Schlagwort-Archive: Reportagefotografie

Horizonte-Countdown 2015 | Jordi Busque

Sieben fotogloria-Fotografen sind in diesem Jahr in der großen Gruppenschau »One World« beim achten Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« zu sehen. Eröffnet wird am 30. Mai und bis dahin stellen wir Ihnen jeden Tag einen der ausstellenden Fotografen und seine Arbeit vor. Heute zeigen wir Ihnen die Strecke »The Mennonites of Bolivia« von Jordi Busque. Viel Spaß!

fotogloria _ Jordi Busque _ Mennoniten _ 1

WHAT
My series »The Mennonites of Bolivia« documents the lives of little known religious communities, of European decent, in Eastern Bolivia. Mennonites are Christians, living in isolated farming communities and fiercely protective of their privacy. They reject modern technology and follow a way of life that has not changed since the 16th century. They tend the fields and raise cattle mostly to produce cheese. Their language is an old dialect of medieval German called Plattdeutsch. They don’t allow marriage outside their community.
Their core belief is what they call »the narrow path«. By choosing a difficult road, instead of the comforts of modern society, they can be closer to God.

WHERE
As the 21st century brings modernity almost everywhere, Mennonites have found a place to settle in what they perceive is a little developed Bolivia, where they have enough isolation and freedom to follow their tradition without having to compromise their values.

WHY
I want to document a lifestyle that has all the chances to disappear in the modern and globalized 21st century.

fotogloria _ Jordi Busque _ Mennoniten _ 3

HOW
It is important to know that in these communities photography is usually taboo. It took much time and gentle prodding to be finally allowed to be in their midst and photograph their lives. Extreme patience is the key on how I obtained these photograph.

WHO
Jordi Busqué is an award winning photographer and former astrophysicist. His photographs and texts have appeared in some of the most prestigious publications including National Geographic Magazine (USA), Geo (Germany and France), El País Semanal (Spain), Lonely Planet Magazine (Spain), Science et Vie (France) and Terre Sauvage (France). Jordi divides his work between photojournalism, science and travel photography. He has traveled extensively around the world and he specializes in remote areas of South America.

P.S.: Schauen Sie sich gerne die ganze Serie »The Mennonites of Bolivia« von fotogloria-Fotograf Jordi Busque in der fotogloria-Bilddatenbank an – bitte HIER entlang.  Natürlich können Sie alle Motive auch für Ihre Zwecke lizensieren – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

P.P.S.: Jordi Busques »The Mennonites of Bolivia«  wurden Ende 2014 auf vielen Seiten im Magazin Stern gezeigt, passend dazu haben wir Jordi für den fotogloria-Blog interviewt. Die ganze Geschichte finden Sie HIER.

P.P.P.S.: fotogloria vertritt Jordi Busque exklusiv in Deutschland. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Horizonte-Countdown 2015 | Toby Binder

 »One World« ist auch in diesem Jahr wieder eine brisante Mischung mit begeisternd vielfältigen und inspirierenden Gedankenanstößen.« So fasst Kurator Klaus Tiedge die Gruppenausstellung zusammen, die im Rahmen des achten Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst« am 30. Mai eröffnet wird. Und in der Arbeiten von sieben fotogloria-Fotografen gezeigt werden.

Bis zum Festival-Startschuss stellen wir Ihnen jeden Tag einen anderen Fotografen und seine Arbeit vor, heute ist es Toby Binder mit seiner Reportage »Konfliktfreier Zinnabbau im Ostkongo«. Viel Vergnügen!

fotogloria _ Toby Binder _ Erzabbau Kongo _ 1

WAS
»Konfliktfreier Zinnabbau im Ostkongo« – Ohne die Gewinnung von Zinnerz gäbe es keine Smartphones, Digitalkameras oder Laptops. Doch an dem Metall, das in Teilen aus dem Ostkongo stammt klebt Blut. Immer wieder besetzen Rebellengruppen die Erzminen. Mit dem Geld, das sie von Bergleuten und Händlern erpressen, finanzieren sie ihre Waffen. Im kongolesischen Bürgerkrieg und in den fortlaufenden Konflikten im Osten des Landes, sind in den vergangenen 15 Jahren mehrere Hunderttausend Menschen ums Leben gekommen, mehrere Millionen wurden vertrieben, zehntausende Frauen vergewaltigt. Wer sich in Europa ein Handy kauft, muss damit rechnen, diesen Krieg ungewollt mitzufinanzieren.
Seit der Jahrtausendwende forderten NGO-Aktivistinnen und Aktivisten Gerätehersteller auf, ihre Lieferketten offenzulegen. Ein Gesetz gegen »Blutmineralien«, das der US-Kongress 2011 verabschiedete, verlangt von an der US-Börse gelisteten Firmen den Nachweis. dass Rohstoffe wie Zinnerz und Coltan aus dem Kongo und seinen Nachbarstaaten aus Minen stammen, die von keiner bewaffneten Gruppe kontrolliert werden. Daraufhin hat der Interessenverband der Zinnindustrie, das International Tin Research Institute (lTRI) mit Sitz in London, mit Partnern aus der Computer- und Telekommunikationsbranche ein System entwickelt, mit dem die Lieferkette von Zinn bis zum Bergwerksstollen luckenlos zuruckverfolgt werden kann. ln Nyabibwe wird das System in einem Pilotversuch getestet und von dem niederländischen Produzenten »Fairphone ß. V.« als erstem Hersteller genutzt. Toby Binder ist 2013 nach Nyabibwe gereist und hat das Projekt dort fotografisch dokumentiert.

WO
Nyabibwe, Süd-Kivu, Demokratische Republik Kongo

WARUM
ln einer globalisienen Welt ist es zunehmend schwierig nachzuvollziehen, welche Rohstoffe in
unseren Konsumgütern woher stammen – und welche Folgen ihre Förderung für die Menschen vor Ort hat. Das ITRI-Verfahren ist ein postives Beispiel, wie durch eine lückenlose Offenlegung der Lieferkette ausgeschlossen werden kann, dass Rohstoffe zur Finanzierung von Konflikten beitragen. Und das so dem Konsumenten die Möglichkeit, aber auch die Verantwortung übertragen wird, genau hinzuschauen, wo die Teile seines Mobihelefons, Computers oder Tablets herstammen.

fotogloria _ Toby Binder _ Erzabbau Kongo _ 3

WIE
Die Kamera im feuchten Schlamm der Minen bestmöglich wasserdicht verpackt und in den dunklen Stollen und Höhlen der Mine nur im Schein der Stirnlampe – vor allem auf einen schnellen Autofokus verlassend.

WER
Nach seinem Abschluss in Kommunikationsdesign bei Hans-Georg Pospischil und dem Master of Photography 2005 in Stuttgart, spezialisierte sich Toby Binder auf Reportagen vorwiegend aus den Bereichen Umwelt und Gesellschaft. In den letzten Jahren reiste er etwa zu den Ölfeldern in Aserbaidschan, erarbeitete eine Strecke über die Müttersterblichkeit in Sierra Leone oder begleitete illegale Kohlegräber in Polen. Toby Binder lebt in München.

P.S.: Toby Binder hat die Reportage seinerzeit für das Magazin Neon fotografiert und wir haben ihn für den fotogloria-Blog natürlich ausführlich dazu befragt. Das Interview finden Sie HIER.

P.P.S.: fotogloria vertritt Toby Binder exklusiv iund weltweit. Und über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Georg Knoll feiert Ritterfest für GEOlino

Wenn Menschen sich in Gewänder werfen und zu Ritter, Hofdamen und Knappen werden, dann ist Ritterfest. Und das ist natürlich besonders für Kinder eine spannende Sache – kein Wunder also, dass Geolino einen Fotografen auf die Marksburg mitten ins Mittelalter schickt. Und fotogloria-Fotograf Georg Knoll hat den Job auch richtig gerne erledigt!

Geolino_Marksburg_Knoll_1 Geolino_Marksburg_Knoll_3

Geolino_Marksburg_Knoll_2 Geolino_Marksburg_Knoll_4

Über fotogloria können Sie Georg Knoll gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Stern – Jordi Busque und die Lebensweise der Mennoniten

Manchmal passiert eine von diesen tollen Geschichten wirklich, in denen ein engagierter Fotograf und sein egangiertes Fotothema (fast) ganz von alleine entdeckt werden und fortan Preise gewinnen und veröffentlicht werden. In diesem Fall ist es die Geschichte von fotogloria-Fotograf Jordi Busque.

2006 erfuhr Jordi zufällig von mehreren Menoniten-Familien, die sich irgendwo im Nirgendwo in Bolivien angesiedelt hatten und dort so leben wie die Menschen vor 150 Jahren. Mit viel Geduld und Zeit machte er sich auf, diese Menschen und ihre Lebensumstände zu fotografieren, nach und nach entstand ein großes Portfolio an großartigen Bildern – eine freie Arbeit über die Lebensweise der Mennoniten, die ihresgleichen sucht. Und die dann 2014 mit dem Getty Grant gewürdigt wurde. Mit dem Preisgeld arbeitete Jordi – man ahnt es – dann sofort an dem Thema weiter.

Auf die Geschichte aufmerksam gemacht, engagierte dann jüngst der Stern – über und mit organisatorischer Unterstützung von fotogloria – Jordi für eine umfangreiche Geschichte über »seine Mennoniten«.

Skript_L_H_Fotografie_ipad

Wir sprachen mit Jordi darüber, wie er sich dem Thema angenähert hat.

fotogloria: Wie bist Du auf das Mennoniten-Thema gekommen?
Jordi Busque: Ich habe das Thema durch Zufall entdeckt – Ich hatte vorher keine Ahnung von den Mennoniten und deren Lebensweise. Aber als ich anfing zu recherchieren, war ich sofort fasziniert und bin bald darauf das erste Mal zu ihnen gefahren. Mitten im Norgendwo in Bolivien.

Was reizt Dich an dem Thema?
Spannend finde ich, dass diese Menschen nicht dem Mainstream, nicht der weltweiten Entwicklung folgen. Die Gesellschaften weltweit werden sich immer ähnlicher, aber diese Menschen bleiben Ihren Traditionen treu. Die Tatsache, dass es sich dabei außerdem um eine sehr verschlossene und schwer zu fotografieren Welt handelt, hat mich enorm motiviert – einen Zugang zu ihnen zu finden, ähnelt sehr einer Forschung- bzw. Entdeckungsreise in Zeiten, in denen fast alles schon entdeckt ist…

Skript_L_H_Fotografie_ipad

Seit wann arbeitest Du an der Geschichte?
Seit 2006 war ich sehr oft dort.

Wie ist es Dir gelungen, dass für die Fotografie wichtige Vertrauen aufzubauen?
Mit sehr viel Geduld. Und in dem ich ihnen immer erzähle, was ich vor habe und dabei so zurückhaltend wie möglich agiere. Und ich respektiere auch, wenn jemand nicht fotoglrafiert werden möchte.

Wie hast Du selber in den Wochen der Fotografie bei den Mennoniten gelebt?
Am Anfang habe ich in meinem Schlafsack auf dem Boden geschlafen – trotz der vielen giftigen und sogar tödlichen Schlangen… Später wurde ich in die Häuser eingeladen und schlief in den verschiedensten Gästezimmern.

Hast Du den fotografierten die Fotos gezeigt? Und wie sind sie angekommen?
Ja, ich zeigte Ihnen die Fotos auf der Kamera, sie waren immer sehr neugierig und fragten mich auch oft nach Abzügen – die habe ich dann immer hinterher per Post geschickt.

Skript_L_H_Fotografie_ipad

Was war die schwierigste und was die schönste Situation?
Es ist mir immer äußerst unangenehm, Beerdigungen zu fotografieren. Ich war und bin oft dabei, weil ich mittlerweile dazu eingeladen werde. Aber ich habe dabei immer nur wenig und aus der Distanz fotografiert – auch wenn es  spannende Situationen zu beobachten gab, so wollte ich auf keinen Fall stören.
Die schönste Situation war eines Morgens, bevor die Sonne aufging. Es war neblig und der Nebel war rosa gefärbt. In diesem Moment liefen einige Mädchen Richtung Schule. Es sah aus wie eine Zeitreise.

Und zuguterletzt: Wirst Du an der Geschichte weiterarbeiten?
Ja, ich will daraus ein Langzeitprojekt machen. Ich möchte nicht nur die Traditionen der Mennoniten in Bolivien festhalten, sondern auch mögliche Veränderungen fotografieren – es wird für sie immer schwieriger, sich ganz von der modernen Welt fern zu halten.

Skript_L_H_Fotografie_ipad

*Jordi Busque ist Bildjournalist, Reise- und Wissenschaftsfotograf – für die Fotografie entschied er sich nach jahrelanger Tätigkeit als Astrophysiker an der Universität von Barcelona und dem Institut für Astrophysik in Paris. Für seine Arbeiten wurde er bereits u. a. mit dem Titel »BBC Photographer of The Year» ausgezeichnet. Jordi Busque lebt in Barcelona.

** Und HIER können Sie sich die gesamte Geschichte in der fotogloria-Bilddatenbank anschauen. Und natürlich auch lizensieren.

*** Über fotogloria können Sie Jordi Busque natürlich auch für Ihre Ideen und Aufträge buchen . Melden Sie sich gerne und jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Horizonte-Countdown 2014 | Nicoló Minerbi

»Das ganze Kaleidoskop zeitgemäßer Thematik im Zusammenhang mit Natur und Umwelt zu bearbeiten und wirkungsvolle Aussagen damit zu gestalten«, ist für Kurator Klaus Tiedge Herausforderung und Vergnügen zugleich – bei der jährlich wiederkehrenden Bilderschau des Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst«, das am 24. Mai 2014  zum siebten Mal eröffnet wird.

In diesem Jahr sind 13 fotogloria-Fotografen und ihre Arbeiten in den Ausstellungen mit dabei. Wir stellen im »Horizonte-Countdown« jeden Tag einen von Ihnen vor. Heute ist es Nicolò Minerbi und seine Arbeit »Wag Hotel«, in Zingst zu sehen in der Gruppenausstellung »One World«. Viel Spaß!

Wag Hotels, suites for cats and dogs å© Nicolo' Minerbi

WHAT
Imagine a pet world. Where rooms, spas and gyms are populated by dogs and cats. Where everything is meant to be seen from a lower perspective… where four legs rule. Then, this is it. A kindergarden created to host cats and dogs, while their „parents“ are at work, somewhere in the Silicon Valley.

WHERE
This is the San Francisco Wag Hotel, right off the 101, the Tech freeway that links the nerds of the City to the geeks of Silicon Valley

WHY
Not just because it’s weird. To be honest this is the less interesting part of the story. As a matter of fact, topics are not the pets here. But the people. The ones that work here, dealing with furry customers as it were a common thing to do, the ones that drop their „babies“ in the morning like they weren’t empty nesters anymore, the ones that could see themselves as parents again.

HOW
Shot with a Leica rangefinder digital camera, just because that’s the way I like it.

Wag Hotels, l'albergo per cani e gatti

WHO
I have a problem. Kind of a desease. I see pictures around me. That happens me all the time.
Although sometime I decide to turn them into photos, sometime I just let them go away. No memories for nobody. Strong light in the background I just found out it’s more exciting than sex with strangers. I used to live somewhere, but you’ll find me somewhere else.

 

P.S.: Die ganze Geschichte »Wag Hotel« von Nicoló Minerbi finden Sie im fotogloria-Archiv, bitte HIER entlang. Bei allen Fragen zur Lizensierung oder zu anderen Themen melden Sie sich gerne und jederzeit.

P.P.S.: Nicolo Minerbi ist ein fotografisches Ausnahmetalent: Keine Szene, kein Thema, keine Situation, keine Idee, aus der er nicht – fast im vorbeigehen – ein Bild komponiert. Für seine Fotografie mixt er intelligente Gedanken, visuelle Visionen, spitzfindigen Humor, stilistischen Überschwang und schlicht Spaß zu ganz eigenen Bildwelten – und das alles entlang der perfekt beherrschten Klaviatur fotografischer Ausdrucksformen. Nicolò Minerbi lebt derzeit in Modica/ Sizilien und arbeitet weltweit.

P.P.P.S.: fotogloria vertritt Nicoló Minerbi weltweit. Über fotogloria können Sie ihn natürlich gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

120 Jahre VfB Stuttgart – Toby Binder fotografiert Bildband

Stellen Sie sich vor, sie seien schon seit Kindesbeinen an ein glühender Fan von »Ihrem« Fußballverein. Stellen Sie sich weiter vor, sie seien im späteren Leben Reportagefotograf mit Herz und Seele. Und stellen Sie sich nun vor, Sie würden gefragt werden, ob Sie »Ihren« Verein über ein Jahr lang fotografisch begleiten möchten, mit freiem Zugang zu den Spielern, in alle Bereiche, zu allen Spielen und mit dem Endergebnis Bildband…

Es gibt ihn, diesen Traumjob. fotogloria-Fotograf Toby Binder hat ihn gerade abgeschlossen und  seinen Verein, den VfB Stuttgart, für den Bildband der jüngst erschienenen 3-teiligen Chronik in allen nur denkbaren Facetten fotografiert. Horst Walter, der Geschäftsführer der KircherBurkhardt Stuttgart GmbH und federführend in der Umsetzung der Chronik sagt zu der Fotografie von fotogloria-Fotograf Toby Binder: »Uns war schnell klar, dass wir mit Toby Binder den Richtigen für diesen Job ausgesucht hatten. Er ist nicht nur ein ausgezeichneter Fotograf mit dem Blick für außergewöhnliche Motive, er hat sich durch seine sympathische Art auch schnell quasi als zwölfter Mann in die VfB-Mannschaft integriert. Und wer Fußballprofis kennt, weiß, dass sie nicht so schnell andere Menschen so nahe an sich ran lassen.«

Das Ergebnis ist ein absolut sehenswertes Buch und das – erstaunlicherweise – nicht nur für Fußballfans. Es macht Spaß, Toby Binder zu folgen – Ihm, der Mannschaft und den VfB-Fans beim Arbeiten, beim Spielen, beim Mitfiebern, beim Jubeln und auch in die Niederlagen. Es ist ein emotionales Buch und ein sehr persönliches – nicht nur für den Fußballfan, sondern stellvertretend für jedes Thema, bei dem Mensch sich begeistert. Es ist eben das Resultat aus einem Traumjob.

© Toby Binder_fotogloria_VfB_12

fotogloria: Toby, zum 120-jährigen Club-Geburtstag hast Du ein Jahr lang den VfB Stuttgart fotografisch begleitet. Dieser Tage ist der Bildband im Rahmen einer großen Vereins-Chronik mit Deinen Fotos erschienen. Ein Traumjob – wie kam es dazu?
Toby Binder: Für meine Abschlussarbeit an der Kunstakademie Stuttgart habe ich mich ja schon vor langer Zeit intensiv für ein Buchprojekt mit dem Thema Fußball – vor allem auch abseits des Platzes – beschäftigt. Ein ähnliches Projekt nun für »meinen« Club machen zu dürfen, war natürlich ein Traumjob.

Der VfB Stuttgart ist und war schon immer »Dein« Verein. Wie hat es sich angefühlt, den Spielern, dem Team, dem Stadion über so lange Zeit so nah zu sein?
Es ist ein tolles Gefühl, als Fan seiner Mannschaft so nah zu sein, aber ich war ja in erster Linie nicht als Fan sondern als Fotograf im Stadion und es ging vor allem darum, professionell einen Job zu erledigen. Ich glaube dies ist mir bis auf den einen Moment auch ganz gut gelungen, als Martin Harnik im Pokalfinale zum 2:3 für den VfB verkürzen konnte – und ich der einzige Fotograf hinter dem Bayern-Tor war, der nicht fotografiert sondern gejubelt hat.

© Toby Binder_fotogloria_VfB_4

Horst Walter, der Geschäftsführer der KircherBurkardt Stuttgart GmbH und damit verantwortlicher Kreativer der Chronik sagt: »…Toby Binder hat sich durch seine sympathische Art auch schnell quasi als zwölfter Mann in die VfB-Mannschaft integriert…« Wie hast Du gearbeitet?
Da ich selber viele Jahre im Verein gespielt habe, wusste ich ja, wie es in einer Fußballkabine zugeht – und bei Sozialverhalten und den Gesprächsthemen herrscht zwischen Bezirksliga und Bundesliga dann doch weniger Unterschied, als man vielleicht denken würde.
Dass ich zu Beginn des Projektes natürlich ein Fremdkörper war, ist logisch. Aber spätestens nachdem Martin Harnik den Spitzname »Otto« für mich gefunden hatte, der sich bis zum Ende gehalten hat, hätte ich als Maskottchen getaugt – wenn die Saison nur etwas besser gelaufen wäre. Wenn man solche Spielchen mitmacht, kann man sich auch selber ab und zu einen frechen Spruch erlauben und irgendwann wird man dann zumindest so weit akzeptiert, dass man auch in Momenten fotografieren kann, die eigentlich tabu sind.

Das Buch hat sehr viele inhaltliche Facetten – Du warst natürlich bei den Spielen dabei, aber auch in den Ausrüstungskammern ebenso wie im Flugzeug unterwegs zu Auswärtsspielen, in Hotelzimmern oder hast neben Massagebänken gestanden. Waren die Themen von vorne herein festgelegt oder haben sie sich entwickelt? Wie frei konntest Du Dich bewegen?
Wenn ein Projekt über einen so langen Zeitraum wie in diesem Fall läuft, kann man natürlich nicht vorab im Detail festlegen, wie genau es am Ende aussehen wird. Uns war klar in welche Richtung es gehen soll und trotzdem musste man sich während des Jahres immer wieder den Gesamtüberblick verschaffen »Was haben wir schon? Was fehlt noch?« etc. Das Ergebnis dieser Überlegung wurde dann mit den Verantwortlichen vom VfB abgewogen und es wurde versucht, mir möglichst viel Bewegungsspielraum einzuräumen. Dass ich natürlich gerne noch viel mehre Einblicke bekommen und mich öfter in der Kabine herumgetrieben hätte, zum Beispiel auch einmal nach einer Niederlage, ist klar. Aber für die inzwischen wahrscheinlich im Profisport üblichen Bedingungen haben wir mit Sicherheit einen einzigartigen Einblick in das Innenleben eines Bundesligavereines bekommen und auch festgehalten.

© Toby Binder_fotogloria_VfB_8

Die Spieler haben sich jeweils ein Lieblingsbild ausgesucht. Wie kann man sich das vorstellen – habt Ihr jeweils die Köpfe über dem Bildschirm zusammen gesteckt?
Ich hatte im Wintertrainingslager eine Kiste mit 10×15-Abzügen von etlichen der bis dahin entstandenen Motive dabei. Diese haben wir dann im großen Saal auf den Tischen ausgebreitet und jeder Spieler hat sein Lieblingsbild per Post-it markiert. Interessant war für mich zu beobachten, wer sich wie lange mit welchen Bildern beschäftigt, wie darauf reagiert und auch untereinander kommentiert wird.

Die Vereins-Chronik ist dieser Tage erschienen und ist in der Bücherlandschaft sicher ungewöhnlich – Fotos, Grafik, Typo, Layout, alles ist sehr liebevoll und vor allem sehr schick aufeinander abgestimmt. Wie war die Arbeit an dem Buch?
Man merkt dem Endprodukt schon an, dass die Zusammenarbeit mit der Redaktion und Grafik von KircherBurkhardt sehr eng, immer gut aufeinander abgestimmt und darüber hinaus sehr freundschaftlich war, das heißt wir konnten sehr oft und offen zum Beispiel über Dinge wie Bildauswahl, Bildkombinationen undsoweiter sprechen.

© Toby Binder_fotogloria_VfB_6

Welches Erlebnis aus diesem Jahr Fotografie wirst Du nie vergessen?
Es gab da unzählige Momente, die sicher immer in Erinnerung bleiben werden; und diese resultieren sowohl aus Begegnungen mit den Spielern als auch mit dem Team hinter dem Team im Verein und in besonderer Weise auch mit den Fans. Das kurioseste Erlebnis war wahrscheinlich aber, als mich der Zeugwart des VfB morgens um sieben per Telefon aus dem Bett geklingelt hat: Am Vortag hatte der VfB das Pokal-Halbfinale gewonnen und Georg Niedermeier hatte mir seine Hose geschenkt – samt dem darin versteckten Glückspfennig! Da am Wochenende schon das nächste Spiel anstand, musste der Pfennig per Kurier zurück nach Stuttgart!
Aber das ganz Besondere war sicher, die Chance zu haben einen Bundesligaclub ein komplettes Jahr lang so intensiv begleiten zu können.

 

* Toby Binder schloss 2005 in Stuttgart ein Studium in Kommunikationsdesign und Fotografie ab und fokussiert seine Arbeit seither auf Umwelt- und Gesellschaftsthemen. Schon früh führten ihn Reportagereisen nach Afrika, so dokumentierte er die Müttersterblichkeit in Sierra Leone oder verfolgte den Betrieb auf der Geburtsstation eines malawischen Krankenhauses; auch in Osteuropa oder Lateinamerika stellte er seinen differenzierten, aber nie ins Gekünstelte umschlagenden Sinn für Farbe und Gestik in den Dienst der Unterprivilegierten und Randständigen. Toby Binder lebt in München.

Über fotogloria können Sie Toby Binder gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich gerne und jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Leica Galerie – Didier Ruef zeigt seine »Animals‘ World«

Jeder Fotograf hat sein thematisches Steckenpferd, an dem er oft entlang seiner ganzen Laufbahn arbeitet. So entstehen teils kuriose, teils persönliche, vielleicht banale und nicht selten in die Hunderte gehende Bildersammlungen, die sich Ihren Weg in die Öffentlichkeit – je nach Ausprägung – erst bahnen müssen. Nicht so Didier Ruefs fotografischer »roter Faden«: Seit Anbeginn seiner Karriere fotografiert der fotogloria-Fotograf Tiere. Besser gesagt: Menschen und ihre Beziehungen zu Tieren. Immer als »Beiwerk« zu seinen Aufträgen, die ihn rund um den Globus reisen lassen. Und das immer so gut, so stetig humorvoll und in einer solchen Vielfalt, dass seine Arbeit »Animals‘ World« nun mit einer großen Schau in der Leica Galerie in Zingst gewürdigt wird – die Eröffnung ist am 4. Oktober 2013 ab 17.30 Uhr im Rahmen des »Fotoherbstes Zingst«.

Klaus Tiedge, der Kurator der Ausstellung sagt zu Didiers Arbeiten: »Es sind klassische bildjournalistische Tugenden, die Didier Ruef auszeichnen. Den erzählenden Höhepunkt einer Situation versteht er in wirkungsvoll gestalteten, sehenswerten Fotografien zu erfassen. Idealerweise ist die Leica seine Kamera für diese Arbeitsweise. Er steht damit in der Tradition beispielsweise eines Cartier Bresson. Die Agentur fotogloria hat sich bei der Suche nach außergewöhnlicher zeitgenössischer Fotografie als extrem leistungsstark bewährt. Sie erfüllt damit eine wichtige Funktion in der Fotoszene.«

USA, spanish Harlem å© Didier Ruef

fotogloria: Wann hast Du die ersten Bilder zu Deinem Langzeitprojekt »Animals‘ World« fotografiert?
Didier Ruef: Ich habe die ersten Bilder gemacht, als ich als professioneller Fotograf angefangen habe – das war 1985.

Warum Tiere?
Ich bin mit Hunden und Katzen aufgewachsen und sie immer geliebt… Im Ernst: Mein großes fotografisches Thema war und ist der Mensch – wo und wie leben die Menschen, was treibt sie an, was treibt sie um. Und Tiere sind – egal wo Du hinkommst – immer mit dabei. So habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die vielfältigen Beziehungen zwischen Mensch und Tier rund um die Welt aufzuspüren und zu fotografieren – im Optimalfall mit einer gehörigen Prise Humor.

Evening suit and bow tie. Swans.

Deine Bilder sind tatsächlich sehr komisch – was denkst Du über den Humor in der Fotografie?
Die Welt in der wir leben, kann Humor gebrauchen. Oder auch Ironie. Die Situationen auf meinen Bildern sind immer real, nie gestellt, es sind Alltagsszenen und damit – auch in ihrer Komik – stellvertretend für unsere Zeit.

Arbeitest Du immer noch an der Serie?
Ja, das mache ich. Mein Ziel sind weitere 20 starke Bilder und dann veröffentliche ich ein weiteres Buch.*

Russia. Birds. Communist statue. Star

Deine »Animals‘ World« wird in einer großen Ausstellung in der Leica Galerie ausgestellt – wie denkst Du darüber?
Eine Show in der Leica Galerie in Zingst zu haben ist großartig. Die freundschaftliche und herzliche Atmosphäre ist toll, um dem Publikum meine Bilder und meine Sicht auf die Dinge näher zu bringen – ich hoffe, die Zuschauer haben Spaß und nehmen vielleicht auch den ein oder anderen kritischen Gedanken mit.

HIER sehen Sie eine Auswahl aus Didier Ruefs Projekt »Animals‘ World«. Bei allen Lizensierungswünschen oder sonstigen Fragen melden Sie sich gerne und jederzeit bei fotogloria unter +49 (0)40 609 42 906 -0 oder auch unter info@fotogloria.de.

*Der schweizer Verlag QTI hat einen kleinen, aber feinen Bildband von Didier Ruefs »Bestiarium« herausgebracht. ISBN:  978-88-85922-14-3

Tour – Toby Binder und der FichKona-Radmarathon

Mit dem Fahrrad 605 Kilometer und 2.800 Höhenmeter vom Fichtelgebirge bis ans Kap Arkona auf Rügen. Das alleine hört sich schon nach einer sportlichen Leistung an. Wenn das Ganze dann aber binnen 24 Stunden stattfindet, dann heißt es: Willkommen beim FichKona-Radmarathon. Für die »Tour« begleitete fotogloria-Fotograf Toby Binder die 180 Teilnehmer des Rennens Tag und Nacht, durch Regen, Nebel  und Sturm und war froh, das er nur zum fotografieren das trockene und warme Auto verlassen musste. Das Ergebnis: Vier sehenswerte Doppelseite in der aktuellen Ausgabe.

© Binder_Tour_Fichkona_fotogloria_3

© Binder_Tour_Fichkona_fotogloria_4

* Toby Binder schloss 2005 in Stuttgart ein Studium in Kommunikationsdesign und Fotografie ab und fokussiert seine Arbeit seither auf Umwelt- und Gesellschaftsthemen. Schon früh führten ihn Reportagereisen nach Afrika, so dokumentierte er die Müttersterblichkeit in Sierra Leone oder verfolgte den Betrieb auf der Geburtsstation eines malawischen Krankenhauses; auch in Osteuropa oder Lateinamerika stellte er seinen differenzierten, aber nie ins Gekünstelte umschlagenden Sinn für Farbe und Gestik in den Dienst der Unterprivilegierten und Randständigen. Toby Binder lebt in München.

fotogloria vertritt Toby Binder exklusiv und weltweit. Sie können ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder  info@fotogloria.de.