Archiv der Kategorie: Industrie

#FacesOfPhotography – Teil 60: Wolfram Schroll aus Hagen

Musik oder Fotografie – Wolfram Schroll aus Hagen hat sich für den Beruf des Fotografen entschieden, genauer gesagt für den des Industriefotografen. Was die Krise für ihn bedeutet, darüber hat er mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Wie geht es dir ?
Mir gehts gut. Wir wohnen ländlich und haben nette Freunde und Nachbarn um uns.
Sicher gab es auch einige schlechte Tage. Etwa der, an dem ich endlich kapiert hatte, das die Krise nicht in ein paar Wochen vorbei ist, sondern sehr lange dauern kann. Aber es soll keine Klage von mir kommen. Durch Kontakt zu spanischen Kunden hab ich gut mitbekommen, wie es im europäischen Ausland aussieht. Da sind wir in Deutschland gut aufgestellt, in fast jeder Beziehung. Ganz zu schweigen von anderen Teilen der Welt.

Was hast Du seit Beginn des Shutdowns beruflich erlebt?
Ende Februar bin ich von einem Auftrag aus Spanien zurückgekommen. Am zweiten März wurden alle kommenden Aufträge abgesagt, verschoben oder in Frage gestellt, 2020 wäre ein gutes Jahr geworden. Allerdings kamen dann auch wieder einige wenige Anfragen und auch Jobs.

Woran arbeitest Du zur Zeit?
Ein paar Aufträge habe ich, so in etwa alle 10 Tage einen Job, das beruhigt meine Nerven sehr. Ich werfe einen Blick in mein Archiv, habe jetzt aus Langeweile mit Instagram begonnen, versuche Davinci Resolve zu verstehen, lese englische Bücher, um mein altmodisches Schulenglisch zu verbessern und auf meiner Liste steht ein neues Showreel mit Videos aus den letzten Jahren.

Wird sich die Fotografie stilistisch / wirtschaftlich / inhaltlich generell mit der Krise ändern?
Das weiß ich nicht. Stilistisch und inhaltlich verändert sich die Fotografie ja immer, wirtschaftlich bestimmt. Wie diese Krise für die Wirtschaft ausgeht, können wir nicht ahnen, hoffentlich gibt es nur ein paar blaue Augen. Viele meiner Kunden arbeiten direkt oder indirekt für die Automobilindustrie. Da ist gerade Stillstand, ich meine echten Stillstand, viele Werke produzieren nicht. Geld wird bei jedem Etatgespräch eine stärkere Bedeutung haben.

Was bedeutet Dir die Fotografie?
Ich habe eine ganz klare Reihenfolge, meine Frau, meine Kinder, mein Beruf.
Wobei Beruf nicht das richtige Wort ist. Wahrscheinlich geht es den meisten kreativen Selbstständigen nicht anders, Beruf und Freizeit werden irgendwie Eins. Für mich ist es ein Lebensentwurf, so zu arbeiten und zu leben. Das es die Fotografie geworden ist, hat sich ergeben. Es gab früher eine Gabelung, entweder Musik oder Fotografie. Heute bin ich mit Fotografie sehr glücklich, sie gehört zu meinem Leben, ist Teil davon geworden. In den letzten Jahren habe ich mich auf Industriefotografie spezialisiert, das ist für mich das Allergrößte.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zukunft?
Einen ganz persönlichen Wunsch habe ich nicht. Ich bin ein 100% iger Auftragsfotograf.
Und die spannendsten Aufträge kamen immer unerwartet und überraschend.
Aber weil ich die Fotografie einfach liebe, tut es mir weh und schmerzt, wenn sie immer mehr unter die Räder kommt. Ich wünsche mir mehr Wertschätzung, einen respektvollen Umgang mit der Bezeichnung Fotograf*in. Und eine angemessene Honorierung wäre nicht schlecht. Ich selbst komme gut klar, aber was ich so höre, ohje. Wenn das so weitergeht, kann sich diesen Beruf irgendwann keiner mehr leisten.

Website von Wolfram Schroll
Instagram-Feed von Wolfram Schroll
LinkedIn-Kanal von Wolfram Schroll

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Wolfram aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 28: Christoph Papsch aus Bonn

Vorrausgesetzt, wir würden nicht inmitten der Corona-Krise stecken, dann wäre Christoph Papsch dieser Tage sicher in Industriehallen unterwegs. Da das aber jetzt wegfällt, ist er sehr viel mehr an der frischen Luft. Und macht das Beste daraus – er fotografiert zum Thema Borkenkäferbefall:

»In „normalen Zeiten“ fotografiere ich überwiegend für Unternehmen und die Industrie. Dabei stehen mir bei fast allen Jobs Menschen, Mitarbeiter, Unternehmer vor der Kamera. Durch die Corona-Krise sind in den letzten Wochen viele Aufträge abgesagt und geplante Produktionen erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Selbst „kontaktlose“ Jobs wie Luftaufnahmen oder Produktfotos werden derzeit nicht beauftragt.

So bleibt jetzt viel Zeit für freie Projekte und Dinge, die sonst liegen bleiben. Derzeit arbeite ich an einem Projekt über die Folgen des Borkenkäferbefalls in unseren Wäldern: Die riesengroßen Flächen Fichtenwald, die in den letzten Monaten gerodet wurden, sehen wir alle bei unseren Spaziergängen. Die Kulturlandschaft Wald verändert sich gerade enorm. Gleichzeitig werden nun neue Laubbaum-Setzlinge gepflanzt. Doch ob daraus ein robuster Wald entsteht, wird sich erst in den kommenden Jahr(zehnt)en zeigen.

Weiterhin plane ich die Neugestaltung meiner Website, probiere neue Techniken in der Bildbearbeitung aus und versuche mich im Thema 3D-Rendering.

Ich hoffe sehr, dass die Zeit der Beschränkungen und Ungewissheit in absehbarer Zeit vorbei sein wird, wir nach und nach zur Normalität zurück finden und ich wieder voll loslegen kann. Dann freue ich mich auf viele Gespräche über Fotografie, auf neue Ideen und Projekte meiner Kunden und das gute Gefühl, wenn eine großartige Fotoproduktion erfolgreich abgeschlossen ist.«

Website von Christoph Papsch
Instagram-Feed von Christoph Papsch
LinkedIn-Kanal von Christoph Papsch
Behance-Profil von Christoph Papsch

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Christoph aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 25: Ulrich Wirrwa aus Ammersbek

In seinem Berufsalltag ist Ulrich Wirrwa an den ungewöhlichsten Orten unterwegs – als ehemaliger Ingenieur und mit allen nötigen Offshore-Zertifikaten und Schutzausrüstungen – dokumentiert er via Bild, Film und Drohne beispielsweise die Installation von ganzen Windparks. Für die #FacesOfPhotography erzählt er, wie er arbeitet und was er aus der derzeitigen Situation macht:

»Ich bin als Industriefotograf am liebsten mit meiner Kamera an spannenden Locations, wie etwa auf Spezialschiffen, Eisenbahnzügen und Lkws, Windparks auf dem Meer oder Industrieanlagen an Land, teilweise in abgelegenen Gegenden unterwegs.

Da ich mittlerweile über 50 Prozent meiner Foto- und Video-Aufnahmen mit meiner Drohne (Zum Beispiel die DJI-Inspire2 X7 16/50mm) erstelle und dafür auch keinen persönlichen Kontakt unter zwei Meter mit meinen Kunden brauche, laufen diese Langzeit-Projekte fast alle einfach weiter. Zusätzlich nutze ich natürlich auch die aktuellen Zusatz-Schutzmittel wie Desinfektionsmittel, Gummi-Handschuhe und Mundschutz (noch vom letzten Mal aus Asien mitgebracht).

Leider komme ich zur Zeit nicht zum weit entfernten Windpark in Taiwan. Auf dieses Shooting hatte ich mich schon sehr gefreut, ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt, muss man ab jetzt vor jedem Shooting im Ausland erstmal 14 Tage in Quarantäne?

Seit Anfang März 2020 sind allerdings Foto/Videoshootings von Veranstaltungen wie Schiffstaufe, Roadshow und Projektstarts mit Ministern, die auf den roten Knopf, das Band durchschneiden oder die Schippe Sand werfen, abgesagt.

Über die zusätzliche freie Zeit freut sich meine Family, gerade jetzt, wo wir den ausgebrochenen Frühsommer genießen können; ein Glück im Unglück, dass es jetzt nicht November ist.

Die 70 Terrabyte Festplatten meiner Synology aufräumen, wollte ich schon immer mal, das ist doppelt spannend. Zum Einen kommt der schon lange vergessene „Festplattenfund“ wieder auf den Monitor. Zum Andern, wenn ich diese „Perle“ bei Google-Bilder suchen lasse, sehe ich plötzlich, wer alles in Deutschland, Europa und in der ganzen Welt meine Bilder ohne Quellenangabe oder Urhebervermerk und vermutlich auch ohne Lizenz auf ihren kommerziellen Webseiten veröffentlicht hat.

Zum Schluss kurz erzählt, was ich als Fotograf für mich und Andere tue:

Neue Geschäftszweige entwickeln sich (auch schon vor der Coronakrise). Das Equipment ist dafür schon teilweise in der Fototasche oder in der Hand. Ich meine die Entwicklung vom Photographer zum Filmmaker. Der Fotoapparat kann auch tolle Videos aufnehmen, das Smartphone kann das schon immer und der Youtube-Markt fragt auch nach kreativen, aktuellen Kurzfilmen mit überschaubaren Budget in kurzer Zeit produziert. Dafür muss es auch nicht die Kino-Qualität sein. Dazu kommt ein professionelles Videoschnittprogramm wie FinalCutProX und schon bin ich im Geschäft mit meinen Kunden, an die ich bislang „nur“ Fotos geliefert habe. Natürlich wächst der Anspruch an die Qualität mit jedem Shoot, aus dem Youtube-Clip wird das Image-Video. Also habe ich mir einen professioneller 4K/50fps CamCorder angeschafft (auch gut gegen die Sensorflecke auf den Videos der Fotokameras mit Objektivwechsel Möglichkeit), einen Slider für professionelle Kamera-Fahrten und einen Gimbal um mobil Videos ohne Verwacklungen aus der Hand drehen zu können. Aktuell angefragt sind die Videos mit oder ohne Ton live, also gestreamt. Das kann auch mein Smartphone direkt aus der Hosentasche gezogen sofort und überall dort wo LTE oder WLAN verfügbar ist.
Ich nehme mir nun auch mal die Zeit 2 schöne Bücher durchzulesen, um mein „learning by doing“ Wissen fachlich zu untermauern und meinen nächsten Shootings noch mehr Glanz verleihen zu können

Und dann: Einige Firmen mussten ihr Geschäft wegen der Corona-Krise schließen und kommen dadurch teilweise in eine finanzielle Schieflage. Deswegen habe ich meinen betroffenen Kunden angeboten, in der Zwischenzeit Fotos oder Videos z.B. für die aufgefrischte Webseite oder den aktuellen SozialMedia Kanal kostenlos zu erstellen, damit das Geschäft schnell wieder gut an und weiter laufen kann.

Also, langweilig wird es nicht!
In diesem Sinne: #BleibGesund«

Website von Ulrich Wirrwa
Instagram-Feed von Ulrich Wirrwa
Facebook-Profil von Ulrich Wirrwa
LinkedIn-Auftritt von Ulrich Wirrwa
Twitter-Kanal von Ulrich Wirrwa

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Ulli aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 5: Jan Hosan aus Neuwied

Jan Hosan aus Neuwied ist Industrie- und Wissenschafts-Fotograf seit vielen Jahren und das mit ungebrochener Neugierde und Leidenschaft. Die Zwangspause nutzt er, um seine Technik zu verfeinern und Lichtideen und neues Equipment zu testen – um seinen Kunden noch bessere Qualität anbieten zu können, wenn die Krise vorbei ist.

Jan, wo wärst Du eigentlich in dieser Woche?
Hm, da muss ich kurz nachdenken… Stuttgart, München und Nürnberg. Und in der nächsten Woche wäre ich in Bingen, Kaiserslautern und Frankfurt… Alles abgesagt. Auch der Großauftrag in China – gecancelled. Nach Schweden komme ich natürlich auch nicht mehr. Von gut gebucht bin ich jetzt auf null.

Was machst Du anstattdessen.
Ich arbeite. Nach wie vor jeden Tag von 7 bis 7. Ich habe schließlich keinen Urlaub.
Ok, ich mache vielleicht tagsüber ein paar mehr Pausen als sonst und fahre mit meiner Tochter Fahrrad oder habe sie einfach bei mir in meinem Studio.
Aber ich nutze die Zeit für Dinge, die sonst im Alltag zu kurz kommen: Gerade teste ich analoges Material, Filme, Entwicklung und Co. für einzwei freie Arbeiten, die mir vorschweben. Für meine Aufträge teste ich neue Lichtsetups, versuche mich an Dauerlicht, teste neue Optiken durch und noch einiges mehr.
Außerdem verwende ich Zeit zur Kundenpflege und klingele einfach mal bei einigen durch und lasse von mir hören…

Kannst Du der Situation etwas positives abgewinnen?
Ja, unbedingt. Bei meinen Tests kann ich auch mal etwas gewagtere Settings wagen und kann Ideen durchspielen. In meinem Berufsalltag gehe ich bei allen Aufträgen fotografisch eher auf Nummer sicher und probiere wenig aus, das bedauere ich manchmal. Jetzt kann ich mir das Wissen draufschaffen und gestärkt und mit verbesserter Qualität in die neuen Aufträge gehen.

Was bedeutet die Fotografie für Dich?
Die Fotografie bedeutet mir wahnsinnig viel, ohne könnte ich nicht leben. Sie ist mein Antrieb – beruflich sowieso, aber auch privat: Ich arbeite immer an einigen freien Serien. Ich kann mir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen.

Was wünschst Du Dir für die Zeit nach der Krise?
Das meine Kunden die Zeit gut überstehen und auch weiterhin in qualitativ hochwertiges Fotomaterial investieren. Aber ich bin ganz positiv, habe das Gefühl, dass einige schon mit den Hufen scharren und loslegen wollen. Es geht mir ähnlich!

Website von Jan Hosan
Instagram-Feed von Jan Hosan

Natürlich können Sie auch gerne und jederzeit über Fotogloria Kontakt zu Jan aufnehmen, wir arbeiten seit mehr als 10 Jahren eng und intensiv zusammen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – der Shutdown und die Fotografie

Fotograf*innen reisen in ihrem Berufsalltag – an Orte, zu Menschen, in Situationen, zu Unternehmen.

So entstehen die Geschichten, die wir anderen brauchen, um die Welt zu sehen, sie zu verstehen und Botschaften zu empfangen.

All das ist in diesen Zeiten nicht möglich. Die Auftrags-Fotografie – und damit auch die Aufgaben der angrenzenden Berufsgruppen – steht seit Beginn des Shutdowns (nahezu) still. Von einem Tag auf den anderen und das für unabsehbare Zeit.

Was das für jede*n Einzelne*n heißt und warum der Shutdown der Kreativität dennoch einen Schub geben kann, darüber wollen wir erzählen.

In einer heute startenden Serie stellen Ihnen in der kommenden Zeit die Gesichter der Fotografie auf allen Fotogloria-Kanälen vor: die

#FacesOfPhotography

Die Idee dahinter ist, dass Sie, liebe*r Leser*in die Menschen kennenlernen, die hinter den Bildern stehen, die Sie hoffentlich sehr bald wieder benötigen.

Denn eines ist gewiss: Wenn wir alle gemeinsam diese schwierigen Zeiten überstanden haben, dann wird sich unsere Normalität verändert haben, wir werden einer neuen Realität – in der Gesellschaft, der Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft – begegnen.

Und was eignet sich besser als die Fotografie, diese Welt neu zu sehen, neue Botschaften zu verschicken, neue Ideen zu teilen?

In diesem Sinne bleiben Sie uns allen gewogen und kommen Sie mit auf die Reise zu den #FacesOfPhotography.

Herzliche Grüße
Edda Fahrenhorst und Mike Gamio

P.S.: Fotogloria im Homeoffice bedeutet natürlich, dass wir nach wie vor in allen Fragen rund um die Fotografie zur Verfügung stehen – funken Sie uns gerne auf allen Kanälen an:

Mike Gamio
0176 24 55 84 40
mike.gamio@fotogloria.de

Edda Fahrenhorst
0162 427 01 67
edda.fahrenhorst@fotogloria.de

oder
info@fotogloria.de

P.P.S.: Die #FacesOfPhotography sind:

Teil 1: Stefan Hobmaier aus München
Teil 2: Isabela Pacini aus Hamburg
Teil 3: Alberto Giuliani aus Pesaro
Teil 4: Stefan Sobotta aus Goslar
Teil 5: Jan Hosan aus Neuwied
Teil 6: Sebastian Vollmert aus Hamburg
Teil 7: Stefan Falke aus New York City
Teil 8 : Jonathan Browning aus London
Teil 9: Götz Schleser aus Berlin
Teil 10: Anna Schroll aus Jena
Teil 11: Florian W. Müller aus Köln
Teil 12: Uwe Mühlhäußer aus Nürnberg
Teil 13: Luis Cerdeira aus Madrid
Teil 14: Simon Puschmann aus Hamburg
Teil 15: Matti Immonen aus Helsinki
Teil 16: Raphael Zubler aus Zürich
Teil 17: Dave Tacon aus Shanghai
Teil 18: Nils Hendrik Müller aus Braunschweig
Teil 19: Fiene Wollstadt aus Berlin
Teil 20: Carsten Behler aus Essen
Teil 21: Anna Mutter aus Hamburg
Teil 22: Toby Binder aus München
Teil 23: Miquel Gonzalez aus Amsterdam
Teil 24: Andrea Artz aus London
Teil 25: Ulrich Wirrwa aus Ammersbek
Teil 26: Manolito Röhr aus Koblenz
Teil 27: Monica Menez aus Stuttgart
Teil 28: Christoph Papsch aus Bonn
Teil 29: Raphael Olivier aus Paris
Teil 30: Tobias Gerber aus Bissingen an der Teck
Teil 31: Marc Schmidt aus Miami
Teil 32: Lars Krüger aus Hamburg
Teil 33: Eva Häberle aus Hamburg
Teil 34: Ilja C. Hendel aus Oslo
Teil 35: Darius Ramazani aus Berlin
Teil 36: Patrick Strattner aus Miami
Teil 37: Valeria Mitelman aus Berlin
Teil 38: Piotr Malecki aus Warschau
Teil 39: Manuela Schirra und Fabrizio Giraldi aus Trieste
Teil 40: Meike Kenn aus Berlin
Teil 41: José Colón aus Barcelona
Teil 42: Cecilia Aretz aus Hamburg
Teil 43: Julia Hildebrand und Ingolf Hatz aus München
Teil 44: Christof Schmidt aus Zürich
Teil 45: Thomas Kierok aus Berlin
Teil 46: Hollis Bennett aus Nashville
Teil 47: Claus Morgenstern aus Mannheim
Teil 48: Aurelién Foucault aus Nantes
Teil 49: Dominik Asbach aus Duisburg
Teil 50: Katja Ruge aus Hamburg
Teil 51: Caio Vilela irgendwo in Brasilien
Teil 52: Måns Berg aus Stockholm
Teil 53: Philippe Roy aus Shanghai
Teil 54: Bertram Solcher aus Hamburg
Teil 55: Alex Galmeanu aus Bukarest
Teil 56: Frank Herfort aus Moskau und Berlin
Teil 57: Klaus Lange aus Berlin
Teil 58: Sabine von Bassewitz aus Lübeck
Teil 59: Andreas Reeg aus Darmstadt

Elementarteilchen und Detektoren – Jan Hosan fotografiert beim CERN

Was passiert, wenn Mensch Elementarteilchen kollidieren lässt? Es können und es werden Antworten auf die fundamentalen Fragen nach den Gesetzmäßigkeiten des Universums gefunden.

Um genau das zu ermöglichen, wurde Mitte der 1950er Jahren in der Nähe von Genf das CERN*, die Europäische Organisation für Kernforschung (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) gegründet, das heute mit 22 Mitgliedstaaten eines der größten und renommiertesten Zentren für physikalische Grundlagenforschung der Welt ist.

Theoretisch könnte entsprechend in den 27 Kilometern des unterirdischen Teilchenbeschleunigers des CERN, im LHC (Large Hadron Collider), ein alles verschlingendes Schwarzes Loch entstehen. Theoretisch könnte auch das Geheimnis der Ursuppe gelüftet werden. Ganz praktisch wurde hier etwa das Higgs-Boson als kleinstes bislang bekanntes Teilchen entdeckt und transformierte 2012 damit von der Theorie in die Realität.

Auf Entdeckungen eines solchen bewußtseinerweiternden Ausmaßes hoffen die Forscher am CERN natürlic, aber auch ganz anderen Fragestellungen zu den Naturgesetzen und den kleinsten Bestandteilen der Materie werden mit Hilfe der vier Detektoren, die in 100 Metern Tiefe entlang des Teilchenbeschleunigertunnels platziert sind, nachgegangen.

Auf den Spuren der Wissenschaftler waren fotogloria-Fotograf Jan Hosan und fotogloria-Chef Mike Gamio in der Schweiz beim CERN zu Gast und haben Bekanntschaft unter anderem mit ALICE (A Large Ion Collider Experiment) – siehe Titelbild – gemacht, dem Detektor in dem die beim Übergang zwischen Quark-Gluon-Plasma und normaler Materie produzierten Teilchen (aus denen sich letztendlich die heutige Materie zusammensetzt) vermessen werden.

Wir wollten wissen, was genau Jan daran so spannend findet, wie Mike es geschafft hat, dass sie beim CERN empfangen wurden und was Teilchenbeschleuniger bei den beiden auslösen:

Jan, warum wolltest Du beim CERN fotografieren?
In den vergangenen Jahren habe ich oft beim European XFEL (X-Ray Free-Electron Laser Facility) in Hamburg und beim GSI (Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung) in Darmstadt fotografiert und habe mich in dem Zuge mit Teilchenbeschleunigern beschäftigt – ich finde das Thema einfach ultraspannend.

Und CERN… Nun, das LHC mit seinen vier Detektoren ist die absolute Oberliga in der physikalischen Grundlagenforschung. Ich war schlicht neugierig auf die schiere Größe und hatte eigentlich nur den ganz großen Wunsch, das alles einfach mal nur zu sehen zu dürfen. Ganz ehrlich, mir hätte es auch gereicht, einfach nur einen Blick darauf werfen zu dürfen, aber dann kam von Mike die Nachricht, dass ich sogar fotografieren darf. Krass, da war ich schon platt. Damit hatte ich nicht gerechnet, das war für mich ein Gefühl wie ein Sechser im Lotto!

Mike, wie hast Du es geschafft, dass Ihr dort rumlaufen und sogar fotografieren durftet?
Das war eine etwa ein halbes Jahr andauernde Mischung aus Hartnäckigkeit, präzisen Formulierungen zu unserem Vorhaben, Jans und unserem fotogloria-Portfolio, der grundsätzlich sehr freundlichen Offenheit des CERN und natürlich meinem unbändigen Charme. Alles Weitere ist Berufsgeheimnis.

Wie war der erste Blick in das Innere des LHC?
Bevor wir diesen ersten Blick erleben durften, mussten wir vom Haupteingang des CERN eine halbe Stunde über Landstraßen bis zu einem der vier Detektoren, dem CMS (Compact Muon Solenoid)  fahren. Nach einer kurzen Einweisung in der Schaltzentrale sind wir dann mit einem Aufzug 95 Meter tief in die Erde gefahren, das war schon sehr beeindruckend.

Aber wir hatten das erste Highlight des Tages noch vor uns und das war einfach unglaublich. Nach mehreren Treppen und Gängen durch eine enge Industrieanlage standen wir auf einmal oben vor dem  Detektor, und der war einfach nur gigantisch, und wir beide sprachlos. Man steht vor dieser Anlage, von der man jahrelang nur Fotos gesehen hatte und davon träumte, sie mal zu sehen… und plötzlich ist man da. Man steht da und weiß nicht wohin man schauen soll, es sind so viele Eindrücke und man versteht an sich nichts von dem, was dort passiert, nur dass es etwas Großes und Wichtiges ist, an dem geforscht wird. Dieser erste Blick wird lange in unseren Erinnerungen bleiben!

Mike, was begeistert Dich an derlei Technik und Wissenschaft?
Mich fasziniert vor allem die Begeisterung der Menschen die in derlei Forschungsanlagen arbeiten. So auch im CERN: Egal welches wissenschaftliche Experiment wir besucht haben, wir haben immer Leute getroffen, die für Ihre Forschung wirklich brennen, gerne darüber erzählen und diese Forschung auch zeigen wollen. Selbst wenn ich nur immer nur wenig und manchmal mehr verstehe von dem, was dort wirklich passiert, höre ich total gerne zu und lasse mich mitreißen.

Jan, was war die fotografische Herausforderung, die es zu meistern galt?
Zuallererst einmal war ich einfach nur absolut beeindruckt, es war der Wahnsinn, das alles zu sehen. Ich musste mich schon ziemlich disziplinieren, damit ich den Blick losreißen und mich auf Kameraufbau, Bildausschnitt und Co. konzentrieren konnte. Und selbst dann war es ungeheuer schwer für mich, ein Bild zu machen: Die Detektoren haben so viele Details, es gibt so viele Blickpunkte, unzählige Möglichkeiten…

Und dann die Belichtungszeit… Eigentlich habe ich jeweils mindestens 10 Sekunden belichtet, aber da die Detektoren unbedingt Menschen als Bezugsgröße brauchen, waren in allen Bildern die Personen derart verwischt, dass das nicht ausgesehen hat. Ausgewählt habe ich jetzt tatsächlich die Bilder, die ich eigentlich als Tests gemacht habe…

So oder so bin ich glücklich mit dem Ergebnis – wer hätte gedacht, dass ich eines Tages Bilder von ALICE habe oder vom CMS…** Wenn ich allerdings einen Wunsch frei hätte, würde ich gerne noch einmal zum CERN fahren und dort mit meinem jetzigen Wissen autark sowohl den Beschleuniger also auch alle vier Detektoren fotografieren.

 

* Für mehr Informationen über CERN bitte HIER entlang.

** Für mehr Informationen über den Teilchenbeschleuniger LHC und die Detektoren und ihre Funktionsweisen betreibt das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY die Informationsseite Weltmaschine.

*** Nach einer klassischen Ausbildung zum Werbefotografen arbeitete Jan Hosan in Studios in Österreich und der Schweiz. Sein Handwerk – die Industriefotografie – schließlich mehr als beherrschend, eröffnete er 2006 sein eigenes Studio. Seitdem setzt er die Ideen seiner internationalen Kunden um – mit einem hochprofessionellen und den speziellen Anforderungen angepassten Equipment und immer mit seinem eigenen Blick. Jan Hosan ist neben der Industriefotografie auf Technologie-, Medizin und Wissenschafts-Fotografie spezialisiert. Er lebt in Neuwied und arbeitet weltweit.

**** fotogloria vertritt  Jan Hosan und seine Industriefotografie exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

*****Den Termin realisiert und vor Ort begleitet hat Mike Gamio von Fotogloria, Text und Interview stammen aus der Feder von Edda Fahrenhorst, ebenfalls fotogloria.

fotogloria und die Magaziniker auf dem TDI 2019

Beim Tag der Deutschen Industrie (TDI 2019) geben sich hochkarätige Politgäste das Mikrofon nacheinander in die Hand – es wird gestritten, diskutiert, versprochen und wieder redigiert, der große Schlagabtausch ist ebenso ein Teil des Spektakels wie die leisen Zwischentöne (derer allerdings weniger).

Wenn der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) zum großen Treffen einlädt, sprechen ebenjene illustren Gäste aus der Politik zu der geballten Wirtschaftskraft Deutschlands: geladen und im Berliner Funkhaus an der Spree erschienen waren an den heißen Tagen Anfang Juni rund 1.100 Gäste aus den Spitzen der Unternehmen und Verbände.

v.l.n.r.: Stefan Schanz (Die Magaziniker), Edda Fahrenhorst und Mike Gamio (beide fotogloria)

Mittendrin: fotogloria gemeinsam mit der Agentur Die Magaziniker aus Stuttgart. Und unser neuestes Projekt – Deutschland 6.0* (das zwar noch in den allerkleinsten Kinderschühchen steckt, aber dort sehr bald hinaus wachsen wird)!

Wir hatten zwei anregende und aufregende Tage, in denen wir das Projekt das erste Mal (halb-)öffentlich vorgestellt haben, damit auf großes Interesse gestoßen sind und nach denen wir bestätigt und voller Tatendrang wieder nach Hause gefahren sind!

Edda Fahrenhorst (fotogloria) auf der TechStage und dem Vortrags-Rahmenprogramm »Perspectives on Innovation«

Das gesamte Projektteam bedankt sich beim BDI sehr herzlich für die Partnerschaft und die Einladung, für das Vertrauen, dass uns und unserem Projekt entgegen gebracht wird, für die Möglichkeit, damit in die Öffentlichkeit zu treten und für die so lustige, nette und unkomplizierte Zusammenarbeit! DANKE stellvertretend für das gesamte Team Daniela Werner und Tim Zeller!

 

*Ausführliche Informationen zu dem Projekt »Deutschland 6.0« gibt es an dieser Stelle irgendwann um den Jahreswechsel herum, wenn wir damit ganz offiziell an die Öffentlichkeit gehen. Hier nur ganz kurz:

Unser Land hat ein enormes Potenzial für eine gute Zukunft. Dieses Zukunftspotenzial machen wir mit dem Projekt Deutschland 6.0 sichtbar(er). Denn Deutschland ist nicht nur das Land der Hidden Champions, es ist auch das Land der Hidden Ideas, der Hidden Solutions und der Hidden People. Und genau das wollen wir ändern. Wir zeigen Zukunft! Wir besuchen Menschen, Unternehmen und Institutionen, die schon heute an großen und kleinen Lösungen für übermorgen arbeiten, und wir erzählen ihre Geschichten: Zeitgemäß, spannend, ehrlich und authentisch. Ab 1. Januar 2020.

Wer sich für das Projekt interessiert oder als möglicher Zukunftspartner eine Geschichte zu erzählen hat, findet auf der Projektseite sechsnull.de weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten.

**Wenn Sie mehr über den BDI erfahren möchten, dann bitte HIER entlang.

***Hier gibt es noch mehr Infos zu den Magazinikern.

****Die Fotos in dem Artikel sind von Mike Gamio, Edda Fahrenhorst und zwei unbekannten Herren, denen unser Dank gilt – fotografiert übrigens (meistens) mit Equipment von Olympus.

*****Die Gäste des TDI und auf den Fotos zu sehen: BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf, Kanzlerin Dr. Angela Merkel, Bruno Le Maire (Finanzminister Frankreich), Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz, Annalena Baerbock (Bundesvorsitzende Bündnis 90/DieGrünen) und FDP-Vorsitzender Christian Lindner.

 

 

 

»Großartig, gefährlich, einzigartig« – Jan Michael Hosan fotografiert im Super-Kamiokande

Neutrinos bevölkern das Weltall, sie bewegen sich – trotz einer sehr geringen eigenen Masse – höchstwahrscheinlich so schnell wie das Licht und werden auch durch feste Materie nicht aufgehalten, sondern durchdringen ebenjene mühelos.

Neutrinos gelten als Boten aus dem Sonneninneren und als Frühwarner vor einer Supernova – sie zu verstehen heißt also, einen guten Teil der energetischen Zusammenhänge des Kosmos zu verstehen. Das besagt jedenfalls der derzeitige Wissens- und Glaubensstand der Astrophysik.

Einen Haken gibt es allerdings dabei: Um Eigenschaften, Masse und die Energie der Neutrinos untersuchen zu können, muss man sie zuerst einmal ausfindig machen. Denn durch die genannten Eigenschaften sind sie kaum auffindbar. Um die Teilchen dennoch aufzuspüren gibt es rund um die Welt so genannte Neutrinodetektoren.

Einer davon steht in Japan, genauer gesagt in Hida, in der Präfektur Gifu. Tief unter der Erde – um möglichst wenig kosmischer und damit die Messung verwirrender Strahlung ausgesetzt zu sein – ist ein Stahltank mit einem Durchmesser von 39,3 Metern und einer Höhe von 41,4 Metern eingelassen. Die Wände sind ausgekleidet mit 13.000 goldschimmernden Photomultipliern (die in der Lage sind, auch noch die kleinste Menge an Licht zu messen) und aufgefüllt ist der Detektor mit ca. 50.000 Tonnen höchstreinem Wasser (also frei von allen Spurenelementen, Bakterien etc.).

Dieser Detektor – übrigens weltweit der größte unterirdische seiner Art – ist in der Lage, Neutrinos zu beobachtet, so geschehen etwa am 24. Februar 1987, als die Supernova »SN 1987A«  in der Großen Magellanschen Wolke stattfand. Drei Stunden bevor das sichtbare Licht der Supernova die Erde erreichte, wurde ein starker Neutrino-Ausstoß von verschiedenen Neutrino-Observatorien festgestellt: Im Kamiokande-Detektor wurden elf Neutrinos gemessen.

Im Spätsommer diesen Jahres wurde der Detektor nach 16 Jahren Dauerbetrieb das erste Mal wieder für Wartungsarbeiten geöffnet – als einer der ganz wenigen Fotografen weltweit durfte fotogloria-Fotograf Jan Michael Hosan Bilder aus dem Innern des Super-Kamiokande mitbringen und wir haben mit ihm über dieses besondere Erlebnis gesprochen:

fotogloria: Jan, wie bist Du auf das Thema gekommen?
Jan Michael Hosan: Tatsächlich habe ich auf recht banalem Wege das erste Mal vom Super-Kamiokande gehört – vor vielen, vielen Jahren las ich einen Kriminalroman, in dem der finale Kampf zwischen Gut und Böse im Kamiokande stattfand. Die Beschreibung des Detektors war so gut und plastisch, dass ich eigentlich nur aus Scherz einmal nachgeschaut habe, ob es das wirklich gibt oder ob der Ort der Phantasie des Autors entspringt und siehe da: Es gab ihn wirklich. Ich wusste sofort, dass ich dort fotografieren wollte.

Zwischen Deiner Entdeckung und dem Ortstermin liegen ein paar Jahre – war es so schwer, eine Genehmigung zu bekommen?
Oh ja. Genauer gesagt: Ich habe das Thema immer vor mit hergeschoben, habe recherchiert und gelesen, habe halbherzig versucht, Kontakte zu knüpfen, wusste aber eigentlich gar nicht so recht, wo genau ich anfangen soll nachzufragen. Und dann habe ich irgendwann Mike Gamio von fotogloria vom Kamiokande erzählt und er sagte nur: »Lass‘ mich mal versuchen« und ein halbes Jahr später durfte ich rein – es ist mir immer noch ein Rätsel, wie er DAS geschafft hat…

Was hat Dich in Hida erwartet?
Zuerst einmal ein sehr, sehr netter deutscher Wissenschaftler namens Kai Martens, der mir bei einem Drink am Vorabend genau erklärt hat, wie man sich im Kamiokande bewegt, wie es dort aussieht etc. Die Vorbereitung war Gold wert, denn ich war nicht nur extrem nervös, sondern sich in einer solchen Umgebung richtig zu bewegen ist einfach zwingend notwendig, da nicht ganz ungefährlich und vor allem zeitlich sehr limitiert.

Am eigentlichen Tag habe ich dann sechs bis sieben Stunden gewartet, immer wieder hieß es, dass es jetzt klappt und dann wurde doch nichts draus. Aber dann auf einmal musste alles sehr schnell gehen: Ab in den Reinraum, die Anzüge anziehen und… Damit fing das Problem an: Ich habe erstmal zwei Anzüge gesprengt, da mir die japanischen Größen einfach viel zu klein sind. Am Ende wurde aus irgendeiner Ecke ein XXL-Anzug gezogen, in den ich gerade so hineinpasste. Man stelle sich vor, dass das Ganze beinahe an meiner Kleidergröße gescheitert wäre…

Na jedenfalls ging nach dem Ankleidekrimi dann die eigentliche Reise los: Ich fand mich in einer sehr kleinen Materialgondel wieder und wurde darin sitzend an einem – nach meinem Empfinden – sehr dünnen Seil abgeseilt. In der Theorie wusste ich ja, dass der Detektor in 1.000 Metern Tiefe liegt, war aber am Morgen schon sehr tief zur Basisstation in den Berg gefahren und dachte, dass es nicht noch tiefer gehen könnte. Es konnte. Etwa zehn bis 15 Minuten ging die Fahrt, es ging tiefer und immer tiefer Es war ziemlich dunkel, die Geräusche wurden mehr und mehr verschluckt und ich dachte irgendwannm dass es nicht mehr weiter gehen kann, es fühlte sich an, als wäre ich in das große Nichts geraten – das war unheimlich, angsteinflößend und zeitgleich sehr, sehr spannend und dabei golden schimmernd.

Die Minuten zogen sich auf jeden Fall sehr lange dahin, bis wir am Ende ein kleines Floß erreichten, auf dem ich dann mitnichten festen Boden unter den Füßen hatte, sondern auf schwankendem Untergrund stand und wusste, dass das Wasser rundherum sicher kein Badewasser ist, sondern meiner Haut sofort alle Mineralstoffe entziehen würde, sollte ich hineinfallen.

Was war die größte fotografische Herausforderung?
Alles. Das ganze Drumherum. Ich war emotional so sehr herausgefordert, dass ich mich wirklich konzentrieren musste, um überhaupt Bilder zu machen. Und dass auch noch mit der äußerst knappen Zeit im Nacken, denn ich wusste, dass ich nur eine halbe Stunde fotografieren durfte. In großer Dunkelheit, mit dem ständigen Gefühl, zu stören und dabei aber mit einem mitgebrachten Bild im Kopf, dass ich eigentlich sofort wieder vergessen musste, weil ich dank des schwankenden Untergrunds nicht mal mehr ein Stativ aufstellen konnte.

Ich musste also alle Schwierigkeiten so schnell wie möglich überwinden, mein ganzes Können zusammennehmen und improvisieren. Ich habe letztlich natürlich auf jegliche Beleuchtung verzichtet, habe alle Bilder aus der Hand geschossen, war dankbar und glücklich darüber, dass meine Kamera 6.000 ISO schafft und habe dann zuhause das Hauptbild aus 5 Motiven zusammengesetzt. Und das hat sogar funktioniert, ohne dass ich die Einzelbilder allzusehr in Photoshop quälen musste.

Bist Du zufrieden mit dem Ergebnis?
Fotografisch? Nun, da wäre noch mehr möglich gewesen. Theoretisch.
Praktisch nicht, dafür habe ich das Beste herausgeholt und bin total happy.

Mit dem Erlebten? Der Besuch im Super-Kamiokande war eine unglaubliche Ehre und ich verbeuge mich in Dankbarkeit vor den Wissenschaftlern, die mir das ermöglicht haben.

*Für mehr Informationen über den Super Kamiokande bitte HIER entlang.

** Nach einer klassischen Ausbildung zum Werbefotografen arbeitete Jan Michael Hosan in Studios in Österreich und der Schweiz. Sein Handwerk – die Industriefotografie – schließlich mehr als beherrschend, eröffnete er 2006 sein eigenes Studio. Seitdem setzt er die Ideen seiner internationalen Kunden um – mit einem hochprofessionellen und den speziellen Anforderungen angepassten Equipment und immer mit seinem eigenen Blick. Jan Hosan ist neben der Industriefotografie auf Technologie-, Medizin und Wissenschafts-Fotografie spezialisiert. Er lebt in Neuwied und arbeitet weltweit.

*** fotogloria vertritt  Jan Michael Hosan und seine Industriefotografie exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

****Den Termin realisiert hat Mike Gamio von fotogloria, Text und Interview stammen aus der Feder von Edda Fahrenhorst, ebenfalls fotogloria.

Warum gute Geschichten gute Bilder brauchen: Steffen Beck von pr+co im Interview

Unternehmen wollen ihre Produkte und Dienstleistungen verkaufen, klar. Sie wollen darüber hinaus ihren Kunden aber auch – als zusätzliches Verkaufsargument – ihre Geschichte erzählen. Ihre Geschichte über Erfolge, aktuelle Neuentwicklungen oder über das Team, das dahinter steht. Und was würde sich mehr anbieten, als ebenjene Geschichte in Form von Geschichten via Text und Fotos in einem Magazin zu zeigen.

Passionierte Geschichtenerzähler im Auftrag von Unternehmen wie ebm papst, Trumpf oder Helukabel sind die Magaziniker der Stuttgarter Agentur pr+co, die neben grandiosen B2B und B2C Auftritten auch ein eigenes Magazin – das Evau – entwickelt und auf den Markt gebracht haben.

Wir haben Steffen Beck, seines Zeichens Redaktionsleiter und Mitglied der Geschäftsführung gefragt, warum eigentlich Magazine, warum es dafür auch gute Fotos braucht und warum die Zusammenarbeit mit fotogloria national und international genau in diesem Punkt so gut funktioniert:

fotogloria: Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Steffen Beck: pr+co, das sind 20 Magaziniker mit Leib und Seele: Unser Herz schlägt für gedruckte und digitale Kunden- und Mitarbeitermagazine. Für unsere Industriekunden entwickeln wir die Konzepte, produzieren die Inhalte und kümmern uns um die Verbreitung. Von der Anzahl der Kollegen her betrachtet, sind wir keine große Agentur – Größe ist aber auch nicht unser Ziel. Wir legen viel mehr Wert auf hochwertigen Content und langfristige Zusammenarbeit. Deshalb sind wir auch stolz darauf, mit einigen Kollegen, Kunden und externen Partner schon länger als zehn Jahre zusammenzuarbeiten.

Unternehmenskommunikation ist Ihre Mission – wie wichtig sind dafür Bilder?
Ohne das Zusammenspiel von Text und visuellem Inhalt – egal, ob Foto, Bewegtbild oder Illustration – funktioniert kein Magazin. Das gilt für den Kiosk (auch den digitalen!) und genauso für die externe wie die interne Unternehmenskommunikation. Und da sich nach unserer Überzeugung in der Content-Fülle nur Qualität durchsetzt, legen wir darauf auch bei Bildern größten Wert.

Sie arbeiten geraumer Zeit mit fotogloria zusammen für verschiedene Unternehmen: Haben Sie aus den Produktionen ein Lieblingsbild?
Puh, das ist bei den vielen tollen Fotos natürlich schwer! Aber der Aufmacher für den Artikel über das Schweizer Unternehmen BioCan ist allein schon wegen der Story dahinter besonders im Gedächtnis geblieben. Schließlich hat sich Janosch Abel da sozusagen in die Höhle der Hanfzüchter gewagt.

Und zuguterletzt: Wie ist die Zusammenarbeit mit fotogloria?
Eine einzige Aneinanderreihung von Superlativen! Ganz im Ernst: super unkompliziert, super zuverlässig, super kreativ, super engagiert und bei aller Professionalität auch menschlich immer eine Bereicherung.

* Für mehr Informationen über pr+co bitte HIER entlang.

** Ihr Unternehmen, Ihre Agentur, Ihr Magazin hat nationale oder internationale Themen und Sie suchen einen Fotografen vor Ort, der Ihre Qualitäts-Standards erfüllt? Wir finden für Sie den passenden Fotografen für jeden Bereich der Unternehmenskommunikation und für jede Ihrer Ideen – und das in jedem Land, jeder Region und jeder Stadt. Eben die Corporatefotografie International von fotogloria: international@fotogloria.de oder 040 609 42 906 -0

*** Mehr Infos zu der Internationalen Fotografenvermittlung von fotogloria finden Sie HIER.

**** Mehr Infos zu der nationalen Fotografenvermittlung von fotogloria finden Sie HIER.

Grandiose Superlative-Ausstellung beim Tag der Deutschen Industrie TDI’18

Wenn der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) – Superlative Projektpartner seit der ersten Stunde – zum großen Treffen einlädt, strömen rund 1.100 Gäste aus den Spitzen der Unternehmen und Verbände einmal im Jahr zum Tag der Deutschen Industrie (TDI) nach Berlin. Und nicht nur das: Illustre Gäste aus Politik und Wirtschaft werden dazu gebeten, um auf großer Bühne zu der geballten Wirtschaftskraft zu sprechen.

So auch in diesem Jahr: Kanzlerin Dr. Angela Merkel, Welthandelsorganisationschef (WTO) Roberto Azevedo, SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles und auch Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie und vielen andere mehr hatten die Bühne jeweils für eine Weile für sich, ebenso natürlich Gastgeber und BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Und mittendrin in dem Spektakel: Die zweite Superlative-Ausstellung!

Mit großer Freude durften wir in diesem grandiosen Rahmen zwölf Superlative einem sehr interessierten Publikum zeigen. Und nicht nur das – mit der Präsentation unseres Superlative-Films haben wir außerdem  einen der offiziellen Programmpunkte des Tages bestritten und uns anschließend den Fragen aus dem Publikum gestellt.

Das Projektteam ist stolz, glücklich und geehrt, das die Superlative-Ausstellung auf so großer Bühne vor so illustrem Publikum zu sehen war und bedankt sich ganz herzlich für das unermüdliche und so freundschaftliche Engagement seitens unseres großartigen Projektpartners, dem BDI und vor allem stellvertretend für das gesamte Team DANKE an Daniela Werner und Tim Zeller!

Danke außerdem an Anna Polkowski von Uptime Events, die selbst bei der so kurzfristigen Planung die Ruhe selbst war und uns organisatorisch großartig unterstützt hat.

*Wenn Sie mehr über den BDI erfahren möchten, dann bitte HIER entlang.

**»Superlative – Made in Germany« ist ein freies und gemeinsames Fotoprojekt von Christoph Morlinghaus und von fotogloria | büro für fotografische zusammenarbeit.

***Die Fotos in dem Artikel sind von Mike Gamio, Edda Fahrenhorst und Anna Polkowski konzipiert.

***Ausgestellt waren die Bilder von: Aurubis, Meyer Werft, KWS, Synlight, Airbus, Claas, Tagesschau, Hermes Fulfilment, Glashütte Lamberts, Reiling Recycling, Phoenix Contact und Hazel Hen.

****Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL bei uns. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne im Vorfeld bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.