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40.000 Besucher beim achten Umweltfotofestival »Horizonte Zingst«

Was für eine Bilanz für das achte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst«: Mehr als 40.000 Besucher schauten sich an nur sieben Tagen die 20 grandiosen Ausstellungen an!

Nebst Workshops, Multimediavorträgen und der abendlichen Bilderflut gab es vor allem wieder gute Fotografie zu sehen. Ganz vorne mit dabei war in diesem Jahr die große Gruppenausstellung »One World«, eines der Lieblingsstücke von Kurator Klaus Tiedge: »Es ist unsere Welt in aktuellen Bildern zeitgenössischer Fotografie, die in dieser Ausstellung Raum findet. Kontrastreich, widersprüchlich, erschreckend, aber auch begeisternd prallen hier visuelle Botschaften aufeinander. Die Bilder stammen von Fotografen, deren Anliegen es ist, Standpunkte und Positionen zu vermitteln. Dies geschieht mit dem Mut zu klaren Statements und oft auch mit avantgardistischen Bildideen.«

Gesagt, getan – ausgestellt waren entsprechend Arbeiten von sieben fotogloria-Fotografen: Nicoló Minerbi, Federico Ciamei, Christoph Morlinghaus, Toby Binder, Frank Herfort, Jordi Busque und Ed Thompson! Es war eine Freude, durch die Schau im Kunsthallenhotel zu gehen und so viele großartige fotogloria-Bilder zu sehen!

Und so fand dann auch Klaus Tiedge warme Worte zur Zusammenabeit mit fotogloria: »Aus der Sicht eines Kurators, der immer auf der Jagd nach der besonderen Fotografie ist: »Wenn es FOTOGLORIA nicht gäbe, müsste man eine solche Agentur sofort erfinden«. Ich habe keine andere Quelle auf der Suche nach den besonderen Bildern, jenseits des Mainstreams heutiger Betrachtungsweise, als eben diese auf Individualität ausgerichtete Agentur. Bei FOTOGLORIA sind immer wieder wahre Entdeckungen zu machen. Weder die spekulativen Bewertungen des Kunstbetriebes noch die spektakulären Auftritte im Werbegeschäft spielen hier eine Rolle. Es ist der Mut zur Außenseiterrolle, der ganz eigene Qualitätsstandards sichtbar macht. Für die Arbeit der Erlebniswelt Fotografie Zingst ist FOTOGLORIA ein erfolgsbestimmender Kontakt.«

Nicht zuletzt sind Qualität und Erfolg des Festivals aber natürlich dem umtriebigen Festival-Team zu verdanken, darum gilt unser Dank für diese grandiose Ausstellungsmöglichkeit und auch für die Gastfreundschaft an dieser Stelle:  Klaus Tiedge, Peter Krüger, Rico Nowicki, Anne Crämer, Steffi Schiller, Jens Redecker, Sascha Oemcke, Simone Marks, Doreen Meyer und allen anderen, die für ein weiteres unvergessliches Festival gesorgt haben.

Wir freuen uns auf das nächste Jahr – das neunte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« findet vom 28. Mai bis zum 05. Juni 2016 statt!

 

P.S.: Die Fotos in diesem Beitrag wurden gemacht von: Anke Großklaß, Jochen Raiß und Edda Fahrenhorst.

Horizonte-Countdown 2015 | Interview Klaus Tiedge

In nurmehr vier Tagen – am kommenden Samstag, den 30. Mai – wird das bereits achte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« eröffnet. Seit Anfang an dabei und bis heute mittendrin: Kurator Klaus Tiedge. Mit seinem unfehlbaren Gespür für publikumswirksame Fotografie und seinen unzählbaren Kontakten in die Fotoszene – unter anderen zu fotogloria – fungiert er seither als Denker und Lenker der unverwechselbaren fotografischen Inhalte und Konzepte des Festivals.

Im fotogloria-Interview erzählt er darüber, wie das Festival zu einer »herausragenden Größe« im Foto-Business wurde und was er an der Zusammenarbeit mit fotogloria schätzt.

fotogloria_Morlinghaus_Computerwelt_1

fotogloria: Ende Mai startet das Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« zum achten Mal: Es wird von Jahr zu Jahr größer und die gezeigten Ausstellungen internationaler und qualitativ hochwertiger. Wie sind heute die Akzeptanz und der Bekanntheitsgrad des Festivals einzuschätzen?
Klaus Tiedge: Das Umweltfotofestival »horizonte« zingst findet in diesem Jahr zum achten Mal statt. Damit wird deutlich, dass die Veranstaltung mittlerweile als »Institution« betrachtet wird. Parallel dazu hat sich die Akzeptanz entwickelt. Zingst ist in der Fotoszene und im Fotomarkt eine herausragende Größe – nicht zuletzt deshalb, weil die Fotografie das ganze Jahr eine unübersehbare Rolle spielt. Das Umweltfotofestival »horizonte« ist der absolute Höhepunkt – aber auch im Frühjahr (Foto-Convention) und im Herbst (Aktiver Fotoherbst) wird für Fotografen viel geboten.

Was alles erwartet in diesem Jahr den Festivalbesucher?
An erster Stelle sind natürlich immer die Open-Air-Ausstellungsinstallationen zu sehen. Am Strand gibt es in diesem Jahr  mit den Fotografien von Carsten Peter und seiner Show »Erde extrem« eine echte Superlative der Naturfotografie. Aber auch alle anderen der rund 20 Fotoschauen ergeben in der Mischung der Thematik ein faszinierenden Spektrum.

How to get in shape at home for free

fotogloria ist seit 2011 ein fester Partner vom Fotofestival und die Arbeiten der fotogloria-Fotografen sind vornehmlich in der großen Gruppenausstellung »One World« zu sehen – so auch in diesem Jahr. Wie funktioniert die Zusammenarbeit?
Für die Zusammenarbeit gibt es einen Begriff, der als charakteritisch betrachtet werden kann und der heißt: partnerschaftlich. fotogloria in eine Fundgrube für außergewöhnliche und herausragende Fotografie mit überraschenden Bildern, die Geschichten erzählen. Kritische bildjournalistische Leistungen und zukunftsweisende Bildkreationen mit sensiblen und experimentellen Gestaltungsansätzen sind in gleichem Maße bei fotogloria zu finden.

Nach welchen Kriterien wurden die Arbeiten der fotogloria-Fotografen – etwa Frank Herforts »Time in Between«, Nicoló Minerbis »Golden Cameras« oder Christoph Morlinghaus »Computerwelt« ausgesucht?
Frank Herforts »Time in Between« lebt von jenen magischen Momenten, die deutlich machen, warum die Fotografie erfunden wurde. Nicoló Minerbis »Golden Cameras« erzählen in ironischer Weise eine kleine Gesichte der Entwicklung der Kameras in der jüngeren Vergangenheit – vor und nach dem Sprung in die digitale Bilderwelt. Christoph Morlinghaus »Computerwelt« gibt das Innenleben von Rechnern frei und offenbart in der »nackten« Technik eine faszinierende Ästhetik.

fotogloria _ Frank Herfort _ Time In Between

Ganz allgemein: Was kann Fotograf(in) unternehmen, um mit eigenen Arbeiten vorstellig zu werden?
Es reicht nicht gute Bilder zu machen, man muss sie auch zeigen. Die Erlebniswelt Fotografie Zingst in immer auch eine Dialogplattform für Fotografie. Außerdem gibt es ja zum Glück auch Agenturen wie fotogloria, die verantwortungsbewusst in einer Mittlerrolle tätig sind.

Wo siehst Du die langfristigen Ziele des Festivals?
Der Veranstalter hat gleich zu Beginn den Wertekanon »Natur – Kultur – Fotografie – Begegnung« formuliert. Diese Schlüsselbegriffe tragen heute noch und werden uns in die Zukunft begleiten. Wobei speziell der Begriff »Begegnung« eine große Rolle spielt. Je perfekter unsere digitale Bildkommunikation wird, desto wichtiger wird das unmittelbare Sichtbarmachen von realen Bildwerken und die Begegnung mit den Künstlern. Ein starkes Festival erfüllt alle damit verbundenen Ansprüche.

Portrait_Klaus_Tiedge_02

* In diesem Jahr stellen sieben fotogloria-Fotografinnen und Fotografen ihre Arbeiten in der großen Ausstellung »One World« während des Umweltfotofestivals in Zingst aus. Es sind: Ed Thompson, Toby Binder, Jordi Busque, Frank Herfort, Federico Ciamei, Christoph Morlinghaus und Nicoló Minerbi.

Wenn Sie mehr über die Arbeiten und die einzelnen Fotografen erfahren möchten, schauen Sie einfach täglich beim fotogloria-Blog vorbei, der Horizonte-Countdown läuft. Oder Sie fahren einfach selber nach Zingst und schauen sich das gesamte Festival an – es lohnt sich.

Die Fotos von oben nach unten sind aus den in der Gruppenausstellung »One World« gezeigten Arbeiten: »Golden Cameras«|Nicolò Minerbi, »Computerwelt« | Christoph Morlinghaus, »Time In Between« | Frank Herfort und »The Things That I Learned From The Internet« | Federico Ciamei. Das Portrait von Klaus Tiedge hat Peter Prast fotografiert.

Horizonte-Countdown 2015 | Toby Binder

 »One World« ist auch in diesem Jahr wieder eine brisante Mischung mit begeisternd vielfältigen und inspirierenden Gedankenanstößen.« So fasst Kurator Klaus Tiedge die Gruppenausstellung zusammen, die im Rahmen des achten Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst« am 30. Mai eröffnet wird. Und in der Arbeiten von sieben fotogloria-Fotografen gezeigt werden.

Bis zum Festival-Startschuss stellen wir Ihnen jeden Tag einen anderen Fotografen und seine Arbeit vor, heute ist es Toby Binder mit seiner Reportage »Konfliktfreier Zinnabbau im Ostkongo«. Viel Vergnügen!

fotogloria _ Toby Binder _ Erzabbau Kongo _ 1

WAS
»Konfliktfreier Zinnabbau im Ostkongo« – Ohne die Gewinnung von Zinnerz gäbe es keine Smartphones, Digitalkameras oder Laptops. Doch an dem Metall, das in Teilen aus dem Ostkongo stammt klebt Blut. Immer wieder besetzen Rebellengruppen die Erzminen. Mit dem Geld, das sie von Bergleuten und Händlern erpressen, finanzieren sie ihre Waffen. Im kongolesischen Bürgerkrieg und in den fortlaufenden Konflikten im Osten des Landes, sind in den vergangenen 15 Jahren mehrere Hunderttausend Menschen ums Leben gekommen, mehrere Millionen wurden vertrieben, zehntausende Frauen vergewaltigt. Wer sich in Europa ein Handy kauft, muss damit rechnen, diesen Krieg ungewollt mitzufinanzieren.
Seit der Jahrtausendwende forderten NGO-Aktivistinnen und Aktivisten Gerätehersteller auf, ihre Lieferketten offenzulegen. Ein Gesetz gegen »Blutmineralien«, das der US-Kongress 2011 verabschiedete, verlangt von an der US-Börse gelisteten Firmen den Nachweis. dass Rohstoffe wie Zinnerz und Coltan aus dem Kongo und seinen Nachbarstaaten aus Minen stammen, die von keiner bewaffneten Gruppe kontrolliert werden. Daraufhin hat der Interessenverband der Zinnindustrie, das International Tin Research Institute (lTRI) mit Sitz in London, mit Partnern aus der Computer- und Telekommunikationsbranche ein System entwickelt, mit dem die Lieferkette von Zinn bis zum Bergwerksstollen luckenlos zuruckverfolgt werden kann. ln Nyabibwe wird das System in einem Pilotversuch getestet und von dem niederländischen Produzenten »Fairphone ß. V.« als erstem Hersteller genutzt. Toby Binder ist 2013 nach Nyabibwe gereist und hat das Projekt dort fotografisch dokumentiert.

WO
Nyabibwe, Süd-Kivu, Demokratische Republik Kongo

WARUM
ln einer globalisienen Welt ist es zunehmend schwierig nachzuvollziehen, welche Rohstoffe in
unseren Konsumgütern woher stammen – und welche Folgen ihre Förderung für die Menschen vor Ort hat. Das ITRI-Verfahren ist ein postives Beispiel, wie durch eine lückenlose Offenlegung der Lieferkette ausgeschlossen werden kann, dass Rohstoffe zur Finanzierung von Konflikten beitragen. Und das so dem Konsumenten die Möglichkeit, aber auch die Verantwortung übertragen wird, genau hinzuschauen, wo die Teile seines Mobihelefons, Computers oder Tablets herstammen.

fotogloria _ Toby Binder _ Erzabbau Kongo _ 3

WIE
Die Kamera im feuchten Schlamm der Minen bestmöglich wasserdicht verpackt und in den dunklen Stollen und Höhlen der Mine nur im Schein der Stirnlampe – vor allem auf einen schnellen Autofokus verlassend.

WER
Nach seinem Abschluss in Kommunikationsdesign bei Hans-Georg Pospischil und dem Master of Photography 2005 in Stuttgart, spezialisierte sich Toby Binder auf Reportagen vorwiegend aus den Bereichen Umwelt und Gesellschaft. In den letzten Jahren reiste er etwa zu den Ölfeldern in Aserbaidschan, erarbeitete eine Strecke über die Müttersterblichkeit in Sierra Leone oder begleitete illegale Kohlegräber in Polen. Toby Binder lebt in München.

P.S.: Toby Binder hat die Reportage seinerzeit für das Magazin Neon fotografiert und wir haben ihn für den fotogloria-Blog natürlich ausführlich dazu befragt. Das Interview finden Sie HIER.

P.P.S.: fotogloria vertritt Toby Binder exklusiv iund weltweit. Und über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

The FIFA Weekly – Toby Binder und die 5 Freunde in Buenos Aires

Für eine gute Publikation braucht es eine gute Idee, einen guten Fotografen, einen guten Text und eine gute Gelegenheit zur Veröffentlichung. Gesagt, getan. Das Thema: Provisorische Fußballplätze inmitten von Buenos Aires. Und dazu fünf Fußballer pro Mannschaft – genug für ein Spiel.

• Die gute Idee stammt von Mike Gamio, seines Zeichens Mitinhaber von fotogloria, gebürtiger Argentinier und in seiner Jugend stets einer von den fünf Freunden.
• Der gute Fotograf ist Toby Binder, Weltenbummler und am liebsten in Argentinien unterwegs. Und ebenfalls überzeugter Fußballer
• Die gute Texterin ist Karen Naundorf, von den Plätzen der Großstadt fasziniert und immerhin fußballinteressiert.
• Und die gute Gelegenheit zur Veröffentlichung hat das Magazin The FIFA Weekly angeboten. Eine runde Geschichte.

Apropos runde Geschichte – Peggy Knotz, ihres Zeiches verantwortliche Bildredakteurin bei The FIFA Weekly sagt zu der Zusammenarbeit: »The FIFA Weekly ist ein Magazin mit internationalen Themen und einem sehr hohen fotografischen Qualitätsanspruch. fotogloria ist in meiner Arbeit ein ganz wichtiger Partner, denn ein Anruf genügt und schon geht ein Fotograf für uns los – in jedem Winkel der Erde. Dazu kommt, dass Mike und Jochen auch als supersympathische Agenturinhaber sich immer wieder total engagieren, um mir spannendes und ungewöhnliches Bildmaterial zu beschaffen. Oder mir eigene Ideen vorschlagen, wie zum Beispiel die »5 Freunde«-Story in Argentinien, zu der sie auch gleich den passenden Spitzenfotografen vermitteln. Besser geht nicht.«

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* Toby Binder ist Bildjournalist durch und durch – immer auf der Suche nach dem außergewöhnlichen Bild in jedem Thema. Ein Prinzip, das er sowohl für seine sozial engagierten Reportagen anwendet, als auch für sein stets wiederkehrendes und sehr persönliches Lieblingsthema – dem Fußball. So etwa auch in seinem jüngsten Großprojekt: Für eine Vereinschronik begleitete er »seinen« Verein, den VfB Stuttgart über ein Jahr lang. Toby Binder lebt in München.

fotogloria vertritt Toby Binder weltweit. Und über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

The FIFA Weekly – Toby Binders »First Love«

Es gibt Rubriken in Magazinen, die sind schlicht und schön, wie etwa die wöchentliche Doppelseite »First Love« im The FIFA Weekly. Trotzalledem, das liegt in der Natur der Sache, ists für die Redaktion sicher ein Schweres, Woche für Woche DAS tolle Bild zu finden. Aber Bildredakteurin Peggy Knotz schafft diese Herausforderung immer – in dieser Woche mal wieder mithilfe von fotogloria und fotogloria-Fotograf Toby Binder. Peggy, wir freuen uns auf die nächsten 52 Wochen in 2015!

 

* Toby Binder ist Bildjournalist durch und durch – immer auf der Suche nach dem außergewöhnlichen Bild in jedem Thema. Ein Prinzip, das er sowohl für seine sozial engagierten Reportagen anwendet, als auch für sein stets wiederkehrendes und sehr persönliches Lieblingsthema – dem Fußball. So etwa auch in seinem jüngsten Großprojekt: Für eine Vereinschronik begleitete er »seinen« Verein, den VfB Stuttgart über ein Jahr lang. Toby Binder lebt in München.

fotogloria vertritt Toby Binder weltweit. Und über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Was für ein Erfolg: Das siebte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« 2014

Die Zahlen sprechen für sich: 7 Tage, 20 Ausstellungen, 37.000 Besucher – so war das beim siebten Umweltfotofestival »Horizonte Zingst«.

Mit dabei: 13 fotogloria-Fotografinnen und Fotografen mit ihren Arbeiten – eine grandiose Festival-Woche, ein großer Spaß und noch so viel mehr. Und deswegen sagen wir Danke: Dafür, dass Zingst tollen Fotografen und ihren mutigen, kreativen, kritischen, ironischen, schönen, witzigen, anspruchsvollen und nachdenklichen Arbeiten eine Plattform bietet. Und für die Gastfreundschaft. Und natürlich für die großartige Zusammenarbeit mit dem gesamten Festival-Team!

SEE YOU beim achten Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« (30. Mai bis 07. Juni) und auf bald!

 

 

Horizonte-Countdown 2014 | Interview Klaus Tiedge

»Ohne Fotografie ist das Leben ein Irrtum!« mit diesem so treffenden Satz – frei zitiert nach Friedrich Nietzsche – nennt Kurator Klaus Tiedge den allerbesten Grund für die jährlich wiederkehrende Zingster Bilderschau. Und am 24. Mai 2014 ist es wieder soweit: Das Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« wird eröffnet.

Im Interview erzählt Klaus Tiedge über seine Tätigkeit als Kurator – was er daran so mag, warum das Festival »Horizonte Zingst« so einzigartig ist und warum er gerne mit fotogloria zusammen arbeitet.

fotogloria: Das Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« geht nunmehr ins siebte Jahr – wie haben sich die Dinge im Lauf der Zeit entwickelt?
Klaus Tiedge: Aus der Sicht des konzeptionell mitwirkenden Beraters darf ich sagen: Die Grundlage des Erfolgs ergibt sich aus der Tatsache, dass sich die Kur- und Tourismus GmbH als die Entscheidung gefallen ist, ein Festival zu veranstalten, auf eine langfristige Strategie eingestellt hat. Zum anderen hat man sich auf das besonnen, was gemeinhin als »Kernkompetenz« gilt. Das ist von den landschaftlichen Rahmenbedingungen, einschließlich des Nationalparks ganz klar mit dem Begriff »Natur« zu beschreiben.

fotogloria_Jan Michael Hosan_Schmetterlinge_2

Die Umwelt steht im Mittelpunkt des Fotofestivals: Zu sehen ist in diesem Jahr auch wieder eine Mischung aus grandioser Naturfotografie, kritischen journalistischen Ansätzen, wunderschönen und auch kuriosen Menschenbildern. Wie arbeitest Du als Kurator des gesamten Festivals an dem – ungewöhnlich vielfältigen – Konzept?
Ganz klar. Wer heute »Natur« sagt, muss in absolut logischem Zusammenhang auch das Thema »Umwelt« im Fokus haben. Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Ausrichtung vor sieben Jahren nicht so ganz selbstverständlich war. Die Voraussage, dass alle mit »Umwelt« im Zusammenhang stehenden gesellschaftlichen Entwicklungen in der Mitte der Gesellschaft landen werden, hat sich in beglückender Klarheit bestätigt. Das muss man hinsichtlich der fotografischen Thematik als weites Spektrum auslegen. Die grandiose Naturfotografie hat dabei selbstverständlich einen zentralen Stellenwert. Aber warum bitte soll nicht, um einen provokanten Randbereich herauszuheben nicht auch die erotische Fotografie in die natürliche Bandbreite der präsentierten Bilder gehören? Dogmatische Beschränkungen sind unsere  Sache nicht. Überraschungen bringen die Spannung ins Programm. Vielfalt schließt strenge Auslese nicht aus. Qualität muss gesichert sein.

India. Alang. Ships Scrapyard

Was schätzt Du besonders an Deiner Arbeit als Kurator?
Der Philosoph Friedrich Nietzsche soll einmal gesagt haben: »Ohne Musik ist das Leben ein Irrtum«. Ich möchte den Satz modifizieren und sage: »Ohne Fotografie ist das Leben ein Irrtum…« Mit Fotografie zu arbeiten macht mir riesigen Spaß. Das ganze Kaleidoskop zeitgemäßer Thematik im Zusammenhang mit Natur und Umwelt zu bearbeiten und wirkungsvolle Aussagen damit zu gestalten, vermag bei mir Glücksgefühle auszulösen. Die menschlichen Begegnungen, die bei dieser Arbeit als Grundlage erforderlich sind, sind wahre Bereicherungen – auch und gerade, wenn um die beste Lösung gerungen werden muss.

In diesem Jahr sind auch wieder einige fotogloria-Fotografen vertreten. Etwa Jan Michael Hosan mit seiner großen Schmetterlings-Ausstellung oder bereits zum dritten Mal Didier Ruef mit seiner kritischen Arbeit »Recycle« oder auch Reinaldo Coddou H. mit seinen Fußballtempeln – was verbindest Du mit fotogloria und mit den fotogloria-Fotografen?
fotogloria ist für mich eine Inspirationsquelle. Immer wenn es um die Suche nach den ganz besonderen Bildern geht, wie beispielsweise bei der Gruppenausstellung »One World«, dann ist fotogloria für mich eine erste Adresse. Ich bewundere an fotogloria den Mut in der Fotografie neue Wege zu gehen. Kompliment. In dem Bemühen außergewöhnlichen Fotografen eine Bühne zu bieten, um ihre Leistungen zu zeigen, treffen sich unsere Interessenslagen.

Sudan Borders War

Begleitet wird das Festival auch dieses Jahr wieder von einem facettenreichen Workshop-Programm – Jan Michael Hosan und Didier Ruef sind übrigens auch mit dabei, Interessenten können sich HIER informieren – und dem wachsenden Technikmarkt. Was erwartet den Besucher?
Das Zusammenwirken unterschiedlicher Bereiche nennen wir »internes Netzwerk.« Beispiel: Wenn ein Fotograf bei uns ausgestellt wird, attestieren wir ihm im wahrsten Sinne des Wortes »vorbildliche« Leistungen. Getreu dem Motto der Fotoschule Zingst »Von Vorbildern lernen«, ergibt sich daraus in logischer Konsequenz auch die Verpflichtung solcher Fotopartner, ihr Wissen und Können in Workshops weiter zu vermitteln.

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Und last but not least: Hast Du unter den vielen, vielen Fotos, die im Rahmen des Festivals gezeigt werden ein Lieblingsbild?
Wenn ich vom »Zingster Spektrum«, als dem weitgefächerten Themenangebot aller Ausstellungen spreche, dann ergibt sich in jeder Bilderschau und bei jedem Fotografen ein bildnerischer Höhepunkt, der mir persönlich besonders am Herzen liegt. Aber darum geht es bei meiner Arbeit primär nicht. Ich versuche, dem Publikum ein sehenswertes, inspirierendes, Angebot voller Denkanstöße und aufgeladen mit viel Emotionen zu machen. Meine persönlichen Liebhabereien fließen bei der Selektion naturgemäß ein, spielen eine eher untergeordnete Rolle. Immer dann, wenn ein Thema unserem Motto »be careful« gerecht wird, kann davon ausgegangen werden, dass hier mein persönliches Engagement in besonderer Weise dahinter steht.

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In diesem Jahr stellen 13 fotogloria-Fotografinnen und Fotografen ihre Arbeiten in Zingst aus. 12 von ihnen sind in der großen Ausstellung »One World« zu sehen. Es sind: Frank Herfort, Stefan Sobotta, Federico Ciamei, Sabine von Bassewitz, Toby Binder, Rainer Drexel, Marco Gualazzini, Marcus Koppen, Didier Ruef, Reinaldo Coddou H., Nicolò Minerbi und Alessandro Sala.

Und dann gibt es noch die große Open-Air-Schau »Butterfly« zu sehen – spannend und ungewöhnlich fotografiert von fotogloria-Industrie- und Technikspezialist Jan Michael Hosan.

Apropos: Die Fotos von oben nach unten sind von: »Butterfly« | Jan Michael Hosan, »Recycle« | Didier Ruef, »Ordinary Cities« | Sabine von Bassewitz, »South Sudan« | Marco Gualazzini, »Aufenthaltsorte« | Rainer Drexel

Wenn Sie mehr über die Arbeiten und die einzelnen Fotografen erfahren möchten, schauen Sie einfach täglich beim fotogloria-Blog vorbei, der Horizonte-Countdown läuft. Oder Sie fahren einfach selber nach Zingst und schauen sich das gesamte Festival an – es lohnt sich.

 

 

 

 

 

 

Horizonte-Countdown 2014 | Toby Binder

In der Pressemitteilung zu der Gruppenausstellung »One World« heißt es: »Es soll eine Vielzahl fotografischer, zeitgemäßer Phänomene aufgezeigt werden. Die Veränderungen der Lebensräume für Mensch und Tier werden in Bildern mit symbolhafter Wirkung aufgezeigt.«

In diesem Sinne stellen wir Ihnen heute  im »Horizonte-Countdown« Toby Binder und seine Arbeit »Maracanã« vor. In Zingst zu sehen ab dem 24. Mai im Rahmen des siebten Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst«. Viel Spaß!

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WAS
»Im Schatten des Maracanã« – welche Folgen hat die Vergabe der Fußball-WM an Brasilien und die damit verbundene Erneuerung des legendären Maracanã-Stadions für die Bewohner der unmittelbar benachbarten Favela Mangueira.

WO
Brasilien, Rio de Janeiro, Maracanã / Mangueira

WARUM
Als die Fußball-WM nach Brasilien vergeben wurde, war die Begeisterung zunächst riesig – Fußball im Land der Fußballwahnsinnigen…!

Doch schon während des Confed-Cups bahnten sich massive Proteste ihren Weg und brachten die Verärgerung über zu viele und zu teure Stadien – die entgegen erster Versprechen aus Steuergeldern finanziert wurden – während v.a. der öffentliche Nahverkehr, das Bildungs· und Gesundheitssystem weiter vor sich hindarben, zum Ausdruck. Während diese Proteste zum Großteil von Studenten und der Mittelschicht getragen wurden, waren Bewohner der ärmeren Stadtteile kaum vertreten und dies, obwohl etwa ein Drittel der Cariocas in Favelas lebt. Aber das seit Jahrzehnten eingeimpfte Gefühl, sowieso nichts an den Zuständen ändern zu können und die Empfindung, dass sich die Mächtigen das Geld gegenseitig in die Taschen stopfen, lähmte die Menschen zunächst.

Langsam finden sie ihre Stimme wieder. Ich habe daher drei Bewohner der direkt am Maracanã gelegenen Favela Mangueira portraitiert und ihre Verärgerung und Hoffnung, die in Zusammenhang mit der Erneuerung des Stadions stehen, dokumentiert – ihren rauen Alltag dem glattgeschliffenen und entmystifizierten Fußballtempel visuell gegenübergestellt.

Jorge da Silva Machado wurde in Mangueira geboren und hat als einfacher Arbeiter schon am ursprünglichen Maracanã mitgebaut. Er ist ein leidenschaftlicher Flamenco-Fan und war eigentlich auch immer regelmäßig im Stadion – bis vor kurzem waren Tickets für 10 Reias zu bekommen, inzwischen wurden die Preise, den verschiedenen Umbauphasen angepasst, auf 50 bis 140 Reais angehoben. Zu viel für Jorge. Die Preise für Tickets während des WM-Turniers liegen sowieso für einen Großteil aller Brasilianer jenseits jeder Erschwinglichkeit. Daher wird er die Spiele der WM zusammen mit etlichen Freunden auf seiner Terrasse hoch über dem Stadion miterleben. Die Geräuschkulisse zum Spiel werden sie dabei live aus dem Stadion herüberschallen hören.

Lucas Guilherme da Silva Mariins ist neun Jahre alt. Auch er wurde hier geboren und spielt in einem vielversprechenden Nachwuchsteam. Auf seinem Schulweg passiert er täglich das Stadion, an das für die WM so viele Hoffnungen geknüpft sind. Er sagt aber, für ihn ist die einzige Möglichkeit das Stadion von innen zu sehen, wenn er es einmal in den Profikader schaffen sollte.

Silvio Rocha hatte ein kleines Haus direkt am Maracanã. Während der Großteil Mangueiras von der Bahnlinie vom Stadion getrennt und somit außerhalb des Fokus der Stadtoberen liegt, hatte Silvio das Pech, dass auf seinem Grundstück ein Parkplatz entstehen soll. Da viele der illegal errichtenten Häuser noch nicht legalisiert sind, wurde kurzer Prozess gemacht und sein Haus einfach abgerissen. Dass der inzwischen neu an die Macht gekonnmene Gouverneur den Parklpatz für überflüssig hält und nicht mehr bauen möchte, ist nur eine Randnotiz.

Maracanã und Mangueira liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt und trotzdem trennen die beiden Orte Welten.

WIE
Klick.

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WER
Toby Binder ist Bildjournalist durch und durch – immer auf der Suche nach dem außergewöhnlichen Bild in jedem Thema. Ein Prinzip, das er sowohl für seine sozial engagierten Reportagen anwendet, als auch für sein stets wiederkehrendes und sehr persönliches Lieblingsthema – dem Fußball. So etwa auch in seinem jüngsten Großprojekt: Für eine Vereinschronik begleitete er »seinen« Verein, den VfB Stuttgart über ein Jahr lang. Toby Binder lebt in München und ist gerade aus Brasilien zurück gekommen, wo seine Serie »Maracanã« entstanden ist – zu sehen auch in der nächsten Ausgabe des Fußballmagazins »11 Freunde«.

P.S.:
fotogloria vertritt Toby Binder weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

120 Jahre VfB Stuttgart – Toby Binder fotografiert Bildband

Stellen Sie sich vor, sie seien schon seit Kindesbeinen an ein glühender Fan von »Ihrem« Fußballverein. Stellen Sie sich weiter vor, sie seien im späteren Leben Reportagefotograf mit Herz und Seele. Und stellen Sie sich nun vor, Sie würden gefragt werden, ob Sie »Ihren« Verein über ein Jahr lang fotografisch begleiten möchten, mit freiem Zugang zu den Spielern, in alle Bereiche, zu allen Spielen und mit dem Endergebnis Bildband…

Es gibt ihn, diesen Traumjob. fotogloria-Fotograf Toby Binder hat ihn gerade abgeschlossen und  seinen Verein, den VfB Stuttgart, für den Bildband der jüngst erschienenen 3-teiligen Chronik in allen nur denkbaren Facetten fotografiert. Horst Walter, der Geschäftsführer der KircherBurkhardt Stuttgart GmbH und federführend in der Umsetzung der Chronik sagt zu der Fotografie von fotogloria-Fotograf Toby Binder: »Uns war schnell klar, dass wir mit Toby Binder den Richtigen für diesen Job ausgesucht hatten. Er ist nicht nur ein ausgezeichneter Fotograf mit dem Blick für außergewöhnliche Motive, er hat sich durch seine sympathische Art auch schnell quasi als zwölfter Mann in die VfB-Mannschaft integriert. Und wer Fußballprofis kennt, weiß, dass sie nicht so schnell andere Menschen so nahe an sich ran lassen.«

Das Ergebnis ist ein absolut sehenswertes Buch und das – erstaunlicherweise – nicht nur für Fußballfans. Es macht Spaß, Toby Binder zu folgen – Ihm, der Mannschaft und den VfB-Fans beim Arbeiten, beim Spielen, beim Mitfiebern, beim Jubeln und auch in die Niederlagen. Es ist ein emotionales Buch und ein sehr persönliches – nicht nur für den Fußballfan, sondern stellvertretend für jedes Thema, bei dem Mensch sich begeistert. Es ist eben das Resultat aus einem Traumjob.

© Toby Binder_fotogloria_VfB_12

fotogloria: Toby, zum 120-jährigen Club-Geburtstag hast Du ein Jahr lang den VfB Stuttgart fotografisch begleitet. Dieser Tage ist der Bildband im Rahmen einer großen Vereins-Chronik mit Deinen Fotos erschienen. Ein Traumjob – wie kam es dazu?
Toby Binder: Für meine Abschlussarbeit an der Kunstakademie Stuttgart habe ich mich ja schon vor langer Zeit intensiv für ein Buchprojekt mit dem Thema Fußball – vor allem auch abseits des Platzes – beschäftigt. Ein ähnliches Projekt nun für »meinen« Club machen zu dürfen, war natürlich ein Traumjob.

Der VfB Stuttgart ist und war schon immer »Dein« Verein. Wie hat es sich angefühlt, den Spielern, dem Team, dem Stadion über so lange Zeit so nah zu sein?
Es ist ein tolles Gefühl, als Fan seiner Mannschaft so nah zu sein, aber ich war ja in erster Linie nicht als Fan sondern als Fotograf im Stadion und es ging vor allem darum, professionell einen Job zu erledigen. Ich glaube dies ist mir bis auf den einen Moment auch ganz gut gelungen, als Martin Harnik im Pokalfinale zum 2:3 für den VfB verkürzen konnte – und ich der einzige Fotograf hinter dem Bayern-Tor war, der nicht fotografiert sondern gejubelt hat.

© Toby Binder_fotogloria_VfB_4

Horst Walter, der Geschäftsführer der KircherBurkardt Stuttgart GmbH und damit verantwortlicher Kreativer der Chronik sagt: »…Toby Binder hat sich durch seine sympathische Art auch schnell quasi als zwölfter Mann in die VfB-Mannschaft integriert…« Wie hast Du gearbeitet?
Da ich selber viele Jahre im Verein gespielt habe, wusste ich ja, wie es in einer Fußballkabine zugeht – und bei Sozialverhalten und den Gesprächsthemen herrscht zwischen Bezirksliga und Bundesliga dann doch weniger Unterschied, als man vielleicht denken würde.
Dass ich zu Beginn des Projektes natürlich ein Fremdkörper war, ist logisch. Aber spätestens nachdem Martin Harnik den Spitzname »Otto« für mich gefunden hatte, der sich bis zum Ende gehalten hat, hätte ich als Maskottchen getaugt – wenn die Saison nur etwas besser gelaufen wäre. Wenn man solche Spielchen mitmacht, kann man sich auch selber ab und zu einen frechen Spruch erlauben und irgendwann wird man dann zumindest so weit akzeptiert, dass man auch in Momenten fotografieren kann, die eigentlich tabu sind.

Das Buch hat sehr viele inhaltliche Facetten – Du warst natürlich bei den Spielen dabei, aber auch in den Ausrüstungskammern ebenso wie im Flugzeug unterwegs zu Auswärtsspielen, in Hotelzimmern oder hast neben Massagebänken gestanden. Waren die Themen von vorne herein festgelegt oder haben sie sich entwickelt? Wie frei konntest Du Dich bewegen?
Wenn ein Projekt über einen so langen Zeitraum wie in diesem Fall läuft, kann man natürlich nicht vorab im Detail festlegen, wie genau es am Ende aussehen wird. Uns war klar in welche Richtung es gehen soll und trotzdem musste man sich während des Jahres immer wieder den Gesamtüberblick verschaffen »Was haben wir schon? Was fehlt noch?« etc. Das Ergebnis dieser Überlegung wurde dann mit den Verantwortlichen vom VfB abgewogen und es wurde versucht, mir möglichst viel Bewegungsspielraum einzuräumen. Dass ich natürlich gerne noch viel mehre Einblicke bekommen und mich öfter in der Kabine herumgetrieben hätte, zum Beispiel auch einmal nach einer Niederlage, ist klar. Aber für die inzwischen wahrscheinlich im Profisport üblichen Bedingungen haben wir mit Sicherheit einen einzigartigen Einblick in das Innenleben eines Bundesligavereines bekommen und auch festgehalten.

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Die Spieler haben sich jeweils ein Lieblingsbild ausgesucht. Wie kann man sich das vorstellen – habt Ihr jeweils die Köpfe über dem Bildschirm zusammen gesteckt?
Ich hatte im Wintertrainingslager eine Kiste mit 10×15-Abzügen von etlichen der bis dahin entstandenen Motive dabei. Diese haben wir dann im großen Saal auf den Tischen ausgebreitet und jeder Spieler hat sein Lieblingsbild per Post-it markiert. Interessant war für mich zu beobachten, wer sich wie lange mit welchen Bildern beschäftigt, wie darauf reagiert und auch untereinander kommentiert wird.

Die Vereins-Chronik ist dieser Tage erschienen und ist in der Bücherlandschaft sicher ungewöhnlich – Fotos, Grafik, Typo, Layout, alles ist sehr liebevoll und vor allem sehr schick aufeinander abgestimmt. Wie war die Arbeit an dem Buch?
Man merkt dem Endprodukt schon an, dass die Zusammenarbeit mit der Redaktion und Grafik von KircherBurkhardt sehr eng, immer gut aufeinander abgestimmt und darüber hinaus sehr freundschaftlich war, das heißt wir konnten sehr oft und offen zum Beispiel über Dinge wie Bildauswahl, Bildkombinationen undsoweiter sprechen.

© Toby Binder_fotogloria_VfB_6

Welches Erlebnis aus diesem Jahr Fotografie wirst Du nie vergessen?
Es gab da unzählige Momente, die sicher immer in Erinnerung bleiben werden; und diese resultieren sowohl aus Begegnungen mit den Spielern als auch mit dem Team hinter dem Team im Verein und in besonderer Weise auch mit den Fans. Das kurioseste Erlebnis war wahrscheinlich aber, als mich der Zeugwart des VfB morgens um sieben per Telefon aus dem Bett geklingelt hat: Am Vortag hatte der VfB das Pokal-Halbfinale gewonnen und Georg Niedermeier hatte mir seine Hose geschenkt – samt dem darin versteckten Glückspfennig! Da am Wochenende schon das nächste Spiel anstand, musste der Pfennig per Kurier zurück nach Stuttgart!
Aber das ganz Besondere war sicher, die Chance zu haben einen Bundesligaclub ein komplettes Jahr lang so intensiv begleiten zu können.

 

* Toby Binder schloss 2005 in Stuttgart ein Studium in Kommunikationsdesign und Fotografie ab und fokussiert seine Arbeit seither auf Umwelt- und Gesellschaftsthemen. Schon früh führten ihn Reportagereisen nach Afrika, so dokumentierte er die Müttersterblichkeit in Sierra Leone oder verfolgte den Betrieb auf der Geburtsstation eines malawischen Krankenhauses; auch in Osteuropa oder Lateinamerika stellte er seinen differenzierten, aber nie ins Gekünstelte umschlagenden Sinn für Farbe und Gestik in den Dienst der Unterprivilegierten und Randständigen. Toby Binder lebt in München.

Über fotogloria können Sie Toby Binder gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich gerne und jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Tour – Toby Binder und der FichKona-Radmarathon

Mit dem Fahrrad 605 Kilometer und 2.800 Höhenmeter vom Fichtelgebirge bis ans Kap Arkona auf Rügen. Das alleine hört sich schon nach einer sportlichen Leistung an. Wenn das Ganze dann aber binnen 24 Stunden stattfindet, dann heißt es: Willkommen beim FichKona-Radmarathon. Für die »Tour« begleitete fotogloria-Fotograf Toby Binder die 180 Teilnehmer des Rennens Tag und Nacht, durch Regen, Nebel  und Sturm und war froh, das er nur zum fotografieren das trockene und warme Auto verlassen musste. Das Ergebnis: Vier sehenswerte Doppelseite in der aktuellen Ausgabe.

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* Toby Binder schloss 2005 in Stuttgart ein Studium in Kommunikationsdesign und Fotografie ab und fokussiert seine Arbeit seither auf Umwelt- und Gesellschaftsthemen. Schon früh führten ihn Reportagereisen nach Afrika, so dokumentierte er die Müttersterblichkeit in Sierra Leone oder verfolgte den Betrieb auf der Geburtsstation eines malawischen Krankenhauses; auch in Osteuropa oder Lateinamerika stellte er seinen differenzierten, aber nie ins Gekünstelte umschlagenden Sinn für Farbe und Gestik in den Dienst der Unterprivilegierten und Randständigen. Toby Binder lebt in München.

fotogloria vertritt Toby Binder exklusiv und weltweit. Sie können ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder  info@fotogloria.de.