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#FacesOfPhotography – Teil 99: Pablo Piovano aus Buenos Aires

Zu Beginn des argentinischen Lockdowns hat Pablo Piovano in den ärmsten Viertel von Buenos Aires fotografiert, bis er dann beschloss, sich um seinen Vater zu kümmern. In der Isolation hat er ein Fotografenkollektiv gegründet, seine Website gebaut und einen Dokumentarfilm beendet. Darüber und was ihm die Fotografie bedeutet hat er mit den #FacesOfPhotography gesprochen:

Pablo, Wie geht es Dir?
In Buenos Aires sind wir seit mehr als 150 Tagen im Lockdown – eine Situation, die ich nicht ganz verstehe: Manchmal finde ich sie faszinierend und manchmal unerträglich.
Darüber hinaus hat diese Krise jetzt schon unsere allgemeinen Beziehungen und vor allem die Beziehung zu uns selbst stark beeinflusst.

Was hast Du fotografisch seit Beginn der Krise erlebt?
Als die Pandemie begann und die Grenzen kurz vor der Schließung waren, habe ich in Chile gearbeitet, um die sozialen Aufstände zu dokumentieren. Als ich in Buenos Aires ankam, waren die ärmsten Viertel die ersten, die von der Pandemie betroffen waren – ich habe fast zwei Wochen dort gearbeitet, bis ich dann beschloss, die Gefahrenzone zu verlassen, um meinen Vater begleiten und ihm helfen zu können. Dann begann ich, meinen Vaters zu porträtieren – wir sind beide Fotografen, er fotografierte meine Kindheit und ich fotografiere ihn jetzt im Alter. Das ist für mich sehr folgerichtig.
Mitten in all dem entstand außerdem ein lateinamerikanisches Kollektiv namens Covidlatam, in dem neun Fotografinnen und neun Fotografen aus elf Ländern zusammen arbeiten. Mit diesem Kollektiv gibt es einen ständigen Austausch, Ideen und Projekte, die die Tage der Isolation begleiten.
Persönlich war ich außerdem endlich in der Lage, nach 20 Jahren Arbeit meine Webseite zu erstellen und meinen Film fertigzustellen: Eine kurze Dokumentation über das Volk der Mapuche.

Wie siehst Du die Aufgabe der Fotografie im Zusammenhang mit der Pandemie?
Zweifellos ist die Fotografie aktuell ein wichtiges Dokument einer Zeit, in der die innere und die äußere Kraft ein ungewöhnliches Gleichgewicht erreichen. Langsam haben wir diese neuen Mechanismen, die am Anfang fremd und unwirklich schienen, verinnerlicht. Aber ich glaube, dass wir Fotografen, Filmer und Künstler vor einer großen Herausforderung stehen.

Wird sich die Fotografie verändern?
Ich glaube nicht. Aber ich glaube die Weltwirtschaft wird uns Fotografen danach noch mehr schaden, als sie es schon tat.

Was bedeutet Dir persönlich die Fotografie?
Mein Arbeitsschwerpunkt sind als Dokumentarfotograf hauptsächlich Menschenrechts- und Umweltfragen – für mich ist die Fotografie eine perfekte Synthese, weil sie mir erlaubt, den Ereignissen nahe zu sein, die ich für wichtig halte.
Einerseits bin ich davon überzeugt, dass die Kamera ein Werkzeug ist, das ein Machtinstrument sein kann, wenn es mit anderen Disziplinen in Einklang gebracht wird. Ich glaube, dass sie in der Lage ist, eine echte Transformation zum Wohle der Gesellschaft voranzutreiben. Andererseits ist die Fotografie aber auch eine Verbindung zum Heiligen, zur Schöpfung und Inspiration. Sie erlaubt mir also, mit dem Himmel, aber auch mit dem irdischen Kampf zu sprechen.

Was ist Dein persönlicher fotografischer Wunsch für die Zukunft?
Ich würde mich freuen, wenn die Projekte, die durch die Pandemie unterbrochen wurden, weiter laufen könnten.
Wir wissen nicht, ob es so bleiben wird, wie es jetzt ist. Aber ich bin sehr daran interessiert, was in Lateinamerika läuft und ich hoffe auf finanzielle Unterstützung, damit ich weiterhin die dringenden Geschichten erzählen kann, die die klassischen Medien nicht mehr erzählen. Es ist mir ein Anliegen, die Erinnerung an das Zeitgeschehen in der Region wach zu halten.

*Pablo hat die Fragen alle auf spanisch beantwortet, die wir übersetzt haben – die Originalfassung ist unten stehend zu finden.

Website von Pablo Piovano
Instagram-Feed von Pablo Piovano
Instagram-Feed von covidlatam
Facebook-Kanal von Pablo Piovano

Natürlich können Sie auch gerne über Fotogloria Kontakt zu Pablo aufnehmen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de

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¿Cómo estás?
En Buenos aires llevamos más de 150 de confinamiento, es una situación que no puedo terminar de comprender, por momentos me resulta fascinante y otras veces insoportable.
Mas allá de las interpretaciones posibles ha calado hondo en todas nuestras relaciones y sobre todo en la relación íntima con nosotros mismos.

¿Cómo han estado tú y tu fotografía desde el comienzo de la crisis?
Cuando comenzó la pandemia y empezaban a cerrar las fronteras estaba trabajando en Chile cubriendo las revueltas sociales. Cuando llegue a Buenos aires empece mi cuarentena y fueron los barrios más pobres los primeros en sufrir la pandemia y me dedique a trabajar en eso casi dos semanas. Luego decidí correrme de la línea de peligro para poder acompañar y asistir con tranquilidad a mi padre. Entonces como los dos somos fotógrafos empece a retratar la vejez de mi padre asi como él fotografió mi niñez, de alguna manera jugando juntos.
En el medio de todo esto surgió un colectivo Latinoamericano que se llama Covidlatam donde somos 9 fotógrafos, 9 fotógrafas establecidos en 11 países. Con este colectivo surgen continuamente intercambios, ideas y proyectos que acompañan los días de aislamiento.
En lo personal finalmente pude hacer mi página web después de 20 años de trabajo y terminar mi película: un corto documental sobre el pueblo Mapuche.

¿Cómo ve la tarea de la fotografía en el contexto de la pandemia?
Sin duda es un registro muy importante de época donde el adentro y el afuera cobra una fuerza de equidad poco común. Después de todo este tiempo ya empezamos a naturalizar los mecanismos que en un principio nos resultaban novedosos e inverosímiles pero creo que como documentalistas, artistas, etc. tenemos un desafio importante.

¿Cambiará la fotografía?
Creo que no tanto, lo que estoy seguro es que la economía mundial afectara más de lo que ya estaba afectándonos como trabajadores visuales.

¿Qué significa la fotografía para ti personalmente?
Primero tengo que decir que me dedico a la fotografía documental trabajando sobre todo en temas de derechos humanos y medioambientales.
Para mí la fotografía es una síntesis perfecta porque me permite estar cerca de los sucesos que considero importante.
Por un lado estoy convencido de que la cámara es una herramienta que puede ser un instrumento de poder cuando se alinea junto a otras disciplinas. Creo que es capaz de pujar hacia una transformación real en beneficio de la sociedad. Por otro lado también es una conexión con lo sagrado, con la creación y la inspiración.
Entonces eso me permite conversar con el cielo pero también con la lucha terrenal y urgente.

¿Cuál es tu deseo fotográfico personal para el futuro?
Estaría feliz con que retornen los proyectos que se interrumpieron con la pandemia, nada
de lo estaba en pie sabemos si seguirá. Estoy muy interesado en lo que sucede en América Latina y espero que lleguen recursos para poder seguir narrando las historias urgentes que ya los medios editoriales no cuentan. Me preocupa mantener viva la memoria de los sucesos contemporáneos de la región.

#FacesOfPhotography – Teil 92: Ezequiel Scagnetti aus Buenos Aires

Vor zwei Jahren ging Ezequiel Scagnetti zurück in sein Heimatland Argentinien. Er hatte zuvor viele Jahre in Belgien gelebt und seinen Lebensunterhalt als Corporate-Fotograf bestritten. Als Fotograf arbeitete er auch in seiner neuen Heimatstadt Buenos Aires – bis die Pandemie ihren Lauf nahm. Was die derzeitige Situation für ihn bedeutet, erzählt er den #FacesOfPhotography:

Ezequiel, how are you?
I’m fine.

How have you and your photography been since the beginning of the crisis?
I personally felt into depression several times, but now I’m ok. Here in Buenos Aires we are enduring a strict 5-month period of lockdown, we are not allowed by law to work, neither to travel, make sports or something.
My business finished the same day the government started the lockdown, 20 March 2020, as they decided to allow to work only “essential people”, businesses or services, like supermarkets, policemen, doctors and so on.
After two weeks I decided, forced by the situation, to re-launch my web design business, something that I used to do only for specifics clients that wanted a complete rebranding of their companies, including photography, video, web design, logo, etc.
I started actively chasing clients by creating a dedicated website and applying specific digital marketing strategies.
After four months I have seven clients (two in the USA, thee in Belgium and two here in Argentina) and some leads waiting to decided to purchase my services. Currently I’m creating a website for a factory in Buenos Aires province.
It was a drastic change of business, after years of corporate photography and in less than two weeks I became a web designer and marketing strategist. 

I was, fortunately, prepared to jump into this business with a significant set of skills – I’m a SquareSpace Certified Instructor since 2018 – and the fact of running a 20-year old photography career plus many years of art studies, helped a lot in the creation of the web sites.

Will the pandemic change photography?
I don’t think so. I believe that when the vaccine for COVID-19 arrives, we will all go back to normal or back to a kind of “new normal”. It can take some time, I mean months, but not years.

What does photography mean to you personally?
My profession, my career, my business. Photography is just a part of my life, I have family, kids, friends, sports occupying most of my daily life.

What is your personal photographic wish for the future?
It might be to go back to travel photography, and explore the Fine Art field by combining both, travel and art.

Website von Ezequiel Scagnetti (Fotografie)
Website von Ezequiel Scagnetti (Webdesign)
Facebook-Profil von Ezequiel Scagnetti
Instagram-Feed von Ezequiel Scagnetti
LinkedIn-Kanal von Ezequiel Scagnetti
Website von Babylonia – belgisches Kollektiv, dem auch Ezequiel Scagnetti angehört

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#FacesOfPhotography – Teil 77: Ronaldo Schemidt aus Buenos Aires

Ronaldo Schemidt arbeitet als festangestellter Fotograf der Agentur AFP in Buenos Aires. Sein aktuelles Thema ist natürlich die derzeitige Situation der Pandemie. Welcher Moment ihn dabei am meisten berührt hat, hat er den #FacesOfPhotography erzählt. By the way: Ronaldo hat DAS World Press Photo des Jahres 2018 fotografiert:

Ronaldo, how are you in these strange times?
I’m ok, trying to stay calm amid these unexpected events. Above all, I keep a strict security routine to avoid getting infected, because that would mean not being able to work.

How is the crisis currently affecting Argentina?
The situation in Argentina is under control for the moment. There are few cases and a relatively small number of dead patients. But as the pandemic is still at an early stage here, we will have to wait to see how it evolves.

You are affiliated with the agency AFP – how and on which topics are you currently working?

Yes, I am a staff photographer of AFP since 2006, and as most as my colleagues, the main subject I am working on right now is the coronavirus pandemic.

What do you think: What is the role of photography in times like these?
As always, the role of photography will be to document the events, to leave a historic record of the situation we’re living, and to tell the society what is going on around.

How has the crisis affected your personal photography?
In general, I haven’t changed that much my way of work. I can’t think about photojournalism if it isn’t getting close to people.
Actually, what I find the most difficult is to picture some of the effects of the pandemic, like the censorship and control of some governments on our work as journalists.
Also, when I work in areas of high risk of infection, I get worried about the possibility of getting sick.

What was the most moving moment you have experienced photographically lately?
The most moving scene I have experienced lately is COVID patients saying good bye to their families as they are moved out their homes to the hospital. Also the people suffering from poverty that have to face the pandemic without a house, on the streets.

What is your personal photographic wish for the time for the future?
I wish to keep working on social issues, documenting what happens around me. I also wish a wider freedom of press, more security for my colleagues that work in conflict and risky areas, and that media were more engaged with the responsibility and ethics that come with our work.

Website von Ronaldo Schemidt (AFP)
Instagram-Feed von Ronaldo Schemidt

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The FIFA Weekly – Toby Binder und die 5 Freunde in Buenos Aires

Für eine gute Publikation braucht es eine gute Idee, einen guten Fotografen, einen guten Text und eine gute Gelegenheit zur Veröffentlichung. Gesagt, getan. Das Thema: Provisorische Fußballplätze inmitten von Buenos Aires. Und dazu fünf Fußballer pro Mannschaft – genug für ein Spiel.

• Die gute Idee stammt von Mike Gamio, seines Zeichens Mitinhaber von fotogloria, gebürtiger Argentinier und in seiner Jugend stets einer von den fünf Freunden.
• Der gute Fotograf ist Toby Binder, Weltenbummler und am liebsten in Argentinien unterwegs. Und ebenfalls überzeugter Fußballer
• Die gute Texterin ist Karen Naundorf, von den Plätzen der Großstadt fasziniert und immerhin fußballinteressiert.
• Und die gute Gelegenheit zur Veröffentlichung hat das Magazin The FIFA Weekly angeboten. Eine runde Geschichte.

Apropos runde Geschichte – Peggy Knotz, ihres Zeiches verantwortliche Bildredakteurin bei The FIFA Weekly sagt zu der Zusammenarbeit: »The FIFA Weekly ist ein Magazin mit internationalen Themen und einem sehr hohen fotografischen Qualitätsanspruch. fotogloria ist in meiner Arbeit ein ganz wichtiger Partner, denn ein Anruf genügt und schon geht ein Fotograf für uns los – in jedem Winkel der Erde. Dazu kommt, dass Mike und Jochen auch als supersympathische Agenturinhaber sich immer wieder total engagieren, um mir spannendes und ungewöhnliches Bildmaterial zu beschaffen. Oder mir eigene Ideen vorschlagen, wie zum Beispiel die »5 Freunde«-Story in Argentinien, zu der sie auch gleich den passenden Spitzenfotografen vermitteln. Besser geht nicht.«

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* Toby Binder ist Bildjournalist durch und durch – immer auf der Suche nach dem außergewöhnlichen Bild in jedem Thema. Ein Prinzip, das er sowohl für seine sozial engagierten Reportagen anwendet, als auch für sein stets wiederkehrendes und sehr persönliches Lieblingsthema – dem Fußball. So etwa auch in seinem jüngsten Großprojekt: Für eine Vereinschronik begleitete er »seinen« Verein, den VfB Stuttgart über ein Jahr lang. Toby Binder lebt in München.

fotogloria vertritt Toby Binder weltweit. Und über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.