Archiv der Kategorie: 7 Fragen an…

7 Fragen an… Industriefotograf Christian Ahrens

fotogloria: Warum bist Du Industriefotograf geworden?
Christian Ahrens: Die professionelle Fotografie bot mir die Möglichkeit, zu neuen Ufern aufzubrechen und neue Abenteuer zu erleben. Eine Kamera in der Hand und ein Auftrag: das ist die beste Legitimation, die Wunder der Welt zu sehen, zu erkunden und in starke Bilder zu übersetzen. Meine Mission: die Technologie-Abenteuer unserer Zeit zu fotografieren und den Menschen dabei in den Mittelpunkt zu stellen.

Kannst Du Dich an Deinen ersten Job erinnern?
Mein Einstieg in die Berufsfotografie begann mit einer Art Paukenschlag: über die Empfehlung einer befreundeten Videoproduzentin buchte mich eine Eventagentur drei Tage nach Athen. Dort begleitete ich des Europäische Händlertreffen eines Autokonzerns. Höhepunkt war die große Gala im „Peace and Friendship Stadium“ zu Athen. Es war herausfordernd, brachte mich an meine Grenzen, aber es war ein Erfolg. Ich erinnere mich an einen Moment, als ich in der Hallendecke auf einem Techniksteg saß, um Bilder aus der Vogelperspektive zu machen. Da legte ich die Kamera eine Minute beiseite und nahm den Moment mit allen Sinnen auf: die exponierte Situation, die vielen Menschen, die außergewöhnliche und sensationelle Location, die Erkenntnis, dass nur Fotografen (und ein paar Spezialisten) solche Erlebnisse haben. Mir war klar: das ist mein Ding.

Trockenbaumonteur im Einsatz

Was war Dein schönstes / schlimmstes Erlebnis als Fotograf?
Die schönsten Erlebnisse sind bei mir immer gekoppelt an außergewöhnliche Locations und Arbeitssituationen. Sehr spannend waren zum Beispiel Fotoproduktionen, die stattfanden….
… auf einem Hochspannungsmast,
… bei Sprengreinigungen in einem Kraftwerk
… im Industrie-Abbruch mit aufregenden Maschinen und Anlagen
… in unterirdischen Speicheranlagen
… usw. usf.
Mein schlimmstes (aber gleichzeitig auch sehr hilfreiches Erlebnis) war ein Auftrag, bei denen es um fummelige Sachaufnahmen ging. In meiner Anfangszeit hatte ich einen Kunden, für den ich Jahr für Jahr schreckliche Studioaufnahmen von schrecklichen Objekten produzierte. Ich war jung (im Geschäft) und brauchte das Geld…. Von Jahr zu Jahr fiel mir das immer schwerer, und irgendwann war mir klar, wie sehr diese Arbeit gegen mein Selbstverständnis als Fotograf verstieß. Ich habe den Job dann gekündigt und freiwillig auf zwei Monatsumsätze verzichtet – aber ich fühlte mich absolut erleichtert.

Wie arbeitest Du am liebsten?
Klare Antwort: im Team! So abwechslungsreich und aufregend unser Beruf ist, man ist normalerweise auch ein einsamer Wolf. Daher bin glücklich, in Silvia Steinbach eine Partnerin gefunden zu haben, mit der ich nicht nur beruflich, ästhetisch, fotografisch usw. hervorragend harmoniere, sondern mit der es auch unglaublich viel Spaß macht, Produktionen gemeinsam zu entwickeln und zu gestalten und einfach zusammen zu arbeiten. Die Kamera wandert von Hand zu Hand, ein fließender Übergang, wir kennen uns, ahnen meist schon, was der jeweils aktive Fotograf gleich benötigen wird und können so sehr effizient und schnell arbeiten. Wir sind einfach ein kongeniales Team.

Liesegang, Ticona, Abbruch

Was verbindet Dich mit fotogloria?
Wir Zwei fühlen uns bei fotogloria sehr gut aufgehoben: Edda, Jochen und Mike sind sympathische Profis, die schon viel für und mit uns erreicht haben und von denen wir noch ganz viele großartige Projekte und Umsätze erhoffen. Unser gemeinsames Mammutprojekt mit über 100 Fotoproduktionen ging dank der professionellen Organisation von fotogloria praktisch reibungslos über die Bühne, war gut verhandelt und hat zudem wie erhofft einiges an Folgeaufträgen erbracht. Wir freuen uns auf alles, was noch kommt!

Wie hast Du Deinen eigenen fotografischen Schwerpunkt / Standpunkt entwickelt?
Als ich mit der professionellen Fotografie begann, habe ich sehr intensiv genau nach diesem Schwerpunkt gesucht. Am wichtigsten war es mir, meinen Anspruch auch einzulösen: Ich will mit der Kamera in der Hand Abenteuer erleben: sinnliche, haptische, optische, fotografische, ästhetische. Diese Möglichkeit habe ich in der Corporate-, Unternehmens- und Technologiefotografie gefunden.
Bei dieser Suche waren auch zwei Bücher hilfreich und wegweisend: „Corporate & Location Photography“ des amerikanischen Fotografen Gary Gladstone und „Beruf Fotograf“ von fotogloria-Mitglied Gert Wagner. Unter anderem über diese Vorbilder kam ich zu meiner beruflichen Mission.
Aber es geht mir nicht nur darum, »mein Ding« zu machen. Noch wichtiger ist die Mission unserer Kunden: was sie erreichen und kommunizieren wollen, ihre Botschaft und ihre Mission steht im Mittelpunkt jeder unserer Aufträge, und wir geben immer alles, um für diese Botschaften einen starken Ausdruck zu finden.
Und was die Bildsprache angeht: was ich heute wie fotografiere ist das Ergebnis eines langen Entwicklungsweges, der sich aus vielen Quellen speist, aber den Silvia und ich auch über weite Strecken gemeinsam gegangen sind. Über Jahre haben wir unsere Bildsprache gemeinsam verfeinert. Wir produzieren Fotografien, die von einem enthusiastischen Blick auf die Welt geprägt sind und dies möglichst kraftvoll ausdrücken.

Abbruchverband, Bauwerksmechaniker

Für welchen Kunden würdest Du gerne einmal arbeiten?
Oh, da fallen mir eine Menge möglicher Auftraggeber ein: für einen Offshore-Windanlagenbetreiber, für Sonnenkraftwerker in der Wüste, für große Reedereien, für große und kleine Werften oder ganz einfach für gut geführte Technologie-Unternehmen, die herausfordernde Dinge tun, einen Beitrag für die Zukunft unserer Gesellschaft leisten und wirklich verstanden haben, dass ihre Mitarbeiter und das Miteinander in der täglichen Arbeit einen unerhört großen Wert darstellen.

* Christian Ahrens ist eine Hälfte des Kreativ-Verbundes Ahrens+Steinbach. Gemeinsam mit seiner fotografischen Partnerin Silvia Steinbach hat sich das Duo auf die Arbeitswelt spezialisiert. Sie realisieren gemeinsam bildbasierte Projekte für Verbände, Institutionen, öffentliche Auftraggeber oder Unternehmen. Ahrens+Steinbach stellen den Menschen in den Mittelpunkt und fotografieren in den Bereichen Corporate, Industrie und Unternehmensreportage. Ahrens+Steinbach leben in Lindlar und Köln und arbeiten überall.

fotogloria vertritt den Industriefotograf Christian Ahrens zusammen mit seiner Parterin Silvia Steinbach exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie das Duo Ahrens+Steinbach gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Neu bei fotogloria: Portraitfotograf Roeler

Roeler sagt von sich selber, dass er »verdammt neugierig« ist. Und das vor allem auf die Menschen, die er für seine Kunden fotografiert und auf diejenigen, die er für seine freien Arbeiten auch mal auf der Straße anspricht. Roeler fotografiert immer mit ein bisschen Rock’n Roll, immer die Besonderheiten seines Gegenübers inszenierend und immer mit einer feinfühligen Sympathie – eine gute Mischung für den Portraitfotograf und Filmemacher. Roeler lebt in Hamburg. Herzlich willkommen bei fotogloria!

fotogloria: Warum bist Du Fotograf geworden?
Roeler: Ich bin verdammt neugierig. Mit der Kamera hat man Zugang zu Menschen und Räumen, die man ohne den Apparat vielleicht nicht hätte. Ich mag mit Menschen arbeiten.
Das Feuer für die Fotografie wurde durch meinen alten Meister Raymond Jarchow während meiner Ausbildung entfacht. Er zeigt mir die Magnum Fotografen Henri-Cartier-Bresson und Elliot Erwitt. Wir haben viel Tee getrunken und über Bilder gesprochen. Warum ist ein gutes Bild ein gutes Bild. Was transportiert das Motiv noch, wo ist die Geschichte? Welche Bilderpaare bilden eine Serie. Warum braucht man auch schwache Bilder neben den Guten. Es ging gar nicht so um technische Aspekte. Noch heute haben wir Kontakt und tauschen uns aus.
Das schöne an dem Beruf ist es, dass jedes Portrait, jeder Mensch, jede Location anders ist – ich habe Spass dabei.

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Kannst Du Dich an Deinen ersten Job erinnern?
Der erste Job war eine Reportagestrecke für eine Wohnungssgenossenschaft. Ich war ein wenig aufgeregt, konnte nicht schlafen. Es war zwar ein ziemliches »Rock’ n’ Roll« Projekt, aber alles lief gut und es hat Spaß gemacht.

Was war Dein schönstes / schlimmstes Erlebnis als Fotograf?
Schlimmtes Erlebnis: Eine defekte Speicherkarte bei einem Job.
Schönstes Erlebnis: Auf der betroffenen Karte waren nur die ersten Testaufnahmen.

Wie arbeitest Du am Liebsten?
Ich bin sehr auf die »Zwischen-Bilder« aus. Man überlegt sich vorher was und dann passiert etwas unerwartetes, ungeplantes – ich bin da sehr offen, denn manchmal entstehen dabei die viel spannenderen Bilder.
Ich arbeite auch als Filmemacher – Video und Fotografie haben die selben Wurzeln – beim Filmen kommt jedoch die Zeit- und Schnittkomponente noch hinzu. Ich mag es mit beiden Medien – Fotografie und Bewegtbild – Geschichten zu erzählen. Darum geht es doch letztlich.

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Was verbindest Du mit fotogloria | büro für fotografische zusammenarbeit?
fotogloria ist eine junge, frische Agentur, die nach vorne schaut. Das Geschäft mit den Bildern verändert sich sehr schnell, fotogloria geht drauf ein und mischt mit. Das gefällt mir.

Wie hast Du Deinen eigenen fotografischen Schwerpunkt / Standpunkt entwickelt?
Nun die Seele fotografiert ja stets mit, vieles geschieht unbewusst. Fotografien zu zeigen ist immer wie ein Striptease. Nach ein paar Jahren schaut man auf seine Sachen und reflektiert. Wobei hat man am meisten Spaß? Das spiegelt sich in den Bildern wieder. Mag ich lieber Still-Life Fotos oder Portraits von Menschen? Der eigene Schwerpunkt kristallisiert sich von ganz alleine heraus.

love, turban, hamburg, roeler, 2012, newkirk

Für welchen Kunden würdest Du gerne einmal arbeiten?
Ich schätze es sehr, wenn Kunden sich trauen etwas auszuprobieren und Vertrauen in den Fotografen haben. Das sieht man hinterher auch in den Bildern und Filmen. Egal ob für Adidas oder Volkswagen…

fotogloria vertritt Roeler – Portraitfotograf – exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

7 Fragen an… Editorialfotograf Tobias Gerber

Bereits am Anfang seiner fotografischen Karriere entwickelte Tobias Gerber seine Liebe zum Detail in einem kleinen Werbestudio für Produkt- und Architektur-Aufnahmen – es folgte eine klassische Ausbildung zum Fotografen in einem Stuttgarter Studio mit dem Schwerpunkt Industrie. Seit dem Jahr 2000 arbeitet er freiberuflich in den Schwerpunkten Editorial, Portrait, Corporate, Reise und Landschaft. Tobias Gerber lebt bei Stuttgart und arbeitet überall.

fotogloria: Warum bist Du Editorialfotograf geworden?
Tobias Gerber: Eigentlich wollte ich Fotograf als Grundlage für die Filmschule machen. Das stehende Bild hat mir dann so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin.

Kannst Du Dich an Deinen ersten Job erinnern?
Mein erster Job war im Theaterhaus Stuttgart. Ich war sehr stolz, dass ich mit meiner Fotografie schon Geld verdienen konnte als andere noch Aushilfjobs in Firmen gemacht haben. Die Bezahlung war 100 Mark die Stunde – und dafür konnte ich bei der Arbeit auch noch alle Theaterstücke anschauen.

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Was war Dein schönstes / schlimmstes Erlebnis als Fotograf?

Das Schönste: Ich bin bei einem Auftrag zwei Tage mit dem Mietwagen über die Insel gefahren und habe kein befriedigendes Landschaftsmotiv gefunden. Ich stand kurz vor einem Fotografenjammerblues als ich dann am Abend in einer unbekannten Bucht stand und das Licht und der Vordergrund und einfach alles perfekt waren – das war ein wunderschöner Moment, ein Fest, eine Freude, ein großer Jubel mit mir und meiner Kamera ganz allein.
Das Schlimmste: Ich stehe in der Stadt und habe den ganzen Tag schöne Motive abgearbeitet. Bin sehr zufrieden mit Licht und Ideen und allem was auf der Speicherkarte ist. Ich lege meine Kamera auf die Fototasche vor mir um eine neue Optik zu wählen und bin kurz abgelenkt. Als ich wieder zur Kamera greife ist der Platz leer und mir wird bewusst, dass jemand die Kamera + Job von hinten zwischen meinen Beine weggeklaut hat.

Wie arbeitest Du am Liebsten?
Ruhig. Äußerer Stress ist nicht gut für mein Bild. Der ständige Druck ein perfektes Bild zu machen ist ohnehin schon vorhanden, auch wenn die Umstände ruhig sind. Ich habe gerne Zeit um mich auf die Motivsuche einzulassen. Am Anfang fühle ich mich oft gebremst, aber irgendwann kommt der Groove und die Fotos fliegen mir nur so zu – das ist dann auch der Moment bei dem ich weiß, warum ich Fotograf bin. Das macht Spaß und Spaß ist das wichtigste bei meiner Fotografie.

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Was verbindest Du mir fotogloria | büro für fotografische zusammenarbeit?
Freundschaften und das Gefühl, dass meine Arbeit von anderen geschätzt wird.

Wie hast Du Deinen eigenen fotografischen Schwerpunkt / Standpunkt entwickelt?

Der Schwerpunkt hat sich selbst entwickelt. Mit jedem Jahr der Fotografie habe ich in meinen Sparten besser gearbeitet und ich lerne bei jedem Job noch viel dazu. Dann werde ich also in diesen Schwerpunken gebucht und dadurch auch wieder besser. Die Entwicklung hört wahrscheinlich auch nie auf – das hoffe ich zumindest, weil ich es immer merken möchte, wenn meine Bildsprache veraltet wird.

Lago di Garda

Für welchen Kunden würdest Du gerne einmal arbeiten?

Für jeden der sich gerne mit meinen Fotos repräsentiert sieht. Da denke ich ganz pragmatisch. Ist der Kunde zufrieden und ich auch – das ist wunderbare Arbeit.

 

fotogloria vertritt Editorialfotograf Tobias Gerber exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

7 Fragen an… Industriefotograf Wolfram Schroll

fotogloria: Warum bist du Industriefotograf  geworden ?
Wolfram Schroll: Fotografiert habe ich seit dem 15. Lebensjahr, konnte mich aber nicht entscheiden zwischen Musik und Fotografie. Ich habe dann ein Studium an einer FH angefangen und wollte Toningenieur werden. Das Studium hat mich gelangweilt, die erste Klausur ging total daneben und nach dem ersten Semester habe ich mir eine Lehrstelle als Fotograf gesucht. Das war 1975, es gab noch Filme, Labore und Fachkameras von Plaubel und Sinar. Nicht wenig Zeit habe im SW Labor verbracht, konnte auch Dias entwickeln, Colorprints filtern und habe den Beruf von den Grundlagen her gelernt. Nach der Ausbildung wollte ich nicht so recht ins Erwerbsleben und habe Landschaften, Berge und das Meer fotografiert und bin zwischendurch Taxi gefahren. Als ich Vater wurde, fehlte natürlich Geld und ich habe mit 27 Jahren mein Studio eröffnet. Eigentlich habe ich dann alles fotografiert, was sich so ergab. Produkte, Innenarchitektur, People, Industrie, sogar einen Modekunden hatte ich. Die Liebe zur Industriefotografie hat sich erst später entwickelt.

Kannst du dich an deinen ersten Job erinnern ?
Ja sicher. Mein erster Job war ein Christstollen auf einem Holzbrett. Unser zweites Kind war einen Tag vorher geboren, es war ein heißer August und ich stand in meinem kleinen Dachstudio und versuchte, mit einer 9/12 Kamera ein stimmungsvolles Bild zu machen. Alles klebte und zerfloss, das Foto war so lala, der Kunde unzufrieden und ich halt überhaupt nicht bei der Sache.

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Was war dein schönstes / schlimmstes Erlebnis als Fotograf ?
Mein schönstes Erlebnis oder besser Shooting ist fast immer das letzte Shooting. Das empfinde ich wirklich so und bin froh, das ich nicht immer zurückschaue auf das was war oder gar anfange, zu vergleichen.
Was heißt schon schlimm ? Aber – wir hatten endlich den Termin für ein Shooting mit den Geschäftsführern eines Kunden bekommen, nach sehr langer Abstimmung. Am Morgen dieses Tages starb mein Vater und ich bin vom Sterbebett direkt zum Shooting gefahren. Nicht gut.

Wie arbeitest du am Liebsten ?
Mein Lieblingsbriefing lautet: machen Sie mal. Für mich bedeutet das etwa, nach einem Briefing in einem Werk Motive zu suchen und zu erarbeiten. Sich erklären zu lassen, was ist das eigentlich, was ich hier sehe, was macht ihr, worauf kommt es an und diese Informationen dann in Bilder zu bringen. Meist arbeite ich aber mit einem Assi zusammen, dazu natürlich oft Leute vom Kunden oder der Agentur. Manchmal entsteht so ein kleiner Troß von Leuten, die um mich rumstehen. Nicht immer hilfreich für gute Fotos und deshalb, wenn ich es mir aussuchen kann, alleine und mit ein wenig Zeit.

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Was verbindest du mit fotogloria | büro für fotografische zusammenarbeit ?
Drei sehr sympatische Menschen, die engagiert an einem oft eher stiefmütterlich behandeltem Zweig der Fotografie arbeiten.

Wie hast du deinen eigenen Schwerpunkt / Standpunkt entwickelt ?
Vor einigen Jahren hat mich ein Kunde engagiert, all seine Referenzobjekte neu zu fotografieren. Ich war mit Unterbrechungen 10 Wochen unterwegs, und als ich wieder daheim war, hab ich gesagt, ich mach überhaupt nichts anderes mehr. Seitdem liegt mein Schwerpunkt ganz klar auf der Industriefotografie, auch wenn ich für einige wenige Kunden noch Produktfotos im Studio mache. Diese Kunden habe ich schon seit über 20 Jahren, da hört man nicht mehr auf. In diesen o.g. 10 Wochen hat sich eine Art Liebe zur Industrie und Technologie entwickelt. Wenn ich in einen Metallbetrieb komme, hole ich erst mal tief Luft und denke, hmmm, Metall, sehr gut. Das Spektrum meiner Arbeit reicht heute vom mittelständischen Maschinenbauer bis zum Großkonzern für Luft – und Raumfahrt. Ich bin fasziniert von Technik und von den Menschen, die dort arbeiten. Man lernt ständig neue Dinge kennen, trifft interessante Leute und sieht Sachen, die sonst nicht zugänglich sind. Diese Faszination versuche ich natürlich, in meinen Bildern zu transportieren.

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Für welchen Kunden würdest du gerne einmal arbeiten ?
Seit ich für einen Luft- und Raumfahrtkonzern fotografiere, sind viele Wünsche erfüllt worden. Hier gibt es in reichlicher Anzahl die unterschiedlichsten Motive und Locations. Im Frühjahr 2013 war ich in einer Satelliten-Fabrik oder besser -Manufaktur. Als Kind dachte ich noch, ich würde später mal ins All fliegen, klarer Fall von zuviel Perry Rhodan und Raumschiff Orion. Als ich dann vor meinem ersten Satelliten stand, war ich doch etwas ergriffen. Näher komme ich dem All wohl nicht mehr.
Auf meiner Wunschliste könnten Dinge stehen wie etwa: Staudammbau, Containerschiffe, Rolls Royce, Schiffsdiesel, Intel, Porsche, Lokomotiven, Kraftwerke, Bergbau. Meine spannensten Motive habe ich aber dort gefunden, wo ich es nicht vermutet habe und von denen ich auch vorher nichts wußte.

* Schmieröl statt Haarspray, Blauleinen statt Haute Couture, lieber der Geruch von Stahl als der von Parfums. Industriefotograf Wolfram Schroll liebt seine Arbeit – die Industriefotografie. Nach einer klassischen Fotografenausbildung und der Eröffnung seines eigenen Studios 1983 mag er besonders und immer wieder die Herausforderung, aus dunklen Hallen oder komplexen  Anlagen Fotos mitzubringen, die das Wort Bild verdienen. Wolfram Schroll lebt mit seiner Frau in Krummewiese, einem Bauernhof bei Hagen.

fotogloria vertritt Wolfram Schroll – Industriefotograf – exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

7 Fragen an… Carsten Behler

fotogloria: Warum bist Du Fotograf geworden?
Carsten Behler: Etwas anderes war nicht denkbar. Und ist es auch jetzt nicht.

Kannst Du Dich an Deinen ersten Job erinnern?
Das war ein Auftrag für »Neon«. Das Magazin war damals noch recht frisch und ich hatte ein paar Farbkopien in die Redaktion geschickt. Wenige Tage später kam dann der Auftrag, eine Geschichte über einen Serienvergewaltiger an der Uni Bochum zu fotografieren, Portraits der Interviewpartner und Aufnahmen der Tatorte oder als bedrohlich empfundene Orte im Uni-Umfeld zu machen. Ich war dann zwei oder dreimal da, es regnete öfter und die Stimmung paßte zu dieser düsteren Geschichte. Es gab aber auch einen skurrilen Moment, als ich mit der Redakteurin in einem kleinen Wald im Gebüsch hockte und eine Langzeitbelichtung von einem spärlich beleuchteten Trampelpfad machte. Plötzlich kam ein Betrunkener über den Pfad und übergab sich mitten im Bild. Die Geschichte wurde dann über ein paar Doppelseiten gedruckt.

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Was war Dein schönstes / schlimmstes Erlebnis als Fotograf?
Schöne Erlebnisse gibt es viele, vor allem, wenn ich netten und aufgeschlossenen Leuten begegne. Wenn sich beim Fotografieren eine entspannte Zusammenarbeit ergibt, ist das wie ein Frühlingsspaziergang. Man kommt dem Gegenüber für einen Moment nah und nimmt gute Bilder von ihm mit.

Sehr viel Spaß gemacht hat der Auftrag für die Bayerische Staatsoper, als ich Mitglieder des Berliner Wagnerverbands porträtieren durfte. Sie waren alle sehr nett und haben die ganze Zeit Anekdoten aus ihrer Wagner-Welt erzählt. Für die »Betriebssport«-Fotos Mitarbeiter in Industriehallen Fitnessübungen machen zu lassen, hat mir ebenfalls große Freude bereitet.

Richtig schlimm war bisher eigentlich noch nichts. Manchmal kommt es vor, daß vor Ort die Gegebenheiten ganz anders sind, als man selbst (oder der Auftraggeber) es sich vorgestellt und geplant hat. Da kann man dann ins Schwitzen kommen, aber in solchen Fällen muß man sich halt Alternativen ausdenken – was in der Regel immer klappt. Ein Auftrag brachte mich in eine Wurstfabrik, in der viel geräuchert wurde. Es lief alles gut, aber meine Kamera stank noch mehrere Tage nach Wurst. Glücklicherweise hatte ich während dieser Tage kein Shooting in einer Vorstandsetage…

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Wie arbeitest Du am Liebsten?
Das ist ganz unterschiedlich. Ich betreibe gerne etwas Aufwand, plane und baue ein Bild und setze Licht, um eine konkrete Vorstellung umzusetzen. Andererseits mag ich es auch mal, nur mit kleinem Equipment zu fotografieren und zu beobachten, was passiert – wie zum Beispiel bei den Bildern für das Folkwang Museum.

Was verbindest Du mit fotogloria?
Engagement. Ein entspanntes und sympathisches Team, das sich für seine Fotografen einsetzt.

Wie hast Du Deinen eigenen fotografischen Schwerpunkt / Standpunkt entwickelt?
Meine Ausbildung habe ich in einem Studio für Industriefotografie gemacht. Während des Studiums habe ich vor allem sehr viel stille Landschaften fotografiert, viel auf Planfilm. Hier und da waren auch Portraits dabei. Heute mache ich sehr viele Portraits, sehr viel Industrie / Corporate und die letzte Landschaftsaufnahme ist schon eine ganze Weile her. Es waren anfangs eher Zufälle, die zu diesen Arbeitsschwerpunkten geführt haben. Dann habe ich festgestellt, daß ich genau das machen will. Ich bin immer wieder neugierig, wem ich an welchen Orten begegne.
Die Themen haben sich also geändert, aber meine Arbeitsweise ist im Grunde gleich geblieben: Beim Arbeiten mit der Fachkamera habe ich eine Vorliebe für gebaute Bilder entwickelt, die aber oft noch eine Nähe zum Dokumentarischen haben.

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Für welchen Kunden würdest Du gerne einmal arbeiten?
Ganz spannend finde ich das Desertec-Projekt. Ein derartig großes Vorhaben in der Wüste würde ich gerne dokumentieren. Leider macht das Projekt eher durch negative Berichte von sich reden; wer weiß, ob es überhaupt irgendwann realisiert wird.

* Carsten Behler ist meistens in Fabriken, Führungsetagen und der Sportwelt unterwegs, immer auf der Suche nach  dem interes- santesten Menschen- und Motivspektrum. Für seine Auftraggeber entstehen vor allem Portraits, Geschäftsberichte und Industrie- bilder (Mensch und Maschine). Seine Portraits sind meistens inszeniert, Idee und Bildaufbau nehmen den Schnappschuss als Vorbild. Carsten Behler lebt in Essen.

 

fotogloria vertritt Carsten Behler exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Medizinfotograf Philip Benjamin – NEU bei fotogloria

fotogloria begrüßt einen neuen Fotografen: Philip Benjamin. Der gebürtige Amerikaner arbeitet in einem der anspruchvollsten Bereiche für Fotografen, der Medizinfotografie – mit den Schwerpunkten Corporate, Reportage und Portrait. Unter teils schwierigsten emotionalen Bedingungen nähert er sich Mensch und Thema mit großem Einfühlungsvermögen und dennoch mit der nötigen Distanz.  Ein Balanceakt, den er auf höchstem Niveau meistert. Philip Benjamin lebt in Ladenburg in der Nähe von Heidelberg.

Im fotogloria-Blog beantwortet Philip in der Rubrik die »7 Fragen an…« und erzählt von den einprägsamsten Momenten seiner Laufbahn. Herzlich willkommen Philip.

fotogloria: Warum bist Du Fotograf geworden?
Philip Benjamin: Ich bin ein neugieriger und interessierter Mensch, Beobachtung ist meine Leidenschaft. Es gibt kaum einen Beruf, in dem man so einschneidende Erlebnisse und so einen direkten Zugang zu Menschen und Situationen entwickeln kann, mit denen man sonst nicht in Verbindung gekommen wäre. Ein Fotograf muss immer direkt vor Ort sein und die Situation unmittelbar einfangen. Fotografie gibt mir die Möglichkeit, meine Leidenschaft mit meinem Beruf zu verbinden.

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Kannst Du Dich an Deinen ersten Job erinnern?
Als Sportfotograf sollte ich für eine Londoner Zeitung einen Lauf fotografieren. Es war eine Herausforderung für mich die Läufer in Aktion festzuhalten, da es zu der Zeit keinen Autofokus gab. Es war außerdem sehr anspruchsvoll, die Vorstellung der Redaktion zu treffen. Dieser Testjob ist gut verlaufen, so dass ich weitere Aufträge in der Fußball-Liga oder Formel-1 bekam.

Was war Dein schönstes / schlimmstes Erlebnis als Fotograf?
Es gibt kein einzelnes »schönstes Erlebnis« für mich. Wenn ein schönes Erlebnis entsteht ist es eher ein aufregendes, energetisierendes Gefühl, weil man bei etwas Außergewöhnlichem dabei ist und besondere Dinge erlebt. Das kann ein Tor bei einem wichtigen Fußballspiel sein, oder ein intensiver, emotionaler Augenblick während einer Dokumentation. In diesem Augenblick darf ich Zeuge eines wichtigen Moments sein.

Ich habe allerdings schon viele schockierende Momente als Medizinfotograf erlebt. Ein Erlebnis ist für mich aber besonders wichtig, da es für mich einen Wendepunkt in meiner Rolle als Fotograf darstellt. Während der Dokumentation einer Operation kam ein Notfall in den OP-Saal, bei dem ich nur zufällig anwesend war. Nach der Notoperation, durch die der Patient wieder stabilisiert werden konnte, bemerkte ich als einzige Person, dass der Patient wieder lebensgefährlich zu bluten anfing. Ich machte die Ärzte darauf aufmerksam, die sofort anfingen den Patienten zu versorgen. Durch meine Anwesenheit war ich direkt involviert worden, konnte jedoch nichts mehr tun und fühlte eine große Hilflosigkeit.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine Rolle als Fotograf als möglichst objektiver, passiver Beobachter gesehen. Mir wurde klar, dass dies nicht eineingeschränkt möglich ist und man eine Balance finden muss, wann man die passive Rolle verlässt um aktiv zu werden und zu helfen.

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Wie arbeitest Du am liebsten?
Mir ist es wichtig den Menschen näher zu kommen, Beziehungen aufzubauen und ein tieferes Verständnis für die Problematik oder den Sachverhalt zu entwickeln. Dabei ist es mir wichtig, keine gestellten Bilder aufzunehmen, sondern mit höchstens minimalen Anweisungen eine reelle, authentische Dokumentation darzustellen. Die Zeit, die es braucht um diese Verbindungen zu bilden, sehe ich als ein unheimlich kostbares Element in der Fotografie an.

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Was verbindest Du mit fotogloria?
Mit den Menschen von fotogloria verbindet mich eine bestimmte Chemie. Bei den gemeinsamen Gesprächen ist mir immer wieder aufgefallen, dass wir eine gemeinsame Basis und Sichtweise der Fotografie haben. Hier habe ich die Möglichkeit in einem Team zu arbeiten, das sich gegenseitig ergänzt und neue Blickwinkel setzt. Durch die Zusammenarbeit, geprägt durch die Fachkenntnisse des fotogloria-Teams und die Vernetzung nach Hamburg, ergibt sich eine Dynamik, die ich als einzelner Fotograf nicht erreichen kann.
Ich freue mich auf die Zukunft mit fotogloria und darauf, durch meine Arbeit die Gemeinschaft voran bringen zu können.

Wie hast Du Deinen eigenen fotografischen Schwerpunkt entwickelt?
Während meiner Zeit als Medizinfotograf im Universitätsklinikum Heidelberg habe ich gesehen, dass mir die Darstellung sensibler Themen sehr gut liegt. Durch mein Bachelor und später Masterstudium in Dokumentarfotograf habe ich mir einen Stil angeeignet, die Ereignisse und Menschen möglichst natürlich zu portraitieren. Dies hat auch zu einer besonders authentischen und klaren Bildsprache in meiner Corporate-Image-Fotografie geführt.

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Für welchen Kunden würdest Du gerne einmal arbeiten?
Für mich sind die Kunden besonders reizvoll, bei denen es um Menschen und sozial wichtige Themen wie in der Medizin geht, ob es sich um ein Projekt in der Dokumentarfotografie, im Editorial, in der Portraitierung oder Corporate-Image-Fotografie handelt.
Wichtig ist mir die authentische Darstellung und der Kontakt zu den Menschen und Vorgängen, die abzubilden sind. Mit meiner Arbeit möchte ich etwas bewegen und eine Plattform finden, in der Fotografie für Kliniken, im Editorialbereich, Caritative Vereine, Pharmaunternehmen und medizinischer Industrie. Natürlich habe ich auch Wunschkunden… Ich würde sehr gerne einmal für die Deutsche Krebshilfe oder die Deutsche Muskelschwund-Hilfe arbeiten. Hochinteressant finde ich auch die Themen der Allianz Chronischer Seltener Krankheiten (Achse) und das Thema Cochlear Implantate. Natürlich würde ich mich auch über einen Auftrag von Siemens Medical freuen…

fotogloria vertritt Medizinfotograf Philip Benjamin exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

* Foto: © Philip Benjamin | fotogloria | Universitätsklinikum Heidelberg

 

7 Fragen an… Sabine von Bassewitz

Warum bist Du Fotografin geworden?
Zunächst habe ich begonnen, bei Zeitschriftenverlagen (Gruner+Jahr, Milchstraße, Bauer Verlag) als Editorial Designerin zu arbeiten und auch im Studium habe ich mich intensiv mit dem Themenspektrum Zeitschriften, Blattmachen, Layout, Visual Storyteling und Typographie beschäftigt. Über die Auseinandersetzung mit dem Editorial Design bin ich schließlich bei der Fotografie gelandet und habe gemerkt, dass es mich noch mehr reizt, die Bilder selbst zu erstellen als mit ihnen zu gestalten. Die Erfahrungen und Lehren aus dem Editorial Design sind für mich in der Fotografie jedoch Gold wert. Ich weiß einerseits, wie man eine Geschichte in Bildern erzählt und andererseits um das feine Zusammenspiel von Bildern, Layout und Typographie. Das geht mir nicht aus dem Kopf – sowohl beim fotografieren des einzelnen Bildes als auch beim konzipieren und editieren einer Bildstrecke.

Members of the "LEG III Ital"

Kannst Du Dich an Deinen ersten Job erinnern?
Ja. Schmerzhaft.

Was war Dein schönstes / schlimmstes Erlebnis als Fotografin?
Das schlimmste Erlebnis: der erste Job. Da ging alles drunter und drüber, außerdem war das Wetter furchtbar.
Schöne Erlebnisse hatte und habe ich gottlob viele. Eines davon: der Kunde des besagten ersten Jobs schien all die kleinen Katastrophen gar nicht zu bemerken und war sehr zufrieden. Das ist jetzt allerdings schon sehr lange her. Aktuell hatte ich zwei sehr schöne Erlebnisse: meine Arbeiten „Unisono“, „Trotz und Utopie“ und „Ordinary Cities“ sind jetzt Teil zweier staatlicher ständiger Sammlungen, zum einen des Museums Europäischer Kulturen – staatliche Museen zu Berlin und des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland – Zeitgeschichtliches Forum Leipzig.

Indian- & Westernclub "Old Manitou"

Wie arbeitest Du am Liebsten?
Bei Porträts – wie in meinen Arbeiten „Unisono“ und „Aber das Pils seid ihr beide?“ arbeite ich am liebsten nach dem Prinzip re-inszenierte Wirklichkeit. Ich greife also stark ins Geschehen ein – durch mein Licht, die Wahl der Location etc. – mache das alles aber auf der Basis der Persönlichkeit des Porträtierten. Bei Stadtporträts – wie in meiner Arbeit Ordinary Cities – liebe ich es Bilder zu machen, die man nicht suchen kann. Man kann sie nur finden.

© Sabine von Bassewitz_fotogloria

Was verbindest Du mir fotogloria | büro für fotografische zusammenarbeit?
Unser gemeinsames Magazinprojekt „Einsatz“. Gern mehr davon.

Wie hast Du Deinen eigenen fotografischen Schwerpunkt entwickelt?
Mein Standpunkt hat sich stark durch mein Projekt „Unisono“ entwickelt: Ich sehe eine allgemeingültige Meinung – in diesem Fall „Uniform = Gleichmacherei, Gehorsam, Militär“ und hinterfrage, ob das eigentlich so stimmt. Dann finde ich haufenweise Bilder, die etwas ganz anderes erzählen. Nach dem selben Muster bin ich aktuell bei meiner Arbeit „Ordinary Cities“ vorgegangen.

Traditional korps of the Cologne Carneval

Für welchen Kunden würdest Du gerne einmal arbeiten?
Ich würde gern mehr für wissenschaftliche und kulturelle Institutionen arbeiten.

 

* Aufgewachsen in einem norddeutschen Dorf, studierte sie in den Jahren 1999 bis 2006 Fotografie an der HAW Hamburg – mit einer Pause: von 2002 bis 2004 war sie als Art Direktorin auf der »MS Europa« tätig und bereiste die ganze Welt. Mit Ihrer Abschlussarbeit »Unisono« gewann sie den »Lucky Strike Junior Designer Award«. Sabine von Bassewitz lebt mit ihrer Familie in Berlin und Hamburg.

fotogloria vertritt Sabine von Bassewitz exklusiv und weltweit – Sie können sie gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Neu bei fotogloria: Corporate Fotografie von Anna Schroll

Anna Schroll liebt es, Menschen bei der Arbeit zu portraitieren – deren Tätigkeit, das individuelle Arbeitsumfeld, die Leidenschaft für das, was sie tun. Sie ist dabei die stille Beobachterin hinter der Kamera, die ihren Protagonisten viel Raum und gerne Zeit lässt.  Mit dieser Art zu arbeiten hat sie sich zum Beispiel mit einer Portraitserie über die »Zeissianer«, die Mitarbeiter der Carl Zeiss Jena GmbH einen Namen in ihrer Heimatstadt gemacht.

In der neuen fotogloria-Kategorie »7 Fragen an…« erzählt sie von ihrem ersten Job, was sie an der Corporate Fotografie mag und wie sie gerne arbeitet: Herzlich willkommen Anna!

fotogloria: Warum bist Du Fotografin geworden?
Anna Schroll: Als Fotografentochter stand ich natürlich früh schon in Kontakt mit der Fotografie. Mit 12 Jahren hatte ich meine erste Spiegelreflexkamera, es gab Experimente in der Dunkelkammer, eine Foto-AG an der Schule. Für die Abizeitung fotografierte ich alle Abiturienten meines Jahrgangs. Die Organisation hat Spaß gemacht, aber vor allem war es toll, so viele verschiedene Menschen vor der Kamera zu haben. Rückblickend war das vielleicht die Initialzündung.

© Anna Schroll_fotogloria_2

Kannst Du Dich an Deinen ersten Job erinnern?
Das war ein sehr schöner Job, vermittelt durch eine Professorin von mir am Anfang des Studiums. Zwei Spielzeiten lang habe ich zusammen mit einer anderen Fotografin das Cover für den monatlichen Programmflyer vom Schauspielhaus Essen fotografiert. Das waren den Monaten entsprechende Zahlen, noch jahrelang hatte ich einen speziellen Blick für Zahlen in meiner Umgebung.

Max Planck Institut für chemische Ökologie (Jena)

Was war Dein schönstes Erlebnis als Fotografin?
Wirklich schön war, zu sehen, was sich alles aus meiner letzten freien Arbeit entwickelt hat. Jena, meine Wahlheimat, war und ist geprägt von Carl Zeiss. Die sogenannten Zeissianern verbindet man mit Detailverliebtheit, Technikaffinität und einer unglaublichen Genauigkeit. Ich habe die ehemalige und aktuelle Mitarbeiter von Zeiss portraitiert. Heute ist Zeiss ein regelmäßiger Auftraggeber von mir und nicht zuletzt durch diese Serie bin ich zu fotogloria gekommen.

Schön sind aber auch all die vielen Orte und Menschen, denen man normalerweise nie begegnen würde. Da ist die Kamera ganz oft Türöffner. Das schätze ich wirklich sehr, Einblicke in all diese Lebenswirklichkeiten zu bekommen.

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Wie arbeitest Du am Liebsten?
Bei Auftragsarbeiten gerne mit inhaltlichen Vorgaben, aber in der Ausführung frei. Möglichst ohne große Inszenierung, lieber beobachtend und in den entscheidenden Momenten Anweisungen gebend.

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Wie hast Du Deinen eigenen fotografischen Schwerpunkt / Standpunkt entwickelt?
Das Studium war eine großartige „Spielwiese“ um sich, ohne großen wirtschaftlichen Druck, auszuprobieren. Ganz wichtig waren auch danach die freien Arbeiten. Da gibt es die thematische Freiheit, vor allem aber die bei der Umsetzung. Die Arbeiten wiederum werden von potentiellen Auftraggebern gesehen und so gibt eins das andere.

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Was verbindest Du mit fotogloria | büro für fotografische zusammenarbeit?
Ein sympathisches Team. Gute Fotografen. Interessante Aufträge.

Für welchen Kunden würdest Du gerne einmal arbeiten?
In letzter Zeit habe ich oft im Bereich Forschung / Wissenschaft gearbeitet. Als nächstes würde ich gerne einmal wieder in der Produktion fotografieren. An einen speziellen Kunden denke ich da nicht.

fotogloria vertritt Anna Schroll exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie Anna Schroll und ihre Corporate Fotografie gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.