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Horizonte-Countdown 2015 | Jordi Busque

Sieben fotogloria-Fotografen sind in diesem Jahr in der großen Gruppenschau »One World« beim achten Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« zu sehen. Eröffnet wird am 30. Mai und bis dahin stellen wir Ihnen jeden Tag einen der ausstellenden Fotografen und seine Arbeit vor. Heute zeigen wir Ihnen die Strecke »The Mennonites of Bolivia« von Jordi Busque. Viel Spaß!

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WHAT
My series »The Mennonites of Bolivia« documents the lives of little known religious communities, of European decent, in Eastern Bolivia. Mennonites are Christians, living in isolated farming communities and fiercely protective of their privacy. They reject modern technology and follow a way of life that has not changed since the 16th century. They tend the fields and raise cattle mostly to produce cheese. Their language is an old dialect of medieval German called Plattdeutsch. They don’t allow marriage outside their community.
Their core belief is what they call »the narrow path«. By choosing a difficult road, instead of the comforts of modern society, they can be closer to God.

WHERE
As the 21st century brings modernity almost everywhere, Mennonites have found a place to settle in what they perceive is a little developed Bolivia, where they have enough isolation and freedom to follow their tradition without having to compromise their values.

WHY
I want to document a lifestyle that has all the chances to disappear in the modern and globalized 21st century.

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HOW
It is important to know that in these communities photography is usually taboo. It took much time and gentle prodding to be finally allowed to be in their midst and photograph their lives. Extreme patience is the key on how I obtained these photograph.

WHO
Jordi Busqué is an award winning photographer and former astrophysicist. His photographs and texts have appeared in some of the most prestigious publications including National Geographic Magazine (USA), Geo (Germany and France), El País Semanal (Spain), Lonely Planet Magazine (Spain), Science et Vie (France) and Terre Sauvage (France). Jordi divides his work between photojournalism, science and travel photography. He has traveled extensively around the world and he specializes in remote areas of South America.

P.S.: Schauen Sie sich gerne die ganze Serie »The Mennonites of Bolivia« von fotogloria-Fotograf Jordi Busque in der fotogloria-Bilddatenbank an – bitte HIER entlang.  Natürlich können Sie alle Motive auch für Ihre Zwecke lizensieren – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

P.P.S.: Jordi Busques »The Mennonites of Bolivia«  wurden Ende 2014 auf vielen Seiten im Magazin Stern gezeigt, passend dazu haben wir Jordi für den fotogloria-Blog interviewt. Die ganze Geschichte finden Sie HIER.

P.P.P.S.: fotogloria vertritt Jordi Busque exklusiv in Deutschland. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

 

Stern – Jordi Busque und die Lebensweise der Mennoniten

Manchmal passiert eine von diesen tollen Geschichten wirklich, in denen ein engagierter Fotograf und sein egangiertes Fotothema (fast) ganz von alleine entdeckt werden und fortan Preise gewinnen und veröffentlicht werden. In diesem Fall ist es die Geschichte von fotogloria-Fotograf Jordi Busque.

2006 erfuhr Jordi zufällig von mehreren Menoniten-Familien, die sich irgendwo im Nirgendwo in Bolivien angesiedelt hatten und dort so leben wie die Menschen vor 150 Jahren. Mit viel Geduld und Zeit machte er sich auf, diese Menschen und ihre Lebensumstände zu fotografieren, nach und nach entstand ein großes Portfolio an großartigen Bildern – eine freie Arbeit über die Lebensweise der Mennoniten, die ihresgleichen sucht. Und die dann 2014 mit dem Getty Grant gewürdigt wurde. Mit dem Preisgeld arbeitete Jordi – man ahnt es – dann sofort an dem Thema weiter.

Auf die Geschichte aufmerksam gemacht, engagierte dann jüngst der Stern – über und mit organisatorischer Unterstützung von fotogloria – Jordi für eine umfangreiche Geschichte über »seine Mennoniten«.

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Wir sprachen mit Jordi darüber, wie er sich dem Thema angenähert hat.

fotogloria: Wie bist Du auf das Mennoniten-Thema gekommen?
Jordi Busque: Ich habe das Thema durch Zufall entdeckt – Ich hatte vorher keine Ahnung von den Mennoniten und deren Lebensweise. Aber als ich anfing zu recherchieren, war ich sofort fasziniert und bin bald darauf das erste Mal zu ihnen gefahren. Mitten im Norgendwo in Bolivien.

Was reizt Dich an dem Thema?
Spannend finde ich, dass diese Menschen nicht dem Mainstream, nicht der weltweiten Entwicklung folgen. Die Gesellschaften weltweit werden sich immer ähnlicher, aber diese Menschen bleiben Ihren Traditionen treu. Die Tatsache, dass es sich dabei außerdem um eine sehr verschlossene und schwer zu fotografieren Welt handelt, hat mich enorm motiviert – einen Zugang zu ihnen zu finden, ähnelt sehr einer Forschung- bzw. Entdeckungsreise in Zeiten, in denen fast alles schon entdeckt ist…

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Seit wann arbeitest Du an der Geschichte?
Seit 2006 war ich sehr oft dort.

Wie ist es Dir gelungen, dass für die Fotografie wichtige Vertrauen aufzubauen?
Mit sehr viel Geduld. Und in dem ich ihnen immer erzähle, was ich vor habe und dabei so zurückhaltend wie möglich agiere. Und ich respektiere auch, wenn jemand nicht fotoglrafiert werden möchte.

Wie hast Du selber in den Wochen der Fotografie bei den Mennoniten gelebt?
Am Anfang habe ich in meinem Schlafsack auf dem Boden geschlafen – trotz der vielen giftigen und sogar tödlichen Schlangen… Später wurde ich in die Häuser eingeladen und schlief in den verschiedensten Gästezimmern.

Hast Du den fotografierten die Fotos gezeigt? Und wie sind sie angekommen?
Ja, ich zeigte Ihnen die Fotos auf der Kamera, sie waren immer sehr neugierig und fragten mich auch oft nach Abzügen – die habe ich dann immer hinterher per Post geschickt.

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Was war die schwierigste und was die schönste Situation?
Es ist mir immer äußerst unangenehm, Beerdigungen zu fotografieren. Ich war und bin oft dabei, weil ich mittlerweile dazu eingeladen werde. Aber ich habe dabei immer nur wenig und aus der Distanz fotografiert – auch wenn es  spannende Situationen zu beobachten gab, so wollte ich auf keinen Fall stören.
Die schönste Situation war eines Morgens, bevor die Sonne aufging. Es war neblig und der Nebel war rosa gefärbt. In diesem Moment liefen einige Mädchen Richtung Schule. Es sah aus wie eine Zeitreise.

Und zuguterletzt: Wirst Du an der Geschichte weiterarbeiten?
Ja, ich will daraus ein Langzeitprojekt machen. Ich möchte nicht nur die Traditionen der Mennoniten in Bolivien festhalten, sondern auch mögliche Veränderungen fotografieren – es wird für sie immer schwieriger, sich ganz von der modernen Welt fern zu halten.

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*Jordi Busque ist Bildjournalist, Reise- und Wissenschaftsfotograf – für die Fotografie entschied er sich nach jahrelanger Tätigkeit als Astrophysiker an der Universität von Barcelona und dem Institut für Astrophysik in Paris. Für seine Arbeiten wurde er bereits u. a. mit dem Titel »BBC Photographer of The Year» ausgezeichnet. Jordi Busque lebt in Barcelona.

** Und HIER können Sie sich die gesamte Geschichte in der fotogloria-Bilddatenbank anschauen. Und natürlich auch lizensieren.

*** Über fotogloria können Sie Jordi Busque natürlich auch für Ihre Ideen und Aufträge buchen . Melden Sie sich gerne und jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.