Medizinfotograf Philip Benjamin – NEU bei fotogloria

fotogloria begrüßt einen neuen Fotografen: Philip Benjamin. Der gebürtige Amerikaner arbeitet in einem der anspruchvollsten Bereiche für Fotografen, der Medizinfotografie – mit den Schwerpunkten Corporate, Reportage und Portrait. Unter teils schwierigsten emotionalen Bedingungen nähert er sich Mensch und Thema mit großem Einfühlungsvermögen und dennoch mit der nötigen Distanz.  Ein Balanceakt, den er auf höchstem Niveau meistert. Philip Benjamin lebt in Ladenburg in der Nähe von Heidelberg.

Im fotogloria-Blog beantwortet Philip in der Rubrik die »7 Fragen an…« und erzählt von den einprägsamsten Momenten seiner Laufbahn. Herzlich willkommen Philip.

fotogloria: Warum bist Du Fotograf geworden?
Philip Benjamin: Ich bin ein neugieriger und interessierter Mensch, Beobachtung ist meine Leidenschaft. Es gibt kaum einen Beruf, in dem man so einschneidende Erlebnisse und so einen direkten Zugang zu Menschen und Situationen entwickeln kann, mit denen man sonst nicht in Verbindung gekommen wäre. Ein Fotograf muss immer direkt vor Ort sein und die Situation unmittelbar einfangen. Fotografie gibt mir die Möglichkeit, meine Leidenschaft mit meinem Beruf zu verbinden.

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Kannst Du Dich an Deinen ersten Job erinnern?
Als Sportfotograf sollte ich für eine Londoner Zeitung einen Lauf fotografieren. Es war eine Herausforderung für mich die Läufer in Aktion festzuhalten, da es zu der Zeit keinen Autofokus gab. Es war außerdem sehr anspruchsvoll, die Vorstellung der Redaktion zu treffen. Dieser Testjob ist gut verlaufen, so dass ich weitere Aufträge in der Fußball-Liga oder Formel-1 bekam.

Was war Dein schönstes / schlimmstes Erlebnis als Fotograf?
Es gibt kein einzelnes »schönstes Erlebnis« für mich. Wenn ein schönes Erlebnis entsteht ist es eher ein aufregendes, energetisierendes Gefühl, weil man bei etwas Außergewöhnlichem dabei ist und besondere Dinge erlebt. Das kann ein Tor bei einem wichtigen Fußballspiel sein, oder ein intensiver, emotionaler Augenblick während einer Dokumentation. In diesem Augenblick darf ich Zeuge eines wichtigen Moments sein.

Ich habe allerdings schon viele schockierende Momente als Medizinfotograf erlebt. Ein Erlebnis ist für mich aber besonders wichtig, da es für mich einen Wendepunkt in meiner Rolle als Fotograf darstellt. Während der Dokumentation einer Operation kam ein Notfall in den OP-Saal, bei dem ich nur zufällig anwesend war. Nach der Notoperation, durch die der Patient wieder stabilisiert werden konnte, bemerkte ich als einzige Person, dass der Patient wieder lebensgefährlich zu bluten anfing. Ich machte die Ärzte darauf aufmerksam, die sofort anfingen den Patienten zu versorgen. Durch meine Anwesenheit war ich direkt involviert worden, konnte jedoch nichts mehr tun und fühlte eine große Hilflosigkeit.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine Rolle als Fotograf als möglichst objektiver, passiver Beobachter gesehen. Mir wurde klar, dass dies nicht eineingeschränkt möglich ist und man eine Balance finden muss, wann man die passive Rolle verlässt um aktiv zu werden und zu helfen.

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Wie arbeitest Du am liebsten?
Mir ist es wichtig den Menschen näher zu kommen, Beziehungen aufzubauen und ein tieferes Verständnis für die Problematik oder den Sachverhalt zu entwickeln. Dabei ist es mir wichtig, keine gestellten Bilder aufzunehmen, sondern mit höchstens minimalen Anweisungen eine reelle, authentische Dokumentation darzustellen. Die Zeit, die es braucht um diese Verbindungen zu bilden, sehe ich als ein unheimlich kostbares Element in der Fotografie an.

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Was verbindest Du mit fotogloria?
Mit den Menschen von fotogloria verbindet mich eine bestimmte Chemie. Bei den gemeinsamen Gesprächen ist mir immer wieder aufgefallen, dass wir eine gemeinsame Basis und Sichtweise der Fotografie haben. Hier habe ich die Möglichkeit in einem Team zu arbeiten, das sich gegenseitig ergänzt und neue Blickwinkel setzt. Durch die Zusammenarbeit, geprägt durch die Fachkenntnisse des fotogloria-Teams und die Vernetzung nach Hamburg, ergibt sich eine Dynamik, die ich als einzelner Fotograf nicht erreichen kann.
Ich freue mich auf die Zukunft mit fotogloria und darauf, durch meine Arbeit die Gemeinschaft voran bringen zu können.

Wie hast Du Deinen eigenen fotografischen Schwerpunkt entwickelt?
Während meiner Zeit als Medizinfotograf im Universitätsklinikum Heidelberg habe ich gesehen, dass mir die Darstellung sensibler Themen sehr gut liegt. Durch mein Bachelor und später Masterstudium in Dokumentarfotograf habe ich mir einen Stil angeeignet, die Ereignisse und Menschen möglichst natürlich zu portraitieren. Dies hat auch zu einer besonders authentischen und klaren Bildsprache in meiner Corporate-Image-Fotografie geführt.

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Für welchen Kunden würdest Du gerne einmal arbeiten?
Für mich sind die Kunden besonders reizvoll, bei denen es um Menschen und sozial wichtige Themen wie in der Medizin geht, ob es sich um ein Projekt in der Dokumentarfotografie, im Editorial, in der Portraitierung oder Corporate-Image-Fotografie handelt.
Wichtig ist mir die authentische Darstellung und der Kontakt zu den Menschen und Vorgängen, die abzubilden sind. Mit meiner Arbeit möchte ich etwas bewegen und eine Plattform finden, in der Fotografie für Kliniken, im Editorialbereich, Caritative Vereine, Pharmaunternehmen und medizinischer Industrie. Natürlich habe ich auch Wunschkunden… Ich würde sehr gerne einmal für die Deutsche Krebshilfe oder die Deutsche Muskelschwund-Hilfe arbeiten. Hochinteressant finde ich auch die Themen der Allianz Chronischer Seltener Krankheiten (Achse) und das Thema Cochlear Implantate. Natürlich würde ich mich auch über einen Auftrag von Siemens Medical freuen…

fotogloria vertritt Medizinfotograf Philip Benjamin exklusiv und weltweit. Über fotogloria können Sie ihn gerne für Ihre Ideen und Aufträge buchen – melden Sie sich jederzeit unter 040 609 42 906 -0 oder info@fotogloria.de.

* Foto: © Philip Benjamin | fotogloria | Universitätsklinikum Heidelberg