg.

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#FacesOfPhotography – Teil 47: Claus Morgenstern aus Mannheim

Claus Morgenstern gehört zu den wenigen Fotografen, die schon vor zweidrei Wochen einen Job fotografieren durften – worüber er dabei nachgedacht hat und wie er die Entwicklung der Branche sieht, hat er den #FacesOfPhotography verraten:

Wie geht es Dir?
Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Ich habe viel Zeit darauf verwendet, einfach mal nichts zu tun. Diese erzwungene Entschleunigung empfinde ich als mittlerweile sehr entspannend. Ich bin ja sonst immer der Hansdampf in allen Gassen.

Du bist einer der wenigen Fotografen, die schon vor zweidrei Wochen einen Job fotografieren konnten – wie hat sich das nach dem Shutdown angefühlt?
Dieses Projekt fotografiere ich seit bereits schon sechs Jahren. Es war bereits ab Tag eins der Pandemie klar kommuniziert, dass wir es – sobald möglich – umsetzen werden. Ich bin sehr glücklich das sich dieser Kunde auch in schlechten Zeiten so klar positioniert und auch gewillt ist, im Zweifelsfall mehr Mittel in die Hand zu nehmen, um eben auch in schweren Planungsphasen Fotoshootings umzusetzen. Das macht mir wieder deutlich, wie wichtig es ist eben nicht nur Dienstleister zu sein, sondern eine Beziehung mit seinem Gegenüber aufzubauen.

Konntest Du bei dem Shooting Veränderungen feststellen?
Der Kontakt mit den Protagonisten war zuerst sehr befremdlich. Kein Händeschütteln, keinerlei Berührung. Man fängt an darüber nachzudenken, ob man nun das Glas Wasser annimmt, stehen lässt oder doch lieber auf die eigene Flasche zurückgreift. Es sind die Zwischentöne die einem immer wieder aus der schnell entstehenden Routine reißen.
Ich hatte für den Job das Glück, durch ganz Deutschland reisen zu dürfen. Was mir aufgefallen ist, war der Zustand, in dem sich unser Land gerade befindet: Leere Straßen, alle Geschäfte geschlossen. Es war befremdlich, diesen Stillstand visuell so geballt mitzubekommen.

Wird sich in der Fotografie künftig generell etwas ändern?
Bewegtbild kommt ja seit Jahren auch immer mehr in den Fokus und es wird immer mehr versucht, an einem Tag möglichst viel Foto und Bewegtbild zu produzieren. Ich würde mir wünschen, dass sich eine richtige Vorstellung von dem entwickelt, was überhaupt alles an einem Arbeitstag (der ja locker zehn Stunden hat) leistbar ist. Kreativ zu arbeiten kostet ja doch mehr Kraft als sich manch einer vorstellen kann. Die – ich nenne es mal überspitzt – Tanz-Affe-Tanz-Mentalität nimmt hoffentlich etwas ab.

Und wird sich in der Branche etwas ändern?
Ich denke, dass der Markt nun gesehen hat, wie wichtig immer neue und frische Bilder sind. Ich denke aber auch, das wir jetzt alle sehr stark auf unser aller Wohl achten müssen. Zum einen spüren natürlich alle den Druck, das Geschäft wieder zum laufen bringen zu müssen. Jeder muss aber dabei selber wissen, in wie weit er unseren sowieso schon sehr Konkurrenz getriebenen Markt aufreissen möchte oder ob doch ein Verständnis für Zusammenhalt entsteht. Verbände und Institutionen wie der BFF, BVDW, BVPA und andere sind hier doch treibende Kräfte.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die neue Normalität?
Ich würde mich sehr gerne an dieses Gefühl von Zeit gewöhnen dürfen. Mehr komplett geplante Shootings umsetzen, mit klareren Strukturen und einem Zeitplan, in dem dann doch auch Überraschungen passieren können. Damit man eben dem Kunden auch noch mehr zeigen kann, was alles möglich ist. und eben nicht nur das Briefing abgearbeitet wird. Kurz gesagt: Ich werde auch weiterhin immer die 110 Prozent abliefern!

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#FacesOfPhotography – Teil 46: Hollis Bennett aus Nashville

Zur Zeit baut Hollis Bennett sich ein neues Büro. In seinem Garten, nach eigenem Entwurf. Ansonsten bereitet er sich auf die fotografische Zeit nach dem Shutdown vor – den #FacesOfPhotography erzählt er davon:

How are you in these strange times?
Things are good, all things considered. Everyone in my family is healthy, the weather has turned nice and in fact, we’re having the best spring in recent memory.

If we weren’t in crisis, what would you be working on?
I would be working on establishing myself even more as a stills and motion director and hopefully working on a few campaigns.

What are you working on instead?
I’ve been working around the house tending to things that need to be fixed. I also built a new office space in my backyard. In addition, I helped start a non-profit rugby centric organization. We’ve already raised 10’s of thousands of dollars that will go towards mental health awareness and support inside the rugby community.

Is it already clear what the crisis means for photography industry in Tennessee and the US?
Its about as clear as anywhere – we’re on full shut down and everyone is moving through the different stages of this – at first fear and now its just frustration and the desire to just be doing SOMETHING.

Do you think that ways of seeing and visual languages will change against the background of the crisis?
100 percent – there is no way that can not. More so, the way images are produced will change and possibly forever. It used to be clients telling you they needed a certain amount of shots in a certain time and heres the fixed budget – go make it happen.  NOW, clients are coming to me looking for answers and wanting to know what is even possible.  Me and my team have been hard at work implementing practices and protocol to make sure that when we can get back to work we’re doing it safely, responsibly and legally.

What is your personal photographic wish for the time after the crisis?
I just want to be able to go out into the world and connect with individuals on a one on one basis and help tell stories.  I don’t want to ever see another virtual meeting for an ad either…

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#FacesOfPhotography – Teil 45: Thomas Kierok aus Berlin

Freie Projekte mit Menschen sind ein großer Teil der Arbeit von Thomas Kierok. So auch sein neues Thema, das in der Zeit des Shutdowns entstanden ist: »ONE«.
Den #FacesofPhotography erzählt er, wie es dazu gekommen ist – aber auch, warum er nicht nach einer Zeit nach der Krise glaubt:

Wie geht es Dir?
Nachdem auch bei mir am Anfang der Pandemie innerhalb von wenigen Tagen alle Fotoaufträge und Workshops  bis August abgesagt wurden, bin ich emotional in ein kleines Loch gefallen. Dann habe ich die Balance zwischen Arbeit und Homeschooling mit meinen beiden Söhnen ( 11 und 14 Jahre) ganz  gut gefunden. Meine Produktivität und Effizienz ist in der Arbeit allerdings in der letzten Wochen massiv gesunken. Anfangs wunderte ich mich über meine neue Langsamkeit und Gelassenheit. Jetzt ist es schon fast zu einer neuen Gewohnheit geworden. Freunde treffe ich auf ausgedehnten Spaziergängen oder Radtouren durch das menschenleere und leise Berlin und Brandenburg.

Du hast die Krise zum Anlass für eine freie Arbeit genommen: Warum und woran arbeitest Du?
Nachdem viele „Office“ Projekte wie der Relaunch meiner Website abgeschlossen waren, entstand die Idee zu meinen neuen Fotoprojekt „ONE“. Im letzten Jahr ist mein Fotobuch „Hundert“ im Knesebeck Verlag erschienen Hundert Menschen, einen für jedes Alter zwischen 1 und 100 habe ich fotografiert und in ihren Gesichtern den Zeichen der Zeit nachgespürt. Die ausdruckstarken Porträts werden von sieben Kapiteln über das Besondere des jeweiligen Lebensalters begleitet, über die Erfahrungen, die wir sammeln, unsere Begegnungen, die Träume, Hoffnungen und Wünsche, die wir hegen. „Hundert“ zeigt, dass jedes Alter seine Schönheit hat.
Die Fotografien für „ONE“ sind während der Ostertage in Berlin entstanden. Porträtfotografien von Menschen mit Sicherheitsmasken. Ähnlich wie „Hundert“, diesmal allerdings mit Tageslicht, geöffneten und geschlossenen Augen. „Damals“ trugen noch nicht viele Menschen diesen Schutz, weshalb ich auf Wochenmärkten und Supermärkten fremde Menschen in Berlin Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Neukölln ansprach und fotografierte.
Die Sicherheitsmaske ist für mich das Symbol für die Covid 19 Pandemie und das Jahr 2020. Die Fotografien und der Titel „ONE“ zeigen die Einzigartigkeit und Verbundenheit zwischen uns Menschen. Es war eine grosse kreative Freude die Fotografien von „ONE“ dann noch mit einer befreundeten Cutterin und einem Komponisten zu einem Video zu entwickeln. Das ist bisher mein persönliches fotografisches 2020-Highlight.

Wie sind die Menschen aus dem Projekt Dir begegnet?
Überraschenderweise haben fast alle angesprochenen Menschen sich gern fotografieren lassen. Zum einen fanden sie die Idee des Projektes ganz gut und wollten ein Teil des Ganzen sein. Gleichzeitig habe die Porträtierten sich glaube ich auch durch die Schutzmaske sicherer gefühlt.

Denkst Du, dass die Krise die Fotografie verändern wird?
Es freut mich zu sehen, wie viele Fotografen diese Zeit für eigene und  tolle Fotoprojekte genutzt haben. Diese in dieser Zeit entstandenen Fotografien werden in unser kollektives Gedächtnis eingehen.
Die Bedeutung der Fotografie als Zeitdokument wird aus meiner Sicht trotz der Massen von Fotografien zunehmen. Qualität und Kreativität wird sich durchsetzten und Bestand haben. Wie sich die Auftragsfotografie für mich als People- und Portraitfotograf verändern wird, ist für mich schwer zu sagen.
Wir als Fotografen sind auch verbunden mit dieser Zeit, der Gesellschaft und Wirtschaft. Wahrscheinlich wird es eher weniger als mehr Fotoaufträge geben. Die Honorare werden wahrscheinlich auch eher sinken als steigen. Umso wichtiger ist es neue und kreative Ideen und Konzepte als Einzelner und im Team umzusetzen.

Was ist Dein persönlicher, fotografischer Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Ich glaube nicht an eine Zeit nach der Krise. Das Leben ist permanente Veränderung und Krisen sind auch große Chancen, sich weiter zu entwickeln. Der Klimawandel, die soziale Ungerechtigkeit und auch die Covid-19-Pandemie betreffen die gesamte Menschheit. Jetzt ist diese sogenannte „Krise“ eine große Chance dringende Veränderungen einzuleiten. Wir sehen, das wir alle miteinander und mit der Natur verbunden sind. Deshalb können wir diese Veränderungen auch nur gemeinsam angehen und zu neuen Lösungen kommen. Das Projekte „ONE“ und meine freien Fotoprojekte sind das Herz meiner Fotografie. Die Freude, die ich als Jugendlicher, als Fotografiestudent und heute als Fotograf beim kreieren und realisieren von Fotografien und Projekte empfinde, möchte ich noch lange genießen. Für mich ist es eines der grössten Geschenke des Lebens Fotograf zu sein.

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Video zum Projekt ONE von Thomas Kierok
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*Das Foto von Thomas hat sein 11-jähriger Sohn Kolja Lev Dombrowski gemacht.

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#FacesOfPhotography – Teil 44: Christof Schmidt aus Zürich

»Das Leben ist nicht immer nur Pommes und Disco und schon gar nicht das Leben eines Berufsfotografen.« Und deshalb wünscht sich Christof Schmidt nach der Krise einen bewussteren Umgang mit der Auftragsfotografie. Worüber er in dieser Zeit sonst nachdenkt und woran er arbeitet, erzählt er bei den #FacesOfPhotography:

Was ist Dein fotografischer Schwerpunkt?
Seit meiner Kindheit bin ich Naturverbunden. Das liegt daran, dass ich in einer Gegend aufgewachsen bin, die umgeben ist von abenteuerlicher Landschaft. In einem kleinen Ort, in der Nähe von Rostock, im Recknitztal in Mecklenburg-Vorpommern. Da liegt der Grundstein für mein Interesse an Landschaft. In meiner Jugendzeit war ich dann oft mit meiner Spiegelreflexkamera unterwegs und habe Wiesen und Felder abgelichtet.
Später, nach der Fotografenausbildung, hat mir ein glücklicher Zufall meinen ersten Kunden beschert – als freier Assistent war ich somit in den Volkswagen-Fotostudios in Wolfsburg beschäftigt, damit war ein weiterer Schwerpunkt geweckt: die Automobilfotografie. Produktaufnahmen, Architektur und Werbeinszenierungen kamen später als weitere Schwerpunkte hinzu.

Wenn wir keine Krise hätten, woran würdest Du derzeit arbeiten?
Für einen freien Fotografen waren es vor Corona gefühlt auch schon Krisenzeiten… Mal läufts gut, mal weniger und jetzt gar nicht.
Meine Akquise vom Jahresanfang hätte sich auch eigentlich ausgezahlt: Eine größere Job-Anfrage trudelte ein paar Wochen vor dem Totalausfall rein. An dem Job hätte es größeren Aufwand gegeben hinsichtlich der Organisation, Umsetzung und Nachbereitung, damit hätte ich gut zu tun gehabt. Aber eben wurde es dann gecancelt.
Ansonsten bin ich zwischen meinen kleinen und grossen Aufträgen in den Bergen unterwegs und mache Landschaftsaufnahmen für eine Bildagentur in Hamburg.

Woran arbeitest Du anstattdessen?
Als Fotograf wird es ja nie langweilig. Bürokram und Equipment ordnen geht immer und ist schnell erledigt. Dinge die ewig vorweg geschoben werden, bekommen nun Aufmerksamkeit, wie das reproduzieren der gemalten Bilder meiner 5-jährigen Tochter. Oder sich mal selbst neu organisieren was das eigene Schaffen betrifft. Deshalb konnte ich nun auch Zeit investieren um meine Webpage komplett neu zu gestalten (ist aktuell fertiggestellt und online). Brandneu ist der integrierte Shop, über den ich mich besonders freue, meine Werke auch einem privaten Publikum zum Kauf zugänglich zu machen. Als Print für die heimische Wand mit Motiven wie Landschaft und Automobil.
Ansonsten arbeite ich fortlaufend an einem Projekt, das ich vor über einem Jahr begonnen hatte. LIGHTMOVE sind Fotoaufnahmen aus der Schweizer Bergwelt die ich mit einer Großformatkamera auf Filmmaterial fotografiert habe. Ganz speziell, weil es extreme Langzeitbelichtungen sind.

Was denkst Du: Wie wird sich die derzeitige Krise auf die Fotografie sowohl inhaltlich, stilistisch als auch wirtschaftlich auswirken?
Hätten wir eine Glaskugel, wäre diese Frage leicht zu beantworten. Ich weiss es nicht. Möglicherweise wird es Veränderungen oder ein Umdenken geben, wie diese aussehen wissen aber eher die Werber. Geworben und gekauft wird immer. Und es ist ja auch so, dass aus jeder Situation ein Geschäft geschlagen werden kann. Es geht einfach weiter, nur anders.

Wie schätzt Du die Lage insbesondere in der Schweiz ein?
Alles war von heut‘ auf morgen runtergefahren und große Sorgen machten sich schnell breit. Auftragsunterbrechung sind für viele Freelancer ein großes Problem, auch für mich. Für das sollte es aber finanzielle Unterstützung geben. Ich denke, die Lage wird sich schnell erholen, weil auch weiterhin Bild und Film benötigt werden. Erste Anfragen kommen auch schon ganz langsam rein. Auf jeden Fall wird es in nächster Zeit eine krasse Achterbahnfahrt werden.

Wie ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Um auf diese Frage einzugehen, entferne ich mich einmal und versuche die Dinge von außerhalb zu betrachten. Was hier vor ein paar Monaten passiert ist, zeigt eigentlich, wie sehr empfindlich und verletzlich das Dasein als Freelancer ist. Das Leben ist nicht immer nur Pommes und Disco und schon gar nicht das Leben eines Berufsfotografen. Deshalb wünsche ich mir, dass mit der Fotografie wieder bewusster umgegangen wird. Dass die Auftragsfotografie wieder mehr Wertschätzung bekommt. Dass die Honorare wieder angemessen steigen. Und dass die Entscheidungen für Auftragsvergabe sich nicht nur auf Zahlen beschränken. Aber vor allem, möchte ich mir mehr Zeit für meine landschaftlichen Fine Art Projekte nehmen.

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#FacesOfPhotography – Teil 43: Julia Hildebrand und Ingolf Hatz aus München

Das unendliche Gedankenkarussell setzte sich auch bei Julia Hildebrand und Ingolf Hatz mit Beginn der Krise in Gang. Mittlerweile aber feilen beide an freien Projekte und arbeiten an zwei Buchprojekten. Den #FacesOfPhotography haben sie von ihrer aktuellen Situation erzählt:

Was ist Euer fotografischer Schwerpunkt und wie arbeitet Ihr am Liebsten?
Wir kommen aus der freien Fotografie, haben uns 2008 zusammengetan um seriell und
künstlerisch fotografisch zu arbeiten. Durch unser Projekt 81,6 kg Food Art, welches sich mit
Lebensmittelverschwendung auseinandersetzt, haben wir den Bereich Food-Fotografie für
uns entdeckt. Seit 2015 ist das unser Schwerpunkt. Darüberhinaus arbeitet Ingolf am liebsten
dokumentarisch als Portrait- und Reportage-Fotograf für Unternehmen und Magazine. Ich bin
geduldige Still-Fotografin und entwickle am liebsten Konzepte mit Tiefgang.



Wie wirken sich die Krisenzeiten auf Eure Auftragslage und auf Eure Fotografie aus?

Einige Aufträge wurden abgesagt, andere kamen nicht zustande oder wurden bis auf
ungewiss verschoben. Wir haben das Glück für ein laufendes Buchprojekt die letzten
Aufnahmen im Studio gemeinsam fertigstellen zu können. Wobei Einkaufen aktuell eine
wirkliche Herausforderung ist. Das Kontaktverbot macht es zusätzlich schwer, inspiriert und
entspannt zu bleiben.

Wagt Ihr Euch an eine Prognose für Euer fotografisches Genre?
Unser Berufsbild verändert sich, nicht erst seit der Krise. Die Probleme werden nur verstärkt
sichtbar. Eine Prognose ist schwierig, es weiß niemand wie sich die Dinge wirklich verändern
und wann es wieder einigermaßen normal wird. Wie wird diese Normalität aussehen? Unser
Vorteil ist unser schönes Studio mit großer Küche und tollem Fundus im Keller. Wir können
auch weiterhin unkompliziert produzieren.

Habt Ihr Luft und Muße, diese sonderbaren Wochen für eigene Themen zu nutzen?
Nach anfänglicher Blockade und gefühlt unendlichem Gedankenkarussell gibt es
verschiedene Konzepte, an denen wir gerade feilen. Eines setzten wir bereits um Color Up
Your Life, etwas gegen zu graue Wolken in Krisenzeiten.
Ingolf ist außerdem am Projekt Aus.Zeit 2020 beteiligt, initiiert wurde es von der Agentur
Brandcom aus Köln und beschäftigt sich mit Menschen, Institutionen und Unternehmen die
von der Krise auf unterschiedliche Weise betroffen sind.

Aus dem Buchprojekt Aus.Zeit 2020 von der Agentur Brandcom: Das ist Daniel Hahn, Veranstalter und Wirt der besonderen Eventlocation „Alte Utting“ (ein Dampfer auf einer Brücke) in München.

Was macht das Nilpferd auf Eurem Bild?
Das ist einer unserer Studiobewohner. Besonders hilfreich beim Feierabendbier.

Was ist Euer fotografischer Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Wir wünschen uns, dass Wertschätzung und Solidarität nicht nur geflügelte Worte bleiben,
sondern die Menschen wirklich ihre Herzen öffnen und diese in allen Bereichen unserer
Gesellschaft auch gelebt werden.

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#FacesOfPhotography – Teil 42: Cecilia Aretz aus Hamburg

Dem mulmigen Gefühl angesichts der derzeitigen Lage setzt Cecilia Aretz die aktive Erweiterung ihres Portfolios und Gedanken zu einem neuen Projekt entgegen. Die #FacesOfPhotography haben mit ihr darüber gesprochen:

Cecilia, wie erlebst Du die derzeitige Krise?
Es sind gemischte Gefühle. Ehrlich gesagt genieße ich die Ruhe und Entspanntheit, die der Lockdown mit sich bringt. Auf der anderen Seite steht natürlich die Unsicherheit mit der Auftragslage und die Fragen wie jetzt alles weitergeht. Mit anzuschauen, wie viele Unternehmen gerade untergehen macht ein mulmiges Gefühl.

Wie ist es um Deine Jobs bestellt?
Meine ausstehenden Jobs wurden verschoben (Stand jetzt). Aber es ergab sich dann die Möglichkeit, Social-Media-Beiträge und Onlineauftritte zu fotografieren und zu filmen. Das hat Spaß gemacht und ist eine Richtung, die ich zukünftig auch in mein Angebot einbinden möchte.

Was kannst Du Positives aus der Zeit ziehen und woran arbeitest Du?
Abgesehen von den Social-Media-Beiträgen, die ich gerade fotografiere und drehe, recherchiere ich für ein freies Langzeitprojekt. Wann ich mit der Umsetzung beginnen kann ist derzeit noch unklar, da ich dafür sowohl auf Reisen gehen-, als auch mit Menschen in Kontakt sein werde. Ich hoffe sehr, dass ich dieses Jahr noch damit beginnen kann.

Wie denkst Du, was wünschst Du Dir, wie Dein Job nach der Krise sein wird?
Natürlich wünsche ich mir, dass es ganz bald wieder losgehen kann. Einige Jobs werden sicherlich für längere Zeit wegfallen, sich aber hoffentlich auch neue ergeben. Vielleicht müssen wir jetzt ein bisschen erfinderisch sein. Eine Krise bedeutet ja immer auch eine Chance.

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#FacesOfPhotography – Teil 41: José Colón aus Barcelona

@covidphotodiaries – so heißt das spanische Fotografenkollektiv, das seit 50 Tagen das Leben mit der Pandemie dokumentiert. Einer von ihnen ist José Colón, den #FacesOfPhotography erzählt er sehr offen, wie es ihm geht und welchen Blick er auf die aktuelle Lage hat:

What do we see in your photo?
It is a Self-portrait with ICS (Catalan Institute of Health) Barcelona primary care nurses after taking the temperature of a Covid-19 sick patient staying at the Melià Hotel in Barcelona.
Patients with Covid-19 discharged from hospital have been transferred to different hotels in Barcelona, including the Hotel Melià, to spend two weeks in confinement, before being able to return home. Once they arrive, sanitary and hotel personnel welcome and take a temperature before assigning them a room.

Spain has hard initial restrictions – how does your work work in practice?
True, Spain has had very severe restrictions from the beginning. The Spanish Government met with the Extraordinary Council of Ministers chaired by the President, Pedro Sánchez, and agreed to declare a state of emergency throughout the national territory, initially for a period of fifteen days, to address the health emergency caused by the COVID-19 coronavirus in Spain. 50 days have passed since yesterday, my feeling is the same, since the beginning of the coverage of the crisis, they are not giving us necessary and correct access to cover this historical situation. From the same government, public or private institutions, the slogan is the same. Limiting access to journalists and photojournalists is not a democratic system. In our daily practice, since the beginning of the crisis, we have had two fundamental priorities. The first would be security for the people we work with and two security for the people we live with. Access management, as he commented, is impossible. We have to move many contacts in order to be able to get access, whether to people or to institutions, today there are still some that were not achieved, as in my case access to hospitals! On the other hand , it is very difficult to achieve.

How do you manage to work and taking photos in this harsh reality?
The way to approach this reality is being very complicated, we are working at home, with people we know, who are, where and how they live, because it is our own society. In my case, I feel more calm, as my work is almost always done in Spain. I consider myself a local photographer. And if we talk about the emotional part, ufff. would be to go that I think go, to the psychologist! Is being very hard!

Is it already clear what the crisis means for photography industry?
It is clear that beyond the human tragedy, the coronavirus epidemic, or COVID-19, is having an impact on the economy, especially in the tourist habitat, but also in the photographic industry. A sector that, as part of the electronics industry, is dominated by Japanese companies and whose products are mostly manufactured on Asian soil. Examples such as the cancellation of the CP+ 2020, Japan’s leading fair for precautionary photography in the face of the epidemic. A similar measure tomoThe Photography Show or the American Nabshow, which have been cancelled or postponed. This is a global crisis. All this is just the industry, imagine the workers of this industry, there are few who are working, everything is stopped, in all fields and this is just a „snack“ of what is going to come because, right now, with the disease already widespread in much of the world (including Spain) we began to understand other consequences that directly affect the photography market. We are no longer talking about the unstoppable fall of the stock markets, but above all about the difficulties of working in the future.

Do you think that ways of seeing and visual languages will change against the crisis background?
I think, if everything will change we will see brutal creations. Crises sharpen ingenuity, creativity, art, culture, writing. I think in all disciplines we will see unique creations.

What is your personal photographic wish for the time after the crisis?
I hope that everyone, even if it is a little more, will become aware of others, that we will understand that if we do not have the collective union, either in the photograph or in the life that surrounds us. We won’t get anywhere. And let us be clear that, „this is just the beginning, our future,“ unfortunately, is what we have just lived, and we are living!

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#FacesOfPhotography – Teil 40: Meike Kenn aus Berlin

Meike Kenn aus Berlin ist in mehrere Projekte eingebunden und die ersten kleinen Fotojobs finden wieder statt. Dennoch bleibt die Sorge – trotz allen Optimismus‘ – dass die Krise einiges in der Fotobranche zum nicht unbedingt besseren verändern wird. Dazu und auf einige andere Fragen hat Meike den #FacesOfPhotography geantwortet:

Meike, wie geht es Dir?
Ich bin ganz guter Dinge, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich das Glück hatte, gleich die Soforthilfe zu bekommen, ich habe also keinen existenziellen Druck – bis jetzt. Aber ich schwanke auch zwischen guten und schlechten Tagen. Die unzähligen, teilweise sehr widersprüchlichen Informationen und die Unsicherheit, wie und wie lange das so weiter geht, sind schon herausfordernd zu bewältigen. Vielen Leute, auch aus meinem Freundes- und Familienkreis, geht es sehr schlecht gerade, vor allem auch psychisch. Die Isolation ist für einzelne Leute brutal. Das ist alles in allem sehr bedrückend.

Wenn wir keine Krise hätten, woran würdest Du derzeit arbeiten?
Eine Kampagne für eine Hörspielproduktion, das wäre genau jetzt und ist auf unbestimmte
Zeit verschoben. Dafür gehen aber andere, kleinere Zwei-Personen-Shootings gerade
wieder los. Ich fotografiere ja auch viele Schauspieler*innen und bildende Künstler*innen,
da finden jetzt die ersten Shootings wieder statt.

Woran arbeitest Du stattdessen?
Ich habe großes Glück und arbeite an sehr schönen, unterschiedliche Projekten. Zum
einen wurde ich eingeladen an der Online-Ausstellung „Contemplatio“ teilzunehmen:
eröffnet wurde am 30. April 2020 – in tolles Experiment in dieser Zeit und vor allem sehr
gut umgesetzt von Barbara Green und Adam Naparty.
Außerdem mache ich bei einem Buchprojekt Aus.Zeit 2020 von der Agentur Brandcom aus Köln mit, zusammen mit Kollegen wie Per Schorn, Jens Öllermann oder Viviane Wild. Es geht darum, Menschen und Institutionen abzulichten, die besonders schwer getroffen sind von der Krise, wirtschaftlich, psychisch, sozial. Noch kurz vor der Krise habe ich mich außerdem einer Gruppe von Fotografinnen angeschlossen, geleitet von Betty Fink. Wir arbeiten ein ganzes Jahr zusammen, treffen uns regelmäßig (momentan natürlich online) und werden demnächst mit einem Instagram-Kanal an den Start gehen.

Aus dem Buchprojekt Aus.Zeit 2020 von der Agentur Brandcom: Das ist Dominik Bausinger, Inhaber der „Welt Wirtschaft“, gehört zum Haus der Kulturen der Welt.

Wagst Du Dich an eine Prognose für die gesamte fotografische Branche?
Ich möchte optimistisch sein. Aber sicher würde jeder bestätigen, dass auch schon vorher
die Branche in der Krise war. Wird das jetzt noch schlimmer? Vielleicht werden einzelne
Bereiche stärker betroffen sein, als andere. Für die Magazin-Welt ist der ganze Spuk eine
totale Katastrophe, einige wird es vielleicht nicht mehr geben. Ich schätze die großen
Firmen kommen noch am besten weg, aber momentan ist ja irgendwie alles Spekulation.
Ich habe zum Glück keine fette Infrastruktur zu bedienen wie ein kostspieliges Studio oder
Angestellte – und deshalb auch nicht viel zu verlieren.

Wird sich eingedenk der Krisenerfahrungen die Fotografie generell ändern (müssen)?
Schwierige Frage, vermutlich wird sie sich ändern – wir sprechen ja von einem globalen
absolut einschneidenden Ereignis. Generell gibt es gerade ein großes Bewußtsein für die
Relevanz von Kreativen und Künstlern, für die Branche. Wie man ja an der Sofortzahlung
sieht. Dennoch stellt sich natürlich trotzdem die Frage, wer am Ende übrig bleibt. Und
vielleicht auch daraus resultierend, wie begehrenswert dieses Genre „Fotografie“ als
Beruf dann noch ist. Und welche Personengruppen, die dann ja wiederum auch eine
Bildsprache prägen, am Start sein werden. Kommen noch genauso viele junge Leute nach
wie vorher, sind es vielleicht mehr Frauen, weil es für Männer nicht mehr so attraktiv ist?
Welche Jobs werden überhaupt noch vergeben auf dem Markt? Wer springt darauf an?
Aber vor allem darf ja folgendes nicht passieren: dass Fotograf*innen nach der Krise noch
mehr ausgebeutet werden als vorher!

Was ist Dein ganz persönlicher fotografischer Wunsch für eine neue Normalität?
Weiterhin die Zeit zu haben, die ich jetzt habe für freie Projekte. Ich merke, dass sich
meine Herangehensweise ändert, dass ich andere Motive finde und ich mich nochmal neu
mit meiner Fotografie auseinandersetze. Ich wäre glücklich mit einem Grundeinkommen
und der Möglichkeit so weiter arbeiten zu können – ohne den Druck zu haben, jeden Job
mitnehmen zu müssen, der mich dann wiederum zeitlich daran hindert, die Dinge zu tun,
die mich wirklich weiterbringen. Was nicht bedeuten soll, dass ich nicht gerne arbeite, im
Gegenteil. Aber es gibt auch diese andauernde Anspannung, immer am Ball zu sein und
permanent auf dem Höhepunkt der Akquise. Ich wünsche mir, etwas von der Lässigkeit
gegenüber diesen Themen aus den heutigen Tagen mitzunehmen.

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