Archiv der Kategorie: Corporate

#FacesOfPhotography – Teil 57: Klaus Lange aus Berlin

Klaus Lange sieht die Flexibilität als eine grundsätzliche Qualität von Fotograf*innen, vor allem in Zeiten der Krise: „Was hilft’s, wir müssen uns den neuen Begebenheiten eben noch dynamischer und kreativer anpassen.“ Darüber und über noch viel mehr hat er mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Wie geht es Dir in diesen sonderbaren Zeiten?
Mir geht’s gut. Trotz Pandemie-bedingter einschneidender familiärer Veränderungen, wir sind alle gesund und ich habe sogar Jobs.
Im Bewusstsein das wir in Deutschland gesellschaftlich, wirtschaftlich und gesundheitlich so richtig „Schwein“ haben, sehe ich in dieser Krise keinen anderen Ort, an dem ich lieber sein möchte. Denn neben allen offensichtlichen politischen und gesellschaftlichen Verbesserungsmöglichkeiten bei uns: wir leben in einem funktionierenden demokratischen und gesundheitlich ziemlich gut aufgestellten System. Das wird mir gerade sehr klar, dafür bin ich dankbar.
So sehr die massive globale Entschleunigung auf mich apokalyptisch wirkt, so sehr empfinde ich sie „reinigend“. Wir sind global gezwungen anzuhalten, können nachdenken. Wir wissen doch alle mehr oder weniger bewusst, dass wir diesen ökologisch verrückten Raubbau an Ressourcen nicht endlos weiter machen können. Durch die Pandemie wird noch deutlicher, wie fragil unsere Lebensweise ist. Je klarer das in meine Wahrnehmung tritt, desto wichtiger werden mir Werte. Privat haben wir als Familie in diesem Denken schon 2019 entschieden ins Grüne zu ziehen, back to the roots. Ende Januar 2020 sind wir umgezogen, gerade noch vor dem großen Stillstand. Seitdem ackere ich wann immer möglich im Garten und liebe es zu sehen, wie die Natur funktioniert. Kennst Du den Duft von frischer, gesunder Erde?

Was macht der Job?
Einer meiner Bestandskunden, eine Hilfsorganisation, hat Corona bedingt viel für mich zu tun. Ein Job der mir in jeder Hinsicht Spass macht und mich noch eine Weile beschäftigen wird. Die Zusammenarbeit mit diesem Kunden baue ich seit Jahren auf und aus. In der Arbeit mit NGOs musst Du unkonventionell und sehr flexibel in der Herangehensweise sein, um gute und wirtschaftlich sinnvolle Arbeiten zu produzieren. Mein Engagement wird offensichtlich gesehen. Ein gutes Gefühl!

Was hat sich bei Deine Shootings verändert?
Vorerst musste ich (leider) entscheiden, alleine zu produzieren und zu reisen, habe meine Produktionen dafür auf ein Minimum an technischem Aufwand angepasst und bin beeindruckt, wie gut das geht.

Verändert sich auch Deine Fotografie?
Bei mir darf und soll es „menscheln“, dafür werde ich im Besonderen gebucht, so arbeite ich gerne. Vor allem in meiner Arbeit mit Testimonials stelle ich dieses „menscheln“ durch Bezüglichkeit und Nähe her, die ich in der sonst gewohnten Form aktuell nicht mehr so einfach aufbauen kann. Zurzeit funktioniert Begegnung für mich, wie durch einen „Schleier“, ist antiseptisch und ungewohnt. Ich sehe das in meiner Arbeit und experimentiere mit neuen Begegnungsformen.

Wird sich die Fotografie mit der Krise generell verändern?
Wenn ich das wüsste… Ich habe noch keine Idee davon, welche wirtschaftlichen, politischen und am Ende dann ggf. auch beruflichen Veränderungen perspektivisch kommen werden und wie sich das auf die Medienbranche auswirken wird. In der Wirtschaftskrise 2008 musste ich schon einmal alles umstellen und war lange ohne nenneswerte Jobs. Damals habe ich sehr bewusst mein Studio aufgegeben, bin ein paar Monate nach Argentinien gegangen und habe entschieden, wieder auf eine „One-Men-Show“ umzuschalten. Bis es funktioniert hat, habe ich zusätzlich stundenweise als Barista in einem Café gejobt. Die Umstellung hat ne Weile gedauert, aber funktioniert.
Die Corona-Krise hat allerdings ein anderes und viel beängstigenderes Format. Da sich die wirtschaftliche Situation für angewandte Fotografen seit Jahren ohnehin schon zuspitzt, werden die Spielräume immer enger. Aber was hilft’s, wir müssen uns den neuen Begebenheiten eben noch dynamischer und kreativer anpassen. Ist Flexibilität nicht sowieso eine Qualität von Fotograf*innen?!

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zukunft?
Gute und gesellschaftlich relevante Bilder machen Spaß. Davon will ich noch mehr machen und mit noch mehr entsprechenden Redakteur*innen, ADs, CDs … und Kollegen zusammen finden.

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#FacesOfPhotography – Teil 54: Bertram Solcher aus Hamburg

Bertram Solcher ist Medizinfotograf und hat damit eine etwas andere Perspektive auf die Krise. Was das genau heißt, woran er arbeitet und was die Krise seiner Meinung nach für die Fotografie bedeutet, hat er den #FacesOfPhotogrpahy erzählt:

Bertram, was ist Dein fotografischer Schwerpunkt?
Ich mache Corporate Fotografie mit den Schwerpunkten Medizin, Wissenschaft und Technik. Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich einfach unglaublich neugierig und es macht mir auch nach vielen Jahren noch Spaß in andere Welten einzutauchen. Hauptsache es sind Menschen dabei.

Was reizt Dich an medizinischen Themen?
Ich bin in einem Arzt-Haushalt aufgewachsen. Meine Schwester und ich haben als Kinder im Labor gespielt, wenn unser Vater Visite gemacht hat. Später hat mich der Klinik Fotograf in die Geheimnisse des s/w Labors eingeweiht und mit mir Bildbesprechungen gemacht. Dann habe ich selber Medizin studiert. Ich spreche und verstehe also die Sprache und ich kenne die Abläufe. Mich erschrecken die Themen Krankheit und Tod nicht und mit Chefärzten kann ich auch umgehen.
Fotografisch reizt mich die unglaubliche Vielfalt der Themen und die technischen Herausforderungen. Man muss sich immer wieder klarmachen, dass Patienten in einer Klinik, oder generell Kranke, Menschen in einem Ausnahmezustand sind. Die brauchen einen sensiblen und zurückhaltenden Fotografen. Meine Auftraggeber erwarten aber das besondere Bild, häufig also eine Gratwanderung. Glücklicherweise bin ich in der Lage mich im Hintergrund zu halten und beobachtend zu arbeiten. Da ich nicht so gerne inszeniere, kommt mir diese Arbeitsweise entgegen.
Technisch ist die Medizin-Fotografie anspruchsvoll, weil man sich an viele Bestimmungen halten muss. Der Datenschutz muss gewährleistet sein, es gilt Hygienebestimmungen einzuhalten. Wenn auf meinen Bildern Patientendaten zu erkennen sind, dann ist das ein kapitaler Fauxpas. Wenn ich im OP die Mitarbeiter oder Geräte unsteril mache, weil ich die nötige Distanz nicht einhalte, dann kostet das Zeit und sehr viel Geld. Hinzu kommt noch, dass Medizin meist an Orten mit schlechtem Licht stattfindet, man fotografiert also immer am technischen Limit.
Egal wo ich anfange zu arbeiten, ich bekomme immer einen riesigen Vertrauensvorschuss und den gilt es sorgsam zu behandeln.

Margot, Großmutter

Aufgrund Deines Schwerpunktes könnte man vermuten, Du hast zur Zeit gut zu tun – ist dem so?
Ich habe ab Mitte 2018 ein ganz tiefes Tal durchschritten. Die DSGVO hat bei meinen Medizin-Kunden zu einer regelrechten Panik geführt. Die Hausjuristen hatten in vielen Fällen unglaubliche Horrorszenarien entworfen und über zu erwartende Strafzahlungen in Millionenhöhe schwadroniert, falls Fotos ungerechtfertigt genutzt würden. Das wiederum hat in vielen Unternehmen zur Einstellung aller Foto Jobs geführt. Das hatte sich nun Anfang des Jahres gerade wieder gebessert, dann kam Corona. Ich habe einige journalistische Corona-Aufträge bekommen und seit Ende April gibt es auch wieder vereinzelte Corporate Aufträge. Im Moment berate ich viele Stammkunden darin, wie man unter den derzeitigen Bedingungen eine visuelle Unternehmenskommunikation gestalten sollte.
Um die Frage zu beantworten. Ich habe zu tun, aber noch nicht gut. Im Moment handele ich nach dem Prinzip „You need a job, invent one.“.

Du schaust mit einem anderen Auge als die meisten Fotografen auf die Krise – was siehst Du?
Ich weiß nicht, ob ich mit anderen Augen auf die Krise schaue. Medizinisch ist diese Krise für mich nicht zu fassen. Ich halte mich an die Regeln und hoffe, dass die Anderen das auch tun.
Mental hat die Krise bei mir eine ganze Menge verändert. Die ersten drei Wochen nach dem Shutdown war ich ziemlich deprimiert. Geholfen hat mir mein familiäres, visuelles Corona-Tagebuch. Noch heute bin ich völlig verblüfft wie unterschiedlich Bilder sein können, die alle am gleichen Ort aufgenommen und immer mit denselben Protagonisten bestückt sind. Diese Fotografie war wie eine Therapie für mich, sie hat mir geholfen mich nicht ausschließlich mit der Krise zu beschäftigen, sondern mehr an meine Familie und mich zu glauben und auch Positives zu sehen.

Wie beeinflusst die Krise, das Wissen um das Virus Deine Arbeit und Deinen Blick?
Ich denke, wir sollten den derzeitigen Zustand (Mitte Mai) als unsere neue Normalität akzeptieren. Wir werden auf absehbare Zeit kein Vorher mehr haben. Körperliche Nähe war ein Vertrauensbeweis, jetzt ist sie eine Bedrohung. Damit müssen wir klarkommen, auch fotografisch. Zusammenarbeit wird nicht mehr durch Nähe visualisiert werden können.
Das Virus hat in meiner Wahrnehmung den Umgang miteinander verändert. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die egal wie betroffen sie sind, nach vorne schauen und auf der anderen Seite stehen diejenigen, die ausschließlich schlecht gelaunt sind und die sich permanent darüber beklagen, dass der Staat und alle anderen nicht genug für sie tun. Ich habe beschlossen das Wort „Unternehmer“ mit Leben zu füllen. Dazu gehört für mich den Blick zu fokussieren, auch den fotografischen. Wahnsinnig spannend fand ich es übrigens meine Corona-Arbeiten direkt mit den Arbeiten von Magnum, VII oder NOOR Fotografen vergleichen zu können. Wir hatten alle die gleichen Bedingungen und wann hat man das schon mal, dass man sich so direkt vergleichen und hinterfragen kann. Ich finde übrigens, dass ich mich ganz ordentlich geschlagen habe. Sollte jemand anderer Meinung sein, möge er das bitte für sich behalten oder mir schonend bei einem Bier beibringen.

Michael, Bäderland

Woran arbeitest Du zur Zeit außerdem?
Wie gesagt, die ersten Aufträge trudeln wieder ein. Das beruhigt schon mal immens.
Und dann habe ich noch ein fotografisches Mammutprojekt angefangen: Ich fotografiere Menschen, die von Corona betroffen sind. Beim genaueren Hinsehen habe ich festgestellt, dass es niemanden gibt, der nicht in irgendeiner Weise betroffen ist. Etwa dreißig Personen habe ich bereits fotografiert. Die Großmutter, die sich nicht traut ihre Enkel zu besuchen, sitzt hinter einer Glastür, die Sargträger, die nur noch einen Bruchteil des Üblichen verdienen, weil die Trauerfeiern so kurz sind, stehen vor der Friedhofskapelle, der Bademeister steht im leeren Schwimmbad. Die Bilder bekommen keine Bildunterschrift, sondern werden nur mit dem Vornamen der Person und dem Beruf oder der Eigenschaft gekennzeichnet: Margot, Großmutter. Die Fotos sind in s/w, sehr dunkel und die Protagonisten habe ich angeblitzt. Siebzig weitere Ideen habe ich schon.

Athanasius, Anton und Uwe, Sargträger

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für jetzt und für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass wir gesundheitlich und wirtschaftlich mit einem blauen Auge aus dieser Krise kommen.
Fotografisch wünsche ich mir, dass Fotografie inhaltlich wieder schwergewichtiger wird. Ich wünsche mir weniger visuellen Analphabetismus. Ich würde mich freuen, wenn Fotografen wieder häufiger als Autoren wahrgenommen würden und weniger als die Besitzer von professionellem Kameraequipment.
Wirtschaftlich wünsche ich mir wieder mehr Unternehmertum, Innovationsbereitschaft und Neugierde und weniger Bürokratie und „haben wir schon immer so gemacht“.

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#FacesOfPhotography – Teil 49: Dominik Asbach aus Duisburg

Dominik Asbach hat noch kleinere redaktionelle Aufträge und er rechnet damit, dass die große Wirtschaftskrise erst noch kommt. Darüber und über mehr haben die #FacesOfPhotography mit ihm gesprochen:

Wie geht es Dir in dieser sonderbaren Zeit und womit verbringst Du Deine Tage?
Mir und meiner Familie geht es gut, wir sind gesund. Aber die ganze Situation geht uns tierisch auf den Senkel. Wir gehen aktuell in die neunte Woche mit Homeschooling, dass zerrt an den Nerven. Immerhin geht meine kleine Tochter jetzt ein mal pro Woche für 3 Stunden wieder in die Schule. Die große macht gerade Abi, da war auch länger nicht klar, wie das ablaufen soll.

Die journalistischen Aufträge gehen noch reduziert weiter, allerdings nur noch Corona-Themen wie Heinsberg, Homeschooling , Klopapier-Produktion oder Missstände in Altenheimen. Für die Zeit des Shutdowns habe ich einen syrischen Flüchtling portraitiert, zum Übersetzen war dessen Sohn dabei. Also haben wir uns zu dritt in einem Park getroffen und mussten aufpassen, dass uns die Polizei nicht sieht. Ganz komisches Gefühl, dass so ein Termin illegal sein soll.

Aufträge für Unternehmen kommen fast gar keine mehr rein, aus Agenturen habe ich gehört, dass deren Kunden Budgets streichen. Die große Wirtschaftskrise kommt erst noch.

Ich nutze die freie Zeit aber auch, um freie Arbeiten zu planen, ein Portraitprojekt habe ich schon mehrere Jahre im Kopf, jetzt ist Zeit es zu konkretisieren. Außerdem habe ich mein Archiv aufgearbeitet. Was mir am meisten fehlt ist das regelmäßige Eintauchen in fremde Welten.

Wenn alles normal wäre, wie würden Deine Tage  aussehen?
Mir wurden einige Aufträge abgesagt, unter anderen hätte ich Fußballfans vor Stadien an Spieltagen fotografieren sollen – geht natürlich nicht. Alle Aufträge, wo mehrere Menschen zusammen gekommen wären finden nicht statt. Und das wird wohl noch lange so bleiben.

Was denkst Du: Was wird sich für die Branche mit der Krise verändern?
Ich habe die große Sorge, dass durch die Krise die Honorare noch weiter gesenkt werden. Bei einigen Verlagen und Agenturen gibt es ja schon Kurzarbeit, da werden die Kaufleute versuchen auch bei den Dienstleistern weiter zu sparen.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die neue Normalität?
Ein großer Wunsch ist es, dass die Wertschätzung für Fotografie nicht noch weiter sinkt. Wir waren da schon vor Corona auf keinem guten Weg.

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#FacesOfPhotography – Teil 47: Claus Morgenstern aus Mannheim

Claus Morgenstern gehört zu den wenigen Fotografen, die schon vor zweidrei Wochen einen Job fotografieren durften – worüber er dabei nachgedacht hat und wie er die Entwicklung der Branche sieht, hat er den #FacesOfPhotography verraten:

Wie geht es Dir?
Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Ich habe viel Zeit darauf verwendet, einfach mal nichts zu tun. Diese erzwungene Entschleunigung empfinde ich als mittlerweile sehr entspannend. Ich bin ja sonst immer der Hansdampf in allen Gassen.

Du bist einer der wenigen Fotografen, die schon vor zweidrei Wochen einen Job fotografieren konnten – wie hat sich das nach dem Shutdown angefühlt?
Dieses Projekt fotografiere ich seit bereits schon sechs Jahren. Es war bereits ab Tag eins der Pandemie klar kommuniziert, dass wir es – sobald möglich – umsetzen werden. Ich bin sehr glücklich das sich dieser Kunde auch in schlechten Zeiten so klar positioniert und auch gewillt ist, im Zweifelsfall mehr Mittel in die Hand zu nehmen, um eben auch in schweren Planungsphasen Fotoshootings umzusetzen. Das macht mir wieder deutlich, wie wichtig es ist eben nicht nur Dienstleister zu sein, sondern eine Beziehung mit seinem Gegenüber aufzubauen.

Konntest Du bei dem Shooting Veränderungen feststellen?
Der Kontakt mit den Protagonisten war zuerst sehr befremdlich. Kein Händeschütteln, keinerlei Berührung. Man fängt an darüber nachzudenken, ob man nun das Glas Wasser annimmt, stehen lässt oder doch lieber auf die eigene Flasche zurückgreift. Es sind die Zwischentöne die einem immer wieder aus der schnell entstehenden Routine reißen.
Ich hatte für den Job das Glück, durch ganz Deutschland reisen zu dürfen. Was mir aufgefallen ist, war der Zustand, in dem sich unser Land gerade befindet: Leere Straßen, alle Geschäfte geschlossen. Es war befremdlich, diesen Stillstand visuell so geballt mitzubekommen.

Wird sich in der Fotografie künftig generell etwas ändern?
Bewegtbild kommt ja seit Jahren auch immer mehr in den Fokus und es wird immer mehr versucht, an einem Tag möglichst viel Foto und Bewegtbild zu produzieren. Ich würde mir wünschen, dass sich eine richtige Vorstellung von dem entwickelt, was überhaupt alles an einem Arbeitstag (der ja locker zehn Stunden hat) leistbar ist. Kreativ zu arbeiten kostet ja doch mehr Kraft als sich manch einer vorstellen kann. Die – ich nenne es mal überspitzt – Tanz-Affe-Tanz-Mentalität nimmt hoffentlich etwas ab.

Und wird sich in der Branche etwas ändern?
Ich denke, dass der Markt nun gesehen hat, wie wichtig immer neue und frische Bilder sind. Ich denke aber auch, das wir jetzt alle sehr stark auf unser aller Wohl achten müssen. Zum einen spüren natürlich alle den Druck, das Geschäft wieder zum laufen bringen zu müssen. Jeder muss aber dabei selber wissen, in wie weit er unseren sowieso schon sehr Konkurrenz getriebenen Markt aufreissen möchte oder ob doch ein Verständnis für Zusammenhalt entsteht. Verbände und Institutionen wie der BFF, BVDW, BVPA und andere sind hier doch treibende Kräfte.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die neue Normalität?
Ich würde mich sehr gerne an dieses Gefühl von Zeit gewöhnen dürfen. Mehr komplett geplante Shootings umsetzen, mit klareren Strukturen und einem Zeitplan, in dem dann doch auch Überraschungen passieren können. Damit man eben dem Kunden auch noch mehr zeigen kann, was alles möglich ist. und eben nicht nur das Briefing abgearbeitet wird. Kurz gesagt: Ich werde auch weiterhin immer die 110 Prozent abliefern!

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#FacesOfPhotography – Teil 42: Cecilia Aretz aus Hamburg

Dem mulmigen Gefühl angesichts der derzeitigen Lage setzt Cecilia Aretz die aktive Erweiterung ihres Portfolios und Gedanken zu einem neuen Projekt entgegen. Die #FacesOfPhotography haben mit ihr darüber gesprochen:

Cecilia, wie erlebst Du die derzeitige Krise?
Es sind gemischte Gefühle. Ehrlich gesagt genieße ich die Ruhe und Entspanntheit, die der Lockdown mit sich bringt. Auf der anderen Seite steht natürlich die Unsicherheit mit der Auftragslage und die Fragen wie jetzt alles weitergeht. Mit anzuschauen, wie viele Unternehmen gerade untergehen macht ein mulmiges Gefühl.

Wie ist es um Deine Jobs bestellt?
Meine ausstehenden Jobs wurden verschoben (Stand jetzt). Aber es ergab sich dann die Möglichkeit, Social-Media-Beiträge und Onlineauftritte zu fotografieren und zu filmen. Das hat Spaß gemacht und ist eine Richtung, die ich zukünftig auch in mein Angebot einbinden möchte.

Was kannst Du Positives aus der Zeit ziehen und woran arbeitest Du?
Abgesehen von den Social-Media-Beiträgen, die ich gerade fotografiere und drehe, recherchiere ich für ein freies Langzeitprojekt. Wann ich mit der Umsetzung beginnen kann ist derzeit noch unklar, da ich dafür sowohl auf Reisen gehen-, als auch mit Menschen in Kontakt sein werde. Ich hoffe sehr, dass ich dieses Jahr noch damit beginnen kann.

Wie denkst Du, was wünschst Du Dir, wie Dein Job nach der Krise sein wird?
Natürlich wünsche ich mir, dass es ganz bald wieder losgehen kann. Einige Jobs werden sicherlich für längere Zeit wegfallen, sich aber hoffentlich auch neue ergeben. Vielleicht müssen wir jetzt ein bisschen erfinderisch sein. Eine Krise bedeutet ja immer auch eine Chance.

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#FacesOfPhotography – Teil 35: Darius Ramazani aus Berlin

Für die #FacesOfPhotography hat Darius Ramazani aufgeschrieben, wie er denkt, fühlt und hofft. Inklusive eines Plädoyers für mehr Ehrlichkeit in der Werbung:

Darius, wie geht es Dir?
Ich hab‘ das Glück, dass ich ein Büro habe und ich somit nicht den ganzen Tag zu Hause bin –
das erleichtert vieles und macht auch das Familienleben mit Frau und Kindern um einiges angenehmer!
Die Kinder brauchen uns zum Glück nicht mehr beim Lernen, das findet fast alles ohne uns statt! Darin zeigen die beiden sehr viel Disziplin, dafür klappt es mit dem Aufräumen gar nicht… Soll heißen: Die Situation ist im Augenblick noch sehr entspannt und es geht mir gut.
Trotzdem plagt auch uns die Sorge um die Zukunft! Wir (meine Frau und ich) sind blöderweise beide selbständig. Hierbei haben wir zur Zeit leider den „schwarzen Peter“ gezogen. Aber so ist es nun mal.

Sind auch Deine Aufträge alle abgesagt worden?
Glücklicherweise hatte ich Mitte März noch mit den Retuschen einer Kampagne zu tun und war bereits in der Vorbereitung eines Jobs für Anfang April.
Für diesen Job haben wir alle Castings für die verschiedenen Motive doppelt besetzt, dass wir Im Notfall (bei möglichen Erkrankungen) auf andere Models hätten ausweichen können. Wir haben alles durchorganisiert, auch vor dem Hintergrund, dass das ganze Shooting im Notfall auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Aber zum Glück haben Kunde, Agentur und ich am gleichen Strang gezogen, und das Shooting realisiert!
Trotzdem ist es so, das sehr viele Jobs abgesagt wurden und viele auch gar nicht mehr realisiert werden. Problem wird jetzt sein, dass die Neuaufträge erstmal ausbleiben werden! Alle Agenturen und Kunden sind mit sich selbst beschäftigt, denn es geht dort um viele Arbeitsplätze. Auch müssen die Agenturen die Lage gemeinsam mit den Kunden neu einschätzen. Wir als Fotografen kommen dann erst zum Schuss ins Spiel. Leider!

Was fehlt Dir am meisten aus Deinem Berufsalltag?
Mir fehlen die persönlichen Treffen (geschäftlich und privat)! Schnell mal hier was essen gehen, oder dort mal kurz Hallo sagen! Meine besten Freunde sind der Postbote und der Blumenhändler gegenüber! Mein Highlight: Ein Coffee To Go bei den Damen um die Ecke!

Was bedeutet Dir die Fotografie?
Alles!!! Ich bin jetzt 50 Jahre alt und seit 30 Jahren selbständig! Und nun Corona.
Das wird, glaube ich, mein neuer T-Shirt Slogan…
Aber ich hoffe das es für alle gut endet! Ich bin da mal sehr positiv, auch wenn ich zwischendurch auch FASSUNGSLOS bin!

Wie schätzt Du insgesamt die fotografische Situation in diesen Zeiten und nach der Krise ein?
Das hängt sehr von der Dauer der ganzen Corona-Situation ab, denn: Wir sind leider erst am Anfang der Krise! Die Auswirkungen bekommen wir Fotografen und Künstler erst so richtig in ein paar Monaten zu spüren, dann würden die Antworten auf diese Fragen sicherlich auch anders ausfallen!

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die neue Normalität?
Ich würde mir wünschen, dass auch die Werbung anfängt, ehrlicher und nachhaltiger zu denken – auch in Ihren Konzepten! Wenn ich zum zehnten Mal die zusammengecastet lachende Familie am Frühstückstisch als Bild irgendwo sehe, bekomme ich Schuppenflechte. Das hat nichts mit der Realität zu tun!
Was ich damit sagen will: Der Konsument will nicht mehr verarscht werden. Nach Corona noch weniger! Er will ernst genommen werden! Das ehrliche aufrichtige Foto bewirkt beim einzelnen Konsumenten in Zukunft viel mehr, weil auch die Sehnsucht zur Normalität gerade immer größer wird, und man sich auf alte Werte besinnt!
Die neue ehrliche Fotografie in der Werbung, das wäre mein Wunsch!

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#FacesOfPhotography – Teil 34: Ilja C. Hendel aus Oslo

Über seine Archivarbeit hat Ilja C. Hendel  einen guten Weg gefunden, mit seinen Kunden trotz Krise in Kontakt zu bleiben. Auch erste Jobs konnte er wieder erledigen, auch wenn sich die Fotografenwelt mit den Abstandsbestimmungen deutlich geändert hat. Den #FacesOfPhotography gewährt er einen ausführlichen Blick in seinen derzeitigen Alltag:

»Wie für die meisten, kam der Lockdown auch in Norwegen wie eine Vollbremsung – gerade noch für eine Reisereportage in den norwegischen Bergen unterwegs, sah ich bei meiner Rückkehr nach Oslo in den Nachrichten, dass zu dem Zeitpunkt genau diese Gegend der Hotspot der Coronainfektionen ist. Wir wunderten uns noch über die leeren Geschäfte und wussten noch nicht, dass ein Drittel der Bevölkerung in Quarantäne war. Zwei Tage später war dann das ganze Land im Lockdown-Modus.

Schlendern durchs mehr oder weniger leere Oslo um meine Bildagenturen wieder etwas Abstandsbildern zu füttern. Außerdem sammle ich dabei Locations, um eine Auswahl für Outdoorportraits zu haben, solange das Betreten von Unternehmen noch eingeschränkt ist.

Zwei Sorten von Emails liefen in der ersten Woche des Stopps gehäuft ein: die Einen sagten alle geplanten Aufträge ab – Portraits, Kundenmagazine, Veranstaltungen – die anderen baten mich, ob ich nochmal schauen könnte, ob es von dem Portraittermin mit dem Minister oder CEO noch etwas ernstere, skeptischere Bilder gibt? Da hat es sich dann ausgezahlt, die damalige zweite Wahl nicht gelöscht zu haben. Also alle RAIDs vom Studio ins Homeoffice gebracht und alte Ordner durchgeforstet. Auf die Idee gebracht, haben auch anderen Kunden noch das eine oder andere krisengestimmte Portrait gekauft.

Eintauchen ins digitiale Archiv, um für einen Kunden, die anerkannte Stiftung >fritt ord<, Bilder zum Release der neuen Website am kommenden Montag zusammenzustellen. Ein Auftrag von vor Koronazeiten, der sich nun wunderbar mit Archivmaterial bestreiten ließ.

Insgeheim habe ich mir schon öfter eine Saisonpause gewünscht – natürlich nicht so dramatisch wie jetzt – in der man etwas Abstand zum vollen Arbeitsalltag gewinnt und Neues planen kann. Ich denke da etwas romantisch verklärt an die letzten etwas kühleren Tage des Sommers, wenn der Wirt die Stühle hereinholt, die Bar neu streicht und das Menü für die nächste Saison überlegt. Mit diesem Bild versuche ich dem neuen Arbeitsalltag unter Corona etwas Positives abzugewinnen…

Im Keller stehen seit meinem Umzug von Berlin nach Oslo vor nunmehr bald 15 Jahren die alten Kartons mit Negativen und Dias. Es wurde zu einem abendlichen Spaß, mit digitaler Mittelformatkamera und selbstgebauten Auszug, einige alte Bilder zu digitalisieren – viele aus der Arbeitswelt, wie auch heute noch.

Neben dem Blick zurück, ist es auch die Zeit für den Blick voraus: Welche Kamera-Objektiv Kombinationen funktionieren für meine Fotografie mit nun auferlegtem 2 Meter Abstand am besten – ich war mir bis dato nicht klar darüber, dass ich sonst meist 1,2 Meter Nähe suche.

Lackieren und fein-justieren der äußerlich etwas mitgenommen aussehenden Leicas.

In einer Checkliste die noch ausbaufähig ist, habe ich für mich und meine Kunden zusammengefasst, wie ich (und auch sie) dazu beitragen können, dass Fotografieren unter Coronabedingungen möglich ist. Hygienische Standards sind dabei ebenso, wie Kleinigkeiten z.B. den Protagonisten nicht mal schnell auf dem Display der Kamera hin und her swipen zu lassen.«

Gestern und vorgestern ging es dann für zwei kleinere Aufträge wieder raus. Sich fotografierend zwischen den Protagonisten zu bewegen, war schon früher manchmal wie ein Tanz mit dem Blick auf das Motiv – jetzt ist hinzugekommen, auch seitlich und nach hinten den 2-Meter-Abstand zu scannen. Wie Quallen in der Strömung bewegten wir uns durch das Setting – und in die veränderte Corona-Fotografenwelt.

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#FacesOfPhotography – Teil 30: Tobias Gerber aus Bissingen an der Teck

Wunderschöne Natur, kurz vor der Bärlauch-Ernte. Auf der einen Seite. Und auf der anderen das Virus, die Beklemmung. Für die #FacesOfPhotography erzählt Tobias Gerber, wie er die Situation empfindet:

»Eine unwirkliche Stimmung. Eigentlich normal, eigentlich für die Familie schön, wie Urlaub, Freizeit, Wochenende – wenn die Ursache für viele Menschen nicht so gefährlich oder arbeitsreich bis zur Erschöpfung wäre. Das Warten auf ein Ereignis schwebt über allem was man macht. Vielleicht könnte man es leichte, kollektive Beklemmung nennen – ich denke das empfinden viele. Vergleichbar mit der Atmosphäre nach Tschernobyl, als uns Kindern gesagt wurde, dass man keine Pilze mehr anfassen soll und es lange nur noch Dosengemüse gab. Die unsichtbare Gefahr.

Die Blumen sind schön, die Vögel zwitschern, die Natur erwacht und es gibt keine Flugzeuge mehr am blauen Himmel. Die Ruhe ist groß. Wie an einem verschlafenen Sommersonntag. Die Touristen tummeln sich gemütlich in der sonnenverwöhnten Frühlingslandschaft.

Auch unser Eulenleben kommt nun voll auf seine Kosten. Lang schlafende Kinder mit dadurch sehr guter Laune. Wir reden über alles und warten ab. Unter der Käseglocke. Nutzen die Zeit für das was liegen geblieben ist. Wie so Viele. Also Haus renovieren, Kinder unterrichten und in die Natur – wie immer schon. Dann noch etwas Steuer, Archiv und anderer zeitraubender Schnickschnack. Jetzt ist es gut, wenn man mit sich selbst auskommt, ein Draußenmensch ist und keine Langeweile kennt. Zeit empfinde ich schon immer als zu kurz.«

Website von Tobias Gerber

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#FacesOfPhotography – Teil 28: Christoph Papsch aus Bonn

Vorrausgesetzt, wir würden nicht inmitten der Corona-Krise stecken, dann wäre Christoph Papsch dieser Tage sicher in Industriehallen unterwegs. Da das aber jetzt wegfällt, ist er sehr viel mehr an der frischen Luft. Und macht das Beste daraus – er fotografiert zum Thema Borkenkäferbefall:

»In „normalen Zeiten“ fotografiere ich überwiegend für Unternehmen und die Industrie. Dabei stehen mir bei fast allen Jobs Menschen, Mitarbeiter, Unternehmer vor der Kamera. Durch die Corona-Krise sind in den letzten Wochen viele Aufträge abgesagt und geplante Produktionen erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Selbst „kontaktlose“ Jobs wie Luftaufnahmen oder Produktfotos werden derzeit nicht beauftragt.

So bleibt jetzt viel Zeit für freie Projekte und Dinge, die sonst liegen bleiben. Derzeit arbeite ich an einem Projekt über die Folgen des Borkenkäferbefalls in unseren Wäldern: Die riesengroßen Flächen Fichtenwald, die in den letzten Monaten gerodet wurden, sehen wir alle bei unseren Spaziergängen. Die Kulturlandschaft Wald verändert sich gerade enorm. Gleichzeitig werden nun neue Laubbaum-Setzlinge gepflanzt. Doch ob daraus ein robuster Wald entsteht, wird sich erst in den kommenden Jahr(zehnt)en zeigen.

Weiterhin plane ich die Neugestaltung meiner Website, probiere neue Techniken in der Bildbearbeitung aus und versuche mich im Thema 3D-Rendering.

Ich hoffe sehr, dass die Zeit der Beschränkungen und Ungewissheit in absehbarer Zeit vorbei sein wird, wir nach und nach zur Normalität zurück finden und ich wieder voll loslegen kann. Dann freue ich mich auf viele Gespräche über Fotografie, auf neue Ideen und Projekte meiner Kunden und das gute Gefühl, wenn eine großartige Fotoproduktion erfolgreich abgeschlossen ist.«

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#FacesOfPhotography – Teil 25: Ulrich Wirrwa aus Ammersbek

In seinem Berufsalltag ist Ulrich Wirrwa an den ungewöhlichsten Orten unterwegs – als ehemaliger Ingenieur und mit allen nötigen Offshore-Zertifikaten und Schutzausrüstungen – dokumentiert er via Bild, Film und Drohne beispielsweise die Installation von ganzen Windparks. Für die #FacesOfPhotography erzählt er, wie er arbeitet und was er aus der derzeitigen Situation macht:

»Ich bin als Industriefotograf am liebsten mit meiner Kamera an spannenden Locations, wie etwa auf Spezialschiffen, Eisenbahnzügen und Lkws, Windparks auf dem Meer oder Industrieanlagen an Land, teilweise in abgelegenen Gegenden unterwegs.

Da ich mittlerweile über 50 Prozent meiner Foto- und Video-Aufnahmen mit meiner Drohne (Zum Beispiel die DJI-Inspire2 X7 16/50mm) erstelle und dafür auch keinen persönlichen Kontakt unter zwei Meter mit meinen Kunden brauche, laufen diese Langzeit-Projekte fast alle einfach weiter. Zusätzlich nutze ich natürlich auch die aktuellen Zusatz-Schutzmittel wie Desinfektionsmittel, Gummi-Handschuhe und Mundschutz (noch vom letzten Mal aus Asien mitgebracht).

Leider komme ich zur Zeit nicht zum weit entfernten Windpark in Taiwan. Auf dieses Shooting hatte ich mich schon sehr gefreut, ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt, muss man ab jetzt vor jedem Shooting im Ausland erstmal 14 Tage in Quarantäne?

Seit Anfang März 2020 sind allerdings Foto/Videoshootings von Veranstaltungen wie Schiffstaufe, Roadshow und Projektstarts mit Ministern, die auf den roten Knopf, das Band durchschneiden oder die Schippe Sand werfen, abgesagt.

Über die zusätzliche freie Zeit freut sich meine Family, gerade jetzt, wo wir den ausgebrochenen Frühsommer genießen können; ein Glück im Unglück, dass es jetzt nicht November ist.

Die 70 Terrabyte Festplatten meiner Synology aufräumen, wollte ich schon immer mal, das ist doppelt spannend. Zum Einen kommt der schon lange vergessene „Festplattenfund“ wieder auf den Monitor. Zum Andern, wenn ich diese „Perle“ bei Google-Bilder suchen lasse, sehe ich plötzlich, wer alles in Deutschland, Europa und in der ganzen Welt meine Bilder ohne Quellenangabe oder Urhebervermerk und vermutlich auch ohne Lizenz auf ihren kommerziellen Webseiten veröffentlicht hat.

Zum Schluss kurz erzählt, was ich als Fotograf für mich und Andere tue:

Neue Geschäftszweige entwickeln sich (auch schon vor der Coronakrise). Das Equipment ist dafür schon teilweise in der Fototasche oder in der Hand. Ich meine die Entwicklung vom Photographer zum Filmmaker. Der Fotoapparat kann auch tolle Videos aufnehmen, das Smartphone kann das schon immer und der Youtube-Markt fragt auch nach kreativen, aktuellen Kurzfilmen mit überschaubaren Budget in kurzer Zeit produziert. Dafür muss es auch nicht die Kino-Qualität sein. Dazu kommt ein professionelles Videoschnittprogramm wie FinalCutProX und schon bin ich im Geschäft mit meinen Kunden, an die ich bislang „nur“ Fotos geliefert habe. Natürlich wächst der Anspruch an die Qualität mit jedem Shoot, aus dem Youtube-Clip wird das Image-Video. Also habe ich mir einen professioneller 4K/50fps CamCorder angeschafft (auch gut gegen die Sensorflecke auf den Videos der Fotokameras mit Objektivwechsel Möglichkeit), einen Slider für professionelle Kamera-Fahrten und einen Gimbal um mobil Videos ohne Verwacklungen aus der Hand drehen zu können. Aktuell angefragt sind die Videos mit oder ohne Ton live, also gestreamt. Das kann auch mein Smartphone direkt aus der Hosentasche gezogen sofort und überall dort wo LTE oder WLAN verfügbar ist.
Ich nehme mir nun auch mal die Zeit 2 schöne Bücher durchzulesen, um mein „learning by doing“ Wissen fachlich zu untermauern und meinen nächsten Shootings noch mehr Glanz verleihen zu können

Und dann: Einige Firmen mussten ihr Geschäft wegen der Corona-Krise schließen und kommen dadurch teilweise in eine finanzielle Schieflage. Deswegen habe ich meinen betroffenen Kunden angeboten, in der Zwischenzeit Fotos oder Videos z.B. für die aufgefrischte Webseite oder den aktuellen SozialMedia Kanal kostenlos zu erstellen, damit das Geschäft schnell wieder gut an und weiter laufen kann.

Also, langweilig wird es nicht!
In diesem Sinne: #BleibGesund«

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