Archiv der Kategorie: Das beste Bild

Das BESTE Bild von… Claus Sjödin

Hoffen nicht alle Fotografen mit jedem Auslösen, mit jedem Tag auf das Bild ihres Lebens? Das Eine, das Beste? fotogloria-Fotograf Claus Sjödin jedenfalls hat sein bestes Bild noch nicht gemacht. Aber sein zweitbestes. Immerhin.

fotogloria: Where and when did you take your BEST shot?
Claus Sjödin: I hope that I’m so lucky that I have not taken my best photo yet. And the second best photo is not one, but quite a few. This is indeed one of my favorite pictures. It’s taken on the first of October 2011 at half past eight and I remember it was 24 degrees HOT. Quite unusual for that time of the year in Denmark.

How did it come about?
Well, early that morning I went out for kayaking – and as very often I do bring a camera with me. Not anything big and fancy, just a small camera in a watertight case.
It was a morning with a lot of haze, and suddenly out of nowhere this big stone with a plastic palm tree and a cormorant came out of the haze. It was so absurd – a palm tree a cormorant as big as the tree – the aspect ratio was all wrong. I had a few seconds to take this picture, and then the cormorant spread it’s wings and flew away.

Why do you consider this picture in particular your BEST shot?
It is a very special experience and on top of that I was lucky enough to have a camera at hand.

Retrospectively, is there anything in the picture that you would change?
This is pure luck – so no. But, the more I practice the luckier I get.

 

* Claus Sjödin ist ein zurückhaltender, sehr genauer und dabei aber immer ein äußerst zugewandter Beobachter. Für seine Motive – ob Mensch oder Maschine – entwickelt er sorgfältig das passende Umfeld und das richtige Licht. Um dann im richtigen Augenblick das perfekte Bild zu machen. Claus Sjödin lebt in Dänemark und arbeitet überall.

fotogloria vertritt Claus Sjödin exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Das BESTE Bild von… Frank Herfort

»Natürlich hätte ich sie spontan und ungefragt schnell aus der Hand knipsen können, doch ich mag  ein schönes Licht, eine gute Komposition und wenn die Menschen wissen, dass ich sie fotografiere…« Und so ist Frank Herforts BESTES Bild ein sorgfältig komponiertes Schmuckstück geworden.

fotogloria: Wo und wann ist Dein bestes Bild entstanden?
Das Bild ist genau vor einem knappen Jahr im Februar 2015 in St. Petersburg in Russland entstanden. Es zeigt das Treppenhaus von dem ehemaligem Wohnhaus des berühmten Sergey Kirov, in dem jetzt ein Museum untergebracht ist.

Wie ist es entstanden?
Wie so oft begegnen mir die Sujets und Themen meiner Bilder durch Zufall und reale Gegebenheiten. Diese junge Frau kam gerade ins Treppenhaus herein, als ich den Aufzug verließ. Ich wußte schon beim Betreten des Hauses, dass ich das Treppenhaus-Interieur sehr bezaubernd fand und dort auf jeden Fall eine Aufnahme machen wollte. Nur wusste ich noch nicht wie. Aber jetzt war der Moment gekommen und genau diese Dame und der Aufzug ergaben das Bild. Also fragte ich sie, ob sie für ein paar Minuten mein Model sein könnte, um diese Aufnahme zu realisieren. Ich richtete meine Architekturkamera ein und sie musste einfach nur den Lift betreten. Das hatte sie ja sowieso vor. Natürlich hätte ich sie spontan und ungefragt schnell aus der Hand knipsen können, doch mag ich ein schönes Licht, eine gute Komposition und wenn die Menschen wissen, dass ich sie fotografiere.

Für wen hast Du Dein bestes Bild gemacht?
Das Bild ist einfach ein Teil meiner persönlichen Arbeit, die ich schon seit Jahren verfolge. Also nur für mich selber. Ohne Grund, Ziel und Funktion. Parallel war ich aber tatsächlich für eine Reisegeschichte über St. Petersburg für die Zeitschrift Brigitte unterwegs. Deshalb war ich in dem Museum. Doch interessanter war natürlich alles andere drumherum.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Also ehrlich gesagt habe ich kein Lieblingsbild oder bestes Bild. Ich mag alle Bilder und alle Farben, die ich für meine eigene Arbeit anfertige. Deswegen mache ich sie ja. Nichtsdestotrotz hat genau dieses Bild, den für mich typischen magischen Moment, den ich immer in meinen Bildern suche. So eine Art unklare Geschichte. Ich denke, alle meine Bilder handeln davon und bei diesem ist es mir, wie ich finde, ganz gut gelungen. Das ist es, warum ich überhaupt fotografiere.

Gibt es etwas an dem Bild, was Du im Nachhinein noch gerne verändern würdest?
Nein, eigentlich nicht. Ich bin sehr zufrieden mit dem Bild wie es ist, sonst wäre es ja gar nicht in dieser Rubrik gelandet.

 

* Frank Herfort ist ein Reisender – sowohl durch die Wahl seiner beiden Wohnorte (Berlin und Moskau) als auch im Auftrag seiner internationalen Kunden. Aber eben auch durch die verschiedensten Facetten seiner Fotografie: Als wohlüberlegt und positiv neugierig kann man seine Reportagen bezeichnen, als strukturiert und emotional inspiriert seine Commercials. Präzise und dabei staunend sich sind seine Interieur- und Architektur-Arbeiten, exakt und liebevoll komponiert seine Industrie-Themen. Kurz: Frank Herfort überrascht und ist dabei trotzdem immer zuverlässig in den höchsten Qualitätsstufen der Fotografie unterwegs.

fotogloria vertritt Frank Herfort exklusiv und weltweit. Und über fotogloria können Sie ihn natürlich gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Das BESTE Bild von… Roeler

Fotograf portraitiert Fotograf. Und dazu noch eine Legende – warum Roeler dieser Moment nicht kalt gelassen hat und warum das Bild von Jim Rakete sein BESTES ist, verrät er in dem folgendem Interview:

fotogloria: Wo und wann ist Dein bestes Bild entstanden? Und für wen hast Du es gemacht?
Roeler: Das Motiv entstand für das Hamburger »Stadtlichh Magazin«. In der Rubrik »Reizend« schreibt ein Prominenter einen kurzen Text über das was Ihn reizt. Das kann was positives oder negatives sein. Jim Rakete reizen die Nachbarstische.

Wie ist es entstanden?
Jim schlug vor uns in der Berliner »Bar Paris« zutreffen. Ein Ort an dem viel Kunst an den Wänden hängt und die Szene sich trifft. Es war dort aber leider dunkel wie ein Bären-Popo. Ich schlug also sofort vor, in das nahe gelegene »Literatur Cafe« zu gehen.
Wir hatten nicht viel Zeit, Jim gab mir nicht mal 30 Minuten. Das Cafe war rappelvoll. In dem Wintergarten war nur ein Tisch frei, er war reserviert. Das Licht aber war perfekt. Ich ignorierte das Reservierungsschild und platzierte Jim. Ein Aufheller und ein 50 Milimeter Objektiv genügten. Eine Frau am Nachbarstisch fühlte sich kurz von dem Aufheller bedrängt… Fotografen zu fotografieren ist nicht immer leicht. Von Jim kam die Frage ob das Licht und der Hintergrund stimmt. Bei so einer Fotografen-Legende kommt man schon leicht ins Schwitzen. Und die Kellnerin wollte uns nicht bedienen. Ich habe sehr wenig Bilder gemacht. Der Moment wo Jim die Arme auf den Tisch ablegte war perfekt. Kurz darauf wurde Jim nervös, er schaute zur Uhr und wollte weiter zu seinem nächsten Termin mit Wim Wenders.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Ich mag die Geometrie in dem Motiv und der Ausdruck stimmt.

Gibt es etwas an dem Bild, was Du im Nachhinein doch noch gerne verändern würdest?
Nein, es ist wie es ist. Es war nicht viel Zeit und das zwang mich, schnell Entscheidungen zu treffen.

 

* Roeler sagt von sich selber, dass er »verdammt neugierig« ist. Und das vor allem auf die Menschen, die er für seine Kunden fotografiert und auf diejenigen, die er für seine freien Arbeiten auch mal auf der Straße anspricht. Roeler fotografiert die Besonder- heiten seines Gegenübers und das immer mit einer feinfühligen Sympathie – eine gute Mischung für einen Portraitfotografen und Filmemacher. Roeler lebt in Hamburg.

fotogloria vertritt Roeler exklusiv und weltweit. Über fotogloria jedenfalls können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Das BESTE Bild von… Philip Benjamin

»Auf dem Gelände wurden damals ausgemusterte Waffen und Fahrzeuge (…) gelagert und abgebaut…« Philip Benjamins BESTES Bild (zumindest eines davon) ist 20 Jahre alt, wurde analog mit einer damals schon 30 Jahren alten Rolleiflex fotografiert, war ein Bild aus einem nicht-kommerziellen und persönlichen Projekt und hat ihn bis heute nicht losgelassen.

fotogloria: Wo und wann ist Dein bestes Bild entstanden?
Philip Benjamin: Das Bild ist im Winter 1996 auf dem US Army Depot Gelände bei Germersheim entstanden. Auf dem Gelände wurden damals unter Anderem ausgemusterte Waffen und Fahrzeuge in Übereinstimmung mit dem Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE-Vertrag / CFE Treaty) gelagert und abgebaut.

Wie ist es entstanden?
Das Bild wurde mit einer alten Rolleiflex 2.8 F, zweiäugige Spiegelreflexkamera, mit 6×6-cm Rollfilm erstellt. Es war sehr kalt, etwa -10 Grad, und der Verschluss fror immer wieder ein. Ich konnte 1-2 Bilder schießen, dann musste ich die Kamera in der Jacke aufwärmen oder wieder ins Gebäude reingehen.
Die Erlaubnis für das Shooting zu bekommen war sehr langwierig und es waren viele Auflagen zu erfüllen. Eine Auflage war, dass keiner der Arbeiter vor Ort auf den Bildern zu erkennen sein sollte. Ich habe immer wieder nach Metaphern gesucht die diesen Abbau der Waffen plastisch wiedergeben könnten. Ich fand diesen Moment sehr treffend.

Für wen hast Du Dein bestes Bild gemacht?
Das Bild habe ich erstmal für mich gemacht – später haben es viele Menschen sehen können. Die Fotografie ist wie ein Pass, der einem ermöglicht irgendwo zu sein, sich dort aufzuhalten und Dinge zu erleben, zu denen man sonst keinen Zugang hätte. Später wurde die Fotoreportage in der englischen Sonntagszeitung »The Independent on Sunday« als Bilderserie veröffentlicht. Danach wurden die Bilder im Ort ausgestellt. So konnten Menschen aus dem Ort sehen was auf dem Gelände passiert ist.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Dieses Bild ist stellvertretend für eine Zeit und für viele andere gute Bilder – ein »bestes Bild« habe ich nicht. Dieses schwarzweiße, analoge, mittelformatige Bild jedenfalls ist mit einer 30 Jahre alten Kamera ohne Auftrag oder jeglichen kommerziellen Anspruch gemacht worden. Es ist organisch entstanden, ohne große technische Planung. Es wurde später primär wegen der Bilder aufgegriffen und von einer englischen Zeitung veröffentlicht.
Heute fotografiere ich ausschließlich mit digitaler Technik. Heute ist alles schneller und komplexer. Ich schieße mehr Bilder als ich es damals gemacht habe und selten können private Projekte ohne Planung und kommerziellen Hintergrund unternommen werden.
Ich bin heute nach wie vor leidenschaftlicher Fotograf, schätze die moderne Technik und freue mich, dass meine Kamera nicht nach zwei Bildern einfriert. Ich vermisse also die alten Zeiten nicht, aber ich erinnere mich gerne an diese Zeit. Früher waren die Dinge nicht unbedingt besser aber häufig einfacher.

Gibt es etwas an dem Bild, was Du im Nachhinein noch gerne verändern würdest?
Ich würde heute das Bild etwas weniger stark kippen. Und ich würde heute diese alte Rolleiflex, mit der das Bild gemacht wurde, nicht mehr aus den Händen geben und verkaufen, wie ich es damals getan habe.

 

* Philip Benjamin arbeitet vor allem in einem der anspruchvollsten Bereiche für Fotografen, der Medizin – mit den Schwerpunkten (Corporate-) Reportage und Portrait. Unter teils schwie- rigsten emotionalen Bedingungen nähert er sich Mensch und Thema mit großem Einfühlungsvermögen und dennoch mit der nötigen Distanz.  Ein Balanceakt, den er auf höchstem Niveau meistert. Philipp Benjamin lebt in Ladenburg nahe Heidelberg.

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Das BESTE Bild von… Tobias Gerber

»Diese Art von Fotografie macht mich glücklich.« Dem ist eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen… Außer: Welches ist Dein BESTES Bild, Tobias Gerber?

fotogloria: Tobias, wo und wann ist dein bestes Bild entstanden:
Tobias Gerber: Das war letzten Winter. Auf der Alb. Nicht weit von meinem Haus entfernt. Der Wald ist eine kleine Fichtenoase im Meer der Buchenplantagen. Da drin ist es besonders dunkel und immer ruhig. Dort war ich schon oft. Bin immer durch dieses »Tor« rein. Wie ein Insekt in hohes Gras eintaucht.

Wie ist es entstanden?
Mit Normaloptik nahe am Boden. Die Belichtung war ca. 10min. Da hatte ich genug Zeit mich um das Motiv zu schleichen und mit einer Taschenlampe auszuleuchten. Ich konnte ja nicht durchgehen, dann wäre doch der schöne Schnee zertreten worden. Das Ausleuchten ist immer mit etwas experimentieren verbunden. Da gibt es für mich keine Faustregel.

Für wen hast du dein bestes Bild gemacht?
Nur für mich. Diese Art von Fotografie macht mich glücklich. Im Malen war ich nie sehr gut, obwohl ich Malerei liebe. Lichmalen ist was Tolles. Man ist eigendlich immer positiv vom Ergebnis überrascht.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Ich würde eher mein »Liebstes« Bild sagen. Das »Beste« setzt sehr hohe Erwartungen. Mein »Liebstes« ist vorrübergehend je nach Stimmung. Wie ein Lieblingslied auch nicht immer passend ist aber Stimmungen Emotional untermalen und verstärken kann. Das Lieblingsbild ändert sich auch ständig und muss auch nicht jedem gefallen. Das Bild ist: Ruhig, Einsam, Magisch, Einladend. Es ist Geheimnissvoll oder einfach interessant anzuschauen. Mir gefällt es gut. Ich mag auch die Tierspuren, die bis in das Tor reichten.

Gibt es etwas an dem Bild, was du im Nachhinein doch gerne verändern würdest?
Nein. Sonst hätte ich es gemacht.

 

* Bereits am Anfang seiner fotografischen Karriere entwickelte Tobias Gerber seine Liebe zum Detail in einem kleinen Werbestudio für Produkt- und Architektur-Aufnahmen – es folgte eine klassische Ausbildung zum Fotografen in einem Stuttgarter Studio mit dem Schwerpunkt Industrie. Seit dem Jahr 2000 arbeitet er freiberuflich in den Schwerpunkten Portrait, Corporate, Reise und Landschaft. Tobias Gerber lebt bei Stuttgart und arbeitet überall.

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Das BESTE Bild… von Uwe Mühlhäußer

Was ist ein gutes Foto? Sind die Beherrschung des Handwerks und Technikverständnis dafür am wichtigsten? Geht es um Farbaufbau und Bildaufteilung? Um fotografischen Stil? Gar darum, ob es sich verkaufen lässt? Oder doch vor allem um Emotionen und Geschmack?

Zumindest in einem Punkt dürften sich Kunstkritiker, Artbuyer, Bildredakteure, Fotografierende (und so einige mehr) einig sein: Es gibt auf diese Frage maximal eine anwendungsbezogene Antwort.

Oder eben eine ganz individuelle – gemixt aus Erlebnis, Technikaffinität, Bildverständnis und Persönlichkeit. Und genau darauf sind wir bei jedem fotogloria-Fotografen neugierig und haben folgende Frage gestellt: Welches ist Dein BESTES Bild, Uwe Mühlhäußer?

fotogloria: Wo und wann ist Dein bestes Bild entstanden?
Uwe Mühlhäußer: Das Bild ist am 1. September 2015 entstanden – also noch ganz frisch. Aufgenommen habe ich es in den Südtiroler Alpen (Italien) auf einer Höhe von 2275 Metern, auf dem Gipfelplateau des Kronenplatzes (Plan de Corones). Dieser ist das Zentrum eines Skigebietes und liegt am Rande der Dolomiten. Just an diesem Ort hat der sowohl bekannte und verehrte, als auch umstrittene Rheinhold Messner sein sechstes Museum zum Thema Alpinismus eröffnet. Das Museum wurde von der aus dem Irak stammenden Stararchitektin Zaha Hadid entworfen. Der Name dieses Platzes stammt übrigens aus einer alten Sage. Laut der Sage soll hier Dolasilla, eine unverwundbare Prinzessin, gekrönt worden sein.

Wie ist es entstanden?
Aufgestiegen bin ich aus Zeitgründen nicht zu Fuß, was ich bevorzugt hätte. Der Kabinenlift hat mich und mein Equipment auf den Kronenplatz befördert. Fotografiert habe ich das Museum in den Morgenstunden – sobald ich Zugang  zum Plateau hatte.  Technisch habe ich das Ganze mit einer Nikon D810 umgesetzt, mit Hilfe eines 24-70 mm Objektives 2.8. Festgeschraubt habe ich das Ganze an einem Manfrotto Stativ, mit dem ich sehr oft arbeite: Nicht zu schwer, nicht zu leicht – ermöglicht meine geforderte Flexbilität. In meiner Postproduction versuche ich in den letzten Jahren immer wieder einige Filter zu verwenden. Das ist natürlich Geschmackssache, wie so vieles in der Fotografie… In diesem konkreten Fall war mein Ziel durch die Benutzung der Filter – also die Verschiebung von Farben und Kontrasten – das Surreale dieses Ortes und dieses Gebäudes mehr in den Vordergrund zu stellen.

Für wen hast Du Dein bestes Bild gemacht?
Dieses Bild hab ich in erster Linie für mich persönlich gemacht – eine Arbeit für meine Seele. Ich habe auch zwei Anläufe gebraucht – beim ersten Versuch hat die Witterung leider nicht mitgespielt. Innerhalb des nächsten Jahres werde ich versuchen, es als Print in groß und mit kleiner Auflage zu verkaufen.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Weil es eine Idee ist, die schon lang in meine Kopf spukt! Weil ich dieses Gebäude faszinierend finde! Weil ich mich sehr darauf gefreut habe, dass es endlich geklappt hat! Weil die Witterungsverhältnisse super waren! Und weil ich es selber einfach schön finde dieses Bild und noch einige andere aus dieser Serie anzuschauen!

Gibt es etwas an dem Bild, was Du im Nachhinein noch gerne verändern würdest?
An den Umständen vielleicht, wie es entstanden ist. Beim nächsten Mal würde ich versuchen, irgendwo da oben zu übernachten. Ab ca. 9:30 Uhr kommen Winter wie Sommer sehr viele Touristen an diesen Ort. Und die haben mir es nicht gerade leicht gemacht, die Perspektiven umzusetzen, die ich wollte. Technisch gesehen würde ich es gerne in einer noch größeren Auflösung umsetzten. Beim nächsten Mal.

 

* Ob in der Vorstandsetage oder in der Werkshalle – Uwe Mühlhäußer macht richtig gute Bilder. Die Basis dafür hat er mit seinem Studium zum Umweltingenieur gelegt. Und ist damit und danach zum Fotografen geworden. Mit seinem technischen Gespür versteht er so nicht nur, worauf es in den verschiedensten Arbeitsabläufen ankommt, sondern weiß auch, wie er das beste Foto von jeder Situation bekommt.

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Das BESTE Bild… von Christoph Morlinghaus

Was ist ein gutes Foto? Sind die Beherrschung des Handwerks und Technikverständnis dafür am wichtigsten? Geht es um Farbaufbau und Bildaufteilung? Um fotografischen Stil? Gar darum, ob es sich verkaufen lässt? Oder doch vor allem um Gefühle und Geschmack?

Zumindest in einem Punkt dürften sich Betrachter, Kunstkritiker, Artbuyer, Bildredakteure, Fotografierende einig sein: Es gibt auf diese Frage maximal eine anwendungsbezogene Antwort.

Oder eben eine ganz individuelle – gemixt aus Erlebnis, Vorbild, Technikaffinität, Bildverständnis und Persönlichkeit. Und genau darauf sind wir bei jedem fotogloria-Fotografen neugierig und haben folgende Frage gestellt: Welches ist Dein BESTES Bild, Christoph Morlinghaus?

fotogloria: Wo und wann ist Dein bestes Bild entstanden?
Christoph Morlinghaus: Am Samstag vor drei Wochen in der Nähe vom Flughafen Miami im Stadtteil Allapattah. Ich habe das Motiv auf einem halbvergessenem Hinterhof eines Altmetallhändlers Ecke NW 28th St. und NW North River Drive entdeckt.

Wie ist es entstanden?
Fotografiert ist es mit der Canham 8×10 Großbildkamera und dem Schneider Super Symmar XL 210 auf Schwarzweißfilm. Entwickelt habe ich den Ilford FP4  in selbst angesetztem Pyrocatecholentwickler mit der Jobo CPP 2. Ausgedruckt wurde das Ganze zuerst als Kontaktabzug auf traditionellem Fotopapier. Danach habe ich das Negativ gescannt und so bearbeitet, daß es dem Kontaktabzug möglichst genau entspricht.

Für wen hast Du Dein bestes Bild gemacht?
Nur für mich. In letzter Zeit habe ich mich viel mit der Arbeit von Fotografen wie Frederick Sommer, Peter Keetmann, Lee Friedlander oder Eugene Atget beschäftigt und da macht sich deren visueller Einfluss sicher auch bemerkbar. Für meine freien Arbeiten sehe ich mich derzeit am liebsten via Google Streetview in Miami um und fahre dann zu den Gegenden, die interessant sind und gehe los – damit ist das Motiv im ersten Schritt dem Zufall überlassen. Im zweiten Schritt entsteht das Bild – trotz aller Reminiszenzen – natürlich als eigenständige Arbeit.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Ich halte es mit Paddy McAloon:  »You surely are a truly gifted kid, but you’re only good as the last great thing you did.« Aber nicht nur deswegen habe ich das Bild ausgesucht. Ich beschäftige mich seit längerer Zeit mit den Feinheiten der Schwarzweiß-Fotografie und mit diesem Bild – und der dazu gehörigen Serie – fange ich endlich an, zufrieden mit den Ergebnissen zu sein. Im Print leuchtet das Bild aus sich selbst heraus… Und auf einmal machen meine ganzen Versuche damit Sinn!

Gibt es etwas an dem Bild, was Du im Nachhinein noch gerne verändern würdest?
Das Schwarz bricht mir etwas zu abrupt ab – ich habe die dunklen Flächen auf Zone zwei gelegt. Auf Zone drei wären sie besser aufgehoben gewesen.

 

* Christoph Morlinghaus lebt, liebt und atmet die Fotografie. Dazu kommen ein außer- gewöhnliches Talent, eine Großbildkamera und genug Mut, sich intelligenten Themen, schwierigen Motiven und komplexen Kundenwünschen zu stellen. Ob auf unendlichen Ölfeldern, in weit verzweigten unterirdischen Archiven, ob in gigantischen Werkshallen oder angesichts Meisterwerke zeitgenössischer Architektur – Christoph Morlinghaus zeigt nicht nur, was zu sehen ist. Er macht sichtbar, was hinter dem Motiv steht und interpretiert auf subtile Weise, was sein könnte. Er lebt in Miami, USA, und Hamburg und arbeitet international.

fotogloria vertritt Christoph Morlinghaus exklusiv im deutschsprachigem Raum. Über fotogloria jedenfalls können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.