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Das BESTE Bild… von Uwe Mühlhäußer

Was ist ein gutes Foto? Sind die Beherrschung des Handwerks und Technikverständnis dafür am wichtigsten? Geht es um Farbaufbau und Bildaufteilung? Um fotografischen Stil? Gar darum, ob es sich verkaufen lässt? Oder doch vor allem um Emotionen und Geschmack?

Zumindest in einem Punkt dürften sich Kunstkritiker, Artbuyer, Bildredakteure, Fotografierende (und so einige mehr) einig sein: Es gibt auf diese Frage maximal eine anwendungsbezogene Antwort.

Oder eben eine ganz individuelle – gemixt aus Erlebnis, Technikaffinität, Bildverständnis und Persönlichkeit. Und genau darauf sind wir bei jedem fotogloria-Fotografen neugierig und haben folgende Frage gestellt: Welches ist Dein BESTES Bild, Uwe Mühlhäußer?

fotogloria: Wo und wann ist Dein bestes Bild entstanden?
Uwe Mühlhäußer: Das Bild ist am 1. September 2015 entstanden – also noch ganz frisch. Aufgenommen habe ich es in den Südtiroler Alpen (Italien) auf einer Höhe von 2275 Metern, auf dem Gipfelplateau des Kronenplatzes (Plan de Corones). Dieser ist das Zentrum eines Skigebietes und liegt am Rande der Dolomiten. Just an diesem Ort hat der sowohl bekannte und verehrte, als auch umstrittene Rheinhold Messner sein sechstes Museum zum Thema Alpinismus eröffnet. Das Museum wurde von der aus dem Irak stammenden Stararchitektin Zaha Hadid entworfen. Der Name dieses Platzes stammt übrigens aus einer alten Sage. Laut der Sage soll hier Dolasilla, eine unverwundbare Prinzessin, gekrönt worden sein.

Wie ist es entstanden?
Aufgestiegen bin ich aus Zeitgründen nicht zu Fuß, was ich bevorzugt hätte. Der Kabinenlift hat mich und mein Equipment auf den Kronenplatz befördert. Fotografiert habe ich das Museum in den Morgenstunden – sobald ich Zugang  zum Plateau hatte.  Technisch habe ich das Ganze mit einer Nikon D810 umgesetzt, mit Hilfe eines 24-70 mm Objektives 2.8. Festgeschraubt habe ich das Ganze an einem Manfrotto Stativ, mit dem ich sehr oft arbeite: Nicht zu schwer, nicht zu leicht – ermöglicht meine geforderte Flexbilität. In meiner Postproduction versuche ich in den letzten Jahren immer wieder einige Filter zu verwenden. Das ist natürlich Geschmackssache, wie so vieles in der Fotografie… In diesem konkreten Fall war mein Ziel durch die Benutzung der Filter – also die Verschiebung von Farben und Kontrasten – das Surreale dieses Ortes und dieses Gebäudes mehr in den Vordergrund zu stellen.

Für wen hast Du Dein bestes Bild gemacht?
Dieses Bild hab ich in erster Linie für mich persönlich gemacht – eine Arbeit für meine Seele. Ich habe auch zwei Anläufe gebraucht – beim ersten Versuch hat die Witterung leider nicht mitgespielt. Innerhalb des nächsten Jahres werde ich versuchen, es als Print in groß und mit kleiner Auflage zu verkaufen.

Warum ist genau dieses Bild Dein bestes Bild?
Weil es eine Idee ist, die schon lang in meine Kopf spukt! Weil ich dieses Gebäude faszinierend finde! Weil ich mich sehr darauf gefreut habe, dass es endlich geklappt hat! Weil die Witterungsverhältnisse super waren! Und weil ich es selber einfach schön finde dieses Bild und noch einige andere aus dieser Serie anzuschauen!

Gibt es etwas an dem Bild, was Du im Nachhinein noch gerne verändern würdest?
An den Umständen vielleicht, wie es entstanden ist. Beim nächsten Mal würde ich versuchen, irgendwo da oben zu übernachten. Ab ca. 9:30 Uhr kommen Winter wie Sommer sehr viele Touristen an diesen Ort. Und die haben mir es nicht gerade leicht gemacht, die Perspektiven umzusetzen, die ich wollte. Technisch gesehen würde ich es gerne in einer noch größeren Auflösung umsetzten. Beim nächsten Mal.

 

* Ob in der Vorstandsetage oder in der Werkshalle – Uwe Mühlhäußer macht richtig gute Bilder. Die Basis dafür hat er mit seinem Studium zum Umweltingenieur gelegt. Und ist damit und danach zum Fotografen geworden. Mit seinem technischen Gespür versteht er so nicht nur, worauf es in den verschiedensten Arbeitsabläufen ankommt, sondern weiß auch, wie er das beste Foto von jeder Situation bekommt.

fotogloria vertritt Uwe Mühlhäußer exklusiv und weltweit. Über fotogloria jedenfalls können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Horizonte-Countdown 2015 | Frank Herfort

»Die Gruppenausstellung »One World« hat Tradition beim Umweltfotofestival »Horizonte Zingst«. Das Konzept dieser Bilderschau ist ganz bewusst alles andere als konservativ angelegt…« Das stimmt. Und darum ist die Schau auch für Kurator Klaus Tiedge immer wieder eine gerne gesehene Herausforderung.

Zu sehen ist die Ausstellung übrigens beim achten Umweltfotofestival »Horizonte Zingst«, das am 30. Mai eröffnet wird. Und wir stellen Ihnen jeden Tag einen der sieben ausstellenden fotogloria-Fotografen und seine Arbeit vor. Heute zeigen wir Ihnen die Strecke »Time in Between« von Frank Herfort. Viel Spaß!

fotogloria _ Frank Herfort _ Time In Between _ 1

WAS
Time In Between ist eine Arbeit, die ich schon vor 10 Jahren als Teil meiner Diplomarbeit begonnen habe. Da ich aber bis zum heutigen Tag nicht von dem Thema loskomme, wird es wohl ein Dauerprojekt bleiben. Immer wenn ich Zeit und Gelegenheit habe, widme ich mich diesem Thema und versuche neue Bilder zu realisieren. Die letzten neuen Arbeiten sind erst vor ein paar Wochen in Sankt Petersburg entstanden. Gerade im aktuellen Russland, entdecke ich wieder vermehrt solche Situationen und öffentliche Ort, die mich wieder neu zu meinen Bildideen inspirieren.

WO
Die Bilder sind fast ausschließlich in Moskau und Sankt Petersburg entstanden. Ein kleiner Teil auf meinen Reisen durch Russland in Orten wie Tscheljabinsk, Shanty, Kansisk oder Kazan.

WARUM

Fasziniert haben mich immer die Menschen, die scheinbar wartend an einem Fleck standen oder einfach da waren. Für mich war immer unklar, was da eigentlich passiert. Haben sie eine Verabredung mit einem Bekannten, warten sie auf den Zug oder Bus, sind sie arbeitslos oder obdachlos, haben sie keinen Plan was sie als nächstes machen … ?  Eine Art Schwebezustand ohne Hoffnung , aber vielleicht auch ganz im Gegenteil. In der westlichen Welt, sieht man sowas nicht. Da steht niemand einfach so mal rum, jeder hat seinen Plan im Kopf und der wird jeden Tag abgearbeitet.
Von daher fand ich es auch irgendwie ganz erfrischend, zu sehen, das man auch mal nichts macht und guckt was das Schicksal für einen bereit hält. Es gibt doch jeden Tag soviel neue Entscheidungen , die man treffen muss und es gibt tausende von Möglichkeiten sein Leben zu leben. Um die Frage geht es eigentlich, weniger um Russland, obwohl man dort die Frage visuell sehr gut erkennen kann. Vielleicht ist das ja die berühmte russische Seele ?

fotogloria _ Frank Herfort _ Time In Between _ 2

WIE
Fotografiert habe ich anfangs alles mit meiner Hasselbald und einer Sinar mit Planfilmen. Neuere Bilder nehme ich mit einem Mittelformatdigitalrückteil auf, fast immer vom Stativ. Ich fotografiere nichts heimlich oder versteckt. Ich mag es selber gern an einem Ort längere Zeit zu warten.

WER
Frank Herfort ist ein Reisender – sowohl durch die Wahl seiner beiden Wohnorte (Berlin und Moskau) als auch im Auftrag seiner internationalen Kunden. Aber eben auch durch die verschiedensten Facetten seiner Fotografie: Als wohlüberlegt und positiv neugierig kann man seine Reportagen bezeichnen, als strukturiert und emotional inspiriert seine Commercials. Präzise und dabei staunend sich sind seine Interieur- und Architektur-Arbeiten, exakt und liebevoll komponiert seine Industrie-Themen. Kurz: Frank Herfort überrascht und ist dabei trotzdem immer zuverlässig in den höchsten Qualitätsstufen der Fotografie unterwegs.

P.S.: fotogloria vertritt Frank Herfort exklusiv und weltweit. Und über fotogloria können Sie ihn natürlich gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen. Melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

Die Architektur in der Fotografie und Christoph Morlinghaus mittendrin

Die Gesellschaft ist illuster: Auf den 240 Seiten des jüngst bei Phaidon erschienenen Bildbandes »Shooting Space: Architecture in contemporary photography« tummeln sich Baubeispiele von Architekturgrößen wie Rem Koohlhaas oder Zaha Hadid – in Szene gesetzt von nicht minder großartig zu bewertenden Fotografen wie Annie Leibowitz oder Thomas Struth. Und natürlich fotogloria-Fotograf Christoph Morlinghaus. Ein opulentes Werk, in dem sich Denkweisen aus zwei verschiedenen künstlerischen Disziplinen die Hand geben und Kreativität sich gegenseitig entfacht. Ein schönes Stück sowohl für Fotografie-, als auch für Architektur-Liebhaber

»Shooting Space: Architecture in contemporary photography«, 240 S., 200 Abb., 29 x 25 cm, Phaidon London, 65,00 €, ISBN: 9780714867427

Phaidon_Morlinghaus_2

 

* Christoph Morlinghaus lebt, liebt und atmet die Fotografie. Dazu kommen ein außergewöhnliches Talent, eine Großbildkamera und genug Mut, sich intelligenten Themen, schwierigen Motiven und komplexen Kundenwünschen zu stellen. Ob auf unendlichen Ölfeldern, in weit verzweigten unterirdischen Archiven, ob in gigantischen Werkshallen oder angesichts Meisterwerke zeitgenössischer Architektur – Christoph Morlinghaus zeigt nicht nur, was zu sehen ist. Er macht sichtbar, was hinter dem Motiv steht und interpretiert auf subtile Weise, was sein könnte. Er lebt in Miami, USA, und Hamburg und arbeitet international.

fotogloria vertritt Christoph Morlinghaus in Deutschland. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.