Archiv der Kategorie: Editorial

Das BESTE Bild von… Bernd Jonkmanns

Eine Straßenecke in San Francisco + Abendsonne + gelber Pickup + fancy Comic Store = fotografischer Leckerbissen. Und deswegen ist es auch das BESTE Bild von fotogloria-Fotograf Bernd Jonkmanns.

fotogloria: Wo und wann ist Dein bestes Bild entstanden?
Bernd Jonkmanns: Das Bild aus der Serie »Twenty-One American Photographs« ist im Jahr 2012 in San Francisco entstanden.

Wie ist es entstanden?
Bei dieser Serie habe ich versucht, in Verneigung vor meinen fotografischen Vorbildern wie Stephen Shore, stille amerikanische Szenen zu fotografieren die an Filmstills oder Gemälden von Edward Hopper erinnern.

Für wen hast Du Dein bestes Bild gemacht?
Es fing als freies Foto-Projekt an und letztlich ist daraus  mein Buch »Twenty-One American Photographs« entstanden.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Eine rein subjektive Auswahl in diesem Moment. Nächste Woche kann es auch wieder ein anderes Bild sein.

Und zuguterletzt: Gibt es etwas an dem Bild, was Du im Nachhinein doch noch gerne verändern würdest?
Eigentlich nicht. Es ist ein perfektes weiches Abendlicht mit langen Schatten und durch diese Weichheit sieht es aus wie ein Gemälde oder wie Photorealismus. Die perfekte amerikanische Straßenszene.

 

* Nach der Ausbildung zum Werbefotograf und dem Studium der Fotografie in Dortmund, begann Bernd Jonkmanns 1996 die Welt zu bereisen – und die Menschen, die er traf, zu fotografieren. Seine eigenen Themen und vor allem hochkarätige Aufträge seiner Kunden aus dem Corporate- und Magazin-Bereich brachten ihn in die Callcenter von Bangalore, zu den Designern Schwedens oder in die Software-Industrie von Hyderabad. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgestellt, u. a. in der Robert Morat Galerie in Hamburg, beim Noorderlicht-Festival in den Niederlanden, bei der Photobiennale in Südkorea und bei der Paris Photo. Bernd Jonkmanns lebt in Hamburg.

fotogloria vertritt Bernd Jonkmanns exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn natürlich gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Das BESTE Bild von… Sabine von Bassewitz

Per Kamera in politische Debatten einsteigen? Geht. Und fotogloria-Fotografin Sabine von Bassewitz macht das auch immer wieder sehr, sehr gerne. Es wundert also nicht, dass Ihr BESTES Bild die Gentrifizierungsdiskussion feinsinnig-humoristisch kommentiert.

fotogloria: Wo und wann ist Dein bestes Bild entstanden?
Sabine von Bassewitz: »Agähnst« habe ich im November 2010 in Berlin fotografiert.

Wie ist es entstanden?
Mit meiner analogen Mamiya RZ 67, ein schwerer und unhandlicher Koloss, den ich genau deswegen nach wie vor gern und häufig nutze. 800 ASA Kodak Rollfilm, Normaloptik, Blende mäßig geöffnet (ist schon so lange her, wenn ich mich recht an die schwummrig-dunklen Lichtverhältnisse erinnere, sollte es 4,5 oder 5,6 gewesen sein), aus der Hand, ohne Stativ.

Für wen hast Du Dein bestes Bild gemacht?
Das Bild habe ich im Rahmen meines freien Langzeitprojektes »Ordinary Cities« gemacht, in dem ich die vielzitierten Berliner Stadtteile Neukölln und Prenzlauer Berg porträtiert habe. Die Arbeit wurde finanziell unterstützt durch das Stipendium der VG Bildkunst (Danke!!) und bereits vielfach gezeigt, unter anderem auf der fotogloria-Ausstellung im Rahmen des Festivals »Horizonte Zingst« und sie war in einer großen Einzelausstellung in der Berliner Galerie im Saalbau als offizieller Bestandteil des Europäischen Monats der Fotografie (MdF) 2014 zu sehen.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Ich kann gar nicht sagen, ob es überhaupt mein »bestes« Bild ist. Aber es ist mein Lieblingsbild. Ich mag seine grafische Steifheit – durch das enorme Gewicht der Kamera und die dadurch resultierende starre Körperhaltung unterscheiden sich die Bilder stark von der heute modernen schmissigen Bildsprache, die sonst im Genre der Street Photography viel zu sehen ist. Mir gefallen die unterschiedlichen Ebenen des Bildes und die Frage, was sich hinter der Tür verbergen mag, also wo es hingeht. Zudem finde ich die Ansage »Agähnst« rotzfrech und wunderbar. Es ist der treffendste Kommentar, der mir bisher zur aufgeheizten Gentrifizierungsdiskussion untergekommen ist, die beim Thema Neukölln eine große Rolle spielt. Der Autor dieses Begriffes ist dagegen und dennoch gelangweilt von der verlogenen und ewig gleichen Debatte.

Und zuguterletzt: Gibt es etwas an dem Bild, was Du im Nachhinein doch noch gerne verändern würdest?
Nee. Ich mag es wie es ist. Dit is Berlin.

 

* Aufgewachsen in einem norddeutschen Dorf, studierte Sabine von Bassewitz in den Jahren 1999 bis 2006 Fotografie an der HAW Hamburg – mit einer Pause: von 2002 bis 2004 war sie als Art Direktorin auf der »MS Europa« tätig und bereiste die ganze Welt. Mit Ihrer Abschlussarbeit »Unisono« gewann sie den »Lucky Strike Junior Designer Award«. Sabine von Bassewitz lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

fotogloria vertritt Sabine von Bassewitz exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie sie natürlich gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

»Augenblick der Technik« im Industrieanzeiger

Es gibt Kooperationen, über die freut man sich immer wieder. Die zwischen fotogloria und dem Industrieanzeiger ist so eine: Wir schicken schicke Bilder und der Industrieanzeiger druckt seine Doppelseite »Augenblick der Technik« damit. Alle sind damit froh und feine Eigenwerbung ists außerdem! In diesem Falle ist das Bild übrigens von fotogloria-Fotograf Jan Michael Hosan.

 

* Nach einer klassischen Ausbildung zum Werbefotografen arbeitete Jan Michael Hosan in Studios in Österreich und der Schweiz. Sein Handwerk – die Industriefotografie – schließlich mehr als beherrschend, eröffnete er 2006 sein eigenes Studio. Seitdem setzt er die Ideen seiner internationalen Kunden um – mit einem hochprofessionellen und den speziellen Anforderungen angepassten Equipment und immer mit seinem eigenen Blick. Jan Hosan ist neben der Industriefotografie auf Technologie-, Medizin und Wissenschafts-Fotografie spezialisiert. Er lebt in Neuwied und arbeitet weltweit.

fotogloria vertritt  Jan Michael Hosan und seine Industriefotografie exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie Jan Michael Hosan gerne für Ihre Ideen und Aufträge im Bereich Industriefotografie buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

Das BESTE Bild von… Frank Herfort

»Natürlich hätte ich sie spontan und ungefragt schnell aus der Hand knipsen können, doch ich mag  ein schönes Licht, eine gute Komposition und wenn die Menschen wissen, dass ich sie fotografiere…« Und so ist Frank Herforts BESTES Bild ein sorgfältig komponiertes Schmuckstück geworden.

fotogloria: Wo und wann ist Dein bestes Bild entstanden?
Das Bild ist genau vor einem knappen Jahr im Februar 2015 in St. Petersburg in Russland entstanden. Es zeigt das Treppenhaus von dem ehemaligem Wohnhaus des berühmten Sergey Kirov, in dem jetzt ein Museum untergebracht ist.

Wie ist es entstanden?
Wie so oft begegnen mir die Sujets und Themen meiner Bilder durch Zufall und reale Gegebenheiten. Diese junge Frau kam gerade ins Treppenhaus herein, als ich den Aufzug verließ. Ich wußte schon beim Betreten des Hauses, dass ich das Treppenhaus-Interieur sehr bezaubernd fand und dort auf jeden Fall eine Aufnahme machen wollte. Nur wusste ich noch nicht wie. Aber jetzt war der Moment gekommen und genau diese Dame und der Aufzug ergaben das Bild. Also fragte ich sie, ob sie für ein paar Minuten mein Model sein könnte, um diese Aufnahme zu realisieren. Ich richtete meine Architekturkamera ein und sie musste einfach nur den Lift betreten. Das hatte sie ja sowieso vor. Natürlich hätte ich sie spontan und ungefragt schnell aus der Hand knipsen können, doch mag ich ein schönes Licht, eine gute Komposition und wenn die Menschen wissen, dass ich sie fotografiere.

Für wen hast Du Dein bestes Bild gemacht?
Das Bild ist einfach ein Teil meiner persönlichen Arbeit, die ich schon seit Jahren verfolge. Also nur für mich selber. Ohne Grund, Ziel und Funktion. Parallel war ich aber tatsächlich für eine Reisegeschichte über St. Petersburg für die Zeitschrift Brigitte unterwegs. Deshalb war ich in dem Museum. Doch interessanter war natürlich alles andere drumherum.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Also ehrlich gesagt habe ich kein Lieblingsbild oder bestes Bild. Ich mag alle Bilder und alle Farben, die ich für meine eigene Arbeit anfertige. Deswegen mache ich sie ja. Nichtsdestotrotz hat genau dieses Bild, den für mich typischen magischen Moment, den ich immer in meinen Bildern suche. So eine Art unklare Geschichte. Ich denke, alle meine Bilder handeln davon und bei diesem ist es mir, wie ich finde, ganz gut gelungen. Das ist es, warum ich überhaupt fotografiere.

Gibt es etwas an dem Bild, was Du im Nachhinein noch gerne verändern würdest?
Nein, eigentlich nicht. Ich bin sehr zufrieden mit dem Bild wie es ist, sonst wäre es ja gar nicht in dieser Rubrik gelandet.

 

* Frank Herfort ist ein Reisender – sowohl durch die Wahl seiner beiden Wohnorte (Berlin und Moskau) als auch im Auftrag seiner internationalen Kunden. Aber eben auch durch die verschiedensten Facetten seiner Fotografie: Als wohlüberlegt und positiv neugierig kann man seine Reportagen bezeichnen, als strukturiert und emotional inspiriert seine Commercials. Präzise und dabei staunend sich sind seine Interieur- und Architektur-Arbeiten, exakt und liebevoll komponiert seine Industrie-Themen. Kurz: Frank Herfort überrascht und ist dabei trotzdem immer zuverlässig in den höchsten Qualitätsstufen der Fotografie unterwegs.

fotogloria vertritt Frank Herfort exklusiv und weltweit. Und über fotogloria können Sie ihn natürlich gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Das BESTE Bild von… Tobias Gerber

»Diese Art von Fotografie macht mich glücklich.« Dem ist eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen… Außer: Welches ist Dein BESTES Bild, Tobias Gerber?

fotogloria: Tobias, wo und wann ist dein bestes Bild entstanden:
Tobias Gerber: Das war letzten Winter. Auf der Alb. Nicht weit von meinem Haus entfernt. Der Wald ist eine kleine Fichtenoase im Meer der Buchenplantagen. Da drin ist es besonders dunkel und immer ruhig. Dort war ich schon oft. Bin immer durch dieses »Tor« rein. Wie ein Insekt in hohes Gras eintaucht.

Wie ist es entstanden?
Mit Normaloptik nahe am Boden. Die Belichtung war ca. 10min. Da hatte ich genug Zeit mich um das Motiv zu schleichen und mit einer Taschenlampe auszuleuchten. Ich konnte ja nicht durchgehen, dann wäre doch der schöne Schnee zertreten worden. Das Ausleuchten ist immer mit etwas experimentieren verbunden. Da gibt es für mich keine Faustregel.

Für wen hast du dein bestes Bild gemacht?
Nur für mich. Diese Art von Fotografie macht mich glücklich. Im Malen war ich nie sehr gut, obwohl ich Malerei liebe. Lichmalen ist was Tolles. Man ist eigendlich immer positiv vom Ergebnis überrascht.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Ich würde eher mein »Liebstes« Bild sagen. Das »Beste« setzt sehr hohe Erwartungen. Mein »Liebstes« ist vorrübergehend je nach Stimmung. Wie ein Lieblingslied auch nicht immer passend ist aber Stimmungen Emotional untermalen und verstärken kann. Das Lieblingsbild ändert sich auch ständig und muss auch nicht jedem gefallen. Das Bild ist: Ruhig, Einsam, Magisch, Einladend. Es ist Geheimnissvoll oder einfach interessant anzuschauen. Mir gefällt es gut. Ich mag auch die Tierspuren, die bis in das Tor reichten.

Gibt es etwas an dem Bild, was du im Nachhinein doch gerne verändern würdest?
Nein. Sonst hätte ich es gemacht.

 

* Bereits am Anfang seiner fotografischen Karriere entwickelte Tobias Gerber seine Liebe zum Detail in einem kleinen Werbestudio für Produkt- und Architektur-Aufnahmen – es folgte eine klassische Ausbildung zum Fotografen in einem Stuttgarter Studio mit dem Schwerpunkt Industrie. Seit dem Jahr 2000 arbeitet er freiberuflich in den Schwerpunkten Portrait, Corporate, Reise und Landschaft. Tobias Gerber lebt bei Stuttgart und arbeitet überall.

fotogloria vertritt Tobias Gerber exklusiv und weltweit. Über fotogloria jedenfalls können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Die Sammlung Raiß: Fotografische Schätze

So ist das mit der Fotografie – wenn man sie liebt, lässt sie einen nie los. Bestes Beispiel dafür: Jochen Raiß, Mitinhaber und einer der drei Geschäftsführer von fotogloria. Kaum hat er sein Tagwerk im Zeichen der fotografischen Unternehmenskommunikation erledigt, widmet er sich seiner privaten Sammelleidenschaft, der historischen Amateurfotografie. Seit nunmehr 25 Jahren jagt er dem besonderen Bild auf Flohmärkten & Co. hinterher und hebt immer wieder  fotografische Schätze aus verstaubten Fotoalben.

Im Laufe der Jahre sind so skurrile, wunderschöne, humorvolle, ästhetische Bildstrecken und Fotomomente entstanden, die vor allem eines eint: Sie verraten sehr viel über Jochens liebevollen und ganz besonderen Blick auf die Welt.

Deshalb freut es uns sehr, dass jüngst das erste Magazin auf die Sammlung Raiß aufmerksam geworden ist – die »11 Freunde«. In diesem Fall natürlich mit dem Schwerpunkt Fußball, zeigt das Heft über vier Doppelseiten die schönsten Stücke aus Jochens (Fußballmomente-)Sammlung. Und ganz aktuell werden seine »Frauen auf Bäumen« bei Spiegel Online gezeigt.

Mehr als Grund und Anlass genug, Jochens Leidenschaft auch auf dem fotogloria-Blog zu würdigen und ihn außerdem ausführlich dazu zu Wort kommen zu lassen. Viel Spaß!

Sammlung Raiss 1

fotogloria: Warum sammelst Du historische Fotos? Warum keine Zeitgenossen?
Jochen Raiß: Das ist eine sehr besondere und doch so nahe liegende Frage, die mir bisher aber nicht gestellt wurde! Heute würde ich sagen, dass mich die schwarz/weiss Ästhetik sehr anspricht und historische Aufnahmen eine ganz andere Wirkung bei mir erzielen. Sowohl wegen des Stils, als auch wegen der historischen Begleitumstände, die sie widerspiegeln.
Es gibt auch zeitgenössische, schöne und besondere Aufnahmen mit Menschen. Vielleicht sind diese aber auch zu nah an mir und meinen Lebensumständen dran.

Sammlung Raiss 9

Wie bist Du zum Sammeln gekommen ?
Zu Beginn meines Studiums in Frankfurt ging ich sehr oft und regelmäßig auf Flohmärkte. Am Mainufer gab es jeden Samstag – ich hoffe es gibt ihn immer noch – einen Flohmarkt, auf dem man alles kaufen konnte. Vor allem eben auch schöne alte Sachen von Möbeln über Bücher bis hin zu tollen alten Herrenhemden. Alles eben. Auf dem Flohmarkt habe ich mir dann irgendwann die erste alte Amateurfotografie gekauft.  Ich habe sie als Lesezeichen benutzt, weil ich sie so besonders schön fand. Das »Lesezeichen« hat mich dann mit dem Roman begleitet und noch mit weiteren Romanen. Die Bücher wanderten dann ausgelesen ins Bücherregal und das »Lesezeichen« in ein Kästchen, heute würde ich wohl sagen »Schatzkästchen«. Dann habe ich mir irgendwann das nächste Lesezeichen gekauft. Und so ging es immer weiter. Aus dem Kästchen wurden eine Kiste und später ein Karton. Aber da hatte ich schon längst angefangen, gezielt nach alten Amateurfotografien zu stöbern.

Sammlung Raiss 7

Und welches sind Deine Schwerpunkte beim Sammeln?
Von Anfang an haben mich vor allem Fotografien mit Menschen angesprochen. Menschen, die ich  nicht kenne und deren Namen ich meistens auch nicht erfahre, sowie ich deren wirkliche Lebensgeschichte niemals kennen werde. Denn die Fotografinnen und/oder Fotografen der Aufnahmen sind allesamt unbekannt, Orte und Umstände ebenfalls. Manchmal ist eine Jahreszahl auf der Rückseite des Fotos notiert, manchmal auch ein Vorname, meistens aber nichts. Das lässt viel Raum für Geschichten, die dann in meinem Kopf entstehen. Ich kann nichts dafür, bzw. dagegen machen. Insofern ist es für mich eher von Vorteil, dass ich nichts über die Menschen weiß, denn das lässt viel Raum für Fantasie – da geht das Kopfkino an und das ist ein wunderbares Erlebnis. Und es sind zum Teil so sehr schöne ästhetische Aufnahmen dabei.
Es gibt also sozusagen einen übergeordneten Schwerpunkt »Menschen«. Und dann gerne auch besondere und lustige Situationen. Obwohl das Medium Fotografie früher so sehr viel weniger und bedachter privat genutzt wurde als heute – nicht zuletzt war es ja auch sehr kostspielig mit den Filmen und dem Entwickeln – haben die Menschen auch viel Quatsch vor der Kamera gemacht. Selfies gab es früher zum Beispiel auch schon. Es wurde also nicht nur dokumentiert. Und dann gab es die damals »unangenehmen« Doppelbelichtungen. Etwa: Im Urlaub gewesen, die Ehefrau vor Neuschwanstein fotografiert und dann ist auf einmal das Frühstücksbüffet im Gasthof »Zur Sonne« quer drübergelegt. Da war die Aufnahme dahin – ganz schöner Mist. Aber wie sehr freue ich mich heute über so manche Doppelbelichtungen. Leider gibt es diese Art von Wundertüte in der heutigen Fotografie nicht mehr!

Fußballmomente sind mir auch sehr wichtig, weil ich Fußball so sehr liebe. Ich spiele auch selbst  aktiv im Verein (mit meinem Freund und Geschäftspartner Mika bei Komet Blankenese 1907 e.V.). Von Anfang an habe ich bei den »Lesezeichen« auch immer darauf geachtet, ob ich nicht auch Bilder mit Fußballszenen finde. Das schöne an den Amateuraufnahmen von Amateurspielen ist ja, dass sie die Freude an dem Spiel so sehr ausdrücken, und die Seh-Gewohnheiten der »Profi-Fußballfotografiesprache« aufbrechen. Man sieht mitunter fröhlich lachende Menschen einem Ball hinterherlaufen. Das hat man bei Bundesligaspielen einfach nicht. Auch wenn die Spieler sicher dort genauso viel Spaß an ihrem Sport haben mögen, man sieht es ihnen einfach oft nicht an!

Sammlung Raiss 2

Wie viele Bilder umfasst Deine Sammlung?
Obwohl ich nun fast genau 25 Jahre sammele, ist es doch noch recht übersichtlich. Genau weiß ich es gar nicht, aber ich denke , es sind nicht mehr als 1.000 Bilder, aber auch nicht viel weniger. Ab und an schaue ich sie mir tatsächlich (fast) alle an. Das macht richtig Spaß. Denn viele, die ich schon sehr lange habe, entdecke ich dann manchmal neu – das heißt vor allem, dass ich dann neue Geschichten dazu im Kopf habe.

Was muss ein Bild für Dich haben, damit es in Deine Sammlung aufgenommen wird?
Es muss darauf etwas passieren, was in mir etwas auslöst. Da ich ja vor allem Bilder mit Menschen sammele, klassische Portraits interessieren mich dabei weniger, nenne ich das immer »Menschen in ungewöhnlichen Situationen«. Es passiert eigentlich schon in dem Moment, in dem ich ein Bild sehe. Es spricht mich an oder nicht. Wie vorher schon erwähnt, besitze ich eigentlich gemessen an der Dauer des Sammelns eher wenige Bilder. Ich kaufe sehr gezielt, keine ganzen Fotoalben oder dergleichen. Manchmal komme ich mit nur einem oder auch keinem Bild vom Flohmarkt zurück.
Es kam auch schon vor, dass ich ein ganzes Album durchblätterte und eine einzelne so herausragende Fotografie entdeckte – zwischen wirklich vielen mittelmäßigen oder gar schlechten Aufnahmen – sodass man hätte denken können, die gehört da nicht rein. Abgesehen davon, ist das ja auch sowieso alles sehr subjektiv. Aber es war definitiv dieselbe Frau auf dem Bild wie auf allen anderen Bildern in dem Album auch. Ebenso erging es mir mit einem der schönsten Fußballbilder meiner Sammlung. Auch dieses fand ich in einem Album mit ganz gewöhnlichen Aufnahmen. Ein toller Schnappschuss eben!

Sammlung Raiss 5

Wo kann man Deine Sammlung sehen und vor allem auch: Kann man die Bilder kaufen?
Ja klar! Alle Motive aus der 11 Freunde-Publikation etwa sind in der fotogloria-Bilddatenbank zu sehen und können von Redaktionen & Co. lizensiert werden – bitte HIER entlang. Noch mehr Fußballmomente und auch andere Motive sind auf meinem Sammlungs-Blog zu finden: www.imperfekt.photography. Dort zeige ich – geordnet nach Themen – Auszüge aus den verschiedenen Kollektionen. Z.B. gibt es neben der Galerie »Historische Fußball-Amateuraufnahmen« noch weitere Galerien wie »Momente«, »Doppelbelichtungen« oder »Frauen auf Bäumen« (eine meiner Lieblingskollektionen – bitte anschauen). Aber tatsächlich digitalisiere ich momentan die Sammlung und es ist noch längst nicht alles zu sehen – wiederkommen lohnt sich also.
Ach übrigens: Die Bilder sind natürlich auch alle als Print zu bestellen – einfach Nachricht an jochen.raiss@fotogloria.de.

Sammlung Raiss 3

Mike Gamio und seine »First Love«

Fußball ist Mikes große Liebe (zumindest eine davon), insofern ist der Titel »First Love« etwas irre führend… Passt aber zum Bild. Und natürlich zur wöchentliche Doppelseite über kleine Fußballspieler, die immer großartige Fotos zeigt. In dieser Woche das phantastische Bild, das fotogloria-Mitgründer Mike Gamio über den Dächern von Barcelona fotografiert hat. Eben weil der Fußball seine große Liebe ist.

Horizonte-Countdown 2015 | Nicoló Minerbi

Der Countdown läuft… Jetzt sind es nur noch ein paar Stunden, bis das achte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« eröffnet wird. Eine der größten Schauen ist die Ausstellung »One World« und sieben fotogloria-Fotografen sind mit ihren Arbeiten dabei!

In der letzten Woche haben wir Ihnen bereits sechs Fotografen mit ihren Arbeiten und Kurator Klaus Tiedge vorgestellt – zum Abschluss des fotogloria-Horizonte-Countdowns zeigen wir Ihnen heute nun die  »Golden Cameras« von fotogloria-Fotograf Nicoló Minerbi. Wir sehen uns in Zingst.

fotogloria _ Nicolo Minerbi _ Golden Cameras _ 2

WHAT
A bunch of shots about the Golden Gate Bridge. At the very first sight this is what it seems. But in the reality it is not at all. Or at least, not only. As a matter of fact the Western iconic bridge is just a pretext, an opportunity to experience how much photography has changed through the years. And since photography needs tools to express itself, it’s always important to know them, with their pro and cons, in order to fully understand the way we see things, people and life and therefore the way we remember them all and how we leave them as a legacy.

WHERE
Golden Gate Bridge, San Francisco, California

WHY
Tot capita tot sententiae (latin for many heads, so many opinions). Thing is, every single photographer always has his own point of view. Imagine to have a bunch of them at your beach party. You won’t get the same photo ever. It’s a matter of the photographer’s taste, style, skill, mood and approach. On top of that, especially in the film era, different cameras used to take different shots. Because of the lenses, because of the quality, because of the format. Because of the magic. The idea of this Golden Cameras selection is to show how different the icon of the West used to looked like through the years, without changing a thing, but having the photographic tools improved instead. The subject was always the same, kind of a parameter to test, to experiment new photographic languages and futuristic equipment, from the Ansel Adams style camera to the iPhone.

fotogloria _ Nicolo Minerbi _ Golden Cameras _ 1

HOW
Every diptych shows the camera used for shooting the picture below. Every single camera comes with its own historical background, with the dust of its own legend on top of it. Such as the Argus Autronic (35mm camera used by assassination witness Phil Willis to make a series of pictures before, during and after the John F. Kennedy assassination on November 22, 1963. Willis was standing on the south side of Elm Street during the shooting). Or the Hasselblad that shot either a star, Marilyn Monroe, and the Moon or the Leica M7 with the glorious Summicron lens (in this case the homage is to the famous Gianni Berengo Gardin’s and Elliott Erwitt’s shots).

WHO
Thing is, different cameras give different photos. It’s hard to imagine doing macro photography with a street photography camera such as the Leica M7 nor using the Polaroid to do sport events. I mean, you can, but the shots you’ll get out of them will be heavily influenced by the camera you pick for the job. Back in those days with film and darkrooms, the combination of the lenses and films made it all. Nowadays app such as Instagram or Snapseed brought darkrooms in everyone’s pocket.

 

P.S.: Nicolo Minerbi ist ein fotografisches Ausnahmetalent: Keine Szene, kein Thema, keine Situation, keine Idee, aus der er nicht – fast im vorbeigehen – ein Bild komponiert. Für seine Fotografie mixt er intelligente Gedanken, visuelle Visionen, spitzfindigen Humor, stilistischen Überschwang und schlicht Spaß zu ganz eigenen Bildwelten – und das alles entlang der perfekt beherrschten Klaviatur fotografischer Ausdrucksformen. Nicolò Minerbi lebt derzeit in Modica/ Sizilien und arbeitet weltweit.

P.P.S.: Die ganze Serie »Golden Cameras« von fotogloria-Fotograf Nicoló Minerbi ist  in der fotogloria Bilddatenbank zu sehen, bitte HIER entlang. Natürlich können Sie alle Motive auch für Ihre Zwecke lizensieren – Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

P.P.P.S.: fotogloria vertritt Nicoló Minerbi weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Horizonte-Countdown 2014 | Nicoló Minerbi

»Das ganze Kaleidoskop zeitgemäßer Thematik im Zusammenhang mit Natur und Umwelt zu bearbeiten und wirkungsvolle Aussagen damit zu gestalten«, ist für Kurator Klaus Tiedge Herausforderung und Vergnügen zugleich – bei der jährlich wiederkehrenden Bilderschau des Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst«, das am 24. Mai 2014  zum siebten Mal eröffnet wird.

In diesem Jahr sind 13 fotogloria-Fotografen und ihre Arbeiten in den Ausstellungen mit dabei. Wir stellen im »Horizonte-Countdown« jeden Tag einen von Ihnen vor. Heute ist es Nicolò Minerbi und seine Arbeit »Wag Hotel«, in Zingst zu sehen in der Gruppenausstellung »One World«. Viel Spaß!

Wag Hotels, suites for cats and dogs å© Nicolo' Minerbi

WHAT
Imagine a pet world. Where rooms, spas and gyms are populated by dogs and cats. Where everything is meant to be seen from a lower perspective… where four legs rule. Then, this is it. A kindergarden created to host cats and dogs, while their „parents“ are at work, somewhere in the Silicon Valley.

WHERE
This is the San Francisco Wag Hotel, right off the 101, the Tech freeway that links the nerds of the City to the geeks of Silicon Valley

WHY
Not just because it’s weird. To be honest this is the less interesting part of the story. As a matter of fact, topics are not the pets here. But the people. The ones that work here, dealing with furry customers as it were a common thing to do, the ones that drop their „babies“ in the morning like they weren’t empty nesters anymore, the ones that could see themselves as parents again.

HOW
Shot with a Leica rangefinder digital camera, just because that’s the way I like it.

Wag Hotels, l'albergo per cani e gatti

WHO
I have a problem. Kind of a desease. I see pictures around me. That happens me all the time.
Although sometime I decide to turn them into photos, sometime I just let them go away. No memories for nobody. Strong light in the background I just found out it’s more exciting than sex with strangers. I used to live somewhere, but you’ll find me somewhere else.

 

P.S.: Die ganze Geschichte »Wag Hotel« von Nicoló Minerbi finden Sie im fotogloria-Archiv, bitte HIER entlang. Bei allen Fragen zur Lizensierung oder zu anderen Themen melden Sie sich gerne und jederzeit.

P.P.S.: Nicolo Minerbi ist ein fotografisches Ausnahmetalent: Keine Szene, kein Thema, keine Situation, keine Idee, aus der er nicht – fast im vorbeigehen – ein Bild komponiert. Für seine Fotografie mixt er intelligente Gedanken, visuelle Visionen, spitzfindigen Humor, stilistischen Überschwang und schlicht Spaß zu ganz eigenen Bildwelten – und das alles entlang der perfekt beherrschten Klaviatur fotografischer Ausdrucksformen. Nicolò Minerbi lebt derzeit in Modica/ Sizilien und arbeitet weltweit.

P.P.P.S.: fotogloria vertritt Nicoló Minerbi weltweit. Über fotogloria können Sie ihn natürlich gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Horizonte-Countdown 2014 | Marcus Koppen

Die Umwelt steht im Mittelpunkt des Fotofestivals »Horizonte Zingst«: Zu sehen ist in diesem Jahr aus diesem Grund bereits zum siebten Mal eine Mischung aus grandioser Naturfotografie, kritischen journalistischen Themen und facettenreichen Menschenbildern.

In diesem Jahr sind 13 fotogloria-Fotografen und ihre Arbeiten in den Ausstellungen mit dabei. Wir stellen im »Horizonte-Countdown« jeden Tag einen von Ihnen vor. Heute ist es Marcus Koppen und seine Arbeit »Drag Queen Olympiade«, in Zingst zu sehen in der Gruppenausstellung »One World«. Viel Spaß!

9th International Drag Queen Olympics - Scarlet Fudge

WAS
Portraits von TielnehmerInnen bei der neunten »Drag Queen Olympiade«.

WO
Amsterdam, Holland

WARUM
Jedes Jahr im August findet in Amsterdam die »Gay Pride« statt, wo hunderttausende Menschen aus der ganzen Welt zusammen kommen, um die Menschenrechte zu feiern. Einer der  Höhenpunkte des Tages ist immer wieder die »Drag Queen Olympiade«. Die Bilder wurden während der Show backstage fotografiert und alle Portraitierten hatten die freie Wahl, wie sie sich für die Fotos präsentieren und inszenieren wollen – für mich als Portraitfotografen immer wieder ein sehr spannender Prozess.

WIE
Zwei Blitzköpfe und eine Kamera.

9th International Drag Queen Olympics - Hoax Lebeau

WER
Nach seinem Studium der Fotografie am Southampton Institute of Art and Design und der angeschlossenen Lehrzeit in einem auf die Werbung spezialisierten Fotostudio reiste Marcus Koppen durch die Welt. Dabei entdeckte er seine Faszination für Megacities (die 2013 beim Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« zu sehen waren) und traf auf viele außergewöhnliche Menschen, die er mit viel Feingefühl portraitierte. Seine Bilder haben mittlerweile ihren Weg in Museen und Privatsammlungen gefunden. Marcus Koppen lebt in Amsterdam und arbeitet international.

P.S.:
fotogloria vertritt Marcus Koppen exclusiv und weltweit. Beispiele seiner Portrait-Arbeiten senden wie Ihnen gerne zu. Und über fotogloria können Sie ihn außerdem gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.