Die Qual der Wahl – fotogloria ist Jury-Mitglied bei dem Wettbewerb »Heartbeat of Nature«

Wie findet man unter Tausenden von Fotos das Eine, das Besondere, das Gewinnerbild? Eine nicht ganz leichte Aufgabe, aber eine schöne Herausforderung die die fünfköpfige Jury des Online-Wettbewerbs »Heartbeat of Nature« gerne angenommen hat. Mit dabei: fotogloria-Geschäftsführein und Mit-Inhaberin Edda Fahrenhorst. Ein Erlebnisbericht…

»Eines Tages klingelte in der fotogloria-Redaktion das Telefon. Klaus Tiedge – seines Zeichens Kurator des Fotofestivals »Horizonte Zingst« und der »Erlebniswelt Fotografie Zingst« – war am anderen Ende und er stellte mir eine Frage: »Edda, hast Du Interesse daran, Jurymitglied zu werden?«  Interesse? Aber ja! Ich hatte mich schon immer gefragt, worum es hinter den Türen von Fotowettbewerben geht. Was wird besprochen? Welche Kriterien werden angelegt?

Gesagt, getan – in der letzten Woche war es dann soweit, die Olympus GmbH hatte, als einer der Hauptsponsoren des Wettbewerbs, geladen. Erschienen waren: Klaus Tiedge, Elisabeth Claußen-Hilbig von Olympus, Constanze Clauß (Geschäftsführerin der ProPhoto GmbH), Gernot Haffner (diesjähriger Schirmherr des Umweltfotofestivals »horizonte zingst« und Chef der Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft) und ich. Kaum hatten wir uns begrüßt, ging es auch schon los: Hunderte von Bildern waren auf den Tischen ausgebreitet (dank Steffi und Nina, die einen tollen Job gemacht haben) und jeder von uns war mit 30 Kärtchen ausgestattet, die auf die Favoriten verteilt werden sollten…

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Und damit war er dann endlich gekommen, der Moment der Klarheit… Es war viel einfacher als gedacht. Denn selbst aus diesen unglaublich vielen Bildern (insgesamt waren es 12.000 Einsendungen aus der ganzen Welt – im Vorfeld bereits auf einige hundert reduziert) und mit einem Themenschwerpunkt, der nicht unbedingt zu meinen Fachgebieten gehört (die Naturfotografie) stachen die besten heraus. Einfach so. Überzeugten durch eine gute Idee, eine feinsinnige Bildauffassung, durch Humor oder eine technische Finesse, durch einen emotionalen Moment oder durch schlichte Schönheit – kurz gesagt: Es ging um all das, was die Fotografie ausmacht. Unabhängig vom Thema oder davon, wer die Bilder gemacht hat (der Wettbewerb richtete sich ausschließlich an Amateure).

Die besten 100 Bilder waren also schnell ausgemacht, aber dann ging es an die Platzierung – welches sind die besten 10, welches ist das Eine. Und damit ging es dann weiter in die Eingeweide der Fotografie-Beurteilung: Die verschiedenen Sichtweisen. Was haben wir diskutiert. Es ging um Favoriten und darum, was in der Vergangenheit schon alles gesehen, gezeigt und geadelt wurde. Es ging um Originalität und Langeweile und nicht zuletzt um Tiergattungen und Landschaftsansichten…

Einfach war es nicht, einen ersten Platz zu finden. Und das einstimmig. Aber: Es ist geschafft. Am 5. Oktober ist die Preisverleihung in Zingst.«