Schlagwort-Archive: Hamburg

#FacesOfPhotography – Teil 137: Jörg Gläscher aus Leipzig

Mit seinen Corona-Diaries hat Jörg Gläscher sehr persönlich und visuell sehr unterschiedlich auf die Auswirkungen der Pandemie reagiert. Was ihm die vergangenen Wochen und Monate darüber hinaus gebracht haben, darüber hat er mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Jörg, wie geht es Dir?
Mir geht es sehr gut, ich habe mich ein mein Hamburger Exil begeben und arbeite viel an eigenen Projekten.

12 Monate Pandemie – wie bist Du bis hierher beruflich durchgekommen?
Während des ersten Lockdowns hatte ich beruflich gar nichts zu tun, alle Aufträge wurden storniert, aber ich habe gute und mitdenkende Kunden, die mir deutlich signalisierten, daß diese nur aufgeschoben seien. Über den folgenden Sommer konnte ich dann alle Aufgaben und noch mehr abarbeiten und so ging ich mir einem guten Polster in den zweiten Lockdown. Davon lebe ich jetzt und kann mich meinen eigenen Projekten widmen.

 

Fotografisch hast Du an der Zeit an Deinen Diaries gearbeitet – was hat es damit auf sich?
Die Diaries entstanden aus dem Wunsch heraus, auf die Pandemie und die freie Zeit im ersten Lockdown zu reagieren. Ich stand auf Hamburgs Straßen und fand, das Bilder von leeren Städte nicht mein Gefühl von Krise, und diese Krise an sich schon gar nicht, widerspiegeln könnten. So entwickelte ich die Diaries, eine Serie die sich mit Ängsten Sehnsüchten und Träumen in Stadt und Land beschäftigt und die ich im Selbstverlag als Diary Magazine heraus bringen. Nr. 4 ist fertig. Darin beschäftige ich mich mit Piktogrammen, Landart im Sachsenwald und Skulpturen.
Nicht jede Arbeit in der Serie bezieht sich auf den Corona-Virus, aber sie sind in dieser Zeit entstanden und somit zumindest davon geprägt. Die Magazine verkaufen sich gut, kosten 10 € und tragen sich selbst.

Ganz allgemein zur Deiner Fotografie in der Pandemie: Welches Erlebnis, welcher Gedanke dazu war für Dich bislang am eindrücklichsten?
Das klingt vielleicht komisch, aber die Pandemie hat mich fotografisch befreit. Sie gab mir Zeit, durch Ihre apokalyptische Dramatik gab sie mir ein Thema und mein privates Umfeld gab mir die Sicherheit und die Bestätigung Dinge zu tun, die ich schon lange nicht mehr getan habe. Im Moment gehe ich morgens mit meiner Kamera in den Wald und arbeitete an Bild-Serien und Skulpturen.

Was denkst Du – wie wird sich die Pandemie im weitesten Sinne auf die Fotografie auswirken?
Die Pandemie wirkt sich wie ein Katalysator aus, manche Dinge beschleunigen sich, manche Dinge verschwinden. Aber es werde auch neue Dinge entstehen. Fotografie oder die Arbeit damit war nie einfach, oder selten ein Selbstgänger, man muss ständig an sich arbeiten und sich neuen Bedingungen und Ideen stellen.



Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zukunft?

Ich wünsche mir nicht mehr auf Infektionszahlen und Inzidenzwerte zu schauen, denn damit schauen wir auf indirekt auf gestorbene Menschen.
Ich wünsche mir wieder mit Menschen unbedarft über Kunst zu kommunizieren, ohne Maske , ohne Abstand und sehr deutlich unter 1,5 Meter.

Website von Jörg Gläscher
Instagram-Feed von Jörg Gläscher
Facebook-Kanal von Jörg Gläscher

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Jörg aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 136: Franziska Gilli und Barbara Bachmann aus Hannover und Bozen

Die Fotografin Franziska Gilli und die Reporterin Barbara Bachmann mussten mit Beginn der Pandemie umdisponieren und ganz neue Ideen entwickeln – um ihr erstes gemeinsames Buch herauszubringen. Darüber und was die aktuelle Situation für beide ansonsten bedeutet, haben sie mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Wie geht es Euch?
Uns geht es gut. Das letzte Jahr war turbulent, mit allen Höhen und Tiefen, hat einiges verlangsamt oder verhindert, aber anderes auch ermöglicht. Wir sind dankbar, gesund zu sein und dafür, dass der Frühling bald beginnt.

Was haben die vergangenen Wochen und Monate jobmäßig für Auswirkungen gehabt?
Franziska Gilli: Hinsichtlich meiner Auftragslage sieht es da ähnlich aus wie bei vielen Kolleg:innen. Obwohl ich relativ breit aufgestellt bin und für verschiedene Branchen arbeite, im redaktionellen und Unternehmensbereich ebenso wie Kulturbereich, brach teilweise nahezu alles weg. Zum Glück gab es aber zwischen den Lockdowns eine Phase der Erholung. Gemeinsam mit Barbara Bachmann nutzte ich die Zeit, um ein eigenes Projekt weiter voranzubringen, an dem wir seit drei Jahren gearbeitet haben.
Barbara Bachmann: Durch die Pandemie sind für mich, wie für viele andere Kolleg:innen, bereits geplante Recherchereisen im europäischen Ausland plötzlich weggefallen. Ich musste umdisponieren, näher denken. Ich lebe in Italien und habe auch vorher schon viel hier gearbeitet. Das hat sich im letzten Jahr noch einmal verstärkt. Das war gar nicht schlimm, denn es gibt in diesem Land sehr viele spannende Geschichten zu erzählen und von Seiten deutschsprachiger Medien auch großes Interesse dafür.

Aus: »Hure oder Heilige« – Nationale Demonstration der Bewegung »Non Una Di Meno« anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen.

Ihr habt jüngst ein Buch herausgebracht — was hat es damit auf sich?
Vor kurzem erschien bei Edition Raetia unser erstes gemeinsames Buch »Hure oder Heilige — Frau sein in Italien«. In unserer journalistischen Arbeit haben wir uns immer wieder unabhängig voneinander mit dem Frauenbild in Italien beschäftigt. Daraus ist der Wunsch entstanden, gemeinsam tiefer zu gehen und diesem Thema ein Buch zu widmen. Uns trieb die Neugier, das eigene, so vielfältige Land zu erforschen, in dem auch wir gelernt haben, Frauen zu sein. Denn, so haben wir mit den Jahren verstanden, in wenigen Ländern Europas sind derart festgefahrene weibliche Stereotype so weit verbreitet wie in Italien.
Das Buch ist ein Aufgreifen von heutigen und historischen Gegebenheiten. Ein Wiedergeben von Glück und Trauer, Stärke und Schwäche, Mut und Rückzug. Fotografie und Text sind miteinander verwoben. Wir bewegen uns manchmal gemeinsam, manchmal getrennt zwischen zwei Polen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die sich doch bedingen: die Hure und die Heilige, Maria Magdalena und die Jungfrau Maria. Diese beiden zentralen Frauenrollen des katholischen Glaubens prägen Italien seit zwei Jahrtausenden. Sie sind nicht neu – Feministinnen wehren sich schon lange dagegen –, aber sie sind noch immer aktuell. Ihnen halten wir viele verschiedene Bilder aus der Realität entgegen. Wir machen Frauen zu Protagonistinnen, junge und alte, Analphabetinnen und Universitätsdozentinnen, als Frauen geborene und sich als solche definierende, aus Sizilien wie aus dem Piemont stammende. Auf unserer Reise durch das Land haben uns viele Frauen und auch Männer die Türen zu ihrem Leben, ihren Erfahrungen und Ansichten geöffnet. Das Spannende an diesem Thema war, dass wir rein theoretisch mit allen Bürger:innen des Landes reden konnten, alle haben gesellschaftliche Prägungen erfahren, die uns etwas über das Frauenbild im Land erzählen.

Aus: »Hure oder Heilige« – beim »Miss Italia«-Casting prüft die Jury, ob die Mädchen kameratauglich sind.

Wie steht Ihr generell zu dem Medium Buch in diesen Zeiten?
Wir wollten genau dann in eine letzte intensive Erarbeitungsphase für unser Buch starten, als die ersten Zonen rund um Mailand vor einem Jahr abgeriegelt wurden. Vieles war plötzlich nicht mehr realisierbar. Also mussten wir umdisponieren, neue Ideen finden. Letztendlich hat uns die Pandemie geholfen, denn sie hat Probleme in der Gleichstellung sichtbarer gemacht und mehr Sensibilität in der Bevölkerung für die Thematik geschaffen. Im Dezember 2021 waren in Italien 98% aller neu arbeitslos gemeldeten Personen Frauen. Seit Januar ist »Hure oder Heilige« nun im Buchhandel erhältlich, aber wir haben es selbst noch nicht einmal im Buchladen aufliegen sehen. Die Laufkundschaft fehlt durch den Lockdown, dafür passiert mehr online. Wir planen eine Wanderausstellung mit Material aus dem Buch und eine kleine Präsentationstour, aber wieviel wir davon pandemiebedingt wirklich umsetzen können, müssen wir erst abwarten. Tendenziell haben wir aber den Eindruck, die Menschen kaufen sich zurzeit lieber ein Buch, als einen Online-Event zu besuchen.

Aus: »Hure oder Heilige« – die »Suore Pie Operaie dell’Immacolata Concezione« (Barmherzige Arbeiterschwestern der Unbefleckten Empfängnis) haben ihr Leben dem Ziel verschrieben, ein lebendiges Abbild der Jungfrau Maria zu sein.

Hat die Pandemie Euren Blick auf Eure Arbeit verändert? Verändert sie generell die Fotografie?
Franziska Gilli: Der Blick auf meine Arbeit beziehungsweise meine Arbeit selbst verändert sich auch ohne Pandemie denke ich stetig. Die Pandemie hat die sowieso schon schwierige finanzielle Situation in unserem Beruf aber noch deutlich verhärtet. Darüber habe ich zu Beginn der Pandemie viel nachgedacht. Und irgendwann für mich beschlossen: ich mache weiter und zwar so lange, wie es für mich in Ordnung ist. Die Fotografie hat diese Krise sicherlich inhaltlich verändert und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.
Barbara Bachmann: Die Pandemie hat mir einmal mehr gezeigt, wie sehr ich es liebe, auf Recherche zu sein. Und wie essentiell das für meine Arbeit ist. Eine Reportage kann nicht am Schreibtisch entstehen, sie beruht auf erlebten Tatsachen. Sie liefert Beobachtungen und Einordnungen, zoomt wie ein Kameraobjektiv heran. Sie erzählt in Szenen und erschafft Bilder durch Sprache. Schön finde ich es, mit Fotograf:innen gemeinsam unterwegs zu sein.

Aus: »Hure oder Heilige« – Nationale Demonstration der Bewegung „Non Una Di Meno“ anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen.

Was ist Euer persönlicher fotografischer und textlicher Wunsch für die Zukunft?
Franziska Gilli: Weitermachen zu können ist sicherlich der grundlegendste Wunsch. Weiterhin genug Aufträge zu haben, die mich fordern, mich immer wieder Neues erleben lassen, und die aber auch genug Raum für freie Projekte lassen.
Barbara Bachmann: Die Freiheit und Zeit zu haben, an Langzeitprojekten zu arbeiten, im In- wie Ausland. Wieder reisen zu dürfen und Menschen begegnen zu können wie vor der Pandemie.

Website von Franziska Gilli
Instagram-Feed von Franziska Gilli
LinkedIn-Kanal von Franziska Gilli
Female Photoclub-Portfolio von Franziska Gilli
laif-Archiv von Franziska Gilli

Website von Barbara Bachmann
Instagram-Feed von Barbara Bachmann
Facebook-Seite von Barbara Bachmann

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Franziska und Barbara aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 135: Peter Nitsch aus Bangkok

Peter Nitsch hat in den Monaten der Pandemie die Stille wiederentdeckt und aus ihr heraus ein Buch aus seinem Langzeitprojekt »Tango in The Big Mango« realisiert. Worüber er sonst nachdenkt und was die Kultur- und Kreativwirtschaft für die Bruttowertschöpfung bedeutet, darüber hat er mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Peter, wie geht es Dir?
Danke, jetzt wieder besser. Ich hatte sechs Wochen mit mehreren eingeklemmten Nerven zwischen dem zweiten und fünften Lendenwirbel gerungen – dehnen, schreien, dehnen, schreien, dehnen, Entspannung. Dadurch habe ich auch wieder gelernt mich an vermeintlich kleinen Dingen, wie das Packen der Kameratasche, was ohne Schmerzen nicht möglich war, zu erfreuen und zu schätzen.

Aus: »Tango In The Big Mango’« – a Baudelaire-like photo documentary about Bangkok.

Wie ist – mit Blick auf die Pandemie – die aktuelle Lage in Bangkok und Thailand?
Von den Infektionszahlen aus gesehen ist die Lage gut in Bangkok. Seit Ausbruch der Pandemie vor einem Jahr waren bis dato 27.000 Menschen infiziert. Aktuell sind es etwa 80 neue Infizierte pro Tag in ganz Thailand. Ich glaube das liegt auch daran, dass Thailand eines der wenigen Länder war, die sofort nach Ausbruch einen Einreisestopp verhängt hatten. Danach wurde dieser dahingehend gelockert, das man nur einreisen darf, wenn man sich 14 Tage in selbstbezahlte – für Ausländer – Quarantäne begibt. Bis heute ist diese Regelung in Kraft. Demnächst soll aber die Einreise erleichtert werden. Wenn man eine Covid-19 Impfung vorweisen kann, würde die Quarantäne wegfallen.

Warum bist Du Fotograf?

Für mich ist Fotografie Erinnerungskultur. Ich mochte schon immer gerne Biografien lesen und Menschen beobachten. Von beiden kann man viel für sich und über sich selbst lernen. Fotografie vereint für mich beides in einem und gibt mir die Möglichkeit Menschen und ihre Lebensweisen kennenzulernen.

Aus: »Tango In The Big Mango’« – a Baudelaire-like photo documentary about Bangkok.

Wie sieht die Fotografieszene in Thailand aus?
Die Fotografieszene Thailand und speziell Bangkok ist auf jeden Fall sehr lebendig und vielschichtig. In Südostasien ist fotografieren und fotografiert werden in jeglicher Form im Alltag integriert – man fotografiert nicht nur sondern lässt sich auch gerne fotografieren. Neben kommerzieller Fotografie ist in Thailand die Straßenfotografie weit verbreitet. Portraitfotografen bin ich eher selten begegnet, dafür aber vielen Bloggern, die gerne mit einer Leica Q2 sich selbst oder ihr Essen fotografieren.

Wie schätzt Du die Auswirkungen der Pandemie auf die Fotografie generell ein?
Die Folgen der Coronavirus-Pandemie hat der Kreativbranche die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg beschert. So würde es die Politik ausdrücken, wenn die Fotografie die Autobranche wäre, um dann im Anschluss einen Investitionsschub anzubieten. Doch seit Ende der 1980er Jahre entwickelte sich die Kultur- und Kreativwirtschaft zu einem der dynamischsten Wirtschaftszweige der Weltwirtschaft. Ihr Beitrag zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung (Bruttowertschöpfung) in Deutschland betrug im Jahr 2019 106,4 Milliarden Euro (Anteil am BIP: 3,1 Prozent). Das muss man sich vor Augen halten. Damit übertrifft die Kultur- und Kreativwirtschaft laut BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) in Sachen Wertschöpfung inzwischen andere wichtige Branchen wie die chemische Industrie und Energieversorger. Nur der Fahrzeugbau erzielt mit aktuell 162,1 Milliarden Euro eine deutlich höhere Bruttowertschöpfung. Da liegt für mich der Hase im Pfeffer! Meiner Meinung nach ist die Fotografie Kulturpolitisch völlig unterbewertet. Aber wer als Fotograf Glück hatte, so wie ich, der konnte das durch die Pandemie entstandene Vakuum erst einmal für sich nutzen und inne halten. Die Stille wieder zu entdecken war für mich die wertvollste Erkenntnis der Pandemie.

Aus: »Tango In The Big Mango’« – a Baudelaire-like photo documentary about Bangkok.

Wie ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zukunft?
Das aus der Pandemie-Zeit herüber gerettete »mehr Zeit haben« um eigene Projekte zu verwirklichen. Dieses Zeit-Vakuum war für mich äußerst befreiend. So konnte ich auch mein Langzeit Projekt »Tango in the Big Mango« mit Hilfe von Kickstarter-Unterstützern als Fotobuch realisieren und im Anschluß den Verlag Hatje Cantz als Herausgeber gewinnen. Demnächst wird noch eine Collector’s Edition im Acrylschuber mit signiertem Print bei Chromfeld erscheinen.

Website von Peter Nitsch
Instagram-Feed von Peter Nitsch
LinkedIn-Kanal von Peter Nitsch

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Peter aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 134: J. Konrad Schmidt aus Berlin

J. Konrad Schmidt ist im vergangenen Jahr viel Auto gefahren, hat treue Kunden noch weitaus mehr schätzen gelernt und für sich selber ein gestiegenes Bedürfnis nach Sicherheit bemerkt. Und auch wenn er weniger Energie in freie Arbeiten setzt, so setzt er sich umso mehr als Leiter der Initiative Bild für faire und zügige Corona-Hilfen ein. Darüber und über noch einiges mehr hat er mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Wie geht es Dir?
Von den vielen Dingen, die ich sehr vermisse und gerade nicht tun soll, abgesehen? Bestens!

Wie hast Du beruflich die letzten Monate erlebt?

Ich fuhr im letzten Jahr 13.000 Kilometer mehr Auto als im Jahr davor. Das sagt viel. Flüge fanden nicht mehr statt. Sicher fühlte man sich dabei schon gar nicht. Ich hatte treue Kunden, gute Freunde, gute Produktionen und bleibende Momente in 2020. Wenige aber dennoch. Ich komme durch. Viele andere nicht. Man sollte zufrieden sein, auch wenn das »zufrieden sein müssen« und das »ist jetzt halt so« langsam schon sehr belastet und nervt. Wir haben einen Beruf, in dem wir »nein« als Antwort nicht akzeptieren dürfen. Nun ist das anders. Früher wurde aus A recht bald B und aus B danach C. Aktuell ist A im Lockdown und B wird sich nicht ergeben. Für Jemanden, der die sich stetig entwickelnde Zukunft durch viel Arbeit immer als Naturgesetz empfand, ist es – sagen wir mal – neu…

Und fotografisch?
Mein Bedürfnis nach Sicherheit ist gestiegen. Damit sank aber auch mein bekannter »Leichtsinn«, freie Arbeiten zu machen. In den Jahre vor der Pandemie war alles »im Fluss«. Man denkt gerade viel nach über Werte, über Sinn und Unsinn. Einen Plan B habe ich dennoch nicht finden können zwischen Netflix und dem Hausputz. Es muss weiter gehen und das wird es auch! Ich freue mich darauf!

Was ist die Initiative Bild?
Viel! Wir sind unfreiwillig zum vereinigten Kritiker der wenig gut funktionierenden Corona-Hilfspakete geworden. Die Antworten der hohen Beamten in den Ministerien und der Repräsentanten einer ehemaligen deutschen Volkspartei fallen leider zumeist eher ernüchternd aus. Das Verständnis von Berufspolitikern für die Arbeit von Soloselbstständigen lässt klar zu wünschen übrig. Wir arbeiten hart daran, das zu ändern. Und ich kann nur jedem ernsthaft raten, sich gerade in Zeiten wie diesen Verbänden anzuschließen, die die eigenen Interessen fördern und vertreten, denn: »Wer nicht am Tisch sitzt, steht auf der Speisekarte«. And dinner is served…

Der Blick auf die Branche: Was wird die Pandemie ändern?
Leider zeigt sich gerade, wer gut aufgestellt, gut organisiert und breit vernetzt ist und wer nicht. Es zeigt sich auch, wer Verbindlichkeit, Sicherheit und Vertrauen ausstrahlen kann. Am Ende haben wir auch schon vor der Krise nichts anderes verkauft als Produktionssicherheit. Die Bedeutung dieses Begriffes ist in diesen Zeiten nun immens gestiegen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Ändern wird sich vieles – aktuell findet ein Umdenken statt: Viele können jetzt erst recht nicht mehr von dem Job leben und geben auf – werden Lehrer, verlassen die großen Städte. Die Downside von dem was wir vorher als Alltag „hingenommen“ haben, wird nun so unübersehbar, das man handeln muss und das tun viele. Aber es ist auch eine gute Zeit, teurer zu werden. Die Komplexität des Jobs hat spürbar zugenommen. Die Risiken auch. Dem sollte man Rechnung tragen.

Wird die Pandemie auch etwas an der Fotografie ändern?
Nicht wirklich. Auch all die Zeitungsartikel, die von einer besseren neuen Welt sprechen vergessen oft, das es vorher besser war als jetzt! Ich mache mir extrem viele Gedanken über die Arbeiten, die ich zeige. Das war so und wird auch so bleiben.

Wie ist Deine persönliche fotografische Prognose?
Es war wichtig für uns zu spüren, das unsere Kunden gegen alle Widerstände in der Krise dennoch Bilder BRAUCHTEN! Dieses Gefühl hatte man vorher oft nicht. Mit den Kunden, mit denen ich in der Krise gearbeitet habe, bin ich definitiv enger zusammen gerückt und das ist toll so. Das wird bleiben. Ansonsten… Der Winter kann gehen und dann schauen wir mal. 2021 sollte auch jeden Fall bitte aufregender werden, als die Zeit jetzt…

Und Dein fotografischer Wunsch für die Zukunft?

Aus A soll wieder B werden. Nur so macht es Sinn.

Website von J. Konrad Schmidt
Instagram-Feed von J. Konrad Schmidt
Facebook-Seite von J. Konrad Schmidt
LinkedIn-Kanal von J. Konrad Schmidt
BFF-Portfolio von J. Konrad Schmidt

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Konrad aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 133: Giulia Marthaler aus Zürich

Giulia Marthaler hat ein Kochbuch realisiert und hat dank der Entschleunigung ihren fotografischen Blick wieder geschärft. Darüber und über mehr hat sie mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Giulia, wie geht es Dir?
Knapp ein Jahr nach dem kompletten Lockdown fühle ich mich heute wieder frisch, voller Tatendrang und Zuversicht. Doch diese unbestimmte Zeit lange Flaute ist eine Herausforderung und unterscheidet sich stark von den gewohnten Wellen.

Wie ist aktuell die Lage in der Schweiz?
Wir sind mitten in der zweiten Welle im Shutdown und es herrscht eine Art verhaltene Stimmung des Abwartens. Die Leute sind »coronamüde«, wie wohl überall auf der Welt auch.

SK 2017/02 Apfel&Zimt

Welche Auswirkungen der Pandemie hast Du beruflich gespürt?
Nach Anordnung des Lockdowns im Frühling 2020 flatterte eine Jobabsage nach der anderen rein. Projekte, die bereits ins Detail geplant waren, wurden gecancelt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Das war eine unangenehme Erfahrung: Termine aus dem Kalender zu löschen, empfand ich als sehr deprimierend. Andererseits blieb mir nichts anderes übrig, als anzunehmen, was ist und das Beste daraus zu machen.

Hattest Du Zeit und Muße an freien Themen zu arbeiten?
Ich nutzte die Gelegenheit, mich der Überarbeitung meiner Website zu widmen. Dank der allgemeinen Ruhe konnte ich relativ störungsfrei und fokussiert an dem seit Jahren vor mir hergeschobenen Task arbeiten. Ausserdem startete ich schon vor dem Lockdown ein freies Kochbuchprojekt, welches wir nach der ersten Schockstarre weiterführten. Ich schätze es sehr, während dieser außerordentlichen Zeit ein Projekt am Laufen zu haben, das mir Sinn und Energie gibt.
Ich genoss es zudem, wieder mehr Zeit fürs Kochen zu haben oder um all die spannenden Websites anzuschauen, die ich mir »für später« gespeichert hatte…

Hat sich Deine Fotografie generell mit der Pandemie verändert?
Inhaltlich nicht. Jedoch ist meine ursprüngliche Sensibilität für die alltäglichen Details wieder erwacht. Insofern hat die auftragsfreie Zeit ihr Gutes, als dass ich meinen fotografischen Blick wieder schärfen konnte, um achtsam und bewusst meine Umgebung wahrzunehmen.

Siehst Du langfristige Auswirkungen auf die Branche?
Die langfristigen Auswirkungen in der Kreativbranche schreibe ich eher der Digitalisierung als der Pandemie zu. Zu nennen wären da Inhouseproductions, die gesunkene Wertschätzung für Bilder, Zufriedenheit der Endkunden mit mässig qualitativer Arbeit…
Womöglich erfährt die Branche langsam eine Abflachung dieser Welle. Trotz oder gerade wegen der massiven Bilderflut, gibt es das Bewusstsein, dass authentische Bilder zentral sind für Kommunikation und Verkauf.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zukunft?
Ich wünsche mir, weiterhin mit inspirierenden Menschen gemeinsame Projekte und Ideen zu verwirklichen und mich dabei von Freude und Neugierde leiten zu lassen.

Website von Giulia Marthaler
Instagram-Feed von Giulia Marthaler
LinkedIn-Kanal von Giulia Marthaler

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Giulia aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 132: Andreas Krufczik aus Berlin

Andreas Krufczik hat die Zeit genutzt, um einen Dokumentarfilm zu realisieren. Darüber hinaus ist er froh, weiter fotografisch arbeiten zu können. Was ihm außerdem durch den Kopf geht, daüber hat er mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Andreas, wie geht es Dir?
Mir geht es sehr gut. Natürlich fehlt auch mir mehr und mehr der persönliche, soziale Umgang.
Ich würde sehr gerne auch mal wieder ausgiebig durch eine Fotoausstellung flanieren. Auch wenn ich es toll finde, das Museen und Einrichtungen digitale Ausstellungen anbieten. Ein Foto und erst recht eine ganze Ausstellung will aber an der Wand betrachtet werden. Das wird sich ja hoffentlich bald ändern.

Was macht der Job in diesen Zeiten?
Im ersten Lockdown sind von jetzt auf gleich erst einmal alle Jobs gecancelt worden. Das war natürlich nicht so schön. Es gab mir aber die Zeit mich um Liegengebliebenes zu kümmern. Aber irgendwann war mein Archiv aufgeräumt, die Webseite aktuell, meine Software auf dem neusten Stand und das Equipment gepflegt. Dann wurde es schnell öde.
Glücklicherweise war da aber noch das eine Projekt, das ich schon eine Weile mit mir rumtrug. Ich fotografiere schon seit einiger Zeit an einem freien Projekt im Spreewald. Bei einem meiner Streifzüge durch diese schöne Landschaft, lernte ich den letzten Kahnbaumeister kennen. Er baut die Kähne, noch auf die traditionelle Art, ganz aus Holz. So richtig, mit Holzplanken über Feuer biegen undsoweiter. Es ist sehr faszinierend, ihm beim Arbeiten zuzusehen. Jeder Handgriff sitzt. Alles läuft so routiniert ab und mit einer Leichtigkeit, daß man fast denken möchte, jeder könne so einen Kahn bauen.
Ich überlegte lange, wie ich diese Virtuosität, das Handwerk, die Kultur aber auch die Landschaft in Bilder übersetzten kann. Ich entschied mich schlussendlich gegen die Fotografie und für einen Film. Also einen Dokumentarfilm. Die Grenzen im Genre »Dokumentarfilm« sind ja erfreulich weit gesteckt. Mit diesem Projekt möchte ich gerne auch sehr weit gehen. Vielleicht eine Art moderne Heimatdoku. Wenig Pathos, viel Raum für das Publikum diese Einheit aus Kultur, Handwerk und Landschaft zu erfahren.
Ich tat mich mit einem befreundetem Kameramann zusammen, wir bemühten uns um ein Sponsoring für ordentliche Kameratechnik und arbeiten seitdem daran.
Das ist sehr aufregend und auch fordernd. Ich habe dokumentarische Fotografie studiert. So kenne ich das intensive und langfristige Arbeiten an einem Projekt schon. Die Erzählweise beim Filmen ist aber schon gänzlich eine Andere als beim Fotografieren. Mal ganz abgesehen von der Technik! Die ist auch kaum mit der Technik in der Fotografie zu vergleichen. Seitdem hat die Ödnis ihr Ende gefunden – ein Glück!
Seit Juli und August ging es dann auch wieder mit den Jobs los. Das ist zwar alles auf einem niedrigerem Niveau als vorher aber das passt schon.

Was ist die Fotografie für Dich?
Nun ja, ich könnte hier ganz pathetisch schreiben, es sei mein Lebenselixier, Leidenschaft undsoweiter. Tatsächlich brauche ich diese immer wiederkehrende Herausforderung zu erkennen, was ich vor meiner Linse habe. Dieses Zusammenspiel zwischen dem Objekt, der Persönlichkeit, der Situation, mir und meiner Kamera. Zu sehen wie sich ein Bild entwickelt und wie sich Bild für Bild zu einer Serie zusammenfügt. Das ist schon toll!
Und es macht mir halt auch riesig Freude zu sehen wie sich meine Fotografie insgesamt immer weiter entwickelt. Ich denke es ist diese Spannung die ich brauche.

Wird sich die Fotografie im Zuge der Pandemie verändern?
Irgendwie läuft es ja trotz der Pandemie. Es fühlt sich zur Zeit nur ein wenig so an, als wolle man im  ersten Gang 50km/h fahren.
Alles in allem geht es uns weitaus besser als vielen anderen in ihren Branchen. Ich bin sehr froh das ich arbeiten kann! Ich glaube aber kaum, daß sich die Branche wesentlich verändern wird. Vielleicht hat sich der Trend, hin zu Social Media seit der Pandemie noch mehr verfestigt. Ich will aber keine allzu überzeugte Aussagen wagen.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zukunft?
Viel und vor allem schönes Licht. Dort wo ich es brauche und so wie ich es brauche.

Website von Andreas Krufczik
Instagram-Feed von Andreas Krufczik
LinkedIn-Kanal von Andreas Krufczik

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Andreas aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 131: Leoni Marie Hübner aus Hamburg

Leoni Marie Hübner ist Berufseinsteigerin und ein Intensitäts-Junkie. Wie sie es in Pandemie-Zeiten schafft, trotz aller Beschränkungen ebenjene Intensität in ihrer Arbeit zu erreichen, darüber – und über noch mehr – hat sie mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Marie, wie geht es Dir?
Insgesamt gut, würde ich sagen. Eigentlich wie immer – es gibt Tage oder Wochen, die mir schwerer vorkommen als andere, aber all in all geht es mir wirklich gut!
Ich habe ein tolles Zuhause (eine sehr familiäre WG), einen tollen Freundeskreis, der auch mit pandemiekonformer Kommunikation Halt gibt, und bis jetzt hatte ich auch keine ernsthafte finanzielle Not.

Kosakenkaffee im Lockdown, Hamburg, März 2020

Was ist die Fotografie für Dich?
Für mich persönlich bedeutet Fotografie die Ermöglichung von Begegnung. Natürlich fasziniert mich Fotografie auch intellektuell noch auf vielen anderen Ebenen. Aber wenn es darum geht, weshalb ich es mache, was Fotografie mir bedeutet, dann ist es das Fotografieren selbst. Wenn es passiert, dass mein Gegenüber und ich uns aufeinander einlassen können und wir eine Form wortloser Kommunikation finden. Das ist eine Intimität und Intensität, die ich auch aus Musik und Tanz kenne, die mich schon immer angezogen hat. Ich bin ein kleiner Intensitäts-Junkie.

Robin, Hamburg, Mai 2018

Was waren und sind die Auswirkungen der Pandemie auf Deine Fotografie?
Da ich meist (noch) in einem sehr kleinen, persönlichen Rahmen arbeite, waren die Auswirkungen bisher bei Jobs und freien Projekten eher organisatorischer Art. Wir mussten alle noch flexibler sein als sonst, da es immer passieren kann, dass jemand spontan ausfällt oder das ganze Projekt verschoben wird, weil sich die Regelungen geändert haben. Oder die Quarantäne-Zeiten nach Rückkehr aus dem Ausland müssen eingeplant werden.
In der praktischen Umsetzung habe ich aber auch versucht darauf zu achten, dass alle sich wohlfühlen. Zum Beispiel habe ich ein Gitarrenquartett fotografiert und gefilmt – da haben wir schon geschaut, ob es nicht eine künstlerische Lösung gibt, bei der nicht alle vier Musiker*innen zu lange gleichzeitig anwesend sein müssen. Oder anstatt einen Filmemacher im Studio zu fotografieren, sind wir seine liebsten Filmsets und Locations in Hamburg abgelaufen und haben dort, draußen, Porträts gemacht. Es gibt immer eine Lösung und oft fand ich es sehr befruchtend, mal etwas anders machen zu müssen.
Das erste Jahr war also auch irgendwie auf- und anregend. Ich fotografiere aber vor allem Kunstschaffende, die jetzt nochmal Geld in die Hand genommen haben, um über visuelle Konzepte präsent zu bleiben, wenn sie schon nicht auf die Bühne können. Wer weiß wie lange das so geht.

links: Filmemacher Lennard Eberlein, Hamburg, April 2020 | rechts: gitarrenquartett2020, Hamburg, Juli 2020

Hattest Du Zeit und Muße für freie Arbeiten?
Auf jeden Fall. In den Winter-Lockdowns könnte ich sie am besten gebrauchen, aber ausgerechnet in diesen Zeiten gestaltet sich das natürlich besonders schwierig. Letzten Sommer, als alle wieder losgelegt haben, habe ich kein Projekt abgelehnt, habe die Monate kaum einen Tag frei gemacht, einfach weil es so guttat und auch bei allen die Ideen übersprudelten. Das war eine tolle Zeit!

Pro Bono Projekt für Vagabunt Hamburg, Juli, 2020

Was denkst Du: Wird sich die Branche unter dem Eindruck der Pandemie langfristig verändern?
Mein Eindruck ist, dass es davon abhängt, wie lange die Pandemie am Ende angehalten hat. Wäre sie morgen vorbei, würde sich sicherlich ganz schnell alles wieder zum Alten wenden. Wenn sie noch 2-3 Jahre bleibt, wird das sicherlich etwas mit den Menschen und ergo mit der Branche machen. Es werden nur noch wenige sich halten können, denke ich.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zeit, die kommen wird?
Ich bin Berufseinsteigerin – ich wünsche mir, dass ich trotz Pandemie Fuß fasse und weiter mit Fotografie meinen Lebensunterhalt verdienen kann.

Instagram-Feed von Leonie Marie Hübner

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Marie aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 130: Ruslan Asanov aus Plóvdiv

Neben seinem Job als Fotograf organisiert Ruslan Asanov Fotoreisen – die Pandemie hat ihn beruflich schwer getroffen. Darüber und über das, was die Pandemie für die Fotobranche in Bulgarien und allgemein bedeutet, hat er mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Ruslan, how are you
I’m great, while still breathing.

What is the current situation in Bulgaria?
We have the lightest lockdown version here in Bulgaria among all European countries, so it is quite OK, considering, that it is still pandemic. It’s possible to travel all-around the country without any restrictions and our daily personal duties are almost the same as before-the-COVID era. Some business branches are heavily affected, because Bulgarian economy has quite a big dependence on tourism and hospitality sphere.

How do you live through the pandemic photographically and job-wise?
I run tourist company, aiming photography trips to Europe and Asia, and the biggest problem for me is the lack of travel abroad with impossibility to invite other photographers from abroad to Bulgaria. Whole 2020 was lost as a business opportunity and all trips since March, 2020 so far are cancelled. Fortunately, I have some other business projects out of the tourism sphere, that help me to withstand this situation, but many companies are just bankrupting, because it is hard to get through the lockdown within our weak Bulgarian economy.

Are you working on free topics?
Being carried away by the landscape photography, I was always spending most of my photography time on free topics, enjoying the nature and looking for the new interesting places or catching different light at the locations, that I’ve been shooting many times. Passioned in the landscape photography are practically always on free topics.

Will the pandemic experience change photography and the photographic business?
Any experience, that happens in our history, always more or less changes things in our life. This recent pandemic will definitely change the photography. We can already see the new wave of online photography instruments and acceptance of this idea by the commercial photographers, who started making income this way.

What is your photographic wish for in the future?
We are »social animals« and It would be great for me to travel again, without any restrictions, gaining new social experience meeting new people in new photography locations all over the world.

Website von Ruslan Asanov
Instagram-Feed von Ruslan Asanov
Facebook-Seite von Ruslan Asanov
LinkedIn-Kanal von Ruslan Asanov

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Ruslan aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 129: Ralf Gellert aus Hamburg

Ralf Gellert realisiert trotz des Lockdowns eine große Produktion und wünscht sich eine Auseinandersetzung mit Fotografie und nicht mit »Likes«. Darüber und noch über einzwei Themen mehr hat er mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Ralf, wie geht es Dir?
Mir geht es soweit ganz gut. Obwohl… ich denke gerade darüber nach, mir selber die Haare zu schneiden. Mal schauen, wie es mir danach geht…

Was macht der Job aktuell?
Aktuell habe ich gerade das Glück, dass eine schöne Produktion trotz Lockdowns stattfindet. Da stecke ich gerade in den Vorbereitungen.

Wie waren jobmäßig die letzten Monate?
Auftragsmäßig wurden leider einige Jobs kurzfristig abgesagt. Dadurch entsteht aber auch viel Freiraum, mich mit meiner Fotografie auseinanderzusetzen, neue Wege zu gehen, Konzepte zu entwickeln und liegengebliebene Ideen umzusetzen.

Was ist die Fotografie für Dich?
Für mich bedeutet Fotografie in erster Linien einen authentischen Moment zu beobachten, zu finden und diesen in stiller Form zu dokumentieren.



Was macht die Pandemie mit der Fotografie generell?

Wirtschaftlich gesehen stellt sich die Pandemie sicherlich als weitere große Herausforderung für jeden einzelnen Fotografen / Fotografin dar. Andererseits bietet sie aber auch die Chance der Selbstreflexion und Auslotung neuer kreative Wege.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch?

Das es weiterhin eine leidenschaftliche und nachhaltige Auseinandersetzung mit der Fotografie gibt und nicht mit »Likes«!

Website von Ralf Gellert
Instagram-Feed von Ralf Gellert
Facebook-Seite von Ralf Gellert
LinkedIn-Kanal von Ralf Gellert
BFF-Portfolio von Ralf Gellert

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Ralf aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

#FacesOfPhotography – Teil 128: Anne Ackermann aus Speyer

Was sich für Anne Ackermann fotografisch im Zuge der Pandemie verändert hat und an welchen zwei Buchprojekten sie derzeit arbeitet, darüber hat sie mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Anne,wie geht es dir?
Danke, es geht mir gut. Ich vermisse definitiv das Reisen, halte mich aber mit einigen spannenden Projekte beschäftigt und bin bisher zum Glück gut und vor allem gesund durch die Zeit gekommen.

Woran arbeitest Du aktuell?
Gerade habe ich den Dummy zu meinem ersten Buch fertig gestellt, das hoffentlich im Herbst erscheint. Es heißt »This life is a mix of poison and honey« und beschäftigt sich mit der idealen Rolle der Frau in Albanien. Außerdem arbeite ich immer noch an einem sehr persönlichen Projekt, »The most beautiful memory. Recollecting my father«.
Dazu kommen (zum Glück wieder mehr) Aufträge in Deutschland und zaghafte Reiseplanungen.

Stillleben aus The most beautiful memory. Recollecting my father.

Was haben die letzten Monate beruflich und fotografisch für dich bereit gehalten?
Durch das Wegfallen von Reisen und Aufträgen hatte ich mehr Zeit, mich um freie Projekte zu kümmern, für die ich wohl sonst keine Muse gehabt hätte. So konnte ich dank Stipendien an besagten zwei Buchprojekten frei arbeiten. Meine Zeit im Lockdown habe ich außerdem als Teil des Kollektivs »The Journal Collective« bei Instagram dokumentiert.
Ich habe mich generell Themen geöffnet, die geographisch und emotional näher an mir dran liegen. Das war auf jeden Fall eine gute Strategie und hat mich verändert.
Man muss sich an die Lage anpassen und kreativ damit umgehen, alles andere bringt nichts.

Was kann Fotografie?
Fotografie ist für mich immer eine Sprache und meine Art, die Welt besser zu verstehen. Dabei interessiert mich aber nicht nur das einzelne möglichst perfekte Bild, sondern vielmehr die Geschichte, die ich mit den Bildern erzählen kann. Ich nutze Fotografie auch oft als Tool, um über das nachzudenken, was mich beschäftigt. Und auch, um Dinge für mich zu verändern, indem ich mich etwa frage, wie man Begebenheiten, Zustände, Situationen und Menschen noch darstellen und fotografieren könnte, neu und anders und trotzdem wahr.

Portrait meiner Mutter in ihrem Pool

Hat und wird die Pandemie die Fotografie verändern?
Ich denke schon, dass es die Fotografie lokaler gemacht hat und Kunden eher überlegen, ob man wirklich einen Fotografen einfliegen lassen muss und die damit verbundenen Risiken in Kauf nimmt. Das ist klimatechnisch und auch generell überhaupt keine schlechte Idee, denn es gibt an vielen Orten sehr gute lokale Fotografen. Was nicht bedeutet, dass ich Reisen nicht vermissen würde…

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zukunft?
Ich wünsche mir, weiterhin produktiv zu bleiben und irgendwann meinen Radius auch wieder etwas erweitern zu dürfen. Ich wünsche mir, dass bald wieder mehr persönliche und unbeschwerte Begegnungen mit Menschen möglich sind, denn diese Nähe zu anderen ist für mich auch ein essentieller Bestandteil von Fotografie und Storytelling, wie ich sie verstehe.

Luis mit Tulpen aus der Serie Small Suns

Website von Anne Ackermann
Instagram-Feed von Anne Ackermann

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Anne aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de