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#FacesOfPhotography – Teil 9: Götz Schleser aus Berlin

Angesichts der Coronakrise stehen viele Fotografen wie aus dem Nichts vor dem beruflichen Nichts – eine Auftragsflaute historischen Ausmaßes bedroht akut Existenzen. So auch die des Berliner Fotograf Götz Schleser, der für die #FacesOfPhotography ein sehr intimes und gleichzeitig symbolträchtiges Selbstbild ausgewählt hat:

Götz, warum hast Du genau das Bild für die #FacesOfPhotography ausgewählt?
Nackt, schutzlos, verwundbar, eiskaltes Wasser… In etwa so fühlt sich mein Berufsleben gerade an.

Was ist die Geschichte Deines Bildes?
Es ist eines meiner privaten Bilder, das ich noch nie veröffentlicht habe. Das Bild hatte ich längere Zeit im Kopf und bin an einem Samstag im Februar bei – 8 Grad und einer Wassertemperatur von 4 Grad an die Ostsee gefahren und habe mich fotografiert. Meine Füße waren, als ich aus dem Wasser kam, knallrot.

Was bedeutet die Fotografie für Dich?
Mich macht es glücklich, wenn ich arbeite. Vor allem dann, wenn ich ein Bild so umsetzen kann, wie ich es im Kopf habe, das spüren auch die Menschen die ich fotografiere. Sie merken, daß ich das liebe was ich tue und so komme ich zu den Bildern die ich möchte. So macht es mich glücklich, drei bis vier richtig gute Bilder im Jahr zu fotografieren.

Wo wärst Du eigentlich in dieser Woche?
Ich hätte einen Workshop in Essen gegeben. Und ich war für ein Portraitshooting in Hamburg und Dresden gebucht.

Was denkst Du, wie sind die Auswirkungen der Krise für den fotografischen Markt?
Da ich Portraitfotograf bin, also von Angesicht zu Angesicht arbeite, sind mir über Monate 100 Prozent meine Aufträge, Workshop, Seminare und Vorträge abgesagt worden. Das geht aber nicht nur mir so – die Situation bringt mich und viele andere Kollegen gerade an den Rand des finanziell Machbaren.
Ich hoffe aber, das wir das mit vereinten Kräften schaffen. Es ist jetzt schon zu merken, daß die Kreativen nicht untätig zu Hause sitzen, sondern die Bilder machen, die sie schon immer machen wollten. Es werden neue Plattformen zur Bildvermarktung ins Netz gestellt, alle  arbeiten – ich freue mich auf die kreative Explosion nach der Krise und damit wird die Wertschätzung jeglicher kreativen Arbeit  hoffentlich steigen.

Was wünschst Du Dir für jetzt und für die Zeit nach der Krise?
Ich wünsche mir sehr, dass jetzt alle Kreativen – Agenturen, Grafiker, Musiker, Bildredakteure, Fotografen, Illustratoren, Filmer, Audio – zusammen rücken, gemeinsam geilen Scheiß raushauen und die Gemeinschaft nach der Krise bleibt.

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#FacesOfPhotography – Teil 7: Stefan Falke aus New York City

#FacesOfPhotography: Der Fotograf Stefan Falke, gebürtiger Paderborner, lebt mit seiner Frau Christine in New York City und arbeitet für internationale Zeitschriften, Film Studios und Firmenkunden. Wir wollten von ihm wissen, welche Auswirkungen die Krise auf seine Stadt, auf ihn und auf die Fotografie hat:

Stefan, wie ist die Stimmung in New York City?
Ganz schlecht. Es hängt ein Gefühl von »doom« in der Luft. Im Central Park werden Notzelte aufgebaut, ein gigantisches Krankenhausschiff der Armee fährt in den Hafen ein, die Supermarktkassierer/innen tragen Atemschutzmasken, man geht sich aus dem Weg, fährt allein im Fahrstuhl, lebt isoliert, das kulturelle Leben liegt flach. Der New Yorker, von Natur aus eher unruhig und immer in Bewegung, kommt damit nicht gut zurecht. Gleichzeitig überall das Gefühl der Solidarität.

Woran arbeitest Du zur Zeit?
Ich fotografiere zur Zeit New York City während der Krise. Ich hatte einige Aufträge aus Europa und arbeite frei für meine Agentur laif. Es geht mir um die Leere der Stadt und um Menschen die nach wie vor zur Arbeit kommen. Vor allem Paketzusteller und Fahradkuriere fallen auf. Die neuen Helden. Natürlich arbeiten die richtigen Helden in den Krankenhäusern und Altersheimen undsoweiter, aber der Zugang ist natürlich zu Recht schwer und ich möchte dort nicht auch noch bei der schwierigen Arbeit stören. Das ruhige New York zieht mich magisch an, vor allem bei hartem Sonnenschein. Schon seltsam wie visuell reizvoll die Apokalypse sein kann.

© Stefan Falke / laif

Dein Bild zeigt…
… mich in unserer Wohnung im 17. Stock eines Hochhauses in Manhattan’s Stadtteil Chelsea. Das Foto auf meinem Labtop hatte ich gerade gestern fotografiert, es zeigt die Ankunft des Krankenhausschiffes der US-Armee im Hafen von New York; die Polizei verbreitet ein bisschen Volksfeststimmung indem sie mit einer aus dem Auto gehaltener US-Flagge das Ereigniss feiert.

Was denkst Du, was ist die Aufgabe der Fotografie in diesen Zeiten?
Die Fotografie hat jetzt die gleiche Aufgabe wie sonst auch: Dokumentieren, zeigen was andere eventuell nicht sehen können. Gute Laune verbreiten wo es möglich ist und Tatsachen aufzeigen wo sie wichtig sind.

© Stefan Falke / laif

Was für Auswirkungen auf die Fotografie-Branche wird die Krise in New York / in den USA haben?
Ich glaube nichts wird mehr sein wie es war nachdem die Welt diese Katastrophe überwunden hat. Wirtschaftlich wird die Fotografie-Branche genauso am Boden liegen wie alle anderen auch. Es gibt natürlich große Chancen für viele von uns wenn es wieder weitergeht, aber einige werden bis dahin aufgegeben haben. Das hatten wir ja schon zu Zeiten der Digitalisierung, aber jetzt ist das eine ganz andere Dimension. Die Frage ist natürlich auch wohin dann mit der ganzen Kreativität und dem Fotojournalismus, die Medienlandschaft wird sich wieder einmal verändert haben, zahlende Kunden vor allem im Printmedienbereich werden noch seltener zu finden sein als vor Corona. Neue Bezahlmodelle müssten für uns im Online-Bereich gefunden werden. Denn da spielt die (Fotografie-) Musik bald mehr als zuvor.

Welchen fotografischen Wunsch hast Du für die Zeit nach der Krise?
Das alles so bleibt wie es mal war. Scherz beiseite, ich hoffe ich werde weiterhin in der Lage sein meinen Beruf (meine Berufung) mit der Kamera auszuführen um bald die wirtschaftliche und kulturelle Wiederauferstehung zu dokumentieren und positiveren Geschichten nachzugehen als es momentan der Fall ist.

© Stefan Falke / laif

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#FacesOfPhotography – Teil 6: Sebastian Vollmert aus Hamburg

In Teil sechs unserer Serie #FacesOfPhotography stellen wir Sebastian Vollmert aus Hamburg vor – er arbeitet als People- und Architekturfotograf, vornehmlich im Corporate-Bereich, aber auch einige Reiseveranstalter gehören zu seinen Kunden…:

Sebastian, was zeigt Dein Bild?
Als Fotograf, der normalerweise mehr im Ausland arbeitet als in Hamburg, bin ich gerade sehr viel zu Hause und spiele Lehrer für die Kinder.
Entsprechend dokumentiere ich gerade unsere Homeoffice/ Homeschooling Situation – unsere Kinder haben etwa auch den Hintergrund von meinem Bild gemalt.
Da Gesichtsmasken gerade vor allem in Krankenhäusern gebraucht werden, nutzen wir lieber die individuell und in der Nachbarschaft – in diesem Fall von Matilde Frank – hergestellten Masken aus festem Stoff. Wir haben alle eine.

Wenn wir uns eine Welt ohne Corona vorstellen – an welchem Auftrag würdest Du gerade arbeiten?
Ich hätte gerade ein Shooting für TUI auf Gran Canaria.

Was ist Dein fotografischer Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Ich freue mich auf spannende, neue Projekte und die wiedergewonnene Freiheit, an trubelige Orte reisen zu können. Vor allem aber freue ich mich auf das echte Leben und vielfältige Begegnungen mit Menschen. Davon lebt Fotografie.

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#FacesOfPhotography – Teil 5: Jan Hosan aus Neuwied

Jan Hosan aus Neuwied ist Industrie- und Wissenschafts-Fotograf seit vielen Jahren und das mit ungebrochener Neugierde und Leidenschaft. Die Zwangspause nutzt er, um seine Technik zu verfeinern und Lichtideen und neues Equipment zu testen – um seinen Kunden noch bessere Qualität anbieten zu können, wenn die Krise vorbei ist.

Jan, wo wärst Du eigentlich in dieser Woche?
Hm, da muss ich kurz nachdenken… Stuttgart, München und Nürnberg. Und in der nächsten Woche wäre ich in Bingen, Kaiserslautern und Frankfurt… Alles abgesagt. Auch der Großauftrag in China – gecancelled. Nach Schweden komme ich natürlich auch nicht mehr. Von gut gebucht bin ich jetzt auf null.

Was machst Du anstattdessen.
Ich arbeite. Nach wie vor jeden Tag von 7 bis 7. Ich habe schließlich keinen Urlaub.
Ok, ich mache vielleicht tagsüber ein paar mehr Pausen als sonst und fahre mit meiner Tochter Fahrrad oder habe sie einfach bei mir in meinem Studio.
Aber ich nutze die Zeit für Dinge, die sonst im Alltag zu kurz kommen: Gerade teste ich analoges Material, Filme, Entwicklung und Co. für einzwei freie Arbeiten, die mir vorschweben. Für meine Aufträge teste ich neue Lichtsetups, versuche mich an Dauerlicht, teste neue Optiken durch und noch einiges mehr.
Außerdem verwende ich Zeit zur Kundenpflege und klingele einfach mal bei einigen durch und lasse von mir hören…

Kannst Du der Situation etwas positives abgewinnen?
Ja, unbedingt. Bei meinen Tests kann ich auch mal etwas gewagtere Settings wagen und kann Ideen durchspielen. In meinem Berufsalltag gehe ich bei allen Aufträgen fotografisch eher auf Nummer sicher und probiere wenig aus, das bedauere ich manchmal. Jetzt kann ich mir das Wissen draufschaffen und gestärkt und mit verbesserter Qualität in die neuen Aufträge gehen.

Was bedeutet die Fotografie für Dich?
Die Fotografie bedeutet mir wahnsinnig viel, ohne könnte ich nicht leben. Sie ist mein Antrieb – beruflich sowieso, aber auch privat: Ich arbeite immer an einigen freien Serien. Ich kann mir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen.

Was wünschst Du Dir für die Zeit nach der Krise?
Das meine Kunden die Zeit gut überstehen und auch weiterhin in qualitativ hochwertiges Fotomaterial investieren. Aber ich bin ganz positiv, habe das Gefühl, dass einige schon mit den Hufen scharren und loslegen wollen. Es geht mir ähnlich!

Website von Jan Hosan
Instagram-Feed von Jan Hosan

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#FacesOfPhotography – Teil 4: Stefan Sobotta aus Goslar

Stefan Sobotta aus Goslar hat schon vor sehr vielen Jahren damit angefangen – und bis heute seine Exzellenz in allen Facetten vertieft – sich um mindestens eine weitere Dimension der Fotografie zu bemühen, so gehört die interaktive Panoramafotografie ebenso zu seinem Portfolio wie andere multimediale Lösungen (beim unten stehenden Bild bitte unbedingt den Ton anschalten):

»Dinge zeigen, die man selbst nicht sehen kann. Das können interaktive Panoramafotos. Heute sind sie überall, spätestens seit Google diese Technologie in Maps integriert hat. Damit beschäftige ich mich seit mehr als 20 Jahren. Damals fotografierte ich natürlich noch auf Film. Es war eine aufwendige Technik, zeitraubend und nur auf Apple Systemen zu produzieren. Heute läuft das alles digital, schneller, hochauflösender, brillanter. Schon damals konnten aber so Orte gezeigt werden die etwa aus konservatorischen Gründen nicht für Besucher geöffnet werden konnten.

Jetzt wo überall im Land die Museen geschlossen sind, zeigt etwa das Oberharzer Bergwerksmuseum im Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft so Orte, an die die Gäste zur Zeit der Corona-Krise nicht gelangen können. Bis über die Knie im Wasser stehend habe ich die sogenannte Runde Radstube der ehemaligen Grube Turm Rosenhof fotografiert. Vom 16 Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde in dieser Region durchgängig Bergbau betrieben. Große Wasserräder trieben die Pumpen und die Förderung an. Eines davon lief an diesem Ort. 24 Meter unter der Erdoberfläche zeigt das Panorama den authentischen Ort und gibt späteren Besuchern mit anklickbaren Infobuttons Zusatzinformationen. Audio vervollständigt das multimediale Erlebnis. So kann das Museum auch in Zeiten der Schließung Besucher binden und für spätere Zeiten zum Besuch motivieren.

Diese Technik nutze ich auch beim Storytelling. In solchen Projekten erzähle ich anhand von Menschen an authentischen Orten Geschichten und transportiere so Inhalte für meine Kunden. Beispiel dafür sind unter anderem das Projekt viewfinder #HARZ (http://www.viewfinder-harz.de/bergwaechter/)  produziert aus Anlass des Jubiläums 25 Jahre Welterbe im Harz und Fachgebiet (https://www.fachgebiet.net/schatzsucherin) über Fachwerkstätte in Südniedersachsen, das mit Hilfe einer Bundesförderung Nationale Projekte des Städtebaus verwirklicht wurde. Für diese Projekte entwickelte ich die Konzeption, fotografierte, drehte Videos, erstellte interaktive Panoramafotos, schrieb die Texte  und entwickelte die Websites.

Diese Technologie kann in verschiedensten Bereichen eingesetzt werden. Die Hilfsorganisation ISAR Germany hat so mit meiner Unterstützung ihre Base of Operations begehbar gemacht, die bei Einsätzen sowohl als Camp als auch als Feldhospital in aller Welt bei Katastrophen zum Einsatz kommen kann: https://roundme.com/tour/149857/view/379241«

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#FacesOfPhotography – der Shutdown und die Fotografie

Fotograf*innen reisen in ihrem Berufsalltag – an Orte, zu Menschen, in Situationen, zu Unternehmen.

So entstehen die Geschichten, die wir anderen brauchen, um die Welt zu sehen, sie zu verstehen und Botschaften zu empfangen.

All das ist in diesen Zeiten nicht möglich. Die Auftrags-Fotografie – und damit auch die Aufgaben der angrenzenden Berufsgruppen – steht (nahezu) still. Von einem Tag auf den anderen und das für unabsehbare Zeit.

Was das für jede*n Einzelne*n heißt und warum der Shutdown der Kreativität dennoch einen Schub geben kann, darüber wollen wir erzählen.
In einer heute startenden Serie stellen Ihnen in der kommenden Zeit die Gesichter der Fotografie auf allen Fotogloria-Kanälen vor: die

#FacesOfPhotography

Die Idee dahinter ist, dass Sie, liebe*r Leser*in die Menschen kennenlernen, die hinter den Bildern stehen, die Sie hoffentlich sehr bald wieder benötigen.

Denn eines ist gewiss: Wenn wir alle gemeinsam diese schwierigen Zeiten überstanden haben, dann wird sich unsere Normalität verändert haben, wir werden einer neuen Realität – in der Gesellschaft, der Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft – begegnen.

Und was eignet sich besser als die Fotografie, diese Welt neu zu sehen, neue Botschaften zu verschicken, neue Ideen zu teilen?

In diesem Sinne bleiben Sie uns allen gewogen und kommen Sie mit auf die Reise zu den #FacesOfPhotography.

Teil 1: Stefan Hobmaier aus München
Teil 2: Isabela Pacini aus Hamburg
Teil 3: Alberto Giuliani aus Pesaro
Teil 4: Stefan Sobotta aus Goslar
Teil 5: Jan Hosan aus Neuwied
Teil 6: Sebastian Vollmert aus Hamburg
Teil 7: Stefan Falke aus New York City

Herzliche Grüße
Edda Fahrenhorst und Mike Gamio

P.S.: Fotogloria im Homeoffice bedeutet natürlich, dass wir nach wie vor in allen Fragen rund um die Fotografie zur Verfügung stehen – funken Sie uns gerne auf allen Kanälen an:

Mike Gamio
0176 24 55 84 40
mike.gamio@fotogloria.de

Edda Fahrenhorst
0162 427 01 67
edda.fahrenhorst@fotogloria.de

oder
info@fotogloria.de

fotogloria und die Magaziniker auf dem TDI 2019

Beim Tag der Deutschen Industrie (TDI 2019) geben sich hochkarätige Politgäste das Mikrofon nacheinander in die Hand – es wird gestritten, diskutiert, versprochen und wieder redigiert, der große Schlagabtausch ist ebenso ein Teil des Spektakels wie die leisen Zwischentöne (derer allerdings weniger).

Wenn der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) zum großen Treffen einlädt, sprechen ebenjene illustren Gäste aus der Politik zu der geballten Wirtschaftskraft Deutschlands: geladen und im Berliner Funkhaus an der Spree erschienen waren an den heißen Tagen Anfang Juni rund 1.100 Gäste aus den Spitzen der Unternehmen und Verbände.

v.l.n.r.: Stefan Schanz (Die Magaziniker), Edda Fahrenhorst und Mike Gamio (beide fotogloria)

Mittendrin: fotogloria gemeinsam mit der Agentur Die Magaziniker aus Stuttgart. Und unser neuestes Projekt – Deutschland 6.0* (das zwar noch in den allerkleinsten Kinderschühchen steckt, aber dort sehr bald hinaus wachsen wird)!

Wir hatten zwei anregende und aufregende Tage, in denen wir das Projekt das erste Mal (halb-)öffentlich vorgestellt haben, damit auf großes Interesse gestoßen sind und nach denen wir bestätigt und voller Tatendrang wieder nach Hause gefahren sind!

Edda Fahrenhorst (fotogloria) auf der TechStage und dem Vortrags-Rahmenprogramm »Perspectives on Innovation«

Das gesamte Projektteam bedankt sich beim BDI sehr herzlich für die Partnerschaft und die Einladung, für das Vertrauen, dass uns und unserem Projekt entgegen gebracht wird, für die Möglichkeit, damit in die Öffentlichkeit zu treten und für die so lustige, nette und unkomplizierte Zusammenarbeit! DANKE stellvertretend für das gesamte Team Daniela Werner und Tim Zeller!

 

*Ausführliche Informationen zu dem Projekt »Deutschland 6.0« gibt es an dieser Stelle irgendwann um den Jahreswechsel herum, wenn wir damit ganz offiziell an die Öffentlichkeit gehen. Hier nur ganz kurz:

Unser Land hat ein enormes Potenzial für eine gute Zukunft. Dieses Zukunftspotenzial machen wir mit dem Projekt Deutschland 6.0 sichtbar(er). Denn Deutschland ist nicht nur das Land der Hidden Champions, es ist auch das Land der Hidden Ideas, der Hidden Solutions und der Hidden People. Und genau das wollen wir ändern. Wir zeigen Zukunft! Wir besuchen Menschen, Unternehmen und Institutionen, die schon heute an großen und kleinen Lösungen für übermorgen arbeiten, und wir erzählen ihre Geschichten: Zeitgemäß, spannend, ehrlich und authentisch. Ab 1. Januar 2020.

Wer sich für das Projekt interessiert oder als möglicher Zukunftspartner eine Geschichte zu erzählen hat, findet auf der Projektseite sechsnull.de weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten.

**Wenn Sie mehr über den BDI erfahren möchten, dann bitte HIER entlang.

***Hier gibt es noch mehr Infos zu den Magazinikern.

****Die Fotos in dem Artikel sind von Mike Gamio, Edda Fahrenhorst und zwei unbekannten Herren, denen unser Dank gilt – fotografiert übrigens (meistens) mit Equipment von Olympus.

*****Die Gäste des TDI und auf den Fotos zu sehen: BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf, Kanzlerin Dr. Angela Merkel, Bruno Le Maire (Finanzminister Frankreich), Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz, Annalena Baerbock (Bundesvorsitzende Bündnis 90/DieGrünen) und FDP-Vorsitzender Christian Lindner.

 

 

 

Frank Herfort für inside:tesa in der Eremitage in St. Petersburg

Geklebt wird überall. Und gerne mit Produkten aus dem Hause tesa. So auch in einem der altehrwürdigsten Museen der Welt, der Eremitage in St. Petersburg. Ebenjenes sollte dokumentiert werden, für das Mitarbeitermagazin inside:tesa und gemeinsam mit der Hamburger Agentur plan p.

Ohne Übertreibung kann man sagen, dass fotogloria-Fotograf Frank Herfort den Auftrag mit allergrößtem Vergnügen angenommen hat – denn: WFrank Herann darf man schon mal in den Backstage-Bereich der weltberühmten Eremitage!

fotogloria: Du hast über fotogloria für das Mitarbeitermagazin inside:tesa fotografiert – worum ging es dabei und was genau sollte fotografiert werden?
Frank Herfort: Das Shooting sollte die tesa-Produkte im Kunsteinsatz der eigenen Transport- und Verpackungsabteilung der Eremitage in Russland zeigen, also den Verpackungsprozess von Kunstwerken. Dabei stand im Fokus: Die Vielfältigkeit der tesa Klebebänder, beim Verpacken von sehr teuren Gemälden und Skulpturen für Wanderausstellungen und von Kunstwerken, die zu Besuch in der Eremitage waren und nun an die Besitzer zurück gehen.

Wie hast Du Dich auf das Shooting vorbereitet und was hast Du dafür eingepackt? 
Ich habe mit den tesa Mitarbeitern vor Ort telefoniert und gefragt, was die besondere Herausforderung am Verpacken von Kunst ist und habe eine kleine Google-Reise durch die Eremitage gemacht.

Hattest Du bei der Motivauswahl und -Aufbau freie Hand oder gab es ein Briefing von Kundenseite?
Es gab einen kurzen Text mit Themen, die auf den Bildern zu sehen sein sollten, aber eigentlich hatte ich freie Motivwahl. Die Atmosphäre, der besondere Ort und der Kunstkontext sollten zu sehen sein.

Wie bist Du bei dem Shooting vorgegangen und hast das beste fotografische Resultat erreicht?
Am Anfang waren die Mitarbeiter schon eher irritiert und konnten gar nicht verstehen, warum ein Fotograf zuschaut, wie sie die Bilder einpacken und dass auch noch fotografiert. Obwohl sie mitten im größten Kunstraum Russlands arbeiten und einem der bekanntesten Kunstorte der Welt, habe ich weder eine Faszination dafür, noch ein erhöhtes Kunstinteresse bei den Mitarbeitern feststellen können – für sie ist es ein Job wie jeder andere auch… Mit ein paar Inszenierungen und mehreren Erklärungen kam ich dann aber doch noch zu meinen Bildern.

Welcher Moment war der Beste beim Shooting? 
Der schönste Moment war, als Sie mir nach ca. 40 Minuten Arbeit an einem Bild, eine Tür öffneten und dort das toll eingepackte Pferd zeigten. Da schlägt das Fotografenherz schon schneller. Endlich was visuell interessanteres.

Welches ist Dein Lieblingsbild aus dem Shooting und warum?
Mein Liebingsbild ist natürlich dann auch ein Bild wie alle Mitarbeiter diese eingepackte Pferd durch die Gegend tragen.

Und zuguterletzt: Wie war die Zusammenarbeit mit fotogloria?
Wie immer ausgezeichnet und professionell.

* Für mehr Informationen über plan p. bitte HIER entlang.

** Ihr Unternehmen, Ihre Agentur, Ihr Magazin hat nationale oder internationale Themen und Sie suchen einen Fotografen vor Ort, der Ihre Qualitäts-Standards erfüllt? Wir finden für Sie den passenden Fotografen für jeden Bereich der Unternehmenskommunikation und für jede Ihrer Ideen – und das in jedem Land, jeder Region und jeder Stadt. Eben die Corporatefotografie International von fotogloria: international@fotogloria.de oder 040 609 42 906 -0

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Lars Heidemann – mit dem Magazin bike im Geisterwald

Schnee liegt zwar keiner mehr (und es wird auch hoffentlich keiner mehr erwartet), aber das hält – so oder so – den „richtigen“ Fahrradfahrer nicht davon ab, bei jedem Wetter über Stock und Stein zu fahren. Und das am liebsten mit einem Rad aus der hauseigenen Werkstatt, also den landschaftlichen Gegebenheiten, dem Fahrer und seiner Bastelleidenschaft optimal angepasst.

Und da es davon quer durch Deutschland viele interessante Konstruktionen und Konstrukteure gibt, hat das Magazin „bike“ extra dafür eine wiederkehrende Rubrik mit dem Namen „Leserbike“ eingeführt.

Für diese Rubrik und zu Schneezeiten war Lars Heidemann im Geisterwald Nienhagen unterwegs und wir haben ihn dazu befragt:

fotogloria: Du hast über fotogloria für das Magazin »bike« fotografiert – worum ging es dabei und was genau sollte fotografiert werden?
Lars Heidemann: Bei dem Shooting ging es darum, ein Leser-Bike und seinen Konstrukteur möglichst anschaulich und detailliert in seiner „natürlichen Umgebung“ zu zeigen. Die Wahl der Location fiel auf den Gespensterwald in Nienhagen bei Rostock, einer landschaftlich sehr spannenden Gegend. In der Fahrradszene ist es äußerst beliebt, die Bikes zu individualisieren und den spezifischen Ansprüchen des jeweiligen Einsatzgebietes anzupassen. In den Bildern sieht man ein Fat Bike, das speziell für den Küstenwald an der Ostseeküste konstruiert wurde. An dem Fahrrad war eigentlich kein Teil von der Stange. Daher lautete der Auftrag, neben einem Porträt vom Konstrukteur mit seinem Fahrrad auch die vielen Details zu zeigen, wie die Spezial-Federung aus Carbon, Schaltung, Rennlenker oder die dicken Reifen.

Wie hast Du Dich auf das Shooting vorbereitet und was hast Du dafür eingepackt?
Im Vorfeld gab es eine genaue Absprache mit dem Bildredakteur der bike, Georg Grieshaber,  über Art und Anzahl der gewünschten Bilder. Außerdem habe ich mich mit dem Leser kurzgeschlossen und wir haben Ort und Termin für das Shooting vereinbart. An Technik hatte ich eigentlich nicht viel dabei, da ich kein großer Freund von aufwendiger Lichttechnik bin und am liebsten mit vorhandenem Licht arbeite. Da ich allein unterwegs war und es zu Fuß ein ganzes Stück in den Wald hinein ging, wäre viel Gepäck auch hinderlich gewesen. Daher hatte ich nur eine 5D Mark IV mit 24-70/2.8 L II und einem 70-200/2.8 L II Objektiv mit. Dazu noch mein treues altes Manfrotto Stativ und für sehr schlechte Lichtverhältnisse ein LEDPanel mit Stativ, das ich letztendlich nicht brauchte (eine dünne Schneedecke und Nebel hatten für
sehr schönes Licht gesorgt).

Wie bist Du bei dem Shooting vorgegangen und hast das beste fotografische Resultat erreicht?
Für das Hauptbild, also dem Porträt von Konstrukteur mit Fahrrad im Gespensterwald, sind wir eine ganze Weile in den Wald hinein gelaufen, bis wir eine schöne Lichtung direkt an der Steilküste gefunden haben. Hier gab es viel Licht, den Buchenwald auf der einen und die spiegelglatte, vernebelte Ostsee auf der anderen Seite. Dann haben wir uns so langsam an das Endresultat herangetastet. Sehr viel Spielraum gab es aufgrund der strengen Vorgaben des Bildredakteurs leider nicht. Mit dem Resultat bin ich aber sehr zufrieden, weil es alles zeigt, worum es bei Konstruktion des Bikes ging. Auch das vermeintlich schlechte Wetter, was wir nicht planen konnten, hat am Ende zu einer interessanten Atmosphäre beigetragen. Im Anschluss habe ich dann alle Details fotografiert, wobei mir der Fachmann genau sagen konnte, was die Besonderheiten sind, die die Leser interessieren.

Welches ist Dein Lieblingsbild aus dem Shooting und warum?
Mein Lieblingsbild ist das ausgewählte Porträt, also das eigentliche Hauptbild des Auftrags, weil es im Vorfeld viele wackelige Faktoren gab, wie das Wetter, unbekanntes Porträt-Model, unbekannte Location usw. Am Ende hat aber alles gut funktioniert und das Bild ist für mich auch ein Stück weit Erinnerung an einen wirklich interessanten Einblick die Welt der Fahrrad-Schrauber.

Und zuguterletzt: Wie war die Zusammenarbeit mit fotogloria?
Wie erwartet war die Zusammenarbeit mit fotogloria hochprofessionell und absolut reibungslos im gesamten Prozess. Viel mehr braucht man dazu gar nicht schreiben, außer, dass ich mich auf eine weitere Zusammenarbeit natürlich sehr freue.

 

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»Großartig, gefährlich, einzigartig« – Jan Michael Hosan fotografiert im Super-Kamiokande

Neutrinos bevölkern das Weltall, sie bewegen sich – trotz einer sehr geringen eigenen Masse – höchstwahrscheinlich so schnell wie das Licht und werden auch durch feste Materie nicht aufgehalten, sondern durchdringen ebenjene mühelos.

Neutrinos gelten als Boten aus dem Sonneninneren und als Frühwarner vor einer Supernova – sie zu verstehen heißt also, einen guten Teil der energetischen Zusammenhänge des Kosmos zu verstehen. Das besagt jedenfalls der derzeitige Wissens- und Glaubensstand der Astrophysik.

Einen Haken gibt es allerdings dabei: Um Eigenschaften, Masse und die Energie der Neutrinos untersuchen zu können, muss man sie zuerst einmal ausfindig machen. Denn durch die genannten Eigenschaften sind sie kaum auffindbar. Um die Teilchen dennoch aufzuspüren gibt es rund um die Welt so genannte Neutrinodetektoren.

Einer davon steht in Japan, genauer gesagt in Hida, in der Präfektur Gifu. Tief unter der Erde – um möglichst wenig kosmischer und damit die Messung verwirrender Strahlung ausgesetzt zu sein – ist ein Stahltank mit einem Durchmesser von 39,3 Metern und einer Höhe von 41,4 Metern eingelassen. Die Wände sind ausgekleidet mit 13.000 goldschimmernden Photomultipliern (die in der Lage sind, auch noch die kleinste Menge an Licht zu messen) und aufgefüllt ist der Detektor mit ca. 50.000 Tonnen höchstreinem Wasser (also frei von allen Spurenelementen, Bakterien etc.).

Dieser Detektor – übrigens weltweit der größte unterirdische seiner Art – ist in der Lage, Neutrinos zu beobachtet, so geschehen etwa am 24. Februar 1987, als die Supernova »SN 1987A«  in der Großen Magellanschen Wolke stattfand. Drei Stunden bevor das sichtbare Licht der Supernova die Erde erreichte, wurde ein starker Neutrino-Ausstoß von verschiedenen Neutrino-Observatorien festgestellt: Im Kamiokande-Detektor wurden elf Neutrinos gemessen.

Im Spätsommer diesen Jahres wurde der Detektor nach 16 Jahren Dauerbetrieb das erste Mal wieder für Wartungsarbeiten geöffnet – als einer der ganz wenigen Fotografen weltweit durfte fotogloria-Fotograf Jan Michael Hosan Bilder aus dem Innern des Super-Kamiokande mitbringen und wir haben mit ihm über dieses besondere Erlebnis gesprochen:

fotogloria: Jan, wie bist Du auf das Thema gekommen?
Jan Michael Hosan: Tatsächlich habe ich auf recht banalem Wege das erste Mal vom Super-Kamiokande gehört – vor vielen, vielen Jahren las ich einen Kriminalroman, in dem der finale Kampf zwischen Gut und Böse im Kamiokande stattfand. Die Beschreibung des Detektors war so gut und plastisch, dass ich eigentlich nur aus Scherz einmal nachgeschaut habe, ob es das wirklich gibt oder ob der Ort der Phantasie des Autors entspringt und siehe da: Es gab ihn wirklich. Ich wusste sofort, dass ich dort fotografieren wollte.

Zwischen Deiner Entdeckung und dem Ortstermin liegen ein paar Jahre – war es so schwer, eine Genehmigung zu bekommen?
Oh ja. Genauer gesagt: Ich habe das Thema immer vor mit hergeschoben, habe recherchiert und gelesen, habe halbherzig versucht, Kontakte zu knüpfen, wusste aber eigentlich gar nicht so recht, wo genau ich anfangen soll nachzufragen. Und dann habe ich irgendwann Mike Gamio von fotogloria vom Kamiokande erzählt und er sagte nur: »Lass‘ mich mal versuchen« und ein halbes Jahr später durfte ich rein – es ist mir immer noch ein Rätsel, wie er DAS geschafft hat…

Was hat Dich in Hida erwartet?
Zuerst einmal ein sehr, sehr netter deutscher Wissenschaftler namens Kai Martens, der mir bei einem Drink am Vorabend genau erklärt hat, wie man sich im Kamiokande bewegt, wie es dort aussieht etc. Die Vorbereitung war Gold wert, denn ich war nicht nur extrem nervös, sondern sich in einer solchen Umgebung richtig zu bewegen ist einfach zwingend notwendig, da nicht ganz ungefährlich und vor allem zeitlich sehr limitiert.

Am eigentlichen Tag habe ich dann sechs bis sieben Stunden gewartet, immer wieder hieß es, dass es jetzt klappt und dann wurde doch nichts draus. Aber dann auf einmal musste alles sehr schnell gehen: Ab in den Reinraum, die Anzüge anziehen und… Damit fing das Problem an: Ich habe erstmal zwei Anzüge gesprengt, da mir die japanischen Größen einfach viel zu klein sind. Am Ende wurde aus irgendeiner Ecke ein XXL-Anzug gezogen, in den ich gerade so hineinpasste. Man stelle sich vor, dass das Ganze beinahe an meiner Kleidergröße gescheitert wäre…

Na jedenfalls ging nach dem Ankleidekrimi dann die eigentliche Reise los: Ich fand mich in einer sehr kleinen Materialgondel wieder und wurde darin sitzend an einem – nach meinem Empfinden – sehr dünnen Seil abgeseilt. In der Theorie wusste ich ja, dass der Detektor in 1.000 Metern Tiefe liegt, war aber am Morgen schon sehr tief zur Basisstation in den Berg gefahren und dachte, dass es nicht noch tiefer gehen könnte. Es konnte. Etwa zehn bis 15 Minuten ging die Fahrt, es ging tiefer und immer tiefer Es war ziemlich dunkel, die Geräusche wurden mehr und mehr verschluckt und ich dachte irgendwannm dass es nicht mehr weiter gehen kann, es fühlte sich an, als wäre ich in das große Nichts geraten – das war unheimlich, angsteinflößend und zeitgleich sehr, sehr spannend und dabei golden schimmernd.

Die Minuten zogen sich auf jeden Fall sehr lange dahin, bis wir am Ende ein kleines Floß erreichten, auf dem ich dann mitnichten festen Boden unter den Füßen hatte, sondern auf schwankendem Untergrund stand und wusste, dass das Wasser rundherum sicher kein Badewasser ist, sondern meiner Haut sofort alle Mineralstoffe entziehen würde, sollte ich hineinfallen.

Was war die größte fotografische Herausforderung?
Alles. Das ganze Drumherum. Ich war emotional so sehr herausgefordert, dass ich mich wirklich konzentrieren musste, um überhaupt Bilder zu machen. Und dass auch noch mit der äußerst knappen Zeit im Nacken, denn ich wusste, dass ich nur eine halbe Stunde fotografieren durfte. In großer Dunkelheit, mit dem ständigen Gefühl, zu stören und dabei aber mit einem mitgebrachten Bild im Kopf, dass ich eigentlich sofort wieder vergessen musste, weil ich dank des schwankenden Untergrunds nicht mal mehr ein Stativ aufstellen konnte.

Ich musste also alle Schwierigkeiten so schnell wie möglich überwinden, mein ganzes Können zusammennehmen und improvisieren. Ich habe letztlich natürlich auf jegliche Beleuchtung verzichtet, habe alle Bilder aus der Hand geschossen, war dankbar und glücklich darüber, dass meine Kamera 6.000 ISO schafft und habe dann zuhause das Hauptbild aus 5 Motiven zusammengesetzt. Und das hat sogar funktioniert, ohne dass ich die Einzelbilder allzusehr in Photoshop quälen musste.

Bist Du zufrieden mit dem Ergebnis?
Fotografisch? Nun, da wäre noch mehr möglich gewesen. Theoretisch.
Praktisch nicht, dafür habe ich das Beste herausgeholt und bin total happy.

Mit dem Erlebten? Der Besuch im Super-Kamiokande war eine unglaubliche Ehre und ich verbeuge mich in Dankbarkeit vor den Wissenschaftlern, die mir das ermöglicht haben.

*Für mehr Informationen über den Super Kamiokande bitte HIER entlang.

** Nach einer klassischen Ausbildung zum Werbefotografen arbeitete Jan Michael Hosan in Studios in Österreich und der Schweiz. Sein Handwerk – die Industriefotografie – schließlich mehr als beherrschend, eröffnete er 2006 sein eigenes Studio. Seitdem setzt er die Ideen seiner internationalen Kunden um – mit einem hochprofessionellen und den speziellen Anforderungen angepassten Equipment und immer mit seinem eigenen Blick. Jan Hosan ist neben der Industriefotografie auf Technologie-, Medizin und Wissenschafts-Fotografie spezialisiert. Er lebt in Neuwied und arbeitet weltweit.

*** fotogloria vertritt  Jan Michael Hosan und seine Industriefotografie exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

****Den Termin realisiert hat Mike Gamio von fotogloria, Text und Interview stammen aus der Feder von Edda Fahrenhorst, ebenfalls fotogloria.