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#FacesOfPhotography – Teil 80: Ricardo Wiesinger aus Hannover

Ricardo Wiesinger hofft, dass die Krise nicht zum Brandbeschleuniger einer negativen Entwicklung in der Berufsfotografie wird – sieht er die Rolle der Fotografie doch als eine sehr wichtige in diesen Zeit an. Darüber und über einiges mehr hat er mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Was ist Dein fotografischer Schwerpunkt?
Mein Schwerpunkt liegt auf dokumentarischer Fotografie und Portraits. Beruflich bin ich in den Bereichen Editorial und Corporate für große und kleine Unternehmen, Agenturen und Magazine unterwegs. Außerdem studiere ich in Hannover Fotojournalismus und Dokumentarfotografie.

Wie waren die letzten Wochen und Monate für Dich – fotografisch betrachtet?
Das Jahr startete sehr gut für mich und ich hatte einiges vor. Das Virus fühlte sich dann an, wie in Zeitlupe gegen eine Wand zu fahren. Ich habe ehrlich gesagt ein paar Wochen gebraucht, um mich an diese neue Lebensrealität zu gewöhnen und geplante Projekte entweder zu verschieben oder erst mal zu begraben. Anfangs spielten natürlich auch Existenzängste und Sorgen um meine Familie eine Rolle. Wann ist man auf so vielen Ebenen mit so viel Ungewissheit konfrontiert? Das hat mich fotografisch erst mal gelähmt. Gleichzeitig wurde ich von der Flut an Corona Tagebüchern und Projekten ein wenig erschlagen.
Mittlerweile sieht es glücklicherweise wieder besser aus und ich hatte auch wieder zu tun. Und sobald man die Zwangspause akzeptiert, hat sie große Vorteile. Ich habe endlich wieder mehr Zeit für Studium und Recherche. Und dann gibt es ja auch noch ein Leben neben der Fotografie, das ich im Moment sehr genieße.

Was denkst Du: Wird sich die Fotografie, die Branche, die Rolle der Fotografie mit der Krise ändern?
Ich hoffe sehr, dass diese Krise für Berufsfotografen langfristig nicht als Brandbeschleuniger für eine Entwicklung wirkt, die auch ohne Corona schon schlimm genug ist. Mittelfristig fordert sie aber ihre Opfer, wie das Krisen eben leider so an sich haben. Wie sich das langfristig auf die Branche auswirkt kann ich noch nicht einschätzen. Ich zweifle daran, dass aus einem neu entstandenen Umweltbewusstsein heraus Aufträge mit weniger Flug- oder Autoreisen verbunden sein werden. Aus Kostengründen sicherlich. Aber sobald die Budgets es wieder hergeben wird man sehen, ob die Krise insofern etwas bewirken konnte. Darin liegt jedenfalls eine große Chance, die ich nicht durch Pessimismus klein reden will.
Gleichzeitig spielt die Fotografie im Moment gesellschaftlich die wichtige Rolle die sie in Krisenzeiten seit ihrer Erfindung immer inne hatte. Man liest und hört jetzt oft, dass man noch in X Jahren von Corona sprechen und sich erinnern wird. Das ist und bleibt ohne Fotografie unvorstellbar. Ich glaube nicht, dass diese Krise die Rolle der Fotografie grundlegend verändern wird. Da waren Dinge wie die Digitalisierung sicherlich bedeutender.

Wird sich Deine Fotografie ändern?
Langfristig weiß ich das noch nicht. Während der Krise aber auf jeden Fall. Allein ein Portrait zu machen während man selbst eine Maske trägt, ist eine ganz neue Herausforderung. Ansonsten nutze ich die Zeit zur Recherche, studiere intensiver und bereite mich auf ein Projekt im Ausland vor. Ich denke jetzt mehr darüber nach ob ich Ziele im Ausland nur mit dem Flugzeug erreichen kann oder ob es gute, emissionsärmere Alternativen gibt.

Was ist darüber hinaus Dein persönlicher fotografischer Wunsch?
Auch nach der Krise mehr Zeit mit eigenen Projekten zu verbringen.

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*Das Foto von Ricardo hat Sabine Findeisen gemacht.

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