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Horizonte-Countdown 2016 | Malte Jäger

Reisen heißt neugierig sein – auf fremde Länder und vor allem auf fremde Menschen. Und wie lernt man eben jene Menschen und die Art wie sie leben am besten kennen? Man geht zu ihnen nach Hause, wird willkommen geheißen, übernachtet auf deren Sofa und nimmt so an Ihrem Leben teil – zumindest für einen Moment.

Malte Jäger war von eben jener Neugierde getrieben, als er sich für seine Arbeit »Couchsurfin‘ The World« auf den Weg machte – mit verschiedenen Reisegefährten, auf abenteuerlichen Routen durch fünf Kontinente. Er ließ sich mit seiner Kamera durch die Wohnzimmer der Welt treiben, beobachtete die Menschen, die ihn aufnahmen ebenso wie die Menschen, mit denen er unterwegs war. Und in seiner Fotografie sieht man vor allem zwei Dinge: Malte Jäger liebt die Menschen. Und reisen heißt auch frei zu sein.

Zu sehen ist die Arbeit »Couchsurfin‘ The World« jedenfalls ab Ende Mai in der großen Gruppenausstellung »One World« während des Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst« – zusammen gestellt von Kurator Klaus Tiedge (Erlebniswelt Fotografie Zingst) und Co-Kuratorin Edda Fahrenhorst (fotogloria).

WAS
»Couchsurfin‘ The World« ist ein fotodokumentarisches Buchprojekt über webbasierte Hospitality Communities.

WO
Für das Projekt »Couchsurfin‘ the World« habe ich reisende Couchsurfer in unterschiedlichsten Erdteilen auf ihren Trips von Sofa zu Sofa begleitet. Eine Reise fühte mich an der Seite eines Deutsch-Ägypters mit dem Auto von Berlin nach Benin in Westafrika, eine andere mit einer Koreanerin und einer Algerierin durch Indien, eine dritte mit einem Italiener quer durch Brasilien, eine vierte mit einem Indisch-Neuseeländischen Sikh durch Zentral Asien (Tadschikistan, Kirgiesistan, Kasachstan) und eine fünfte per Anhalter mit einer Französin und einer Kalifornierin quer durch die USA.

WARUM
Als ich zum ersten Mal von der Idee der webbasierten Gastfreundschaftsnetzwerke hörte, war ich begeistert. Was für eine großartige Idee die Welt auf diese Weise ein wenig zu verbessern! Allerdings war ich mir nicht sicher, ob diese Mission wirklich immer so reibungslos funktioniert. Also musste ich es ergründen und dabei selbst die Welt kennen lernen.

WIE
Dieses Projekt war als mein Abschied von der analogen Fotografie, mit der ich beruflich aufgewachsen bin, geplant. Also war mein wichtigstes Werkzeug eine Mittelformatkamera. Daher auch das quadratische Format der Bilder. Als ich aber zufällig in der Redaktion bei GEO zu Gast war und von meiner baldigen Abreise zu dem Projekt erzählte, wurde ich gefragt, ob ich nicht einen projektbegleitenden Blog für GEO.de machen wolle. Ich willigte ein und konnte damit aber die Digitalkamera nicht zu Hause lassen…

WER
Malte Jäger ist ein Berliner Fotograf. In seiner Arbeit versucht er vor allem, die menschliche Natur zu ergründen – mit welchen Zielen leben Menschen ihr Leben? Er versucht tagtäglich, dieser großen Frage auf den Grund zu gehen und seine Erkenntnisse mit anderen zu teilen. Mit der Fotografie begann Malte einst weder aus technischen Gründen, noch, weil er sie als Hobby betrieb – seit jeher benutzt er das Medium Fotografie, um hinter die Kulissen schauen zu können, die ihm ohne seine Kamera verschlossen bleiben würden. Und natürlich liebt er es, andere Menschen zu treffen und sie kennen zu lernen. Und weil es die Menschen sind, für die er sich  interessiert, wird man auch in jeden seiner Bilder ein Portrait finden.

Horizonte-Countdown 2016 | Caio Vilela

Die Faszination Fußball kennt keine Grenzen, keine Altersbeschränkung, keine Religionszugehörigkeit, keine Nationalität. Fußball wird einfach gespielt und das überall auf der Welt.

Mehr als 100 Länder hat Caio Vilela bereist und in jedem dieser Länder hat er Kinder gesucht und beim Fußballpielen gefunden. Daraus entstanden ist eine beeindruckende Sammlung von Straßenfußballbildern

Zu sehen ist die Arbeit »Straßenfußball« jedenfalls ab Ende Mai in der großen Gruppenausstellung »One World« während des Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst« – zusammen gestellt von Kurator Klaus Tiedge (Erlebniswelt Fotografie Zingst) und Co-Kuratorin Edda Fahrenhorst (fotogloria).

Alle Bilder aus der Ausstellung und noch ein paar mehr können Sie übrigens über die fotogloria-Bilddatenbank lizensieren – bitte HIER entlang.

© Caio Vilela _ fotogloria 3

WHAT
Project Football Without Borders was born by accident in 2003 during an assignment trip in central Iran. After taking picture of kids playing football in the main square of Yazd I had the spark: from now on, I will keep my eyes open for street football kids out there. As I travel very often on journalism assignments or guiding groups, I had the chance of seeing and shooting street football in several places.

WHERE
So far I have pictures of street football in more than 100 countries (all continents plus Antarctica) and in all 27 brazillian states.

WHY
Soccer happens. Not only in Brazil but all over the world. Every single day, anywhere, at anytime. It doesn’t choose its players based on religion or race. Far from the football match on our TV screen, the World Cup events and the championships of the mega-sponsors with their billions of dollars competitions, there’s another – and more truthful –  football: the football played by children on any open field. To me these images shows unique shining moments of unknown weekend players in action on golden days to some people’s childhood or youth.

What fascinates me most about the set of images chosen for this exhibition is that I have registered golden moments of some anonymous talented kids. All these boys and girls have now an opportunity to shine in these enlargements, just like they shine every single day in a dirt pitch, away from the eyes of a talent scout. The plays displayed in these prints are the result of pure chance. They are here because there was a photographer in that pitch at the very moment they were playing.

On any given improvised squad, gathered in the hit of the moment just for fun, there was a boy that in near future will no longer live close to that field. Another one will start to work and probably will stop playing. They will all grow up. Maybe some of them will keep playing together for some years. Maybe some of them will turn into professional footballers. But there’s no way that the same game, with the same plays and players will ever repeat themselves the same way and on the same ground, like in the day I took their pictures.

Imagine how many brilliant goals Tostão, Pelé, Zico or Ronaldo must have scored as kids on an improvised dusty pitch with no TV cameras there to show the world.
I wish I had seen those guys playing during their childhood and had the chance to register their shine with the same vibe I felt while photographing what you see in this exhibition.

© Caio Vilela _ fotogloria 2

HOW
My method is simple: I ride around (on a taxi, rental car or bycicle) at 5pm, loking for kids with football jerseys. Then I ask where there may be people playing (in late afternoon there is always people playing! You can fly me to arctic Russia and I’ll be able to find the football kids!). Then, if the match is already happenning by the time I arrive at the football pitch, I just ask permission for the goalkeeper, sit on th ground and wait for the action to happen in front of my lens. If it is a serious match, I keep myself out of the field limits. If it a fun kids game, I feel confortable to get inside and take closer shots.

I approach the pitch like an eager striker and nervous as a defender, willing to see the ball being kicked towards the goal like a forward. At the end of the match, I am sweating and covered in dust, feeling like a player who has just scored a goal.

Taking pictures during a soccer match is at the same time similar and totally opposite of photographing a dance presentation: both are an exercise of agility, timing and blending in with the environment, with no interference. During a ballet, the lens points to a small limited space, where choreographed predictable moves will take place. While in a soccer pitch, action is everywhere. Anarchy and improvisation runs the show and that can drive dizzy the most experienced photographer. You have to foresee the right moment to press the button, predict when one body unblock the sight of another, in that split second when productivity struggles against the clock.

Just like dancers, amateur soccer players will probably not run, jump, fall on the ground and bring out their bodies best performance for more than one hour. Whenever I come across a thrilling spontaneous match, I have to run and hopefully produce two or three really good pictures. You can never tell if that game has just started or is about to come to an end.

P.S.: Die großartigen Fußballbilder von Caio Vilela sind 2015 in einem Buch zusammengefasst unter dem Titel »Straßenfußball« im Spielmacher-Verlag erschienen – mehr Infos gibt es HIER.

Horizonte-Countdown 2016 | Darius Ramazani

Es passiert sehr selten, dass man vor einer Fotoarbeit steht und anfängt zu schmunzeln. Und das nicht etwa, weil etwas sarkastisches, absurdes oder freches abgebildet ist, sondern schlicht reine Symapthie. Und ansteckende Lebensfreude.

Eine dieser seltenen Arbeiten ist die Strecke »Old People« von Darius Ramazani – offenbar mit viel Spaß und einem sehr liebevollen Blick hat er ältere Menschen portraitiert. Und was die Zahlen zu sagen haben…

Zu sehen ist die Arbeit »Old People« jedenfalls ab Ende Mai in der großen Gruppenausstellung »One World« während des Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst« – zusammen gestellt von Kurator Klaus Tiedge (Erlebniswelt Fotografie Zingst) und Co-Kuratorin Edda Fahrenhorst (fotogloria).

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WAS
In der Fotoreihe »Old People« habe ich Senioren portraitiert

WO
Die Idee dafür ist mir während eines Castings in Kapstadt gekommen.

WARUM
In den ausdrucksstarken Gesichtern der älteren Menschen habe ich so viel Potenzial gesehen, dass ich aus dem Casting kurzerhand ein Porträtshooting machte. Dabei blieben die Models exakt so, wie sie zum ursprünglichen Casting erschienen waren: ohne professionelles Styling und Make-up. Denn genau diesen unverbrauchten Erstkontakt zwischen Model und Fotograf wollte ich einfangen. »Old People« zeigt authentische Gesichter, die, fernab von Schönheitsmaßstäben, die Biografien älterer Menschen erzählen. So steckt hinter jeder Lachfalte, jedem Altersfleck und grauem Haar eine Geschichte, über die der Betrachter mehr erfahren möchte.

WIE
Die Porträts sind in verschiedenen Altenheimen in Kapstadt entstanden,
wir haben vor Ort ein mobiles Studio aufgebaut und die Aufnahmen sind vor weißem Hintergrund mit der Contax 645 / auf Film (Kodak 160NC) fotografiert.

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WER
Darius Ramazani aus Berlin ist ein freier Fotograf mit Schwerpunkt auf Menschen und Porträts. Seine Fotoreportagen, Porträts und Werbekampagnen haben viele Preise gewonnen, wie den ADC Award, iF design award, red dot award und Deutscher Design Preis. Er verbrachte einen Teil seiner Kindheit im Iran, bevor er nach Deutschland zog. Seine Leidenschaft für die Fotografie wurde in seiner Schulzeit geweckt. Vor allem zwei Klassenfahrten nach Warschau und Krakau beeinflussten ihn nachhaltig. Mit seinen Mitschülern erkundete er die Städte und fotografierte alles, was für ihn interessant war.  Heute arbeitet Darius Ramazani national und international für namhafte Kunden wie Nokia, Diakonie, Allianz und Deutsche Bahn. Er ist an vielen verschiedenen sozialen und freien Projekten beteiligt. Ein Projekt, das ihm sehr wichtig ist, ist seine Arbeit mit älteren Menschen. Auf der einen Seite faszinieren ihn die vielen Lebensgeschichten, die ganze Bibliotheken füllen könnten; auf der anderen Seite ist er auch mit den negativen Seiten ihres Alters, wie Krankheit oder Tod, konfrontiert. Sein Fotografie-Stil kann als real und authentisch beschrieben werden.

Horizonte-Countdown 2016 | Nicoló Minerbi

Porto Palo di Capo Passero ist ein idyllisches sizilianisches Dörfchen, mit schönem Strand, meist scheint die Sonne, das Mittelmeer lädt zum baden ein – das ist die Touristen-Sicht auf das Örtchen. Für Flüchtende aus etwa Nordafrika und Syrien indes ist das Erreichen des Ortes verbunden mit der Hoffnung auf ein neues und besseres Leben. Mit Holzbooten verlassen Tausende von ihnen ihre Heimat, um Krieg und Not zu entkommen, sie machen sich auf über das Mittelmeer um etwa in Porto Palo di Capo Passero anzukommen.

Nicoló Minerbi ist in die sizilianische Provinz gefahren, um den Flüchtlingsströmen nachzuspüren. Gefunden hat er die »Leftovers« – Boote, mit denen die flüchtenden Menschen in Europa angekommen sind und die sie einfach zurück gelassen haben in der idyllischen Sonne Siziliens…

Zu sehen sind die »Leftovers« ab Ende Mai in der großen Gruppenausstellung »One World« während des Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst« – zusammen gestellt von Kurator Klaus Tiedge (Erlebniswelt Fotografie Zingst) und Co-Kuratorin Edda Fahrenhorst (fotogloria).

Die Serie finden Sie ebenfalls in der fotogloria-Bilddatenbank, bitte HIER entlang.

Leftovers

WHAT
One of the recurrent breaking news about Sicily is actually something that is coming from abroad. Something that has more to do with geography and fortuity rather than other stuff. Thing is Sicily is one of the closest EU border to the North Africa. And often Italy is chosen from immigrants as the best option to enter a new life.

WHERE
Porto Palo di Capo Passero, a South Eastern small village, known to tourists for its beautiful beaches and almost always nice weather.

WHY
Rather than people, the boats got me hooked: immigrants come and go, they have the power to disappear (to be transparent in a way), but those things, those leftovers… not really. They actually instantly become landmarks, monuments of this human tragedy. These worn out piece of wood, the bright colors: everything talk about this drama, life and death. In such a touristic place, once known only for fun and holidays. What a contrast!

HOW
it was a super hot day, at the end of the Summer 2015. I choose it on purpose, and I wanted to shoot at noon (or about), just because I wanted everything strong and clear: sharp shadows, strong lights, something I usually avoid. This thing helped me to get the emotion of being there at its best: the viewer will have the feeling of finding himself lost in a desert, looking for a sip of water and a safe shelter.

WHO
I think photography is something able to make people experiencing something that would be difficult to imagine without being there.

Politics, refugee crisis, Sicily / Italy. Portopalo di Capo Passero: Immigrants' boats's cemetery. Portopalo di Capo Passero, 11.11.2015. - Politik, Fluechtlingskrise, Sizilien / Italien, Portopalo di Capo Passero, 11.11.2015. Bootsfriedhof. Verlassene Fluechtlingsboote. © NicolÛ Minerbi / fotogloria

P.S.: Nicoló Minerbi ist ein fotografisches Ausnahmetalent: Keine Szene, kein Thema, keine Situation, keine Idee, aus der er nicht – fast im vorbeigehen – ein Bild komponiert. Für seine Fotografie mixt er intelligente Gedanken, visuelle Visionen, spitzfindigen Humor, stilistischen Überschwang und schlicht Spaß zu ganz eigenen Bildwelten – und das alles entlang der perfekt beherrschten Klaviatur fotografischer Ausdrucksformen. Nicolò Minerbi lebt derzeit in Modica/ Sizilien und arbeitet weltweit.

P.P.S.: fotogloria vertritt Nicoló Minerbi exklusiv und weltweit – Sie können ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 oder info@fotogloria.de.

Horizonte-Countdown 2016 | Johan Bävman

Es gibt diese Strecken, die sofort Hirn, Herz und Humorzentrum ansprechen: Die Arbeit »Swedish Dads« ist genau so eine. Johan Bävman, seines Zeichens auch mittlerweile zweifacher Vater und vielfach ausgezeichneter Fotograf, hat den Alltag der schwedischen Väter – die wie nirgendwo sonst auf der Welt von Staats wegen in ihrer Elternzeit unterstützt werden – portraitiert und dabei ebenso urkomische wie liebevolle Szenen festgehalten. Und auf dem fotogloria-Blog erzählt Johan mehr über seine Arbeit – Viel Spaß!

Achja: Zu sehen ist die großartige Arbeit ab Ende Mai in der großen Gruppenausstellung »One World« während des Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst« – zusammen gestellt von Kurator Klaus Tiedge (Erlebniswelt Fotografie Zingst) und Co-Kuratorin Edda Fahrenhorst (fotogloria).

© Johan Beavman 2

WHAT
Sweden’s parental benefit system is one of the most generous in the world, allowing parents to stay home with their children and receive compensation from the state. One child entitles parents to 480 days of benefits. For the first 390 days parents are entitled to nearly 80 per cent of their pay, up to a maximum level. The remaining 90 days are paid at a lower fixed rate. Of the first 390 days, 90 are reserved for each parent while the rest can be transferred freely.

Sweden was the first country in the world to replace maternity leave with parental leave, in 1974. More than 40 years later, fathers take roughly 25 percent of the total number of days available to the couple. If fathers’ paternity leave continues to increase at the same pace it has kept so far during the 21st century, the use of parental leave will not be gender equal until 2040.

Swedish Dads is a photo exhibition based on portraits of a select group of fathers who choose to stay home with their babies for at least six months. I examined why these fathers have chosen to stay home with their children, what the experience has given them, and how their relationship with both their partners and their children has changed as a result. The exhibition aims to show the effects of gender equality in parenting on both individuals and society.

WHERE
In my neirborhood and around in the region of South of Sweden

WHY
I use portraits of fathers with their children in everyday situations, and interviews with dads to aim the spotlight on fathers who prioritise the connection to their children and family before their job and career. But the focus is also on the universal and loving aspects of parenting, regardless of whether you are the mother or father.

During my own paternity leave, I had trouble finding information about parenting from a father’s perspective. From reading and seeing other dads who share thoughts and ideas about parenting, perhaps more men will start to think about their role as a father and as a partner. I think that is an important step on the road towards a more equal society

HOW
With digital camera (Canon Mark 3) and with a lens of 35 mm. All pictures are standing and cropped.

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WHO
Johan Bävman, born in 1982, is a freelance photographer based in Malmö, Sweden. The photo project Swedish Dads has had a huge impact as it has been shown around the world and been published in book form in English. Johan has received many awards for his images, including World Press Photo, POY, the Sony Award, NPPA, UNICEF Photography Award, Swedish news agency TT’s grand prize, and Picture of the Year in Sweden.

P.S.:
Das Buch »Swedish Dads« von Johan Bävman kann man HIER bestellen.

P.P.S.: Wer die Ausstellung in Zingst verpasst, es gibt noch viele Möglichkeiten, Johans Arbeit zu sehen: Zur Zeit läuft die Ausstellung »Swedish Dads« in Bukarest, Kampala, Washington und Hanoi. Ab dem 1. Juni 2016 läuft sie dann in Bern, ab dem 6 Juni in Peking, ab dem 18 Juni in Hannover auf dem Lumix-Festival und weiterhin im Laufe des Jahres in Tel Aviv, Maputo, Paris, Addis Adeba…

Horizonte-Countdown 2016 | Florian Müller

Es gibt diese Bilder, an denen die Gedanken hängen bleiben, selbst nach nur einem flüchtigen Blick, selbst wenn die Augen eigentlich schon längst wieder mit anderen Themen beschäftigt sind. Und es sind genau diese Bilder, zu denen man einfach wieder zurückkehren muss, um sie doch noch einmal intensiver anzuschauen.

Die Serie »REM« von Florian Müller hat eben diesen erstmal irritierenden Moment. Beim zweiten Blick dann löst sich die Irritation allerdings mitnichten auf, nein, sie wird sogar größer. Aber gleichzeitig beginnt auch das Spekulieren: Was ist das? Warum? Und vor allem: Wie ists gemacht? Einige Antworten dazu hat uns Florian Müller im fotogloria-Blog gegeben.

Zu sehen ist die Arbeit »REM« jedenfalls ab Ende Mai in der großen Gruppenausstellung »One World« während des Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst« – zusammen gestellt von Kurator Klaus Tiedge (Erlebniswelt Fotografie Zingst) und Co-Kuratorin Edda Fahrenhorst (fotogloria).

© Florian Mueller 1

WAS
Die Serie zeigt Bilder aus dem Wald mit scheinbar schwebenden Baumstämmen und Ästen.
REM steht für »Rapid Eye Movement«, was die schnelle Augenbewegung des Auges während
der Tiefschlafphase, der Phase des Träumens, kennzeichnet. Zu sehen ist an sich nichts Ungewöhnliches: Wald, Bäume, Moos. Das Ungewöhnliche entsteht durch das surreale Schweben der Stämme. Es ist kein Fremdkörper im Raum aber »irgendwetwas stimmt nicht«. Das ist die Verbindung zwischen den Bildern und dem Titel.

WO
Entstanden sind die Bilder in der Eifel, nahe der »Hohen Acht« bei Adenau, dem höchsten Gipfel
der Eifel. Auf der Hohen Acht liegt das Naturschutzgebiet Hohe Acht, 1970 ausgewiesen und 1,67 km² groß. Zudem liegen dort Teile des Landschaftsschutzgebiets Rhein-Ahr-Eifel und des Vogelschutzgebiets Ahrgebirge.

WARUM
Zwei Gründe: Erstens hat mich das Erforschen des Träumens immer fasziniert. Vor allem die Träume in denen man die Vermutung hat, dass es ein Traum sein könnte, sich aber nicht sicher ist. Eben dieses Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Die Umgebung ist nicht ungewöhnlich, es ist kein Fremdkörper anwesend, trotzdem ist etwas nicht in Ordnung.
Zweitens sind die fotografierten Stämme Reste von Baumfällarbeiten. Baumfällarbeiten in einem Naturschutzgebiet. Natürlich sind solche Arbeiten sinnvoll und notwendig, trotzdem wirken sie in solch einem Areal absurd. So absurd wie 30 Kilogramm schwere, schwebende Stämme.

WIE
Alle Bilder sind Collagen, entstanden mit einer D800 Vollformatkamera auf einem Stativ und entfesselten Blitzen.

WER
Florian Mueller (1974), Köln. Seine Arbeiten werden international ausgestellt und veröffentlicht. In seinen Arbeiten ist eine Tendenz zum Abstrakten erkennbar, nicht als Gegenentwurf zur Realität, mehr als Abbildung des Tatsächlichen in Korrespondenz mit den Empfindungen und subjektiv eingegrenzten Wahrnehmungen des Betrachters. In einer Zeit der unbegrenzten Bilderflut und der Gier nach unbedingter Perfektion sieht er den Weg in eine andere Richtung: Das Bild alleine reicht nicht, es ist die Abstraktion und der individuelle Blick des Betrachters, zusammen greifen sie unter die Oberfläche der gewohnten Muster und Perspektiven.

Horizonte-Countdown 2016 | Bernd Jonkmanns

Es ist wieder soweit: In nur 15 Tagen startet das neunte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst«. Und eine der größten Gruppenausstellungen während des Festivals ist traditionellerweise die Schau »One World«, die humorvolle, nachdenkliche, skurrile, politische, liebevolle und auf jeden Fall großartige Strecken zeigt.

In diesem Jahr stellt die Schau unter dem Motto »Visuelles Gedächtnis – Spurensuche und Entdeckungen« Arbeiten von 14 nationalen und internationalen Fotografen gegenüber – kuratiert von Klaus Tiedge (Kurator Erlebniswelt Fotografie Zingst) und Edda Fahrenhorst (Mitbegründerin von fotogloria).

Und da die Ausstellung auch in diesem Jahr wieder eine ganz besondere ist, stellen wir ab heute bis zum Festivalstart jeden Tag eine der gezeigten Arbeiten aus.

Belgien Brüssel Arlequin Centre

WAS
Ein freies Projekt über die Kultur der Recordstores, an dem ich von 2009-2015 gearbeitet habe.

WO
Ich habe über die sechs Jahre in ca. 180 Recordstores in 35 Städten und auf fünf Kontinenten fotografiert, etwa in: New York, Tokyo, Rio de Janeiro, Sao Paulo, Stockholm, Sydney, Oslo, London, Paris, Brighton, Berlin, Newcastle, Glasgow, Reykjavik, Los Angeles, San Francisco etc.

WARUM
Seit über 85 Jahren gibt es die Vinyl-Schallplatte und seit mehr als 34 Jahren die Compact Disc.
Es gab in jeder Kleinstadt mindestens einen Plattenladen und in der Großstadt zu jeder Musiksparte spezielle Läden. Durch Aufkommen des Internets und der MP 3 Dateien ist es nun möglich, innerhalb von Sekunden an die gesamte Musik der Welt zu kommen. Das macht das Kulturgut Tonträger und die Plattenläden fast überflüssig – in rasender Geschwindigkeit sterben Platten- und CD-Läden, die ein großer Bestandteil der Popkultur sind.
Deshalb gibt es nur noch wenige dieser Orte, die für viele Musikliebhaber ein Stück Heimat und auch Religion sind. Diese Orte habe ich besucht und die Atmosphäre bzw. das Besondere der Plattenläden mit Ihren Besitzern und Käufern fotografisch festgehalten.

WIE
Fotografiert habe ich mit einer Digital Spiegelreflexkamera Nikon D3X, Nikon D800 und D810. Diese Kameras mit Ihren hochauflösenden Chips und ihrer wahnsinnig guten Qualität im hohen Iso-Bereich haben mir es erst möglich gemacht in den doch sehr dunklen Recordstores zu fotografieren. Die Enge und die in Plastik eingepackten Plattencover haben mir es unmöglich gemacht mit einer Blitzanlage im Laden zu arbeiten. Atmosphärische Bilder dieser Musikszene zu machen, war nur möglich wenn ich mit meiner Technik und damit auch ich als Fotograf nicht groß auffiel.

WER
Nach der Ausbildung zum Werbefotograf und dem Studium der Fotografie in Dortmund, begann Bernd Jonkmanns 1996 die Welt zu bereisen – und die Menschen, die er traf, zu fotografieren. Seine eigenen Themen und vor allem hochkarätige Aufträge seiner Kunden aus dem Corporate- und Magazin-Bereich brachten ihn in die Callcenter von Bangalore, zu den Designern Schwedens oder in die Software-Industrie von Hyderabad. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgestellt, u. a. in der Robert Morat Galerie in Hamburg, beim Noorderlicht-Festival in den Niederlanden, bei der Photobiennale in Südkorea und bei der Paris Photo. Bernd Jonkmanns lebt in Hamburg.

P.S.: Aus dem freien Foto-Projekt »Recordstores« ist ein großartiger und umfassender Bildband entstanden –  ein Muss für Vinyl-Liebhaber! HIER gibt es mehr Details dazu.

P.P.S.: fotogloria vertritt Bernd Jonkmanns exklusiv und weltweit – Sie können ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Horizonte-Countdown 2015 | Nicoló Minerbi

Der Countdown läuft… Jetzt sind es nur noch ein paar Stunden, bis das achte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« eröffnet wird. Eine der größten Schauen ist die Ausstellung »One World« und sieben fotogloria-Fotografen sind mit ihren Arbeiten dabei!

In der letzten Woche haben wir Ihnen bereits sechs Fotografen mit ihren Arbeiten und Kurator Klaus Tiedge vorgestellt – zum Abschluss des fotogloria-Horizonte-Countdowns zeigen wir Ihnen heute nun die  »Golden Cameras« von fotogloria-Fotograf Nicoló Minerbi. Wir sehen uns in Zingst.

fotogloria _ Nicolo Minerbi _ Golden Cameras _ 2

WHAT
A bunch of shots about the Golden Gate Bridge. At the very first sight this is what it seems. But in the reality it is not at all. Or at least, not only. As a matter of fact the Western iconic bridge is just a pretext, an opportunity to experience how much photography has changed through the years. And since photography needs tools to express itself, it’s always important to know them, with their pro and cons, in order to fully understand the way we see things, people and life and therefore the way we remember them all and how we leave them as a legacy.

WHERE
Golden Gate Bridge, San Francisco, California

WHY
Tot capita tot sententiae (latin for many heads, so many opinions). Thing is, every single photographer always has his own point of view. Imagine to have a bunch of them at your beach party. You won’t get the same photo ever. It’s a matter of the photographer’s taste, style, skill, mood and approach. On top of that, especially in the film era, different cameras used to take different shots. Because of the lenses, because of the quality, because of the format. Because of the magic. The idea of this Golden Cameras selection is to show how different the icon of the West used to looked like through the years, without changing a thing, but having the photographic tools improved instead. The subject was always the same, kind of a parameter to test, to experiment new photographic languages and futuristic equipment, from the Ansel Adams style camera to the iPhone.

fotogloria _ Nicolo Minerbi _ Golden Cameras _ 1

HOW
Every diptych shows the camera used for shooting the picture below. Every single camera comes with its own historical background, with the dust of its own legend on top of it. Such as the Argus Autronic (35mm camera used by assassination witness Phil Willis to make a series of pictures before, during and after the John F. Kennedy assassination on November 22, 1963. Willis was standing on the south side of Elm Street during the shooting). Or the Hasselblad that shot either a star, Marilyn Monroe, and the Moon or the Leica M7 with the glorious Summicron lens (in this case the homage is to the famous Gianni Berengo Gardin’s and Elliott Erwitt’s shots).

WHO
Thing is, different cameras give different photos. It’s hard to imagine doing macro photography with a street photography camera such as the Leica M7 nor using the Polaroid to do sport events. I mean, you can, but the shots you’ll get out of them will be heavily influenced by the camera you pick for the job. Back in those days with film and darkrooms, the combination of the lenses and films made it all. Nowadays app such as Instagram or Snapseed brought darkrooms in everyone’s pocket.

 

P.S.: Nicolo Minerbi ist ein fotografisches Ausnahmetalent: Keine Szene, kein Thema, keine Situation, keine Idee, aus der er nicht – fast im vorbeigehen – ein Bild komponiert. Für seine Fotografie mixt er intelligente Gedanken, visuelle Visionen, spitzfindigen Humor, stilistischen Überschwang und schlicht Spaß zu ganz eigenen Bildwelten – und das alles entlang der perfekt beherrschten Klaviatur fotografischer Ausdrucksformen. Nicolò Minerbi lebt derzeit in Modica/ Sizilien und arbeitet weltweit.

P.P.S.: Die ganze Serie »Golden Cameras« von fotogloria-Fotograf Nicoló Minerbi ist  in der fotogloria Bilddatenbank zu sehen, bitte HIER entlang. Natürlich können Sie alle Motive auch für Ihre Zwecke lizensieren – Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

P.P.P.S.: fotogloria vertritt Nicoló Minerbi weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Horizonte-Countdown 2015 | Christoph Morlinghaus

Übermorgen ist es soweit – zum bereits achten Mal wird das Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« eröffnet. Unkonventionell und mutig dabei die traditionelle Gruppenschau »One World«: »Die Bilder stammen von Fotografen, deren Anliegen es ist, Standpunkte und Positionen zu vermitteln. Dies geschieht mit dem Mut zu klaren Statements und oft auch mit avantgardistischen Bildideen.« beschreibt Kurator Klaus Tidge die Auswahl der gezeigten Strecken.

Sieben fotogloria-Fotografen wurden in diesem Jahr ausgewählt und sind in der großen Gruppenausstellung zu sehen – bis zur Eröffnung stellen wir Ihnen jeden Tag einen der  Fotografen und seine Arbeit vor. Heute zeigen wir Ihnen die Strecke »Computerwelt« von Christoph Morlinghaus. Viel Vergnügen!

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1DIE2-CyrixCx486DX2-V66GP

WAS
ungehäuste Halbleiter-Chips

WO
Mein Arbeitszimmer in Miami Beach

WARUM
»These CPU’s are hidden in electronic waste, forgotten, invisible, useless. As a form of recycling I opened those CPU’s and an entire microcosmos, almost looking like a cityscape, becomes visible. Basically images of forgotten memory. Those CPU’s are incredibly small, some only 1/4’’ across, and have been shot on 8×10’’ film.« (erschienen im US-amerikanischen Magazin Papersafe)

WIE
8×10’’ Grossformatfarbnegativfilm, Sinar P2, zwei Meter Kameraauszug

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3DIE3-IntelPentiumA8052120-SY062

WER
Christoph Morlinghaus lebt, liebt und atmet die Fotografie. Dazu kommen ein außer- gewöhnliches Talent, eine Großbildkamera und genug Mut, sich intelligenten Themen, schwierigen Motiven und komplexen Kunden- wünschen zu stellen. Ob auf unendlichen Ölfeldern, in weit verzweigten unterirdischen Archiven, ob in gigantischen Werkshallen oder angesichts Meisterwerke zeitgenössischer Architektur – Christoph Morlinghaus zeigt nicht nur, was zu sehen ist. Er macht sichtbar, was hinter dem Motiv steht und interpretiert auf subtile Weise, was sein könnte. Er lebt in Miami, USA, und Hamburg und arbeitet international.

P.S.: fotogloria vertritt Christoph Morlinghaus exklusiv in Deutschland. Und über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Horizonte-Countdown 2015 | Federico Ciamei

»Die Mischung des Themenspektrums ist extrem kontrovers und die Entscheidungskriterien darüber, was in welcher Reihenfolge und in welchem Zusammenspiel gezeigt werden kann, brechen bewusst mit allgemein gültigen Regeln.« So beschreibt Kurator Klaus Tiedge seinen Ansatz bei der großen Gruppenschau »One World« – zu sehen beim achten Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« ab dem 30. Mai.

Wir stellen Ihnen ab heute bis zur Festival-Eröffnung jeden Tag einen der sieben ausstellenden fotogloria-Fotografen und seine Arbeit vor. Heute zeigen wir Ihnen die Strecke »The Things That I Learned From The Internet« von Federico Ciamei. Viel Spaß!

How to solve Rubik's cube

WHAT
Do you know how to tie a Victoria knot? Or how to make your hands dance the tutting dance? Do you know how to shoot free kicks like Roberto Carlos? No? Enter YouTube. The uber-popular video sharing site is populated by a bigger-than-enough share of unlikely masters promising to reveal the secrets to the craziest arts, such as that of conceiving twins (spoiler: you need to eat a lot of soybeans).
In »The Things That I Learned from the Internet« I gathered all the knowledge in obscure and often fundamental topics that I got after years spent on the weird part of YouTube, where nearly no man has browsed before.

WHERE
I shot the photo for the »How to shave under the shower« tutorial in my house bathroom, all the others are shot in studio.

WHY
I’ve always been attracted by the weird part of youtube, memes and internet mythology. The things that I learned from the Internet is almost true, I really learned a lot online.

How to shave under the shower

HOW
I shot using a digital 35mm camera, a single flash and a tripod to get the correct exposure for the video frame of the tutorial. The more difficult prop to find were the soybeans in the »How to conceive twins naturally« photo, after searching in several markets and shops I ended up buying them in a chinese take away.

WHO
I’m interested in working in situations where some details are deliberately left undetermined so that the final result, contains a certain amount of unexpected. I think it is essential to start any project without knowing exactly what the final result may be: with this process something new and interesting is more likely to happen.

P.S.: Die ganze Serie »The Things That I Learned From The Internet« von fotogloria-Fotograf Federico Ciamei halten wir für Sie im fotogloria-Archiv bereit, natürlich können Sie alle Motive auch für Ihre Zwecke lizensieren – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.