Archiv der Kategorie: Portrait

#FacesOfPhotography – Teil 50: Katja Ruge aus Hamburg

Katja Ruge arbeitet derzeit an mehreren Projekten gleichzeitig. Dabei liebt sie den Rausch, den ein Fotoshooting auslösen kann, denn: »Fotografie lebt man!«  Die #FacesOfPhotography haben mit ihr darüber und noch über einiges mehr gesprochen:

Katja, wie geht es Dir?
Das Jahr fing schon sehr intensiv an, familiär, privat, im Job, überall gab es große Unruhe. Es hellte kurz auf und dann ging der Wahnsinn los. Die ersten zwei Wochen war ich noch komplett mit Jobs beschäftigt und mit dem Papierkram um Überbrückungsgeld zu bekommen. Ende der zweiten Woche habe ich gemerkt, wie erledigt ich eigentlich bin und habe einen persönlichen Shutdown vollzogen. Dieser war gut und wichtig. Nun habe ich wieder Spaß daran, mir beispielsweise mein Archiv vorzunehmen, Dinge generell anzugehen und natürlich einfach weiter zu machen.

Helena Hauff

Wie hast Du die Zeiten der Krise bisher beruflich erlebt?
Meine Jobs sind verschoben auf Juni oder Juli.
Also habe ich die Seiten gewechselt – was ich ja durch das Musik-Auflegen im Club eh gelegentlich mache. Ich habe etwa bei Livestreams aus dem Uebel &Gefährlich-Club mitgemacht, was sehr schön und heilsam war – Musik so laut zu hören, dass sie im Bauch stattfindet, vermisse ich sehr. Ein Stream war an meinem Geburtstag, mit Visuals mit meiner Fotoserie von Stills analoger Synthesizer – das war die perfekte Synthese aus Fotografie und Musik, ich kann dem Club und den Leuten dort nicht genug danken.
Dann habe ich bei einem Videodreh mitgewirkt, der viel Spaß gemacht hat, da ich mich zuhause selber gefilmt habe.
Diese Woche gebe ich einen Kurs über Künstler-Pressefotos – online anstatt dafür nach Köln zu fahren. Die Woche meiner Artist Residency im Tempel 1844 hier in Hamburg tat zudem sehr gut.

Was denkst Du: Wird sich die Fotografie stilistisch und inhaltlich mit der Krise verändern?
Ich glaube, dass es seit Jahren schon viele Stile in der Fotografie gibt, die alle nebeneinander existieren und alle Ihre Berechtigung haben. Ob auch diese Zeit etwas Neues hervorbringen wird, kann ich nicht sagen – die Begriffe die gerade oft benutzt werden wie etwa authentisch, persönlich undsoweiter sind mir fast zu abgegriffen.
Generell finde ich es wichtig, das man noch mehr kommuniziert, das Fotografie nicht etwas ist, was man eben mal so macht. Fotografie lebt man!
Diese nervigen Ads von jungen dynamischen Typen auf Facebook und YouTube, die anbieten sie hätten die Lösung für Dich in der Fotografie, finde ich ganz schlimm. Denn sie verkaufen Menschen, dass man ganz schnell erfolgreich Fotograf*in werden kann. Dem ist einfach nicht so. Es bedarf viel Gefühl und Erfahrung für Situationen, Licht, Menschen – das lernt man nach und nach, auch indem man sich ausprobiert und Fehler macht. Daraus entwickelt man den eigenen Stil und Geschäftskontakte entwickeln sich über die Jahre.

Sonae

Was bedeutet Dir die Fotografie?
Intensive und schöne Frage. Ich bin im Rausch wenn ich fotografiere. Ich liebe das Glück, das man fühlt , wenn man ein schönes Fotoshooting hatte (in meinem Fall meist mit Menschen). Und danach bin ich süchtig. Ebenso glücklich macht mich aber auch die Anerkennung meiner Arbeit, insbesondere von der Person die ich portraitiert habe.  Oder wenn es einfach magisch wird, weil man im Team etwas Besonderes kreiert.

Wie sehen derzeit Deine Pläne und Projekte aus?
Noch Ende der letzten Woche war ich eine Woche im Tempel 1844, ein sehr besonderer Ort in Hamburg. Dort habe ich mich einzeln mit Musikern getroffen, sie portraitiert und damit und supported. Zudem trugen die Musiker*innen – wenn sie Lust dazu hatten – Shirts von Rockcity e.V. die sich hier in Hamburg sehr dafür einsetzen, das Musiker Gelder erhalten und überleben können.
Ich arbeite außerdem mein Austellungsprojekt »Ladyflash – Frauen in der Musik« gerade auf. Das habe ich vernachlässigt und ich freue mich jeden Tag darüber wie der Insta-Account dazu wächst.
Mein aktuelles Projekt »Electric Lights« das ich zusammen mit Autor und Journalist Thomas Venker mache und auf online auf Kaput – Magazin für Insolvenz und Pop veröffentlicht wird erfährt gerade eine kleine Pause, da es um eine Serie über weibliche Dj`s geht, die ja aktuell nicht nach Hamburg kommen beziehungsweise ich auf kein Festival fahren kann. Sobald es wieder los geht, mache ich damit weiter.
Dann ist am 18. Mai ist der vierzigste Todestag von Ian Curtis, dem Sänger der Band Joy Division. Ich werde an dem Tag gegen 11 Uhr ein Interview auf Byte FM geben später an dem Tag auf meinem Insta-Account über meine Arbeit zu meinem Buch „Fotoreportage23 – In Search of Ian Curtis“ noch einmal live intensiver sprechen.

Gloria de Oliveira

Was ist Deine Hoffnung und was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für eine neue Normalität?
Diese Frage kann ich nicht gut beantworten weil ich nicht gerne hoffe. Bitte nicht missverstehen, aber zur Zeit artet das schnell in Spekulationen aus. Und das ist nicht meins. Es kommt sowieso immer anders als man denkt. Gerade zur Zeit! Dinge die gestern so funktionierten, laufen heute komplett anders. Ich denke es ist spannend zu schauen, was passiert und dementsprechend bewusst zu handeln.

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#FacesOfPhotography – Teil 37: Valeria Mitelman aus Berlin

Valeria Mitelman ist Portrait- und Peoplefotografin. Zuhause mit ihren beiden Kinden arbeitet sie nun an Stills – sie fragt Freunde ihre Gefühle und Stimmungen zur Corona-Zeit aufzuschreiben und ihr ein paar Gegenstände dazu zu geben, die sie dann in ein Stilleben umwandelt.

Caroline, 1. April 2020 „Ich habe eine Meise auf der Birke neben unserem Küchenfenster entdeckt. Er kommt immer wieder. Morgens und abends. Ich hab ihn Ralph genannt“

Natürlich haben wir von #FacesOfPhotography Valeria auch noch ein paar Fragen gestellt:

Valeria, wie geht es Dir?
Seit März bin ich mit meinen Kindern zu Hause. Mein Sohn ist 2 Jahre und mein Tochter 6 Jahre alt. Man kann sich denken wie es mir geht. Mir ist nicht langweilig.

Wenn wir keine Krise hätten, woran würdest Du derzeit arbeiten?
Ich würde Portraits machen.

Woran arbeitest Du an stattdessen?
Ich mache Stills.

Claudia am 30.03.2020 „Zuhause festhängend reisen wir abends zum staubigen Dröhnen des Diaprojektors durch Europa: Endlich komme ich dazu, Dias meiner verstorbenen Eltern zu schauen und auszusortieren. Auf diesem sitzt meine Mutter während ihrer Hochzeitsreise Mitte der 1960er Jahre in einem Café am Markusplatz in Venedig.”

Was denkst Du, wird sich der Blick auf die Fotografie mit der Krise ändern?
Vielleicht wachsen Fotoproduktionen für die Webseiten-Inhalte durch die Krise etwas schneller als es sich sonst entwickelt hätte. Aktuell müssen viele Firmen sich gezwungenermaßen online intensiver präsentieren.

Mascha am 20.03.2020 „… Mit einem Ohr bin ich bei einer Kollegin, mit dem anderen Ohr höre ich meinem Sohn beim Lesen zu. Und am Ende des Tages packe ich den Apfelrest wieder in die Notebook -Tasche und das Notebook in den Müll.“

Was ist Dein fotografischer Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Ich wünsche mir, dass etwas Geld für die Fotoaufträge bei den Kunden übrig bleibt. Meine persönlichen fotografischen Ziele ändern sich bis jetzt noch nicht im Zusammenhang mit der Krise – ich freue mich darauf, neue Menschen zu treffen und sie zu fotografieren.

Birte, 13. April 2020 „In unserer Wohnung existieren zwei parallele Universen. Im ersten weiß ich manchmal nicht mehr, welcher Wochentag ist, es fühlt sich alles ein bisschen wie Sonntag an. Das zweite beherrschen Ninjas, Monster, Donald Duck und seine Freunde. Für jede Frage gibt es eine Gegenfrage: „Emil, wollen wir raus?“ – Antwort: „Wusstest Du, dass die Abkürzung von Doppel-Duck DD ist?“. „

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#FacesOfPhotography – Teil 36: Patrick Strattner aus Los Angeles*

Trotz aller Jobabsagen bleibt Patrick Strattner pragmatisch: Er hat so in der Krise genug Zeit, sich um seine kleine Tochter Zoë zu kümmern. Und Abends auch mal um seine Fotografie. Wir von #FacesofPhotography wollten mehr wissen:

Wie ist die allgemeine fotografische Lage im sonnigen Kalifornien?
Wir sind hier seit Mitte März unter einer “Safer-at-Home” Verfügung, das heißt vor allem Home Office und dass alle nicht-essenziellen Betriebe und Geschäfte geschlossen sind – das betrifft natürlich auch uns Fotografen. Soweit ich es mitbekommen habe, liegen so gut wie alle Produktionen auf Eis. Das Ganze soll noch bis zum 15. Mai so weitergehen, aber wenn die Zahlen nicht stimmen, könnte ich mir vorstellen, dass es noch verlängert wird.

Wie sieht es bei Dir persönlich aus?
Alle anstehenden Jobs für März und April wurden schon Anfang März abgesagt oder verschoben und seitdem kamen auch keine neuen Anfragen rein. Da meine Freundin im Moment Vollzeit von Zuhause arbeitet und wir sonst niemanden haben, der uns mit unserer Tochter Zoë hilft, ist das letztendlich auch ganz gut so, denn somit kann ich das übernehmen. Ich versuche mich Abends und am Wochenende zumindest ein wenig um mein Fotografen-Business zu kümmern.

Wagst Du Dich an eine Prognose für die fotografische Zukunft in den USA und Kalifornien?
Ich gehe davon aus, dass nicht jeder Betrieb/Kunde die Krise überstehen wird. Das wird auch besonders den Editorial Bereich treffen und man wird versuchen noch mehr einzusparen, das heißt kleinere Budgets für Fotografen. Ich könnte mir vorstellen, dass in Zukunft weniger gereist wird, Produktionen von kleineren Teams durchgeführt werden müssen und noch einiges mehr…

Kannst Du der Situation etwas positives abgewinnen?
Da keine neuen Jobs reinkommen, kann ich mich endlich um liegen gebliebenes kümmern. Seit etwa fünf Jahren versuche ich mich an einem neuen Print-Portfolio… Das wir jetzt endlich kommen!

Wenn wir davon ausgehen, dass irgendwann alles wieder normal ist – was wünschst Du Dir fotografisch?
Es stellt sich die Frage wie die neue Normalität aussehen wird. Ich bin auf People und Portrait spezialisiert. Werde ich in Zukunft bei Fototerminen immer eine Maske tragen müssen? Ich hoffe nicht.

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*Genauer gesagt aus Long Beach bei Los Angeles.

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#FacesOfPhotography – Teil 32: Lars Krüger aus Hamburg

Fasziniert von der Vielfalt der Menschen und auf der anderen Seite von der analogen Arbeitsweise arbeitet Lars Krüger aus Hamburg an einer freien Portraitstrecke. Über das Wie und das Warum haben wir von #FacesOfPhotography ihn befragt:

Lars, zuerst einmal: Was ist Dein fotografischer Schwerpunkt?
Mein fotografischer Schwerpunkt ist die Portraitfotografie. Wann kommt man Menschen schon so nah, kann sich mit Ihnen austauschen, kann hinter die Kulissen schauen? Diese Arbeit ist so vielfältig, mit immer neuen Herausforderung und macht viel Spaß. Ob im schnellen drei Minuten-Portrait vor Ort oder in der ruhigen Studiositzung.

Und auf dem Bild sehen wir…
…mich mit meinem „neuen“ analogen Lieblingsstück, eine über hundert Jahre alte Meyer Görlitz Studiokamera. Die wird gerade wieder hergerichtet für Portraits und für mehr im Großformat. Und dann wird ausprobiert was sich damit alles anstellen lässt. Man arbeitet damit auf jeden Fall dann doch ruhiger und fokussierter.

Was ist für Dich die Faszination des Analogen?
Erst einmal diese Einfachheit, nur eine einfache Kamera und der Film. Schon zu Zeiten der analogen Filme gab es Programme, und nicht zuletzt die digitalen Fotoapparate haben uns fast völlig zu Sklaven der schier unendlichen Programmmöglichkeiten gemacht. Alles was wir Fotografen aber eigentlich brauchen sitzt im Kopf und die Kamera ist nur Mittel zum Zweck. Zum Zweiten: Die Filmemulsionen geben die Körnigkeit ganz anders wieder. Ich liebe große Formate und da sieht man genau die Beschaffenheit und die Übergänge von hell zu dunkel, von scharf zu unscharf, sind viel homogener. Auch wenn man zum Beispiel die großen Abzüge vom Film oder die atemberaubenden 50 x 60 cm Polaroids von Nahem sieht ist die Qualität faszinierend. Fürs iPhone oder Websites braucht man das nicht, da man es dort nicht sieht. Auf Papier vergrößert und aufgehängt zu direkten Betrachtung erschließt sich dieses einzigartige Gefühl am Besten.

Woran arbeitest Du aktuell?
Ich arbeite aktuell an einem freien Projekt namens „diversity of mankind“. Zu dieser Thematik fotografiere ich Menschen. Menschen wie Du und Ich, aus allen Bereichen, aus allen Schichten. Beginn für dieses Langzeitprojekt war im Dezember 2018 und soll mindestens 365 verschiedene Portraits beinhalten. Frontal fotografiert blicken einen die Personen direkt an. Großformatig aufgezogen und ausgestellt soll es den Betrachtern hoffentlich Denkanstöße geben, sich wieder mehr direkt zu begegnen. Die Besonderheit unseres Planeten liegt in der menschlich Vielfalt. Zu diesem Projekt ist jeder eingeladen.

Was bedeutet die Krise für Deinen Beruf?
Die Krise bedeutet für mich zum einen, daß ich nicht mehr den Kontakt zu meinen Kunden habe. Man darf sich ja nicht mehr treffen und dieser direkte persönliche Kontakt fehlt mir doch sehr. Wenn ich zu lange keine Portraits mehr mache, nicht mehr arbeiten kann, werde ich kribbelig. Zum Anderen fehlen irgendwann auch die Einnahmen, das wird eng.

Was wünschst Du Dir fotografisch für die Zeit nach der Krise?
Ich würde mich über nicht so speziell Fotografisches freuen, aber wenn bestimmte Dinge, auf die man in der Krisenzeit so viel Augenmerk hatte, es auch so präsent in die Zeit danach schaffen würden: Hilfsbereitschaft, Zwischenmenschlichkeit, Wertschätzung.

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#FacesOfPhotography – Teil 26: Manolito Röhr aus Koblenz

Für die #FacesOfPhotography hat sich Manolito Röhr eine ganz eigene Aufgabe gestellt – er setzt der schwierigen und harten Situation Humor entgegen:

Was ist auf dem Bild zu sehen?
Auf dem Bild sieht man mich, in einem roten Kleid, vor einem Fahrrad, das eine zweigeteilte Schaufensterpuppe trägt. Ohne Sinn und Verstand, aber zum Zweck alle gebeutelten Fotografen zum Lachen zu bringen. Der Reißverschluss ging nicht zu, entweder war es die Behaarung oder die Masse die störte.

Wie wichtig ist Dir generell der Humor in Deiner Fotografie?
Das kommt auf das Bild oder auf den Kunden an. Humor zwischen meinem Gegenüber und mir ist wünschenswert, aber vielmehr das Gefühl von Vertrautheit.

Wie schaffst Du es, diese Vertrautheit herzustellen?
Ich habe im Laufe der Jahre ein gutes Gespür für Menschen entwickelt und bin glaube ich sehr sensibel gegenüber Stimmungen meines Gegenübers. Auf der anderen Seite versuche ich mich vorher gut über die jeweilige Person zu informieren um über Dinge sprechen zu können, die nicht nur mit dem Wetter oder der Anfahrt zu tun haben.

Und wie offen musst Du selber bei einem Shooting sein?
So offen wie möglich. Mein Gegenüber soll auf meinen Bildern so sein wie es ist. Möglichst ohne Anweisung. Es ist daher nur fair, dass ich alle meine Mauern fallen lasse und auch so offen wie möglich bin. Ich bin neugierig auf Menschen und empfinde es immer wieder als Herausforderung, mich meinem Gegenüber so zu präsentieren, dass er oder sie sich voll und ganz auf mich einlassen kann. Freilich wäre dies mit dem obigen Kleid nicht möglich. Ich bevorzuge doch eher Herrenbekleidung

Wahrscheinlich sind auch bei Dir alle Aufträge abgesagt oder im besten Fall verschoben worden – woran arbeitest Du derzeit?
Mich haben Absagen bis in den Juli hinein erreicht. Etwa die Hälfte ist verloren, die andere Hälfte wird nachgeholt. Aber ich hab Rücklagen, von denen ich im Moment zehren kann. Das macht es erträglich und zum anderen kann ich meine Zeit in Dinge investieren, die sonst eher liegen bleiben. Ich arbeite an zwei Bildstrecken und kann die Zeit sinnvoll Nutzen um hierfür Kontakte zu knüpfen. Aber auch um die Akquise im Laufen zu halten, ist diese Zeit sehr sehr wichtig. Kontakt zu den potentiellen Kunden halten, auf eine sehr zurückhaltende Art und Weise, ist unumgänglich.

Würdest Du Dich an eine Prognose für die Branche nach der Krise heranwagen?
Ich glaube das ich eine Prognose nur begrenzt abgeben kann, da ich nur bedingt über meinen eigenen Tellerrand zu schauen vermag. Es wird zwangsweise eine Marktbereinigung stattfinden und zum anderen werden aber die Werbeetats von Unternehmen für dieses Jahr kleiner ausfallen oder gar ganz wegfallen. Nicht nur die Zeit während des Shutdowns wird eine Herausforderung sein, sondern auch die Zeit danach. Die Folgen werden wir alle mit Sicherheit auf eine Zeit von mindestens 6 bis 9 Monaten spüren. Zeitgleich wird diese Phase aber auch viele Fotografen dazu bewegen, Ihr Business auf mehrere Säulen zu stellen, um in Krisenzeiten länger überleben zu können.

Und was ist Dein ganz persönlicher, fotografischer Wunsch für die Zeit danach?
Ich möchte schöne Bilder machen. Ohne Kleid, aber mit tollen Menschen. Abends mit Götz Schleser eine Tüte Gummibärchen aufmachen und klönen und das nicht nur am Telefon.

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#FacesOfPhotography – Teil 12: Uwe Mühlhäußer aus Nürnberg

Im zwölften Teil der #FacesOfPhotography stellen wir den Nürnberger Industrie- und Corporate-Fotografen Uwe Mühlhäußer vor:

Uwe, wofür steht Dein Bild?
Das Motiv steht symbolisch für: »Stillstand gibt es nicht für mich!«
Ich nutze die Zeit, um mich Dingen du widmen, die manchmal nicht genug Raum bekommen. Das Büro renovieren, das Equipment auf Vordermann bringen, Rechnersystem aktualisieren, BackUpSystem optimieren.
Und natürlich die Website mit aktuellen Arbeiten zu bestücken und zu verbessern.
Zudem habe ich Raum mir einige Gedanken zu machen: Welche Kunden brauchen meinen Unterstützung wenn das alles vorbei ist? Wie kann ich sie unterstützen? Welche Strategien kann ich wählen, um meine Fotografie noch mehr auf die Bedürfnisse meiner Kunden abzustimmen? Welche neuen Vertrieb- und Akquisitionswege kann ich nutzen? Wie kann ich mein Portfolio verbessern und an den Markt anpassen?
Dafür steht dieses Bild – für Erneuerung, Verbesserung und einen optimistischen Blick in die Zukunft.

Wenn die Krise nicht wäre – woran würdest Du in diesen Tagen arbeiten?
• Industriefotografie: Unternehmensportrait eines Industrieunternehmens aus dem Bereich des Altpapierrecyclings
• Architektur: Referenzfotografie des Flughafen Münchens für ein Unternehmen aus der
Beleuchtungsbranche
• Businessfotografie: Unternehmensportrait im medizinischen Bereich (große Physiotherapiepraxis)
• Industriefotografie: Buchprojekt – Komplettes Portrait des Bahninstandhaltungswerkes der DB in Nürnberg.
• Architekturfotografie: Innenarchitektur – Ladengestaltung Apollo Optik (John and Audrey)

Was ist Dein fotografischer Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Mein fotografischer Wunsch… Wieder größere Projekte für Kunden zu machen, denen die Qualität eines Fotografen mit langjähriger Erfahrung wichtig ist und die Notwendigkeit und Wichtigkeit erkennen und aus denen sich langfristige Kooperationen ergebe.
Allgemein würde ich mir wünschen, das die Anerkennung meiner Arbeit und die Arbeit vieler meiner Kollegen wieder mehr Wertschätzung erfährt. Zudem würde ich gerne ein freies Projekt machen im Cern, dem Teilchenbeschleuniger, ein Architekturprojekt in den Alpen und ein Landschaftsprojekt in Cornwall.

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#FacesOfPhotography – Teil 8 : Jonathan Browning aus London

Im achten Teil unserer Serie #FacesOfPhotography stellen wir Ihnen den Londoner Fotografen Jonathan Browning vor:

Jonathan, was ist Dein fotografischer Schwerpunkt?
Ich bin Porträt- und Dokumentarfotograf, wichtig ist mir in meinen Bildern eine authentisch wirkenden Ästhetik.

Wie sieht derzeit Dein Tag aus?
Ich habe keine Aufträge, aber ich nutze die Zeit, um lange liegen gebliebene Dinge zu erledigen. Einen großen Teil des Tages verbringe ich damit, mit meiner Partnerin zu verhandeln, wer am nächsten Tag die Kinderbetreuung übernimmt.

Wenn die Krise nicht wäre: Wo wärst Du jetzt und woran würdest Du arbeiten?
Ich hatte vorher ein paar anständige Jobs in Aussicht, was nicht immer der Fall ist – es war also ein echter Schlag. Es gab ein Shooting in Wales, eines in New York und sogar in Irland, aber alle wurden verschoben oder gestrichen.

Woran arbeitest Du anstattdessen?
Im Vereinigten Königreich dürfen die Bewohner einmal am Tag hinaus, um sich zu bewegen. Ich habe Menschen portraitiert, die das in dem Nationalpark »South Downs« machen, dem jüngsten Nationalpark Großbritanniens, der dieses Jahr zehn Jahre alt wird.

Was bedeutet die Krise für die Fotografie in Deinem Land im Allgemeinen?
Sie macht es schwierig – die Fotografie steht nicht mehr auf der Prioritätenliste. Was die Projekte betrifft, so werden wir, glaube ich, Bilder von leeren Straßen der Städte auch bald langweilig finden, thematisch ist die Krise also auch es ein bisschen einschränkend…

Kannst Du der gegenwärtigen Situation etwas Positives abgewinnen?
Glücklicherweise hat die britische Regierung angekündigt, dass sie Selbständige – also freiberufliche Fotografen wie mich – unterstützen wird, das ist  großartig.
Unser Garten hat auch nie besser ausgesehen, da wir in den letzten Wochen viel Zeit damit verbracht haben, ihn zu pflegen.

Was ist Dein Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Ich denke und hoffe, dass wir Menschen dankbarer sind für das, was wir haben.

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#FacesOfPhotography – Teil 6: Sebastian Vollmert aus Hamburg

In Teil sechs unserer Serie #FacesOfPhotography stellen wir Sebastian Vollmert aus Hamburg vor – er arbeitet als People- und Architekturfotograf, vornehmlich im Corporate-Bereich, aber auch einige Reiseveranstalter gehören zu seinen Kunden…:

Sebastian, was zeigt Dein Bild?
Als Fotograf, der normalerweise mehr im Ausland arbeitet als in Hamburg, bin ich gerade sehr viel zu Hause und spiele Lehrer für die Kinder.
Entsprechend dokumentiere ich gerade unsere Homeoffice/ Homeschooling Situation – unsere Kinder haben etwa auch den Hintergrund von meinem Bild gemalt.
Da Gesichtsmasken gerade vor allem in Krankenhäusern gebraucht werden, nutzen wir lieber die individuell und in der Nachbarschaft – in diesem Fall von Matilde Frank – hergestellten Masken aus festem Stoff. Wir haben alle eine.

Wenn wir uns eine Welt ohne Corona vorstellen – an welchem Auftrag würdest Du gerade arbeiten?
Ich hätte gerade ein Shooting für TUI auf Gran Canaria.

Was ist Dein fotografischer Wunsch für die Zeit nach der Krise?
Ich freue mich auf spannende, neue Projekte und die wiedergewonnene Freiheit, an trubelige Orte reisen zu können. Vor allem aber freue ich mich auf das echte Leben und vielfältige Begegnungen mit Menschen. Davon lebt Fotografie.

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#FacesOfPhotography – Teil 2: Isabela Pacini aus Hamburg

Der Shutdown und die Fotografie: Die Kitas und Schulen sind zu, die Kinder zuhause und Arbeit und Betreuung müssen unter einen Hut gebracht werden. Die Hamburger Fotografin Isabela Pacini macht für sich und ihre Arbeit das Beste daraus:

»Als das Ganze losging, hatte ich die Idee, eine Strecke mit Kindern, Müttern, Familien zu machen, die ohne Betreuung durch Kita und Schule Zuhause sitzen. Aber klar, das geht mittlerweile nicht mehr. Und so mache ich gerade eine Hausdoku mit meinen Kindern. Ehrlich gesagt habe ich damit angefangen ohne jegliche berufliche Ambition, aber langsam wird es doch eine richtige schöne Strecke!

Und es gibt einen kleinen Nebeneffekt: Meine Kinder, die noch zu klein sind, um mit ihren Freundinnen zu telefonieren, fragten mich, wie man nun mit anderen kommunizieren könnte.
So kam ich auf die Idee, die gerade eine „kleine“ Welle schlägt, täglich einem Kind einen „Brief“ per WhatsApp zu schicken. Eine Weile später kommt ja was zurück!

Das eine Bild von meiner Tochter Benita hat gerade übrigens das Magazin Hinz und Kunzt bestellt (siehe unten).

Zudem habe ich gestern noch was anderes angefangen. Ich wohne ja in „Hammerbrooklin“, genauer gesagt im Münzviertel, wo mehrere Balkone und Gärten eine Art Innenhof bilden. Deshalb ist es hier derzeit möglich, Kontakt zu mehreren Nachbarn zu haben. Es ist eh eine sehr gemeinschaftliche Nachbarschaft, aber gerade ist es für alle eine unfassbar schöne und eben vollkommen ungefährliche Möglichkeit zum sozialen Kontakt. Und das kann ich aus den Fenstern unseres Wintergartens festhalten. Dazu ist es eine interessante Mischung: ein alleinstehender Lufthansa Steward, eine Familie mit Kind, ein junges Pärchen mit Kater (sie ist Yoga Lehrerin und hat angeboten, Yogastunde über dem Gartenzaun zu geben ), ein Junggeselle, ein homosexuelles Pärchen… Warten wir ab, was daraus wird.«

Kinderbriefe während der Quarantäne: von Benita für Tessa

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#FacesOfPhotography – Teil 1: Stefan Hobmaier aus München

Im ersten Teil unserer neuen Serie #FacesOfPhotography kommt der Münchner Portrait- und Corporate-Fotograf Stefan Hobmaier zu Wort (und Bild) – Viel Spaß!

»Ich freue mich jetzt auch über Videoanrufe!

Über neue Projekte und Ideen zu sprechen hat mir immer schon Spaß gemacht – ob per Mail oder telefonisch. Jetzt gibt es zusätzlich auch die Möglichkeit mich per Videocall zu Hause zu erreichen und ich wechsle extra jeden Tag die Hintergrundfarbe. Zusätzlich wird in den nächsten 14 Tagen darauf eine freie Selbstportraitserie entstehen, mit einem kleinen Augenzwinkern, versteht sich.

Nachtrag: Hier ist sie – Stefans Serie!

Und wir dürfen auch noch etwas zeigen, nämich die Outtakes, die noch nicht das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben:

Grundsätzlich arbeite ich auch außerhalb von Pandemien so, Bilder und Bewegtbilder aus verschiedenen Richtungen denken, genau planen, professionell, kreativ und ehrlich umsetzen und fotografieren.

Seien es freie Projekte wie meine Serie mit jungen Handwerkern „Old crafts in young hands“ oder im Kundenauftrag bei Vorstands-, Mitarbeiter oder Sportlerportraits, Werbe- und Employer Branding Kampagnen oder Industriereportagen und Architekturfotografie.

Ich bin ehrenamtlich als Vorstandsbeirat der Region Bayern im Berufsverband freie Fotografen und Filmschaffende e.V. (BFF) tätig und wir pflegen die Solidarität und das Netzwerk untereinander. Es zeigt sich auch hier, dass die gegenseitige Hilfe ein sehr, sehr wichtiger Faktor in Zeiten wie diesen ist!«

Stefans Lebenslauf (in kurz):
September 1982 in Oberbayern geboren, 2005-2009 Studium in Barcelona, 2004-2011 freier Assistent in München und Barcelona, seit 2011 freier Fotograf mit Büro in München.

Stefans Website
Und hier geht es zu allen Coronaselfies!
Stefans Blog
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Stefans Profil beim BFF

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