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Was für ein Erfolg: Das siebte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« 2014

Die Zahlen sprechen für sich: 7 Tage, 20 Ausstellungen, 37.000 Besucher – so war das beim siebten Umweltfotofestival »Horizonte Zingst«.

Mit dabei: 13 fotogloria-Fotografinnen und Fotografen mit ihren Arbeiten – eine grandiose Festival-Woche, ein großer Spaß und noch so viel mehr. Und deswegen sagen wir Danke: Dafür, dass Zingst tollen Fotografen und ihren mutigen, kreativen, kritischen, ironischen, schönen, witzigen, anspruchsvollen und nachdenklichen Arbeiten eine Plattform bietet. Und für die Gastfreundschaft. Und natürlich für die großartige Zusammenarbeit mit dem gesamten Festival-Team!

SEE YOU beim achten Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« (30. Mai bis 07. Juni) und auf bald!

 

 

Horizonte-Countdown 2014 | Marcus Koppen

Die Umwelt steht im Mittelpunkt des Fotofestivals »Horizonte Zingst«: Zu sehen ist in diesem Jahr aus diesem Grund bereits zum siebten Mal eine Mischung aus grandioser Naturfotografie, kritischen journalistischen Themen und facettenreichen Menschenbildern.

In diesem Jahr sind 13 fotogloria-Fotografen und ihre Arbeiten in den Ausstellungen mit dabei. Wir stellen im »Horizonte-Countdown« jeden Tag einen von Ihnen vor. Heute ist es Marcus Koppen und seine Arbeit »Drag Queen Olympiade«, in Zingst zu sehen in der Gruppenausstellung »One World«. Viel Spaß!

9th International Drag Queen Olympics - Scarlet Fudge

WAS
Portraits von TielnehmerInnen bei der neunten »Drag Queen Olympiade«.

WO
Amsterdam, Holland

WARUM
Jedes Jahr im August findet in Amsterdam die »Gay Pride« statt, wo hunderttausende Menschen aus der ganzen Welt zusammen kommen, um die Menschenrechte zu feiern. Einer der  Höhenpunkte des Tages ist immer wieder die »Drag Queen Olympiade«. Die Bilder wurden während der Show backstage fotografiert und alle Portraitierten hatten die freie Wahl, wie sie sich für die Fotos präsentieren und inszenieren wollen – für mich als Portraitfotografen immer wieder ein sehr spannender Prozess.

WIE
Zwei Blitzköpfe und eine Kamera.

9th International Drag Queen Olympics - Hoax Lebeau

WER
Nach seinem Studium der Fotografie am Southampton Institute of Art and Design und der angeschlossenen Lehrzeit in einem auf die Werbung spezialisierten Fotostudio reiste Marcus Koppen durch die Welt. Dabei entdeckte er seine Faszination für Megacities (die 2013 beim Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« zu sehen waren) und traf auf viele außergewöhnliche Menschen, die er mit viel Feingefühl portraitierte. Seine Bilder haben mittlerweile ihren Weg in Museen und Privatsammlungen gefunden. Marcus Koppen lebt in Amsterdam und arbeitet international.

P.S.:
fotogloria vertritt Marcus Koppen exclusiv und weltweit. Beispiele seiner Portrait-Arbeiten senden wie Ihnen gerne zu. Und über fotogloria können Sie ihn außerdem gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Horizonte-Countdown 2014 | Interview Klaus Tiedge

»Ohne Fotografie ist das Leben ein Irrtum!« mit diesem so treffenden Satz – frei zitiert nach Friedrich Nietzsche – nennt Kurator Klaus Tiedge den allerbesten Grund für die jährlich wiederkehrende Zingster Bilderschau. Und am 24. Mai 2014 ist es wieder soweit: Das Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« wird eröffnet.

Im Interview erzählt Klaus Tiedge über seine Tätigkeit als Kurator – was er daran so mag, warum das Festival »Horizonte Zingst« so einzigartig ist und warum er gerne mit fotogloria zusammen arbeitet.

fotogloria: Das Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« geht nunmehr ins siebte Jahr – wie haben sich die Dinge im Lauf der Zeit entwickelt?
Klaus Tiedge: Aus der Sicht des konzeptionell mitwirkenden Beraters darf ich sagen: Die Grundlage des Erfolgs ergibt sich aus der Tatsache, dass sich die Kur- und Tourismus GmbH als die Entscheidung gefallen ist, ein Festival zu veranstalten, auf eine langfristige Strategie eingestellt hat. Zum anderen hat man sich auf das besonnen, was gemeinhin als »Kernkompetenz« gilt. Das ist von den landschaftlichen Rahmenbedingungen, einschließlich des Nationalparks ganz klar mit dem Begriff »Natur« zu beschreiben.

fotogloria_Jan Michael Hosan_Schmetterlinge_2

Die Umwelt steht im Mittelpunkt des Fotofestivals: Zu sehen ist in diesem Jahr auch wieder eine Mischung aus grandioser Naturfotografie, kritischen journalistischen Ansätzen, wunderschönen und auch kuriosen Menschenbildern. Wie arbeitest Du als Kurator des gesamten Festivals an dem – ungewöhnlich vielfältigen – Konzept?
Ganz klar. Wer heute »Natur« sagt, muss in absolut logischem Zusammenhang auch das Thema »Umwelt« im Fokus haben. Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Ausrichtung vor sieben Jahren nicht so ganz selbstverständlich war. Die Voraussage, dass alle mit »Umwelt« im Zusammenhang stehenden gesellschaftlichen Entwicklungen in der Mitte der Gesellschaft landen werden, hat sich in beglückender Klarheit bestätigt. Das muss man hinsichtlich der fotografischen Thematik als weites Spektrum auslegen. Die grandiose Naturfotografie hat dabei selbstverständlich einen zentralen Stellenwert. Aber warum bitte soll nicht, um einen provokanten Randbereich herauszuheben nicht auch die erotische Fotografie in die natürliche Bandbreite der präsentierten Bilder gehören? Dogmatische Beschränkungen sind unsere  Sache nicht. Überraschungen bringen die Spannung ins Programm. Vielfalt schließt strenge Auslese nicht aus. Qualität muss gesichert sein.

India. Alang. Ships Scrapyard

Was schätzt Du besonders an Deiner Arbeit als Kurator?
Der Philosoph Friedrich Nietzsche soll einmal gesagt haben: »Ohne Musik ist das Leben ein Irrtum«. Ich möchte den Satz modifizieren und sage: »Ohne Fotografie ist das Leben ein Irrtum…« Mit Fotografie zu arbeiten macht mir riesigen Spaß. Das ganze Kaleidoskop zeitgemäßer Thematik im Zusammenhang mit Natur und Umwelt zu bearbeiten und wirkungsvolle Aussagen damit zu gestalten, vermag bei mir Glücksgefühle auszulösen. Die menschlichen Begegnungen, die bei dieser Arbeit als Grundlage erforderlich sind, sind wahre Bereicherungen – auch und gerade, wenn um die beste Lösung gerungen werden muss.

In diesem Jahr sind auch wieder einige fotogloria-Fotografen vertreten. Etwa Jan Michael Hosan mit seiner großen Schmetterlings-Ausstellung oder bereits zum dritten Mal Didier Ruef mit seiner kritischen Arbeit »Recycle« oder auch Reinaldo Coddou H. mit seinen Fußballtempeln – was verbindest Du mit fotogloria und mit den fotogloria-Fotografen?
fotogloria ist für mich eine Inspirationsquelle. Immer wenn es um die Suche nach den ganz besonderen Bildern geht, wie beispielsweise bei der Gruppenausstellung »One World«, dann ist fotogloria für mich eine erste Adresse. Ich bewundere an fotogloria den Mut in der Fotografie neue Wege zu gehen. Kompliment. In dem Bemühen außergewöhnlichen Fotografen eine Bühne zu bieten, um ihre Leistungen zu zeigen, treffen sich unsere Interessenslagen.

Sudan Borders War

Begleitet wird das Festival auch dieses Jahr wieder von einem facettenreichen Workshop-Programm – Jan Michael Hosan und Didier Ruef sind übrigens auch mit dabei, Interessenten können sich HIER informieren – und dem wachsenden Technikmarkt. Was erwartet den Besucher?
Das Zusammenwirken unterschiedlicher Bereiche nennen wir »internes Netzwerk.« Beispiel: Wenn ein Fotograf bei uns ausgestellt wird, attestieren wir ihm im wahrsten Sinne des Wortes »vorbildliche« Leistungen. Getreu dem Motto der Fotoschule Zingst »Von Vorbildern lernen«, ergibt sich daraus in logischer Konsequenz auch die Verpflichtung solcher Fotopartner, ihr Wissen und Können in Workshops weiter zu vermitteln.

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Und last but not least: Hast Du unter den vielen, vielen Fotos, die im Rahmen des Festivals gezeigt werden ein Lieblingsbild?
Wenn ich vom »Zingster Spektrum«, als dem weitgefächerten Themenangebot aller Ausstellungen spreche, dann ergibt sich in jeder Bilderschau und bei jedem Fotografen ein bildnerischer Höhepunkt, der mir persönlich besonders am Herzen liegt. Aber darum geht es bei meiner Arbeit primär nicht. Ich versuche, dem Publikum ein sehenswertes, inspirierendes, Angebot voller Denkanstöße und aufgeladen mit viel Emotionen zu machen. Meine persönlichen Liebhabereien fließen bei der Selektion naturgemäß ein, spielen eine eher untergeordnete Rolle. Immer dann, wenn ein Thema unserem Motto »be careful« gerecht wird, kann davon ausgegangen werden, dass hier mein persönliches Engagement in besonderer Weise dahinter steht.

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In diesem Jahr stellen 13 fotogloria-Fotografinnen und Fotografen ihre Arbeiten in Zingst aus. 12 von ihnen sind in der großen Ausstellung »One World« zu sehen. Es sind: Frank Herfort, Stefan Sobotta, Federico Ciamei, Sabine von Bassewitz, Toby Binder, Rainer Drexel, Marco Gualazzini, Marcus Koppen, Didier Ruef, Reinaldo Coddou H., Nicolò Minerbi und Alessandro Sala.

Und dann gibt es noch die große Open-Air-Schau »Butterfly« zu sehen – spannend und ungewöhnlich fotografiert von fotogloria-Industrie- und Technikspezialist Jan Michael Hosan.

Apropos: Die Fotos von oben nach unten sind von: »Butterfly« | Jan Michael Hosan, »Recycle« | Didier Ruef, »Ordinary Cities« | Sabine von Bassewitz, »South Sudan« | Marco Gualazzini, »Aufenthaltsorte« | Rainer Drexel

Wenn Sie mehr über die Arbeiten und die einzelnen Fotografen erfahren möchten, schauen Sie einfach täglich beim fotogloria-Blog vorbei, der Horizonte-Countdown läuft. Oder Sie fahren einfach selber nach Zingst und schauen sich das gesamte Festival an – es lohnt sich.

 

 

 

 

 

 

Horizonte-Countdown 2014 | Sabine von Bassewitz

»Betrachter sollen gezielt kontrastierende Eindrücke vermittelt bekommen und damit sollen kritische
Denkanstöße ausgelöst werden.« So sagt es der Katalogtext zu der Ausstellung »One World«, die am 24. Mai 2014 im Rahmen des siebten Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst« eröffnet wird.

Was könnte dazu passender sein, als die Arbeit »Ordinary Cities« von fotogloria-Fotografin Sabine von Bassewitz, die wir Ihnen heute  im »Horizonte-Countdown« vorstellen. Viel Spaß!

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WAS
Für die Benennung komplexer Zusammenhänge werden in den Medien der Einfachheit halber Synonyme verwendet. Das sind allgemein gelernte Begriffe, die sich zu fixen Labels verselbstständigt haben und umgangssprachlich fest verankert sind. Die Synonyme »Neukölln« und »Prenzlauer Berg« sind ursprünglich die Namen von Stadtteilen von Berlin. Medial und umgangssprachlich genutzt steht »Neukölln« als pars pro toto für Integrationsverweigerer, Hundekot, urbane Enge und Hartz IV. Mit der Etablierung des Begriffes »Hipster« und dem massiven Zuzug von Besserverdienenden gilt der Stadtteil zudem seit kurzem als Speerspitze der Gentrifizierung.
Mit dem Begriff »Prenzlauer Berg« werden Spielarten einer krampfhaft unangepassten Gutbürgerlichkeit und einer neureichen gemütlichen grünen Spießigkeit bezeichnet – darauf eine Bio Soja Latte.
Ich entziehe mich den Stempeln »Neukölln« & »Prenzlauer Berg« und begegne dadurch überraschenden Bildern inerhalb der vielen verschiedenen Communities, Gegenden und Veränderungsprozesse beider Stadtteile. Gefördert mit dem Arbeitsstipendium der VG Bildkunst.

WO
Berlin – Neukölln & Prenzlauer Berg

WARUM
Es hat mich schon immer gereizt, die Bedeutungen zu hinterfragen, mit denen wir Begriffe aufladen. In der Arbeit »Ordinary Cities« werfe ich einen Blick hinter die Bedeutungen, die Namen simpler Berliner Stadtteile zugeschrieben werden. In meiner Arbeit Unisono habe ich mich auf die Spur des Begriffes der Uniform gemacht und bin auch hier zu unerwarteten Ergebnissen gekommen – weit weg von unserem von Militär, Gleichschritt und Gehorsam geprägten Bild der Uniform.

WIE
Analoge Mamiya RZ 67 und digitale Canon EOS 5DMk2.
Die meisten Bilder sind mit der Mamiya entstanden, da mir die distanzierte Steifheit der Bilder, die das Fotografieren mit dieser schweren und unhandlichen Kamera mit sich bringt, für die Art der Bilder wichtig ist. Bei den Motiven, für deren Realisierung sich die Mamiya als zu schwer und unhandlich erwiesen hat, habe ich auf die Canon zurückgegriffen, mich aber un eine der Mamiya ähnliche steife Haltung bemüht.

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WER
Aufgewachsen in einem norddeutschen Dorf, studierte sie in den Jahren 1999 bis 2006 Fotografie an der HAW Hamburg – mit einer Pause: von 2002 bis 2004 war sie als Art Direktorin auf der »MS Europa« tätig und bereiste die ganze Welt. Mit Ihrer Abschlussarbeit »Unisono« (die bereits 2012 in Zingst zu sehen war) gewann sie den »Lucky Strike Junior Designer Award«. Sabine von Bassewitz lebt mit ihrer Familie in Berlin und Hamburg.

P.S.:
fotogloria vertritt Sabine von Bassewitz exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie sie gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Horizonte-Countdown 2014 | Toby Binder

In der Pressemitteilung zu der Gruppenausstellung »One World« heißt es: »Es soll eine Vielzahl fotografischer, zeitgemäßer Phänomene aufgezeigt werden. Die Veränderungen der Lebensräume für Mensch und Tier werden in Bildern mit symbolhafter Wirkung aufgezeigt.«

In diesem Sinne stellen wir Ihnen heute  im »Horizonte-Countdown« Toby Binder und seine Arbeit »Maracanã« vor. In Zingst zu sehen ab dem 24. Mai im Rahmen des siebten Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst«. Viel Spaß!

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WAS
»Im Schatten des Maracanã« – welche Folgen hat die Vergabe der Fußball-WM an Brasilien und die damit verbundene Erneuerung des legendären Maracanã-Stadions für die Bewohner der unmittelbar benachbarten Favela Mangueira.

WO
Brasilien, Rio de Janeiro, Maracanã / Mangueira

WARUM
Als die Fußball-WM nach Brasilien vergeben wurde, war die Begeisterung zunächst riesig – Fußball im Land der Fußballwahnsinnigen…!

Doch schon während des Confed-Cups bahnten sich massive Proteste ihren Weg und brachten die Verärgerung über zu viele und zu teure Stadien – die entgegen erster Versprechen aus Steuergeldern finanziert wurden – während v.a. der öffentliche Nahverkehr, das Bildungs· und Gesundheitssystem weiter vor sich hindarben, zum Ausdruck. Während diese Proteste zum Großteil von Studenten und der Mittelschicht getragen wurden, waren Bewohner der ärmeren Stadtteile kaum vertreten und dies, obwohl etwa ein Drittel der Cariocas in Favelas lebt. Aber das seit Jahrzehnten eingeimpfte Gefühl, sowieso nichts an den Zuständen ändern zu können und die Empfindung, dass sich die Mächtigen das Geld gegenseitig in die Taschen stopfen, lähmte die Menschen zunächst.

Langsam finden sie ihre Stimme wieder. Ich habe daher drei Bewohner der direkt am Maracanã gelegenen Favela Mangueira portraitiert und ihre Verärgerung und Hoffnung, die in Zusammenhang mit der Erneuerung des Stadions stehen, dokumentiert – ihren rauen Alltag dem glattgeschliffenen und entmystifizierten Fußballtempel visuell gegenübergestellt.

Jorge da Silva Machado wurde in Mangueira geboren und hat als einfacher Arbeiter schon am ursprünglichen Maracanã mitgebaut. Er ist ein leidenschaftlicher Flamenco-Fan und war eigentlich auch immer regelmäßig im Stadion – bis vor kurzem waren Tickets für 10 Reias zu bekommen, inzwischen wurden die Preise, den verschiedenen Umbauphasen angepasst, auf 50 bis 140 Reais angehoben. Zu viel für Jorge. Die Preise für Tickets während des WM-Turniers liegen sowieso für einen Großteil aller Brasilianer jenseits jeder Erschwinglichkeit. Daher wird er die Spiele der WM zusammen mit etlichen Freunden auf seiner Terrasse hoch über dem Stadion miterleben. Die Geräuschkulisse zum Spiel werden sie dabei live aus dem Stadion herüberschallen hören.

Lucas Guilherme da Silva Mariins ist neun Jahre alt. Auch er wurde hier geboren und spielt in einem vielversprechenden Nachwuchsteam. Auf seinem Schulweg passiert er täglich das Stadion, an das für die WM so viele Hoffnungen geknüpft sind. Er sagt aber, für ihn ist die einzige Möglichkeit das Stadion von innen zu sehen, wenn er es einmal in den Profikader schaffen sollte.

Silvio Rocha hatte ein kleines Haus direkt am Maracanã. Während der Großteil Mangueiras von der Bahnlinie vom Stadion getrennt und somit außerhalb des Fokus der Stadtoberen liegt, hatte Silvio das Pech, dass auf seinem Grundstück ein Parkplatz entstehen soll. Da viele der illegal errichtenten Häuser noch nicht legalisiert sind, wurde kurzer Prozess gemacht und sein Haus einfach abgerissen. Dass der inzwischen neu an die Macht gekonnmene Gouverneur den Parklpatz für überflüssig hält und nicht mehr bauen möchte, ist nur eine Randnotiz.

Maracanã und Mangueira liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt und trotzdem trennen die beiden Orte Welten.

WIE
Klick.

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WER
Toby Binder ist Bildjournalist durch und durch – immer auf der Suche nach dem außergewöhnlichen Bild in jedem Thema. Ein Prinzip, das er sowohl für seine sozial engagierten Reportagen anwendet, als auch für sein stets wiederkehrendes und sehr persönliches Lieblingsthema – dem Fußball. So etwa auch in seinem jüngsten Großprojekt: Für eine Vereinschronik begleitete er »seinen« Verein, den VfB Stuttgart über ein Jahr lang. Toby Binder lebt in München und ist gerade aus Brasilien zurück gekommen, wo seine Serie »Maracanã« entstanden ist – zu sehen auch in der nächsten Ausgabe des Fußballmagazins »11 Freunde«.

P.S.:
fotogloria vertritt Toby Binder weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Horizonte-Countdown 2014 | Federico Ciamei

»Das ganze Kaleidoskop zeitgemäßer Thematik im Zusammenhang mit Natur und Umwelt zu bearbeiten und wirkungsvolle Aussagen damit zu gestalten«, ist für Kurator Klaus Tiedge Herausforderung und Vergnügen zugleich – bei der jährlich wiederkehrenden Bilderschau des Umweltfotofestivals »Horizonte Zingst«, das am 24. Mai 2014  zum siebten Mal eröffnet wird.

In diesem Jahr sind 13 fotogloria-Fotografen und ihre Arbeiten in den Ausstellungen mit dabei. Wir stellen im »Horizonte-Countdown« jeden Tag einen von Ihnen vor. Heute ist es Federico Ciamei (in Zusammenarbeit mit unserem italienischen Partner LUZphotos) und seine Arbeit »Diorama«, in Zingst zu sehen in der Gruppenausstellung »One World«. Viel Spaß!

Diorama at the Museum of Natural History, Milan

WHAT
An inventory of animals reminding, in their enbalmed stillness, of an ancient time inhabited by fantastic creatures.
– Extraordinary tasks performed by elephants
– Terrestrial animals of India, the beast the kills with a gaze
– The mares fertilized by the wind
– Do fishes breathe? do they sleep?
– Beings that have a third intermediate nature between animal and vegetable
(excerpt from the index of Natural History by Plinio)

WHERE
Milan, Museum of Natural History

WHY
I like when its not clear if something is for real or not, when a photo is more about what is hidden than what is showing

HOW
Handheld digital camera with a fixed 50mm lens

Diorama at the Museum of Natural History, Milan

WHO
– I like to work on stories about people with unlikely or impossible dreams.
– I’m attracted by images that are not complete or perfect, I want something missing so that the viewer can jump in and ideally add something.
– I really enjoy working with film instead of digital, so I use it whenever I can.
– I grow up in the center of Rome. About twenty years ago it was still possible to sneak inside the Colosseo at night where I played a roman version of hide and seek with my friends, we named the game Bastardi Gladiatori.
– I like playing soccer, but I’m not really good at it.

P.S.:
Die ganze Geschichte »Diorama« von Federico Ciamei finden Sie im fotogloria-Archiv, bitte HIER entlang. Bei allen Fragen zur Lizensierung oder zu anderen Themen melden Sie sich gerne und jederzeit. Natürlich können Sie Federico Ciamei auch für Ihre Ideen und Aufträge über fotogloria buchen: info@fotogloria.de oder 040 609 42 906 -0.

Horizonte-Countdown 2014 | Stefan Sobotta

Am 24. Mai 2014 geht es los, das siebte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst«. Eine Woche lang ist der kleine Ort an der Ostsee dann eine große Bühne für die Fotografie – mit allem was dazu gehört und mit dem thematischen Focus auf Umwelt und Natur.

In diesem Jahr sind 13 fotogloria-Fotografen und ihre Arbeiten in den Ausstellungen mit dabei. Wir stellen im »Horizonte-Countdown« jeden Tag einen von Ihnen vor. Heute ist es Stefan Sobotta und seine Arbeit »Jagdspuren«, in Zingst zu sehen in der Gruppenausstellung »One World«. Viel Spaß!

Wald

WAS
Jagdspuren – Hochsitze in den Wäldern

WO
Im Harz.

WARUM
Bei Spaziergängen mit dem Hund fielen mir die großen Mengen an Hochsitzen auf, die in den Harz Wäldern stehen. Irgendwann begann ich die Kamera mitzunehmen und diese stummen aber omnipräsenten Jagdspuren zu dokumentieren. Alle sind anderes, alle stehen in einem anderen Umfeld. Vielfalt im Wald. Still stehen sie da und warten darauf, dass der Jäger wieder kommt. Manchmal verfallen sie auch und werden einfach zurückgelassen. Gemeinsam sind sie Teil einer Kulturlandschaft.

WIE
Weniger ist mehr: eine Leica M, die in die Jackentasche passt, meist mit einem 35mm Objektiv, selten auch mal ein 50mm dabei. Fast immer mit offener Blende. Konzentration auf das Ziel.

Bergwald

WER
Stefan Sobotta studierte evangelische Theologie in Göttingen und Geschichte, Politik und Medienwissenschaften in Braunschweig. Er gehört zu den Pionieren des multimedialen Storytelling in Deutschland und produziert multimediale Inhalte insbesondere für Magazin-Kunden und deren Websites. Stefan Sobotta leitet Workshops zum Thema digitale Fotografie und Multimedia und und lebt bei Goslar.

P.S.:
fotogloria vertritt Stefan Sobotta weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Horizonte-Countdown 2014 | Frank Herfort

»Ohne Fotografie ist das Leben ein Irrtum!« mit diesem so treffenden Satz – frei zitiert nach Friedrich Nietzsche – nennt Kurator Klaus Tiedge den allerbesten Grund für die jährlich wiederkehrende Zingster Bilderschau. Und am 24. Mai 2014 ist es wieder soweit: Das Umweltfotofestival »Horizonte Zingst« wird eröffnet.

In diesem Jahr sind 13 fotogloria-Fotografen und ihre Arbeiten mit dabei. Und wir stellen Ihnen im  » Horizonte Countdown« jeden Tag einen von Ihnen vor. Den Anfang macht heute Frank Herfort und seine Arbeit »Imperial Pomp – Post Soviet High-Rise«, zu sehen in der Zingster Gruppenausstellung »One World«. Viel Spaß!

fotogloria_Herfort_ImperialPomp (3)

WAS
Ich habe das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion bis in die entlegensten Winkel bereist, um ein besonderes Phänomen zu dokumentieren: Nach dem Regime-Zerfall hat sich republikübergreifend ein seltsam pompöser Architekturstil entwickelt, der die Ästhetik sowjetischer Wuchtbauten mit der westlichen Formensprache des 21. Jahrhunderts verquirlt. Das Ergebnis: »Imperial Pomp – Post Soviet High-Rise«.

WO
Russland, Kasachstan, Belarus, Aserbaidshan, Moskau, St. Petersburg, Baku, Astana, Ekaterinburg, Sochi…

WARUM
Als ich 2006/2007 in Moskau ankam, war ich einfach fasziniert von den großen und monströsen Gebäuden.

WIE
Großformat 4×5 inch und Großformat Digital  alles vom Stativ, lange recherchiert und noch länger gewartet…

New Alexandria Tower , Sochi, 2011 / 2011

WER
Frank Herfort ist ein Reisender – sowohl durch die Wahl seiner beiden Wohnorte (Berlin und Moskau) als auch im Auftrag seiner internationalen Kunden. Aber eben auch durch die verschiedensten Facetten seiner Fotografie: Als wohlüberlegt und positiv neugierig kann man seine Reportagen bezeichnen, als strukturiert und emotional inspiriert seine Commercials. Präzise und dabei staunend sich sind seine Interieur- und Architektur-Arbeiten, exakt und liebevoll komponiert seine Industrie-Themen. Kurz: Frank Herfort überrascht und ist dabei trotzdem immer zuverlässig in den höchsten Qualitätsstufen der Fotografie unterwegs.

P.S.: Das Buch »Imperial Pomp – Post Soviet High-Rise« ist im Kerber-Verlag erschienen und kann unter der ISBN 978-3-86678-798-8 bestellt werden. Eine Sonderedition gibts über Frank Herfort direkt, bei Interesse einfach eine email an info@fotogloria.de, wir leiten die Anfrage weiter.

P.P.S.: fotogloria vertritt Frank Herfort weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Fotografie mit einem »Augenzwinkern« – Didier Ruef gibt Workshop in Zingst

Humor in der Fotografie ist ein selten zu beobachtendes Phänomen – nur wenige Fotografen haben dafür das Auge, den humoristischen Hintergrund und die Fähigkeit, den richtigen Moment abzupassen. Der Schweizer fotogloria-Fotograf Didier Ruef allerdings bringt all diese Eigenschaften mit. Von Haus aus klassischer Bildjournalist hat er etwa über viele Jahre hinweg an der Serie »Animals‘ World« gearbeitet, in der er »tierische« Situationen aufspürt und mit viel Witz und Ironie fotografiert. Und das macht er so gut, dass seine Arbeiten jüngst in einer großen Ausstellung in der Leica Galerie Zingst gezeigt wurden. Und danach prompt weiter in die Leica Galerie Salzburg gewandert sind – wir sind gespannt, wo die grandiose Ausstellung noch zu sehen sein wird.

Aber apropos Zingst: In vier Wochen startet am Bodden das siebte Umweltfotofestival »Horizonte Zingst«. Und in dem Rahmen gibt Didier sich die Ehre und vermittelt in einem zweitägigen Workshop sein Wissen über die »Fotografie mit einem Augenzwinkern«. Interesse? HIER gibt es alle Informationen.

Aktiver Fotoherbst Zingst – Grandiose Ausstellung und emotionale Preisverleihung

Er ist eröffnet, der »Aktive Fotoherbst Zingst«. Mittendrin und mit dabei: fotogloria-Fotograf Didier Ruef, dessen wunderschöne und sehenswerte Ausstellung »Animals‘ World« in der Leica-Galerie eröffnet wurde. Kurator Klaus Tiedge zeigte sich in seiner Laudatio zur Schau als großer Fan von Didiers Fotografie und fand warme Worte für den Schweizer und seine Bilder »Es ist der Charme von Spontanität und Ehrlichkeit, der den Betrachter beeindruckt. Es ist ein poetisches Berufsbild, an das mit diesen Arbeiten erinnert wird. Didier Ruef ist ein bewundernswerter Purist unter den Fotografen.« Für all diejenigen, die sich davon angesprochen fühlen, sei der Weg an den Bodden und der Besuch der Ausstellung sehr ans Herz gelegt – es bleibt auch noch Zeit, die Ausstellung wird bis in das neue Jahr zu sehen sein.

Zingst_Ruef_2

Spannend war es bei einem weiteren Höhepunkt des Zingster Herbst-Spektakels: Bei der Prämierung der Siegerarbeiten des Online-Fotowettbewerbs »Heartbeat of Nature«. Beeindruckende 12.000 Einsendungen konnte der Contest verzeichnen, der – von der Erlebniswelt Fotografie Zingst und der photokina für Amateurfotografen veranstaltet – in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfand. Die Preisträger wurden von Wettbewerbsinitiator und Jurymitglied Klaus Tiedge nach und nach auf die Bühne gerufen – um ihre Preise entgegen zu nehmen, aber auch und vor allem, um ein bisschen von sich und ihrer Passion zu erzählen. Ein besonders schönen und emotionalen Moment gab es, als der Gewinner Darron Matthews auf die Bühne gebeten wurde: Er hatte das Siegerbild in seinem Garten gemacht und war völlig überwältigt von der Ehrung und seinem Preis, einen nagelneuen VW up… Das hat gezeigt: Die Jury – zu der auch fotogloria gehörte (HIER ist der Erlebnisbericht zu lesen) – hat alles richtig gemacht!

Zingst_HBON_1

* Die Fotos hat Mike Gamio gemacht.