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Heartbeat of Nature: Gefunden ists, das Siegerbild

Die Aufgabe:
Aus einigen 1.000 Bildern die 100 Besten herausfiltern. Und dann die Top 10 festlegen. Und dann das Gewinnerbild küren.

Der Anlass:
Der dritte Fotowettbewerb »Heartbeat of Nature«. Ausgerichtet von der Erlebniswelt Fotografie Zingst und der photokina – world of imaging. Für Amateure. Weltweit.

Die Jury (v.l.n.r.):
Klaus Tiedge (Leiter der Jury und Kurator der Erlebniswelt Fotografie Zingst)
Elisabeth Claußen-Hilbig (Olympus Deutschland GmbH)
Jörg Schmale (Projektmanager der photokina Köln)
Constanze Clauß (Geschäftsführerin der ProPhoto GmbH)
Daniel Schaffeld (Geschäftsführer der fotocommunity)
Edda Fahrenhorst (Mitinhaberin fotogloria | büro für fotografische zusammenarbeit)
Michael Poliza (Fotograf und Schirmherr Umweltfotofestival »Horizonte Zingst 2014«)

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Der Erfahrungsbericht
Fotografie soll Emotionen wecken. Fotografie kann polarisieren. Fotografie ist Geschmackssache.
Tausend Mal gehört. Tausend Mal zitiert. Tausend Mal versucht, genau das zu widerlegen. Für faire Bewertungskriterien, für die Objektivität, für die gründliche Wertungsgrundlage – für einen Fotowettbewerb wichtig und richtig.
Entsprechend wurden von den sieben Jurymitgliedern – allesamt seit vielen, vielen Jahren in der Fotografie zuhause und erfahren in der Bewertung derselben – eine Menge Schlagwörter in der Betrachtung der Motive vorgebracht: Bildsprache, Schwierigkeitsgrad des Motivs, Komposition, Textur, Bildaufteilung, Qualität der Nachbearbeitung, Schärfe…
Damit wurden die (schon vorher vom Leiter der Jury reduzierten) paar hundert Bilder recht schnell gefiltert, die besten 100 Bilder standen bald fest, die besten 20 auch. Aber dann… Dann zeigte sich doch das wahre Wesen der Fotografie. Denn Fotografie weckt Emotionen, Fotografie polarisiert, Fotografie ist Geschmackssache!
Und so wurde um die besten Plätze heiß diskutiert. Intelligente Argumente wurden in die Waagschale geworfen, genau so wie allzu menschliche. Mal redeten alle durcheinander, mal brütete jeder still über Gnu-Herden, Makro-Pilzen und Highspeed-Meisen. Selbst bei Schnittchen und feinperligem Tafelwasser wurde mit vollem Mund weiter verhandelt. Wieder und wieder wurde abgestimmt, die Demokratie diente als Schlichter. So ging es einige Stunden. In der brütenden Sommer-Hitze. Aber am Ende hatte das intensive Ringen sein freudiges Ziel erreicht: Gefunden ists, das Siegerbild! Prämiert wird am 20. September auf der photokina*.

Das Fazit
Viele Gründe erzählen davon, warum der Wettbewerb »Heartbeat of Nature« ein besonderer ist – etwa die immens große Anzahl der Einsendungen aus aller Welt, die anschließende Ausstellung auf der photokina plus aufwändigem Katalog oder die enorm hochwertigen Preise (der erste ist ein Auto). Ein Grund aber ist der beste und der schönste zugleich: Wenn sieben erwachsene Menschen leidenschaftlich streiten und das einzig aus dem Grund, die Fotografie gerecht zu küren, dann ist das eindeutig der Sieg der vielen tollen Bilder.

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P.S.: Danke an Nina Claußen für das Bild von der Jury!

* Die Preisverleihung und offizielle Ausstellungseröffnung findet am 20. September 2014 in Köln statt. Veranstaltungsort: photokina – world of Imaging 2014, Köln, Halle 9.1., Community Bühne. Datum: 20.09.2014. Uhrzeit: 17.00 Uhr

 

Die Qual der Wahl – fotogloria ist Jury-Mitglied bei dem Wettbewerb »Heartbeat of Nature«

Wie findet man unter Tausenden von Fotos das Eine, das Besondere, das Gewinnerbild? Eine nicht ganz leichte Aufgabe, aber eine schöne Herausforderung die die fünfköpfige Jury des Online-Wettbewerbs »Heartbeat of Nature« gerne angenommen hat. Mit dabei: fotogloria-Geschäftsführein und Mit-Inhaberin Edda Fahrenhorst. Ein Erlebnisbericht…

»Eines Tages klingelte in der fotogloria-Redaktion das Telefon. Klaus Tiedge – seines Zeichens Kurator des Fotofestivals »Horizonte Zingst« und der »Erlebniswelt Fotografie Zingst« – war am anderen Ende und er stellte mir eine Frage: »Edda, hast Du Interesse daran, Jurymitglied zu werden?«  Interesse? Aber ja! Ich hatte mich schon immer gefragt, worum es hinter den Türen von Fotowettbewerben geht. Was wird besprochen? Welche Kriterien werden angelegt?

Gesagt, getan – in der letzten Woche war es dann soweit, die Olympus GmbH hatte, als einer der Hauptsponsoren des Wettbewerbs, geladen. Erschienen waren: Klaus Tiedge, Elisabeth Claußen-Hilbig von Olympus, Constanze Clauß (Geschäftsführerin der ProPhoto GmbH), Gernot Haffner (diesjähriger Schirmherr des Umweltfotofestivals »horizonte zingst« und Chef der Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft) und ich. Kaum hatten wir uns begrüßt, ging es auch schon los: Hunderte von Bildern waren auf den Tischen ausgebreitet (dank Steffi und Nina, die einen tollen Job gemacht haben) und jeder von uns war mit 30 Kärtchen ausgestattet, die auf die Favoriten verteilt werden sollten…

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Und damit war er dann endlich gekommen, der Moment der Klarheit… Es war viel einfacher als gedacht. Denn selbst aus diesen unglaublich vielen Bildern (insgesamt waren es 12.000 Einsendungen aus der ganzen Welt – im Vorfeld bereits auf einige hundert reduziert) und mit einem Themenschwerpunkt, der nicht unbedingt zu meinen Fachgebieten gehört (die Naturfotografie) stachen die besten heraus. Einfach so. Überzeugten durch eine gute Idee, eine feinsinnige Bildauffassung, durch Humor oder eine technische Finesse, durch einen emotionalen Moment oder durch schlichte Schönheit – kurz gesagt: Es ging um all das, was die Fotografie ausmacht. Unabhängig vom Thema oder davon, wer die Bilder gemacht hat (der Wettbewerb richtete sich ausschließlich an Amateure).

Die besten 100 Bilder waren also schnell ausgemacht, aber dann ging es an die Platzierung – welches sind die besten 10, welches ist das Eine. Und damit ging es dann weiter in die Eingeweide der Fotografie-Beurteilung: Die verschiedenen Sichtweisen. Was haben wir diskutiert. Es ging um Favoriten und darum, was in der Vergangenheit schon alles gesehen, gezeigt und geadelt wurde. Es ging um Originalität und Langeweile und nicht zuletzt um Tiergattungen und Landschaftsansichten…

Einfach war es nicht, einen ersten Platz zu finden. Und das einstimmig. Aber: Es ist geschafft. Am 5. Oktober ist die Preisverleihung in Zingst.«